Die Zauberflöte

Oper in zwei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart

 

Entsprechungsdeutung von Karl Dvorak

 

Die Musik des Genius Mozart und der Text von Emanuel Schikaneder sind geeignet, unsere Liebe zu Gott und zu der Menschheit zu öffnen.

 

Personen und ihre Entsprechung im Menschen:

 

Sarastro:

 

Der göttliche Geist in der Seele des Menschen. Im höchsten Sinne der Herr Selbst.

Die Königin der Nacht:

Symbolgestalt des Urbösen im Menschen. Im weiteren Sinne Satana selbst

2 Priester des Sarastro:

Engel und Hilfsgeister beim Menschen. Im höheren Sinne: Die göttlich erwachte Liebe und Weisheit in der Menschen-Seele.

3 Damen der Königin:

Neutrale Seelenwesen, hier im Dienste der Satana. Sie verkörpern auch das Erbböse, das Erbfalsche und das Eigenliebige der gefallenen Seele

3 Knaben

Himmlische Hilfsgeister. Sie stellen das Gute und Wahre aus dem aufgenommenen Gottwort dar.

Tamino:

 

Die gottzugewandte Liebe der Menschen-Seele. Im höheren Sinne das männliche Dual.

Pamina:

 

Die gottzugewandte Weisheit der Menchen-Seele. Sie gehört wie Tamino zum Innenmenschen.  Im höheren Sinne: das weibliche Dual.

Papageno:

 

Das Eigenwillige, die Selbstliebe des äußeren Menschen. Der Wille der tierischen Seele.

Papagena:

 

Der kalte Verstand des Außenmenschen. Das Wünschen und Denken der tierischn Seele.

Monostatos:

Die teuflische Lust und Begierde des Tiermenschen

2 Geharnischte:

 

Hilfsgeister des Himmels. Im Innenmenschen: Die erleuchtete Vernunft und das himmlische Wollen.

Sklaven:

Sie bezeichnen die Leidenschaften in der menschlichen Seele.

Tiere:

Sie stellen die Begierden der Menchenseele dar.

Zauberflöte u. Glockenspiel:

Sie bezeichnen den göttlichen Einfluß von Liebe und Weisheit.

 

 

Emanuel Schikaneder stützt sich bei der Zauberdichtung auf Märchen. In einer Fülle reizvoller Kontraste werden Gemüt und Humor vereinigt. Über allem steht eine edle Grundidee. Wir erleben in dieser Oper herrliche musikalische Stilmittel vom schlichten Volkslied bis zum figuriertem Choral, die sich der dramatischen Idee jeweils unterordnen und dem Gesamtwerk in genialer Selbstverständlichkeit einfügen.

 

Inhalt des 1. Aufzuges

 

Wir sehen eine wilde Felsgegend, der schöne Tamino befindet sich auf der Jagd und wird von einer Riesenschlange verfolgt und angefallen. In höchster Not schreit er um Hilfe. Drei Damen der Königin der Nacht retten ihn. Sie töten das Ungeheuer mit ihren Speeren. Tamino fällt in Ohnmacht. 

Seine Schönheit wird von den drei Damen bewundert. Jede bliebe gerne bei ihm, um sein Erwachen aus der Ohnmacht zu erleben. Sie müssen aber fort, um der Königin der Nacht zu berichten. 

Als sie abziehen, tritt Papageno auf. Er singt das berühmte Lied "Der Vogelfänger bin ich ja" und betritt die Bühne. Tamino erwacht. Papageno kommt mit ihm ins Gespräch und gibt sich als dessen Lebensretter aus. Er behauptet, die Schlange getötet zu haben.

 

Papageno führt ein eigenartiges Leben. Er fängt bunte Vögel und liefert sie im Palast der sternflammnden Königin der Nacht ab. Als Lohn erhält er dafür Brot und Wein. Sein höchster Wunsch ist es jedoch, ein liebes Weibchen zu erringen. Er ist noch Junggeselle.

  

 

 

 

 

 

 

 

Die drei Damen kehren wieder zurück. Zur Strafe für seine Lüge erhält Papageno ein Schloß vor den Mund. Sie überreichen Tamino im Auftrag der Königin der Nacht ein Bildnis von Pamina. Sie ist die Tochter der Königin. Ihr Bildnis beeindruckt Pamino tief. Er singt die Arie "Ihr Bildnis ist bezaubernd schön".  Die Damen teilen ihm mit, daß Tamina von dem bösen Zauberer Sarastro geraubt worden ist. In Sarastro erkennen sie nicht den Herrn. Es ist bemerkenswert, daß hier Sarastro als böser Zauberer erscheint und dann im weiteren Verlauf zu einem hohen Priester aufsteigt, also an Ansehen und Würde gewinnt.

Ein Donnerschlag kündigt das Erscheinen der Königin der Nacht an, die die Symbolgestalt des Urbösen im Menschen, im weiteren Sinne Satana selbst verkörpert. Sie beschwört Tamino, ihr die Tochter zurückzugewinnen. 

 

Nach dem Abgang der Königin überreichen ihm die drei Damen eine Zauberflöte. Sie schützt ihn bei Gefahren. Auf seinem Weg zur Burg von Sarastro soll ihn Papageno begleiten. Er war von der Königin vom Schloß befreit worden und erhielt von ihr als Geschenk Zauberglöckchen. Mit diesen Zaubergegenständen ausgerüstet begaben sie sich auf dem Weg zur Burg.

Drei Knaben kommen hinzu. Sie dürfen ihnen voll vertrauen.

 

Alsbald stehen sie im Palastzimmer. Tamina wollte aus dem Palast fliehen. Sie wird aber von dem Mohren Monostatos wieder zurückgebracht. Beim Zurückbringen kommt Papageno hinzu.

Beim gegenseitigen Betrachten erschrecken sich beide zutiefst, jeder hält den anderen für einen Teufel und laufen davon. Papageno kehrt bald zurück und gibt sich Pamina als Boten zu erkennen. Sie erzählt ihr vom Prinzen Tamino und beschließen, ihn sofort aufzusuchen. Es folgt das Duett "Bei Männern, welche Liebe fühlen. 

 

Wir befinden uns nun in einem Hain vor dem Tempel der Weisheit. Die drei Knaben geleiten Tamino in den Tempelbezirk mit der Mahnung , standhaft, duldsam und schweigsam zu sein.

Tamino bleibt allein. Er versucht, in den Tempel einzudringen.

Von allen Seiten ertönt das drohende Wort „Zurück!“

Aus dem Weisheitstempel tritt ihm ein Priester entgegen. Er sagt ihm, daß Sarastro kein Zauberer sei und auch kein Tyrann. Er habe Pamina nur entführt, um sie zu läutern und ihr zu helfen. Wie edel und weise Sarastro sei, würde auch Tamino bald erkennen.

Der Priester zieht sich bald wieder zurück.

 

 

 

In Gedanken an Pamina stimmt Tamino auf der Flöte eine zärtliche Weise an. Dadurch lockt er die Tiere des Waldes herbei. Sie lassen sich zu seinen Füßen nieder oder tanzen. Tamino erhofft, durch sein Flötenspiel Pamina herbeizurufen.

Endlich hört er Papagenos Stimme und eilt ihm freudig entgegen. 

