Die christliche

 

Theosophie

 

oder

 

Christuslehre in göttlicher Beleuchtung der Wahrheit

 

 

 

Christlich-theosophische Schrift 73

1905 —

 

 

Empfangen vom Herrn und herausgegeben

von

Franz Schumi

 

 

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Die christliche

 

Theosophie

 

oder

 

Christuslehre in göttlicher Beleuchtung der Wahrheit

 

 

 

Christlich-theosophische Schrift  73

    1905 —

 

 

 

 

Empfangen vom Herrn und herausgegeben

von

Franz Schumi

 

 

 

 

Rudolf R. Hoff

Verlag für geistige Literatur

Mühlenweg 21, D 53902 Bad Münstereifel

Telefon 02257 – 3363  -  Telefax 02257 – 958662

 

 

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Die Aufklärung des Herausgebers

 

Beim Durchlesen des Buches wird man bemerken, daß es nicht fortlaufende Daten hat, sondern daß die Diktate zu verschiedenen Zeiten gegeben wurden. Dieses rührt daher, weil ich damals das eine oder andere Diktat erhielt, wann ich darum bat und dafür in einer richtigen Gemütsstimmung war, weil sie eben damals so erfließen konnten. Denn das Medium muß in einer richtigen Verfassung sein, um schöne und reine Diktate zu erhalten: "Um was ihr den Vater bitten werdet, das werde Ich euch geben." Und also geschah es auch hier. —

Mit diesem Buche haben wir endlich die ganze Lehre der christlichen Theosophie beisammen und in einem so großen Lichte, wie es bisher noch nicht dagewesen. Wir haben zwar viele Bücher, aber alle diese zu lesen ist für die Meisten zuviel; denn es fehlt ihnen an Zeit zum Lesen und an Geld, um sich die Bücher anzuschaffen. Mit unserer Sammlung Nr. 71, 72 und 73 ist das Wichtigste erlangt. Daher, liebe Brüder und Schwestern, verbreitet diese 3 Bücher hauptsächlich wegen der Lehre, die darin vorkommt!

Wir müssen unseren Vater Jesus genau kennen, denn das ist Sein Wunsch, und das belehrt uns das Buch "Christus und die Bibel" Nr. 71. Wir müssen wachen und beten, da der Vater auf das ein besonderes Gewicht legt, und weil wir dadurch auch mit Ihm sprechen, dafür ist uns das "Gebetbuch" Nr. 72 gegeben. Mit dem vorliegenden Buche Nr. 73 haben wir endlich das Wichtigste unserer christlich-theosophischen Lehre beisammen und in einem so schönen und hochgeistigen Lichte gegeben, daß wir nicht genug dem lieben Vater dafür danken können.

Hiermit haben wir 3 Bücher beisammen, die uns befähigen, das Höchste schon auf Erden zu erreichen, wenn wir genau nach dem Wortlaut dieser Lehren leben.

 

In Liebe und Ergebenheit Eurer Bruder Franz Schumi.

 

Zürich, 19. Januar 1905.

 

1. Vorwort des Vaters Jesus.

1902, 7. September, Graz. Vater Jesus gibt die Aufklärung, welcher Glaube der echte ist, und von wem und durch wen er den Menschen mitgeteilt werden muß, daß er zum Heil und Segen gereicht. 

1.     Die Menschen wollen eine Religion haben, denn das ist begründet in ihrem inneren Wesen, weil sie Mein göttlicher Geist im Herzen der Seele dazu animiert. Allein die Menschen dürfen sich nicht selbst eine Religion konstruieren, sondern diese muß von Mir ihnen gegeben werden, dann ist sie göttlich!

2.     Wenn die Menschen eine Religion aufstellen, dann ist sie dogmatisch, weil Menschensatzungen darin herrschen, welche den Dogmenmachern Geld, Ehre und Herrschaft von den, durch solche Menschensatzungen Beeinflussten eintragen. Daher müsset ihr wohl unterscheiden, was aus Mir und was aus Menschen-Weisheit herstammt.

3.     Die Religionen aller Völker sind durch Menschen entstanden und sind daher mehr oder minder unzuverlässig. Wohl befinden sich darunter Satzungen, die Meinen göttlichen Prinzipien entsprechen, aber mit diesen guten Lehren ist auch rein menschliche Wissenschaft und Weisheit künstlich verwoben und zur Gotteslehre erhoben worden.