Papageno und Pamina sind auf der Flucht. Schon aber ist der Mohr mit seinen Gehilfen zugegen, um  die Flüchtigen einzufangen. In höchster Not läßt Papageno sein Glockenspiel ertönen. Von den Klängen des Glockenspiels verzaubert, tanzen Monostatos und seine Gehilfen. Tanzend und singend verlassen sie den Tempelhain.

Feierliche Klänge melden die Ankunft Sarastros. Pamina gesteht ihm, daß sie fliehen wollte, weil  der Mohr sie zur Liebe zwingen suchte. Sarastro vergibt ihr. Die Freiheit kann er ihr aber noch nicht schenken. 

Nun schleppt der Mohr Monostatos Tamino herbei. Tamino und Pamina erkennen sich. Die Liebenden sinken sich selig in die Arme. Empört trennt sie der Mohr.

Statt einer Belohnung für seine Wachsamkeit läßt Sarastro ihm 27 Sohlenhiebe verabreichen. Tamino und Pamina sollen in den Tempel geführt werden, um sich den dortigen Prüfungen zu unterziehen.

Entsprechungsdeutung des 1. Aufzuges

Die Deutung des inneren geistigen Entspechungssinnes ist nur eine unter vielen möglichen Deutungen. 

Richard Wagner hat sich über die Zauberflöte wie folgt geäußert: "Der Deutsche kann die Erscheinung dieses Werke gar nicht erschöpfend genug würdigen. Bis dahin hatte die deutsche Oper so gut wie nicht existiert. Mit der Zauberflöte war sie erschaffen!"

Die Entsprechungsdeutung gründet sich auf die christliche Neuoffenbarung, die uns der Herr durch Jakob Lorber und Emanuel Swedenborg geoffenbart hat. 

Tamino, der schöne Prinz, ist die Gott zugewandte Liebe in der Menschenseele. Im höheren Sinne ist er das männliche Dual von Pamina. Tamino ist in diesem Sinne der innere Mensch. Er befindet sich auf der Jagd. Jagen heißt, die eigenen Seelenlüste bekämpfen. Die Riesenschlange, die ihm entgegenkommt, ist sein Ur-  und Erzböses. Er kann dem Bösen nicht widerstehen, denn keine Seele kann der Bosheit voll widerstehen. Das Einzige, was die Schlange in uns töten kann, ist der Geist, der aber noch nicht in Aktion getreten ist. 

Die drei Damen kommen ihm zu Hilfe. Sie werden von der Königin der Nacht geschickt. Sie ist die Symbolgestalt des Urbösen im Menschen. Im weiteren Sinne ist sie Satana selbst. Sie verkörpert auch die Eigenliebe der gefallenen Seele. Die drei Damen sind neutrale Seelenwesen, auch wenn sie von der Königin der Nacht kommen. Sie sind in unserer Seele eingelagert und können auch dem Guten dienen. Sie töten hier den Drachen. Vorab hilft uns also das Urböse, die Schlange zu töten. 

Über die Schönheit des Jünglings geraten sie in Erregung. Jede möchte ihn besitzen. Das Erbböse, Erbfalsche und Eigenliebige will die gute Seele, die Gott zugewandte Liebe in der Menschenseele Taminos für sich gewinnen. Wegen der Berichterstattung müssen sie sich aber zunächst zurückziehen.

Da kommt Papageno. Er ist der Außenmensch, das Eigenwillige, die Selbstliebe des äußeren Menschen. Er ist auch der Wille der tierischen Seele, ihre Lust und die Leidenschaft. Es ist immer wieder unser Eigenwille, der die Vögel fängt. Vögel stehen für unsere Gedanken. Die Eigenliebigkeit unserer Selbstliebe fängt Vögel und erhält dafür Brot und Wein. Wir wollen uns geistige Güter erwerben, jedoch bei der Königin der Nacht (Walsch), bei unserem satanisch Bösem.

Mit der Arie des Papageno erkennen wir so richtig die Eigenliebe des äußeren Menschen. Die tierische Seele in uns ist lustig und tanzt. Sie will bei Alt und Jung bekannt sein. Alles zieht sie für ihren Nutzen heran. Für die Mädchen wirft sie ein Netz aus. Sie arbeitet mit Zucker und List, um ein Mädchen ihr eigen nennen zu können. Alles dient dem eigenen Nutzen und dem eigenen Wohl.

Die drei Damen bringen dem Tamino als neutrale Seelenwesen ein Bildnis von Pamina. Pamina ist die Gott zugewandte Weisheit in der Menschenseele. Im höchsten Sinne ist sie das Dual des Innenmenschen Taminos, der Gott zugewandten Liebe in der Menschenseele. Beide sollen verbunden werden. Die Liebe und die Weisheit sollen sich verbinden. 

Die Liebe Taminos wird durch das Bildnis entflammt. Er ist davon ganz entzückt und singt die Arie                                                 

 

Dies Bildnis ist bezaubernd schön, wie es kein Auge je gesehen.

Ich fühl es, wie dies Götterbild mein Herz mit neuer Regung füllt.

Dies Etwas kann ich zwar nicht nennen,

doch fühl ich´s hier wie Feuer brennen

Soll die Empfindung Liebe sein?

Ja, ja, die Liebe ist´s allein

Oh wenn ich sie nur finden könnte!

Oh wenn sie doch schon vor mir stünde!

Ich würde warm und rein! Was würde ich?

Ich würde sie voller Entzücken an diesen heißen Busen drücken!

Und ewig wäre sie dann mein!

In dieser Arie erkennt die Gott zugewandte Liebe der Menschenseele die Weisheit in der Pamina. Zum ersten Mal begegnet unsere innere Liebe, die in der Seele rein geblieben ist (Überreste nach Swedenborg), die göttliche Weisheit in einem Wort, in einer äußeren Lehre. Dieses Wort, dieses Bildnis ist bezaubenrd schön, wie kein Auge je gesehen.. Das Auge ist hier der menschlich erleuchtete Verstand. Das göttliche Wort kommt uns im Bilde entgegen, hier im weiblichen Dual. Jakob Böhme nannte sie die Jungfrau Sophia. In der Neuoffenbarung heißt sie Maria. In ihr kommt uns das Gottbild entgegen. Das Herz der Seele verspürt etwas, erregt sich. Es fragt: "Soll das Liebe sein?" Das Feuer der Liebe flammt auf, das Feuer der Liebe brennt.  Durch das Gottwort wird die Liebe in uns mehr und mehr geweckt. 

Tamino entflammt in großer Sehnsucht. Er möchte seine Pamina finden. Dafür will er alles erdulden und erleiden. Aber noch wird er von der Königin der Nacht irregeleitet. Der Einzige, der ihm Pamina zuführen kann ist Sarastro. Er wird als  Zauberer verunglimpft und wird von der Königin der Nacht  der bösen Zauberei beschuldigt. In Wirklichkeit ist Sarastro in unserer Seele der göttliche Geist, im höchsten Sinne Jesus Selbst, unser Urichgeist oder unsere Urichliebe. Irgendwie bezeichnet ihn die Königin der Nacht richtig. Gott ist immer ein Zauberer gewesen.

Tamino und Papageno erhalten von den drei Damen eine Zauberflöte und die Zauberglöckchen. Sie bezeichnen den göttlichen Einfluß, die Hilfe von der göttlichen Liebe und von der göttlichen Weisheit. Die Zauberflöte ist der Liebeseinfluß, das Glockenspiel der Weisheitseinfluß. Mit diesen beiden Musikinstrumenten beherrschen sie Tiere und Bösewichter, die in unserer Seele nisten. 

Da Papageno gelogen hat , wird ihm sein Mund durch ein Schloß verbunden. Dies bedeutet, daß die Eigenliebe und der Eigenwille von Gott immer bestraft wird. Er wird von diesem Schloß befreit. Drei Knaben kommen hinzu. Sie erscheinen manchmal in einer Wolke. Die Wolke ist das Symbol des göttlichen Wortes. Die drei Knaben symbolisieren also himmlische Hilfsgeister. Sie sind das Gute und Wahre, die Tamino und Papageno auf ihrem Weg zur Burg des Sarastro begleiten. 

Pamina will aus dem Palast fliehen, weil sie der Mohr zur Liebe zwingen will. Monostatos ist die teuflische Lust und Begierde der Menschenseele. 

Nun trifft Papageno zuerst auf Pamina in der Gegenwart von Monostatos. Immer wieder versucht die teuflische Lust und Begierde in der Menschenseele die Gott zugewandt Weisheit zu locken und vom rechten Wege abzuziehen. Der Vogelmensch und der Mohr geraten bei ihrem Anblick in Panik, denn sie halten sich gegenseitig für Teufel. 

Papageno gibt sich nach seiner Rückkehr der Pamina zu erkennen. Dies heißt, daß die Eigenliebe des äußeren Menschen zum ersten Mal den inneren Weisheitswert entdeckt, die in der Menschenseele durch Pamina vorgebildet wird. Aus Eignliebe wollen wir das Paradies, den lieben Gott, das Himmelreich. All dieses liegt in Papageno, in der Eigenliebe des äußeren Menschen verankert. Deswegen begegnen sich diese beiden zuerst. Beide schließen sich zusammen. 

Wir hören das wunderbare Duett:

Bei Männern, welche Liebe fühlen, fehlt auch ein gutes Herze nicht.

Die süßen Triebe mitzufühlen, ist dann der Weiber erste Pflicht!

Wir wollen uns der Liebe freuen, wir leben durch die Lieb´ allein!

Die Lieb´ versüßet jede Plage, ihr opfert jede Kreatur!

Sie würzet unsere Lebenslage, sie wirkt im Kreise der Natur!

Ihr hoher Zweck zeigt deutlich an:

Nichts Edlers sei, als Weib und Mann,

Sie reichen an der Gottheit an!

In den Hain des Tempels der Weisheit wird Tamino von drei Knaben geleitet. Es sind himmlische Hilfsgeister, die das Gute und Wahre aus dem Gottwort bringen. Die Knaben machen auf die drei Tugenden aufmerksam, die Tamino in sich entwickeln muß. Es sind die Standhaftigkeit in Bezug der Bereitschaft, Gottes Wort zu hören und danach zu handeln. Hinzu kommt die Duldsamkeit, alle Versuchungen auf dem Weg der Wiedergeburt zu ertragen. Die dritte Tugend ist die Verschwiegenheit. Sie ist notwendig, um dem Gottgeist in der Seele zum Sprechen zu bringen. Das Sprechen des Gottgeistes nennen wir Innewerdungen. 

Unsere Gott zugewandte Liebe versucht nun, in den Tempel einzudringen. Der Tempel symbolisiert die göttliche Weisheit. Die Liebe möchte in die Weisheit eindringen. Doch immer wieder wird sie durch ein "Zurück!" in die Schranken gewiesen. Die göttliche Weisheit ist für die Liebe noch nicht zugänglich. Deswegen muß unsere Liebe nach und nach wachsen, damit sie fähig wird, in die Weisheit einzudringen. Unsere Seele wird immer wieder zurückgewiesen, bis ihr schließlich ein Priester entgegenkommt. Der Priester ist ein Engelsgeist Gottes. Dieser verkündet ihr den wahren Sarastro, den die Königin der Nacht der Seele zuerst vorstellen wollte. Sarastro ist der Gottgeist oder der Herr Selbst. Die Seele muß die reine Gottidee erst kennenlernen. Wir bekommen die reine und richtige Vorstellung von Gott, gelehrt durch einen Engelsgeist von dem Gottwort, der hier als Priester auftritt. Dieser verkündet uns die Wahrheit, die von der Königin der Nacht entstellt wurde. 

In diesem Zustand der ersten Innewerdung erhält die Menschenseele (Tamino) Kunde, warum Pamina, die Gott zugewandte Weisheit oder das Dual von Sarastro festgehalten wird. Das Festhalten geschieht darum, um die Liebe in der Menschenseele reifen und stärken zu lassen. Daraus entwickelt sich zu Pamina eine große Sehnsucht. 

Tamino greift zur Zauberflöte und lockt damit Pamina heran. Mit ihr bezähmt er die wilden Tiere, d.h die Begierden in seiner Seele. Es ist der göttliche Liebeseinfluß, der uns von den menschlichen Begierden oder unseren Trieben, unseren Tieren befreit oder sie bezähmt. 

Angelockt von dem süßen Ton der Flöte kommt schließlich Pamina, von Papageno geführt.

Zugleich tritt die teuflische Lust und Begierde, durch Monostatos vorgebildet, in das Gemüt des Menschen ein. Dies geschieht, um die Seele im Gleichgewicht zwischen Gut und Böse zu halten. 

Durch Swedenborg sagt der Herr: "Im gleichen Maße wie Engel des Himmels hinzutreten, kommen auch die bösen Geister aus der Hölle, damit der Mensch in Freiheit gehalten werden kann:"

Monostatos will Tamino und Pamina einfangen und als Gefangene abführen. Hier kommt etwas, was dem Menchen in höchster Versuchung hilft: Dies ist der göttliche Einfluß der Weisheit, vorgebildet durch das Glockenspiel. Die Weisheit bietet unserer Seele in diesem Zustand Schutz, weil sie aus dem Gottwort die Wahrheit erkennen  kann. 

Die Freude der Begegnung Paminas mit Tamino, das erste Erkennen,  wird durch Monostatos getrübt, denn er kommt mit seinen Gehilfen und mit Stricken, um sie einzufangen und sie erneut mit den Fesseln dieser Welt zu binden. Sie räumen aber tanzend und singend das Feld, weil sich die Liebenden dem göttlichen Einfluß durch das Glockenspiel geöffnet haben.  

Die Gefahr ist aber noch nicht abgewendet, denn die teuflische Lust der Begierde will die Menschenseele zerstören. Tamino wird gefangen genommen und Sarastro vorgeführt. Das göttliche Bewußtsein war durch den göttlichen Einfluß erwacht. Sarastro tritt erstmals in der Seele auf. Die Freude in der Seele erreicht ihren ersten Höhepunkt, dargestellt durch den Schlußchor des ersten Aktes:

Wenn Tugend und Gerechtigkeit den großen Pfad mit Ruhm bestreut,                                         dann ist die Erd´ ein Himmelreich und Sterbliche den Göttern gleich!