4.     Es ist wahr, daß in jeder von den Menschen aufgestellten Religion auch Ethisches vorkommt, aber dieses ist durch andere Moralsätze so herabgedrückt, daß durch das Menschliche das Göttlicherhabene leidet und nicht gehörig gewürdigt wird. Außerdem gibt es in allen von Menschen gestifteten Religionen so große Mängel und Lücken über das gesamte okkulte Leben, daß ihr in sehr vielen Problemen oder dunklen Fragen keine klare und reine Aufklärung erlangen könnet.

5.     Über diesem Allem steht die christliche Theosophie, welche kein dogmatisches Menschenwerk ist, sondern die ganze, sehr bedeutende Literatur der christlichen Theosophie ist reine, göttliche, direkt von Mir diktierte und von Meinen medialen Schreibern nach den Diktaten aufgeschriebene Lehre, wie sie dieselbe nach ihrer inneren geistigen Entwicklung erfaßten. — In dieser Lehre wird nicht von Menschen erzählt, was sie erlebt, gesehen oder gehört haben, sondern in den Büchern der neuen, — richtigen christlichen Theosophie, da sie nicht neu, sondern aus Meinen Lehrjahren und wie Ich — von Ewigkeit her — ist, somit alt, — spreche Ich allein in erster Person mit "Ich". — Daraus mag jeder vernünftige Mensch ersehen, daß in der christlichen Theosophie vollkommene und reine Wahrheit sein muß. Denn wer dem erkannten Gottesworte widerstreitet und sagt: Das ist nicht wahr, Gott verkehrt mit gewöhnlichen Menschen nicht und Ähnliches, der muß auch jeder anderen Religion, und zwar mit viel größerem Rechte, die Berechtigung der Wahrheit absprechen, weil in keiner alles wahr ist, sondern in jeder sich viele Hypothesen und dunkle Andeutungen vorfinden.

6.     Was das theosophische Gebiet betrifft, welches Meine Gotteslehre beherrscht, so sind nur die direkten Worte oder die sogenannten Diktate Gottes oder Vaterworte maßgebend, und auf diesem Grunde und Boden ist euch eine vollwahre Gotteslehre vorgelegt, welche freilich nicht mit den von Menschen gegründeten in Allem übereinstimmt, aber den Vorzug hat, dass der Mensch nicht um sein Seelenheil in irgend einer Weise betrogen wird, sondern es wird ihm ein klarer Wein eingeschenkt, aber mit voller Freiheit angeboten: trinke vom Borne des ewigen Lebens! — denn es bringt dir Heil und Segen. Willst du es nicht, so warte Ich solange auf dich, bis du zur Vernunft kommen, einsehen und ausrufen wirst: O, wehe! mein Unglaube hat mich von Gott, meinem lieben Vater, in die Ferne gestoßen, und hat mich, wie den verlorenen Sohn, bis zu meiner jetzigen Einsicht Hunger und Durst leiden lassen. — Nun gehe Ich zur zweiten Aufklärung über.

7.     Ich sagte oben: Wenn die Menschen die echte Religion haben wollen, so muß sie ihnen von Gott Selber übermittelt werden, denn sonst ist sie Menschensatzung und keine Religion. Daher muß es auch Menschen geben, mit denen Ich als Gott verkehren kann, wie Ich im alten Testamente mit Moses und den Propheten verkehrt habe. Allein ihr seid durch eure Priester, weil sie selber nicht nach Meinen Geboten leben und Ich deshalb keinen Verkehr mit ihnen pflege, falsch belehrt, daß Gott mit gewöhnlichen Menschen nicht verkehrt.

8.     Bei Mir gibt es nicht gewöhnliche und ungewöhnliche Menschen, sondern, wer Meine Gebote respektiert, danach lebt und handelt, der ist Mein Kind, mit dem Ich dann verkehren und ihm Worte der Liebe und Ermahnungen an alle Meine Kinder geben kann. Daher muß Ich euch eine kleine Belehrung in dieser Beziehung zukommen lassen:

9.     Ihr wisset, daß kein Vater sich Seiner Kinder schämt, sondern jeder rechtmäßiger Vater liebt Seine Kinder und fühlt sich glücklich, wenn er recht fröhlich mit ihnen verkehren kann. Wenn aber schon ein irdischer Vater so lieb und weise mit seinen Kindern umgeht, warum soll Ich, als der eigentliche Allvater der Menschenkinder, minder weise, minder liebreich als ein irdischer Vater sein? Warum soll Ich nicht verkehren mit Kindern, die Mir folgen und Meine Liebesgesetze erfüllen? und warum soll Ich Mich nicht kümmern um die übrigen Kinder, welche Mich noch suchen oder suchen sollen? Wie könnte Ich Mich überhaupt "Vater" heißen lassen, wenn Meine Kinder Mir zu gering wären, um mit ihnen zu verkehren, sie zu leiten und mit ihnen zu sprechen?