 

Inhalt des 2. Aufzuges

Wir befinden uns in einem Palmenhain. Sarastro berät sich mit dem Priester. Tamino soll in dem Tempel eingeführt werden, denn er ist zu Großem ausersehen. Pamina ist ihm von den Göttern zur Gefährtin bestimmt.   

 

Wir hören die Arie "Isis und Osiris":

O Isis und Osiris, schenket der Weisheit Geist dem neuen Paar!

Die ihr der Wand´rer Schritte lenket,

stärkt mit Geduld sie in Gefahr!

Laßt sie der Prüfung Früchte sehen.

So lohnt der Tugend kühnen Lauf,

nehmt sie in euren Wohnsitz auf!

Jetzt befinden wir uns im Vorhof des Tempels. Es ist Nacht. Tamino und Papageno werden hereingeführt und zu unerschütterlichem Schweigen verpflichtet. Die drei Damen erscheinen und bemühen sich, die beiden zum Reden zu verleiten. Papageno ist nahe dran, das Verbot zu brechen. Nur mühsam kann ihn Tamino vom Plaudern zurückhalten.

Wir sehen einen Garten. Es ist noch Nacht. Pamina schlummert auf einer Bank. Der verliebte Mohr hält seine Stunde für gekommen. Er singt die Arie "Alles fühlt der Liebe Freuden":

Alles fühlt der Liebe Freuden, schnäbelt, tändelt, herzt und küßt-

Und ich sollt´ die Liebe meiden, weil ein Schwarzer häßlich ist!

Ist mir denn kein Herz gegeben, bin ich nicht von Fleisch und Blut.

Immer ohne Weibchen leben wär wahrlich Höllenglut.

Drum so will ich, weil ich lebe, schnäbeln, küssen, zärtlich sein!

Lieber guter Mond, vergebe, eine Weiße nahm mich ein!

Weiß ist schön – ich muß sie küssen, Mond! Verstecke dich dazu!

Sollt´ es dich zu sehr verdrießen, o so mach die Augen zu.

Es erscheint die Königin der Nacht. Sie übergibt der Tochter einen Dolch. Tamino soll Sarastro ermorden. Nur so kann sie ihre Freiheit und die des Tamino wiedergewinnen. Sie singt die Arie "Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen":

 

 

 

 

 

 

   

 

 

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen,

Tod und Verzweiflung, flammet um mich her!

Fühlt nicht durch dich Sarastro Todesschmerzen,

so bist du meine Tochter nimmermehr.

Verstoßen sei auf ewig,

Verlassen sei auf ewig,

Zertrümmert sei´n auf ewig alle Bande der Natur.

Verstoßen, verlassen und zertrümmert, alle Bande der Natur.

Hört, hört, hört, Rachegötter!

Hört, der Mutter Schwur!

Die Königin versinkt. Monostatos hat die Unterredung belauscht. Er redet erneut auf Pamina ein, doch das Dazwischentreten Sarastros verhindert ein Verbrechen. Der Mohr flieht, Pamina fleht um Gnade für sich und für ihre Mutter. Großmütig verzeiht ihr Sarastro. Er singt die Arie "In diesen heiligen Hallen": 

In diesen heil´gen Hallen kennt man die Rache nicht!

Und ist ein Mensch gefallen, führt Liebe ihn zur Pflicht.

Dann wandelt er an Freundes Hand vergnügt und froh ins bessre Land.

In diesen heil´gen Mauern, wo Mensch den Menschen liebt-

Kann kein Verräter lauern, weil man dem Feind vergibt.

Wenn solche Lehren nicht erfreun, verdient nicht ein Mensch zu sein.

Wir sehen die Vorhalle des Tempels. Tamino und Papageno müssen weiterhin schweigen. Papageno läßt sich aber von einem alten Mütterchen zum Schwatzen verleiten. Er ahnt nicht, daß sich unter dieser Verkleidung Papagena, sein schon lange ersehntes Weibchen verbirgt. Die drei Knaben erscheinen. Sie bringen die Zauberflöte und die Zauberglöckchen, die man ihnen abgenommen hatte. Fröhlich zaubert sich Papageno einen gedeckten Tisch mit köstlicher Speise. 

Pamina kommt hinzu, glaubt aber, Taminos beharrliches Schweigen dahin deuten zu müssen, daß er sie nicht mehr liebe. Sie singt die Arie "Ach, ich fühl´s, es ist verschwunden":  

Ach ich fühl´s, es ist verschwunden!

Ewig hin der Liebe Glück!

Nimmer kommt ihr Wonnestunden in meinem Herzen mehr zurück!

Sieh Tamino! Diese Tränen fließen, Trauter dir allein,

fühlst du nicht der Liebe Sehnen,

so wird Ruh´ im Tode sein!

Wir sehen die Tempelhalle. Tamino wird in Aussicht gestellt, daß man ihm zum Lohn für seine Standhaftigkeit in das Heiligtum führen werde. Pamina kommt und glaubt wieder, Taminos Zurückhaltung als Lieblosigkeit deuten zu müssen. 

Papageno dagegen liegt nichts an Tempelweihen. Ein Glas Wein ist ihm lieber und am liebsten wäre ihm ein Mädchen oder ein Weibchen. Das Glockenspiel soll ihm dazu verhelfen. Wieder erscheint die Alte, entpuppt sich aber als Papagena. Als Papageno sie umarmen will, wird sie ihm schnell entzogen.

Wir befinden uns im Garten. Die Knaben treten auf und singen:   

Bald prangt, den Morgen zu verkünden, die Sonn auf gold´ner Bahn -

Bald soll der Aberglaube schwinden, bald siegt der weise Mann!

O holde Ruhe, steig hernieder, kehr in der Menschen Herzen wieder;

Dann ist die Erd ein Himmelreich, und Sterbliche den Göttern gleich!

In ihrer Liebesenttäuschung ist Pamina halb irre, sie will sich das Leben nehmen. Rechtzeitig treten die Knaben hinzu und versprechen ihr, sie zu Tamino zu geleiten.

Wir befinden uns im Prüfungstempel. 

 

 

 

 

 

 

Links stürzt ein Wasserfall hernieder, rechts lodert ein unheimliches Feuermeer auf.   Zwei Geharnischte unterweisen Tamino über den Weg, den er durch das Wasser und Feuer gehen soll. Pamina kommt hinzu. Selig begrüßen sich die Liebenden. Sie darf den Geliebten begleiten. Die Zauberflöte darf sie auf dem Prüfungsweg beschützen. 

Papageno ist über den Verlust von Papagena verzweifelt. Er will sich das Leben nehmen. Auf den Rat der drei Knaben läßt er sein Glockenspiel erklingen. Die heiß ersehnte Papagena wird herbeigezaubert. Sie singen das Duett "Papa, Papapa..."

Wir sehen ein  unterirdisches Gewölbe. Geführt von Monostatos haben sich die Königin und die drei Damen in den Palast des Sarastros eingeschlichen. Die Königin verspricht dem Mohr Paminas Hand, sobald sie an Sarastro Rache genommen haben. Es erhebt sich ein Unwetter. Unter Donner und Blitz sinken die dunklen Mächte. 

Wir sehen Sarastros Sonnentempel. Strahlendes Licht umgibt Sarastro und die Priester in dem Heiligtum, zu dem nun auch Tamino und Pamina Zutritt haben. Jubelchöre beschließen die Oper.