10.   Sehet, liebe Kinder, nicht euer irdischer Vater ist der rechte Vater zu euch, sondern Ich, der große Jehova Zebaoth, bin der geistige Vater eurer Leiber, denn die Stoffe, woraus das Blut zum Leibesfleische gebildet wurde, habe Ich erschaffen und zu dem Zwecke wachsen lassen, und wieder war nicht der Magen der Bilder oder Ausscheider der Lebenssäfte zur Bildung des Blutes, sondern der große Chemiker, den Ich dazu aufstellte, nämlich die Seele. Ohne daß Ich die Seele bei der Zeugung gebe, kann aus dem Elternsamen nichts entstehen; wäre dieses nicht der Fall, so müßte auch jede Begattung eine Zeugung sein! Und drittens, der eigentliche Zentralkern des Menschen ist doch der Geist, denn ohne diesen kann nichts entstehen noch bestehen. Dieser Geist im Menschen aber bin Ich Selber!

11.   Ich frage euch, liebe Kinder, darf Ich mit Mir in eurem Körper nicht reden? Darf Ich dieses Kindlein Jesus in euch, das Ich aus Mir gegeben, nicht als solches lieben, und euch durch dieses Ich leiten und zu Mir ziehen?!

12.   Einst nannte man solche Kinder, die Gottes Gebote befolgten und mit denen Ich zu den Menschen sprach, Propheten; heutzutage heißen sie Knechte, Mägde, Vatermedien, und Gottesmedien (Vermittler zwischen Gott und den Menschen). Es sind das hohe Geister, Engel, Erzengel und überhaupt reinkarnierte Kinder aus Meiner Kinderschar, aus dem Liebehimmel, und aus verschiedenen Sternen- und Sonnenwelten herstammend, die sich durch besondere Liebe zu Mir auszeichneten, und die aus Liebe zu Mir um die Inkarnation und Reinkarnation baten, um Mich bei Meiner jetzigen Wiederkunft als Werkzeuge Meiner Vaterliebe zu den Menschen zu erwarten und zu begrüßen.

13.   Die Medien sind Träger Meiner Liebe zu euch Allen! Befolget die Lehren, die Ich euch durch sie gebe, daß auch ihr zu Mir kommet und euch freuet des Vaters, Der so liebreich für euch sorgt, durch Pflege und Leitung eures geistigen Ichs. Denn nicht das Wissen, sondern das Leben und Handeln nach Meinen Lehren macht euch zu Meinen lieben Kindern, mit denen Allen Ich dann wie mit den Medien verkehren will.

14.   Vergesset nicht Meines Wahrspruches: Niemand kommt zum Vater, wenn nicht durch Mich! — Ich, Jesus, als die göttliche Weisheit, aus der göttlichen Liebe stammend — leuchtete euch durch Liebe und Demut und zeigte euch durch Sanftmut, Geduld, Keuschheit, Friedensliebe und Selbstlosigkeit den Weg zum Vater: das heißt "zur Liebe in Gott". Also, durch Meine Tugenden kommt ihr zum Vater, nie aber durch die Verstandesweisheit der Welt, das merket euch als Kinder des großen Gottes Jesus Jehova Zebaot. Amen.

 

2. Widersprüche der Bibelbuchstabenchristen gegen das Vaterwort.

1900, 2. Januar, Graz.

Vater Jesus klärt verschiedene Bibelstellen auf, die sich auf göttliche Gebote und Lehren beziehen, und warnt vollernst die Bibelchristen, daß sie gegen das aufklärende Vaterwort nicht Opposition machen und Gott in Seinen Schreibmedien keinen Schwindler, Betrüger, falschen Propheten, Gotteslästerer und Wahnsinnigen heißen sollen, wie das bisher vielfach geschehen ist. —

1.     Nun wollen wir noch einige Stellen der Bibel besprechen, welche vielseitig unrichtig aufgefaßt und ausgedeutet werden. Wir fangen mit Moses an und gehen weiter zu den Aposteln, um das richtige Verständnis der Bibel zu fördern, nämlich: 5. Moses 4,1-2:

2.     Und höre, Israel, die Gebote und Rechte, die Ich euch lehre (sind dafür gegeben worden), daß ihr sie tun sollet, auf daß ihr lebet, und hineinkommt, und das Land (der Verheißung) einnehmet, das euch der Herr, eurer Väter Gott, gibt.