 Marsch der Priester:

Heil sei euch Geweihten!

Ihr dranget durch Nacht!

Dank! Dank!

Dank sei Dir Osiris!

Dank! Dank! Dir Isis gebracht!

Es siegte die Stärke und krönet zum Lohn

Die Schönheit und Weisheit mit ewiger Kron´!

 

Entsprechungsdeutung des 2. Aufzuges

Zum ersten Mal treten Sarastro und sein Priester auf.  Mit diesem Auftritt wird zum ersten Mal der göttliche Einfluß in der Seele beschrieben. Dieser erste Auftritt Gottes in der Seele kann auch als die Eingeburt gedeutet werden. Unter Eingeburt versteht die Neuoffenbarung die Einlegung des neuen Geistes der Liebe aus dem Herzen Jesus Christi in dem Gott zugewandten Geist, den der Mensch schon in seiner Seele trägt. Vom Tag der Eingeburt an wirkt Gottes Geist im Menschen. Dieses Geschehen wird in der Oper symbolisiert. Sarastro, der neue Geist des Herrn, führt ab nun mit seinen Priestern die Menschenseele. Seine Priester entsprechen den Engeln der Liebe und der Weisheit. 

So werden wir Menschen auf unserem Lebensweg geführt, wenn wir bereit sind, uns von Gott, dem Vater im Herrn Jesus Christus, führen zu lassen.  Jetzt beginnt die Wiedergeburt des Menschen. Bis zur Vollendung bedarf es weiterer Entwicklungsphasen. 

Mit der Sarastro-Arie "Isis und Osiris"  wird also die geistige Wiedergeburt eingeleitet:  

O Isis und Osiris, schenket der Weisheit Geist dem neuen Paar!

Die ihr der Wand´rer Schritte lenket,

stärkt mit Geduld sie in Gefahr!

Laßt sie der Prüfung Früchte sehen.

So lohnt der Tugend kühnen Lauf,

nehmt sie in euren Wohnsitz auf!

Diese Arie ist wie ein Gebet. Isis bildet die göttliche Liebe vor, Osiris die göttliche Weisheit. Sie werden angerufen, dem neuen Paar den Geist der Weisheit zu schenken.  Hinzu kommt die Bitte, daß der Wanderer Schritte auf dem Weg zu Gott, dem Vater, gelenkt werden, ihnen Stärke und Geduld gegeben wird, damit sie alle Gefahren und Versuchungen bestehen können. Deswegen sagt der Chor: "Stärkt mit Geduld sie in Gefahr!"

Sarastro, der den Herrn vorbildet, und der Chor der Priester sind unsere Hilfsgeister, Engel des Himmels, die die göttliche Liebe und Weisheit in unserer Seele stärken und erwecken. Sie helfen uns in unseren Versuchungen. Es sind der Herr , die Engel der Himmel, die uns helfen. "Laßt sie der Prüfung Früchte sehen! Doch sollten sie zu Grabe gehen, so lohnt der Tugend kühnen Lauf!"  Sollte also das Paar durch diesen schweren Kampf das irdische Leben einbüßen und das Ziel über all die Versuchungsprüfungen nicht erreichen, so dürfen sie in den Himmel eintreten. 

Der Himmel wird also in dem Augenblick gesichert, in dem wir den Herrn  und Seine Himmel in unserem Gemüte zulassen.  Wenn wir mit der Schwerarbeit der Verklärung und Verherrlichung unseres Körperlichen und unserer Seele nicht zu Ende kommen, so haben wir dennoch bereits im Himmel einen Wohnsitz.

So gelangt die Seele des Menschen in Prüfungen, denn sie kann nur durch Prüfungen und Versuchungen  Wiedergeboren werden.  So werden auch das Dualpaar Tamino und Pamina geprüft, Tamino als die göttliche Liebe, Pamina als die göttliche Weisheit. 

Die Versuchungen sind schrecklich und beängstigend. Tamino, die reine Seele besteht alle Prüfungen, während der Außenmensch, durch Papageno vorgebildet, der auch den kalten Menschenverstand darstellt, der Versuchung unterliegt. 

Was geschieht während der Versuchung?

Aus den Swedenborg-Lehren erfahren wir, daß in den Versuchungen die eigene Hölle der Menschenseele gegen den himmlischen Einfluß ankämpft. Der Himmelseinfluß erfolgt aus den Kenntnissen des göttlichen Wortes. Die Wahrheitslehren des Wortes und die dadurch erweckte Liebe werden durch das noch menschlich eigene Böse und Falsche bekämpft. So geschieht es auch in der Zauberflöte. Monostatos, das Höllische, die Lust und die Begirde des Eigenmenschlichen, fließt mit seinem Falschen und Bösen ein und versucht, die reinen Erkenntnisse der göttlichen Weisheit, vorgebildet durch Pamina, zu vergewaltigen. All dieses kommt in der Arie des Monostatos zum Ausdruck:

Alles fühlt der Liebe Freuden, schnäbelt, tändelt, herzt und küßt-

Und ich sollt´ die Liebe meiden, weil ein Schwarzer häßlich ist!

Ist mir denn kein Hrz gegeben, bin ich nicht von Fleisch und Blut.

Immer ohne Weibchen leben wär wahrlich Höllenglut.

Drum so will ich, weil ich lebe, schnäbeln, küssen, zärtlich sein!

Lieber guter Mond, vergebe, eine Weiße nahm mich ein!

Weiß ist schön – ich muß sie küssen, Mond! Verstecke dich dazu!

Sollt´ es dich zu sehr verdrießen, o so mach die Augen zu.

Mit dieser Arie wird im gewissen Sinne über dem Rassismus gesprochen. Weil das Schwarze häßlich ist, soll es die Liebe meiden. Im positiven Sinne wird unter dem Schwarzen nicht die Haut oder der Mohr verstanden, sondern das seelisch Böse und Falsche der Eigenliebe des Menschen. Auch dieses will die Freuden der Liebe fühlen. Die Begierde will alle Genüsse des Lebens verkosten. Es wird ihr verwert. Die Liebe wird ihr mit dem Weißen in der Pamina verwehrt. Unter Weiß wird nicht die Rasse verstanden, sondern die seelische Qualität in jedem Menschen. 

Ohne Weibchen leben heißt, daß die Liebe des tierisch begehrenden Menschen nicht die Weisheit des Himmels empfangen soll. Das Niedere der Seele soll nicht die Weisheit des Himmels empfangen. Es war immer die Klage der höllischen Bewohner, in dem sie sagten: "Ihr da oben im Himmel, ihr habt leicht reden. Wenn ihr uns in den Himmel hinaufhebt, so werden wir uns auch bessern!"

Swedenborg durfte es erleben, daß höllische Bewohner auf ihr dringendes Verlangen erhoben wurden. Was geschah? Sie bekamen im Himmel keine Luft und wurden ohnmächtig. Kopfüber stürzten sie sich wieder in ihre Höllenbereiche. 

Die Qualität unserer Seele ist entscheidend, ob wir noch schwarz oder schon weiß sind. Der Mohr stürzt nach dieser Arie auf Pamina hin, will sie küssen und für seine Liebeslust gebrauchen. Pamina erwacht sofort und betet, die erwachte Weisheit aus dem Gottwort versucht nach besten Kräften durch Gebet und Gottzuwendung Widerstand zu leisten. 

Hier treibt die Versuchung in einen Höhepunkt. Die Königin der Nacht, Satana, tritt auf. Da Luzifer der Weisheitssphäre entstammt, kann auch nur das Satanische die Weisheit versuchen. Die Lüge kämpft gegen das Wahre. Pamina symbolisiert ja die Gott zugewandte Seele, die sich für die Weisheit Gottes öffnet. Monostatos will diese Pamina.

Die Königin fordert nun die Tochter auf, nachdem Monostatos verschwunden ist, Sarastro zu erdolchen. So ist es auch im Leben des Menschen. Das Satanische versucht, den Gottgeist zu töten:

Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen,

Tod und Verzweiflung, flammet um mich her!

Fühlt nicht durch dich Sarastro Todesschmerzen,

so bist du meine Tochter nimmermehr.

Verstoßen sei auf ewig,

Verlassen sei auf ewig,

Zertrümmert sei´n auf ewig alle Bande der Natur.

Verstoßen, verlassen und zertrümmert, alle Bande der Natur.

Hört, hört, hört, Rachegötter!

Hört, der Mutter Schwur!

In dieser Koloratur-Arie wird das Urböse und die Hölle völlig zum Ausdruck gebracht. Sie ist das Sopran-Glanzstück der Oper! Der satanische Geist wird sich aus der Tochter Pamina zurückziehen, wenn sie nicht bereit ist, Sarastro zu töten. Die Hölle ist mit ihrem ganzen Aufgebot präsent. Sie hatte die göttliche Weisheit zum Urbösen, zur Urlüge verkehrt und will nun das göttliche Wahre, durch Sarastro vorgebildet, in der Seele abtöten. Sie will ihre Tochter auf ewig verstoßen und droht hierdurch der Tochter. Dann sind auf ewig alle Bande zertrümmert. 

So geschieht es auch. In dem Augenblick, in dem sich eine Seele, hier die Pamina, die Weisheitssphäre der Seele, sich völlig von Satana, vom Materiellen, abwendet, brachen die Bande der Natur. Der sonst neutral sich verhaltende Geist (Geburtsgeist) wendet sich ganz zum Gottgeist der Liebe (Urichgeist der Liebe). Rachegötter werden beschworen. Die Erdbindung verliert alle Macht, wenn sich die Seele völlig von der Materie abwendet. Die Verklärung wird so eingeleitet. Die Verklärung der Körperzellen sprengt die Banden der Natur. Der stofflich physische Körper wird so nach und nach vergottet. Jesus hat dies als Erster demonstriert. So geschieht es auch uns heute, nur nicht innerhalb von drei Tagen, sondern nach und nach. 

Der Wunsch der Königin der Nacht wird von Pamina nicht erfüllt. Die Gott erwachte Weisheit wendet sich dem Guten zu. Doch die Versuchungen hören nicht auf. Monostatos kommt und bietet seine Hilfe an. Er meint, zu Pamina gewendet, daß sie nur zwei Möglichkeiten habe. Sie müsse ihn entweder lieben oder selbst Sarastro töten. Erst dann werde sie frei. Für diese Freiheit müsse sie sich seiner Liebe hingeben. Hierzu ist Pamina nicht bereit, denn ihre Liebe gilt nur Tamino

Noch steht Pamina mit enttäuschenden Händen da. In dieser höchsten Not wendet sich alles. In unserer höchsten Not ist uns Gottes Hilfe am nächsten. Sarastro tritt zwischen ihr und Monostatos. Pamina sinkt vor ihm nieder und gesteht ihm ihre Sünde der beabsichtigten Flucht. Sarastro verzeiht ihr, sagt aber zugleich. daß er ihr noch nicht die Freiheit schenken könne. Die Freiheit muß erst durch Bewährung und Prüfung verdient werden. Daß alle Sünden vergeben werden, wird in der Arie ausgedrückt:

In diesen heil´gen Hallen kennt man die Rache nicht!

Und ist ein Mensch gefallen, führt Liebe ihn zur Pflicht.

Dann wandelt er an Freundes Hand vergnügt und froh ins bessre Land.

In diesen heil´gen Mauern, wo Mensch den Menschen liebt-

Kann kein Verräter lauern, weil man dem Feind vergibt.

Wenn solche Lehren nicht erfreun, verdient nicht ein Mensch zu sein.

Die heiligen Hallen sind der Himmel. Hier werden unsere Sünden nicht bestraft, denn die Reuephase und die Schuldvergebung sind der geistigen Wiedergeburt vorgelagert. In dieser Phase wird alles durch die Liebe Jesus Christi getilgt. Auf Golgatha hat Er alle unsere Schuld geistig erlöst. Doch wir müssen Seine Liebe in uns zulassen. Wenn auch ein Mensch in Sünde gefallen ist, führt ihn die reine Liebe am Tage unserer Eingeburt in den Himmelszustand ein. Dies geschieht durch Freundes- und Engelshände, vom Herrn geführt. Das bessere Land, der Himmel, liegt jenseits des Demutsstromes. Unter den heiligen Mauern wird die Stadt Jerusalem verstanden. Es ist die himmlische Lehre, die im Jenseits als himmlisches Jerusalem erscheint. Dort gibt es keine Verräter mehr, es gibt dort nur die reine Wahrheit. Hier vergibt man allen Feinden. Wer die Lehren des Herrn nicht annehmen will, sich durch sie nicht erfreuen läßt, verdient nicht, ein Mensch zu sein.

Nach der Eingeburt gehen die Versuchungen weiter, um geistig weiter reifen zu können. Es gibt in uns noch viele fremde Gäste. Jetzt verlassen wir die Weisheitssphäre der Pamina. Wir befinden uns in der Versuchungssphäre des Taminos und des Papagenos. Den beiden wird aufgetragen, bei allen Begebenheiten zu schweigen. Er muß selbst dann schweigen als Pamina ihn in ihrer Liebessehnsucht sieht. Ihre Fragen darf er nicht beantworten. Sie mißdeutet sein Schweigen als Lieblosigkeit. Dies ist eine der härtesten Versuchungen Taminos, denn sein Herz glüht ja für Pamina. Diese harte Probe besteht der Tapfere. Aus diesem Grunde wird ihm verheißen, den heiligen Tempel betreten zu dürfen.  

Anders steht es mit Papageno.  Er bildet den Außenmenschen und den kalten Verstand vor. Papageno kann nicht schweigen, er besteht die ihm auferlegte Versuchung nicht und darf das Heiligtum nicht betreten. Hierauf verzichtet er auch, seine Sehnsucht richtet sich auf die äußere Freude, er möchte seine Begierden und seine Leidenschaften befriedigen. Um den Himmel, der durch das Heiligtum symbolisiert wird, kümmert er sich nicht. Der Außenmensch kann noch nicht wie seine Seele, die durch Tamino vorgebildet wird, die Segnnugen des Himmels spürbar erleben. Trotzdem sehnt sich der äußere Mensch nach Liebe von seinem Weibchen, dem er begegnen möchte. Er sucht ebenfalls die Dualverbindung, wie er es in dieser Arie ausdrückt:

 

Ein Mädchen oder Weibchen wünscht Papageno sich!

O so ein sanftes Täubchen wär´ Seligkeit für mich!