3.     Ihr sollt (zu den zehn Geboten und göttlichen Lehren) nichts dazu tun, das Ich euch gebiete, und sollet auch nichts davon tun; auf daß ihr bewahren möget die Gebote des Herrn, eures Gottes, die Ich euch gebiete.

4.     Es fragt sich, was wollte Moses in diesen zwei Versen Geistiges sagen? Nun kann Ich, da er aus Mir geschöpft hatte, euch die gewünschte Nachricht darüber geben, ja, wenn ihr die Verse genau leset und nachdenket über den Sinn des Gebotes, so muß euch sogleich ein helles Licht aufgehen, daß es sich hier um nichts anderes handelt, als um die Erfüllung der zehn Gebote, auf daß ihr lebet im Geiste der Liebe zu Gott und zu dem Nächsten, damit ihr das Land der Verheißung einnehmet, welches ist der Himmel, den Ich für euch vorbereitet habe.

5.     Der zweite Vers sagt euch, daß ihr zu den zehn Geboten nichts dazu tun und auch nichts davon tun sollet. Das heißt doch klar, daß ihr die zehn Gebote nicht nach eurem Gutdünken falsch auslegen und deren Sinn verdrehen, sondern strikte erfüllen sollet! Nun aber habet ihr Alle, wie Ich euch in der heiligen Dreieinigkeit und auch hier in der Aufklärung über die zehn Gebote dargetan habe, recht viel davon und recht viel dazu getan und stehet als sehr arge Übertreter gegen die zehn Gebote da. Wie Ich aber einst zu den Pharisäern sagte: Wer sich rein fühlt, der soll den ersten Stein gegen die Ehebrecherin erheben; und also sage Ich euch: Wer sich rein fühlt von der Übertretung der zehn Gebote, der soll öffentlich seinen Namen vor der Welt nennen! damit die Welt den göttlichen Helden kennt, der so rein wandelt, wie Ich euer Gott in Christo wandelte! Das will dass nichts dazu und nichts davon tun im geistigen Sinne bedeuten.

6.     Im materiellen Sinne bedeutet es aber, daß man das Gesetz bis zum letzten Punkte erfüllen soll, wie es gegeben worden ist und wie Ich es euch hier klar auseinander gesetzt habe.

7.     Wenn ihr das christlich-theosophische Gebetbuch, die heilige Dreieinigkeit und die christliche Theosophie leset, worin Meine Gebote aufs Höchste erklärt sind, so werdet ihr finden, daß ihr alle unter der Anklage der argen Übertretung steht, daß ihr sehr viel zu Meinen zehn Geboten getan und auch sehr viel davon getan habet: Dazu habet ihr getan, indem ihr euch erlaubet so viele Sünden zu begehen, die dort verboten sind und ihr euch sorgenlos beweget, als wäret ihr sündenrein; — davon getan habet ihr viel, weil ihr die zehn Gebote nicht berücksichtiget, um sie zu erfüllen; ihr habet sie größtenteils weg getan, indem ihr materiell und in Sünden lebet, was gegen Meine Gebote verstößt. Das ist der Sinn des Verbotes Mosis im fünften Buche, viertes Kapitel, erster und zweiter Vers.

8.     Nachdem wir Moses nach seinem Grundsinn erfaßt haben, führe Ich euch in die Gebote des Neuen Testaments und also höret, was Ich durch Meine Apostel verbiete:

Matthäus 5,17-20

9.     Ihr sollet nicht wähnen, daß Ich kommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; Ich bin nicht kommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.

10.   Denn wahrlich, Ich sage euch: Eher würde Himmel und Erde vergehen, als daß der kleinste Buchstabe oder der mindeste Punkt vom Gesetze verginge, bis alles geschieht.