Dann schmeckte mir Trinken und Essen,

dann könnt´ ich mit Fürsten mich messen,

des Lebens als Weiser mich freu´n und wie im Elysium sein!

Ach kann ich denn keiner von allen

Den reizenden Mädchen gefallen?

Helf´eine mir nur aus der Not,

sonst gräm´ ich mich wahrlich zu Tod!

Wird keine mir Liebe gewähren,

so muß mich die Flamme  verzehren,

doch küßt mich ein weiblicher Mund,

so bin ich schon wieder gesund.

Hier stellt sich die Frage, wie lange die Papagenos  noch in der niederen Liebe verharren wollen? Wie lange werden sie noch warten müssen, bis für sie das Heiligtum des Himmels reif geworden ist?  Wie lange werden sie von ihrer lustvollen Begierde beherrscht? Wie lange müssen sie noch im niederen Zuständen verharren? 

Genügt da wohl der alleinige Glaube, daß Jesus unsere Schuld auf Golgatha auf der geistigen Ebene auf Sich genommen hat? Es sind immer wieder die weltlichen Seelen, die sich mit ihrer Seele nicht aus dem Alltag herausschwingen können, weil  ihre Lebensliebe auf weltliche Genüsse ausgerichtet bleibt. Sie erkennen in ihrem Alltag nicht das Wichtigste, sondern vergeuden all ihre Kräfte für den Lebenserwerb, für ihr Haus und für ihren physischen Körper. Sie lassen dabei ihre Seele verhungern und schläfern ihren Geist ein. So läuft das Leben ungenützt dahin. Der Geist kann nicht erwachen und die Seele kann sich nicht reinigen. Dann geht der physische Körper den Weg der Verwesung. 

Selbst die rein gewordene Liebe, also die Dualliebe zwischen Pamina und Tamino muß noch durch die Schule des Verzichts geführt werden. Erst wer seine Wünsche opfert, bekommt, worum er gebeten hat. Die Wunscherfüllung kann nur über das Opfer geschehen. Wir müssen uns total hingeben und alles Gott überlassen, dem göttlichen Geist in uns. Erst dann wird erfüllt, wonach wir begehren. 

So ist es, daß der bessere Teil unseres Menschseins, durch Pamina und Tamino vorgebildet, von Gott und Seinen Engeln geführt wird, während die niederen Teile, durch Papageno und Papagena vorgebildet, noch getrennt bleiben müssen. Sie werden später nur eine niedere Zustandsebene erreichen. unter niederer Zustandsebene ist der Zustand Paradies zu verstehen. Er liegt noch vor dem Demutsstrom. Der Demutsstrom trennt das Paradies von dem Himmel, in dem sich das himmlische Jerusalem befindet. 

Durch Jakob Lorber sagt uns der Herr:

"Nicht die Hölle ist so sehr gefährlich, sondern das Paradies." 

Im Paradies können wir die Freuden der ehelichen Liebe genießen. Hier sind wir gesund und leben im Wohlstand. Wir fühlen uns wohl, haben üppige Nahrung und leben in wunderbaren Häusern, Hainen und Gärten. Die Fülle des Lebens wird uns dort zuteil. Aber gerade im Paradies vergessen die Menschen, daß es noch einen Himmel gibt. Das Paradies ist deswegen das am meisten bevölkerte Land, das sich über dem Reich der Finsternis erhebt.

Die drei Knaben sind die himmlischen Hilfsgeister aus dem Gottwort und den Gottworterkenntnissen. Sie trösten die in der Versuchung Stehenden. Sie verheißen mit lieblichen Gesängen den neuen Morgen und den werdenden Himmel in der Seele des Menschen: 

Bald prangt, den Morgen zu verkünden, die Sonn auf gold´ner Bahn -

Bald soll der Aberglaube schwinden,

Bald siegt der weise Mann!

O holde Ruhe, steig hernieder,

Kehr in der Menschen Herzen wieder;

Dann ist die Erd´ ein Himmelreich,

Und Sterblich den Göttern gleich.

 Auf der anderen Seite der Versuchspalette nehmen sich die drei Knaben der Pamina an. Sie sind ja die Hilfsgeister, die das Gute und Wahre aus dem göttlichen Wort dem Menschen verkünden wollen. Deswegen erscheinen die drei Knaben oft in einer Wolke. Pamina ist die Gott zugewandte Weisheit der Menschenseele. All dieses macht unseren Innenmenschen aus. Pamina hatte die Absicht Selbstmord zu begehen. Nach der Annäherung Monostatos befindet sich ein Dolch in ihren Händen. Hiermit will sie sich töten. Die drei Knaben sagen, daß Gott den Selbstmord bestraft. Sie erwidert: "Sterben will ich, weil der Mann, den ich nimmermehr lassen kann, seine Traute, mich,  verlassen hat. Die drei Knaben verhindern den Selbstmord. Wo sich Tamino befindet, müssen sie verschweigen. Sie will zu ihm geführt werden. Da sagen die Knaben: 

Zwei Herzen, die vor Liebe brennen, kann Menschen Ohnmacht niemals trennen

Verloren ist der Feinde Müh´, die Götter selbst beschützen sie!

Wenn hier in der Oper von Göttern die Rede ist, so stehen sie für göttliche Kräfte. Man muß sich vergegenwärtigen, daß sich die Handlung in Ägypten ereignet. Die Mehrgötterlehre durchzieht daher die Oper. In Wahrheit war die ägyptische Religion einmal ganz rein, können wir im Großen Johannes-Evangelium durch Jakob Lorber nachlesen. Isis und Osiris stehen für die göttliche Liebe und Weisheit. Alle Götter waren nur ein Ausdruck irgend einer Gottkraft. 

Die zwei Geharnischte treten auf. Sie führen Tamino und Pamina in die höchste Versuchung ein. Die beiden Geharnischten entsprechen der göttlichen Vernunft und dem göttlich belebten Willen in der menschlichen Seele. 

Der, welcher wandert diese Straße voll Beschwerden

Wird rein durch Feuer, Wasser, Luft und Erden.

Wenn er des Todes Schrecken überwinden kann,

Schwingt er sich aus der Erde himmelan!

Erleuchtet wird er dann imstande sein,

sich den Mysterien der Isis ganz zu weihn.

Dieser Gesang der Geharnischten ist eine Chormelodie von erhabenem und ausstrahlenden Ernst, unterstrichen durch eine gemessen schreitende Vorgabe im Orchester. Auch die Geharnischten sind Schutz und Unterstützung durch den Himmel während der Versuchung, die die menschliche Seele erleiden muß, ehe sie die höchste Vollendung erreichen kann. Die Versuchung nähert sich ihrem Höhepunkt. In dieser Phase bleibt Tamino nicht allein. Pamina kommt. Sie darf ihn bei der harten Probe durch Feuer und Wasser begleiten. 

Wer die Straße zu Gott geht, muß alle Beschwerden auf sich nehmen. Die vier Elemente  müssen überwunden werden.  Wer die Schrecken des Todes überwindet, wird aus den Erdringen herausgehoben. Wir wissen, daß die natürlichen Seelen in den Luftringen unserer Erde hängen bleiben, jedenfalls so lange, bis ihr Körper in der Erde verwest ist und sich die frei werdenden Anteile wieder mit der Seele verbunden haben. Dies alles kann der Mensch hier auf der Erde erleben, wenn er sich der Feuer- und Wasserprobe unter dem Schutz der Gaharnischten und mit der Kraft aus der Zauberflöte unterzieht. Es ist bereits ein unermeßliches Glück, wenn wir dieses Phase an der Seite unseres Duals erleben dürfen. Beide preisen dieses große Glück, zusammen die Schreckenspforten zu durchschreiten:

Wohl mir, nun kann sie mit mir gehen!

Nun trennet uns kein Schicksal mehr,

Wenn auch der Tod beschieden wär´.

 

Wir wandern durch des Tones Macht

Froh durch des Todes düstre Nacht.

 

Wir wandelten durch Feuersgluten,

Bekämpften mutig die Gefahr.

Dein Ton sei Schutz in Wasserfluten,

So wie er es im Feuer war.

Ihr Götter. Welch ein Augenblick!

Gewähret ist uns Isis Glück!

 Nun wird den beiden dieses große Glück zuteil. Mutig durchschreiten beide die Schreckenspforten, sie gehen durch die höchsten Versuchungen. Die Liebe leitet mich, spricht Pamina, sie mag den Weg mit Rosen streuen, weil Rosen stets bei Dornen sind. Tamino spielt nun auf der Zauberflöte, die sie auf ihrer Bahn schützt. Die Zauberflöte habe ihr Vater in einer Zauberstunde aus tiefstem Grunde einer tausendjährigen Eiche bei Blitz, Donner und Sturm geschnitzt. Deswegen leitet sie die Zauberflöte zur Seligkeit und läßt sie die Versuchung bestehen. 

Triumpf, Triumpf, Triumpf, du edles Paar,

Besiegt hast du die Gefahr!

Der Isis Weihe ist nun dein!

Kommt! Tretet in den Tempel ein.

 Das Glück der Isis ist die erfüllte Liebe von unserem Gott und Vater. Isis steht für die Is-Rune, mit der der Name Jesus beginnt. 

Was bedeuten Feuer und Wasser in der Neuoffenbarung?

Schon im David-Psalm lesen wir: "Wir kamen ins Feuer und ins Wasser, doch hast Du uns, Herr, herausgeführt!" Eckehart von Hochheim sagt: " Das Feuer verwandelt in sich, was ihm zugeführt wird. Sie wird dessen Natur." Nicht das Holz verwandelt das Feuer  in sich, sondern nur das Feuer das Holz. So werden wir auch in Gottessenz verwandelt. Der rechte und wahre Vater alles Feuers und aller Glut ist der Himmel. 

Durch Jakob Böhme sagt der Herr: "Denn was Gott erreichen will, muß durch das Feuer!  Keine Wesenheit erreicht Gott, sie bestehe denn im Feuer!"

Weiter sagt der Herr: "Wir sollen in Christus neu geboren werden, denn Er hat Sein Leben in den Tod gegeben. Er hat unsere Seele durch das ewige Feuer wieder durchgeführt und umgewandelt, damit wir wieder in die zehnte Ziffer eingehen können. Sie steht für das "In-Gott-Seiende" 

Im ersten Korinther-Brief sagt Paulus, daß alles durch das Feuer bewährt werden muß.

Was sagt der Herr durch Jakob Lorber?

Gott ist Seinem Wesen nach die göttliche Liebe, sie ist das reinste Feuer. Die Flamme der göttlichen Liebe hat ihren Usprung in Seiner Sonne. Es ist das Feuer und die Flamme dieser Gnadensonne, das Sein alles Lebens, das einen jeden Menschen ausmacht. Die Menschen dieser Erde müssen durch Feuer und Wasser durchgeführt werden, möchten sie zu Kindern Gottes werden.

Der Himmel ist im Urwesen Feuer und Wasser. Was nicht dem Wasser verwandt ist, wird vom Wasser getötet. Wer  selbst  zum Feuer geworden ist, muß das Feuer nicht fürchten. Die Liebe ist ein rechtes Feuer. Es sammelt und zerstreut nicht. 

Die Wasser- und Feuer-Schwelle durchschritten Tamino und Pamina. Sie werden aus Wasser und Feuer wiedergeboren. Gottliebe und Gottweisheit haben sich verbunden. In ihrer Wirksamkeit steht diese Verbindung für den Heiligen Geist. Sie haben den Himmel errungen. Die Innenmenschen sind durch Dualverschmelzung zu einem Vollmenschen geworden, zu einem Engel des höchsten Liebehimmels.

Ganz anders geschieht es dem Papageno und der Papagena, dem äußeren Menschen. Sie dürfen weiter reifen. Sie haben sich gefunden. Seinen Verzicht hatte Papageno zuvor durch Erhängen-Wollen ausgedrückt. Das zauberhafte Glockenspiel lockt seine Papagena herbei. Auch der äußere Mensch erfährt die Gnade der ehelichen Liebe, wenn der menschliche Wille (Papageno) geopfert wird. Das Opfer geschieht vollgültig, denn er will sich erhängen. Dies verhindern die drei Knaben als himmlische Hilfsgeister. Sie helfen auch dem Außenmenschen aus der Not. Das Glockenspiel führt ihm das ersehnte Weibchen herbei. Nun versucht die Hölle mit letztem Aufgebot, die Verbindung zu vereiteln. Die Königin der Nacht, Monostatos und die drei Damen  versuchen den Tempel von Sarastro zu vernichten. Der Mohr will ihre Tochter zur Gattin nehmen. Dies verspricht sie ihm auch. Doch hierzu kommt es nicht. Es kommt ein Gericht mit Blitz, Donner und Sturm. Die Hölle wird samt dem Anhang in den Abgrund geworfen. Das Böse findet sein Ende und das Gute triumpfiert. Die Gnadensonne erleuchtet den Tempel und die Geretteten. Wie in einem jüngsten Gericht wird durch Sarastro das Gute und Wahre vom Falschen und Bösen geschieden. Hier wird also die Oper zum Gleichnis unseres menschlichen Strebens.

Mit dem Tode des Fleisches bricht ein neuer Morgen an. Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht. 

Zerschmettert, vernichtet ist unsere Macht,

Wir alle gestürzet in ewige Nacht!

Heil sei euch Geweihten!

Ihr dranget durch Nacht!

Dank! Dank!

Dank sei Dir Osiris!

Dank! Dank! Dir Isis gebracht!

Es siegte die Stärke und krönet zum Lohn

Die Schönheit und Weisheit mit ewiger Kron´!

Mit dem Chor der Priester endet die Zauberflöte. Mit den Worten Sarastros spricht der Herr. Die Weihe bekommen wir durch den Mut unserer Erdinkarnation. Durch Wasser und Feuer gelangen wir wieder zu Ihm. Hierfür sind wir hier auf dieser Erde geboren worden, damit sich die göttliche Liebe in uns verwirklichen kann. Die göttliche Stärke siegt und krönt uns zum Lohne  mit Schönheit und Weisheit, mit der strahlenden Würde der Engel. Dem Überwinder überreicht Gott, der Vater, die Krone des Lebens. Daß dies geschehe, ist ein Wunsch unseres über alles geliebten himmlischen Vaters in Jesus Christus, der zu uns auch durch diese Zauberflöte zu sprechen vermag.