11.   Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöset und lehret die Leute anders, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehret, der wird groß heißen im Himmelreich:

12.   Denn Ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser als die der Schriftgelehrten und Pharisäer wird, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

13.   Der erste Vers sagt euch, daß Ich als Messias nicht gekommen bin, das Gesetz, durch Moses gegeben, aufzuheben, sondern es zu erfüllen. Wenn ihr nun den Beweis darüber haben wollet, so leset Mein Originalevangelium Nr. 11 bis 21 der christlich-theosophischen Schriften, oder doch den kleinen Auszug davon im Neuen Testament, denn alle diese Lehren, die Ich da gab, sind nichts als Detail-Erklärung der zehn Gebote.

14.   Der zweite Vers (18) sagt euch, daß eher Himmel und Erde vergehen werden, bevor der kleinste Punkt von Meinem Gesetze vergehe, denn es muß alles früher erfüllt werden, bevor eine Änderung eintritt. Dasselbe berichtet auch der Evangelist Lukas: Lukas 16,17:

15.   Es ist aber leichter, daß Himmel und Erde vergehen, denn daß ein Tüttel vom Gesetze falle.   Ferner: Matthäus 24,35 / Markus 13,31 / Lukas 21,33:

16.   Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen.

17.   Diese Stellen aus den Evangelien besagen euch, wie ernst Ich Mein Gesetz gegeben habe und wie ernst Ich darauf bestehe, daß es erfüllt werden soll.

18.   Der dritte Vers (19) gebietet euch Meine Gebote so zu erfassen, zu lehren und zu erfüllen, wie Ich sie gegeben habe! Allein, Meine Gebote waren bisher schwer zu verstehen, weil sie sehr kurz und geistig gegeben sind, da sie die Evangelisten im Sinne der geistig Geweckten, welche sie durch das prophetische innere Wort  (II.Petr1,19; Paulus Gal 1,11.12) zu erklären hätten, (Lies I. Kor.14) niedergeschrieben haben. Dieser Vers wendet sich gegen alle diejenigen, welche bisher die Bibel nach ihrer Verstandesweisheit erklärt haben, ohne dazu das prophetische innere Wort, oder die Feuertaufe Meines Geistes zu haben. Alle diese stehen unter dem Gesetze als Fälscher und Verdreher des Grundsinnes des neuen und alten Testaments, — daher stimmt die Auffassung der Bibelworte nach eurer Erklärung mit Meiner nicht! — und weil es nicht nach eurem Sinne, nach eurer falschen Aufklärung stimmt, berufet ihr euch auf die von euch mißverstandenen Bibelverse und heißet Mich euren Gott und Vater Jesus einen Ketzer, Schwindler, Betrüger, Gotteslästerer und Wahnsinnigen durch Meine Schreibmedien; denn ihr werdet doch nicht behaupten wollen, daß die Propheten, Apostel und Evangelisten auch Mich darunter meinten, als sie von wegnehmen, dazutun und anders lehren sprachen!? Das ging einzig und allein bloß die an, welche seit den Zeiten der Apostel bis heute die Bibel falsch auffaßten, falsch erklärten und falsche Lehren predigten, — Ich als Gott kann unmöglich darunter verstanden werden!

19.   Hier paßt der Vers 20 ganz genau auf solche Frevler gegen Mich, welche in ihrer Geistesfinsternis nicht mehr den Namen Gott oder Christus, Der in christlich-theosophischen Schriften in erster Person Ich — spricht, von einem Menschen unterscheiden, der in Demut und Liebe Mir dient und Mir das tut, was Ich ihm sage. Ja wahrlich, wahrlich sage Ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit und euer Vorgehen nicht besser werden von nun an, wie es bis jetzt war, so werdet ihr das Schicksal der Pharisäer und Schriftgelehrten teilen, welche auch die Schrift verdrehten, wie ihr und eure Bibellehrer und Prediger. Ich sage nichts, wenn man es unwissend tut, ihr aber tut es wissentlich, denn Meine Worte sind klar und deutlich, und es streift euer Widerspruch schon an die größte Sünde — das Widersprechen gegen den heiligen Geist der Wahrheit!

20.   Als Ich, Christus, das sterbliche Kleid eines Menschen trug, sagten die Pharisäer, daß Ich mit Hilfe des Belzebub, des Obersten der Teufel, die Teufel austreibe und Wunder wirke; — nun erlaubet ihr euch Meine Schreiber, durch die Ich wirke und euch Vorschriften gebe, zu Teufeln der Hölle zu stempeln, indem ihr euch erkühnet, diese als grobe Frevler an Meinem hochheiligen Namen zu kennzeichnen, da ihr sie als falsche Propheten bezeichnet, die sich erfrechen, durch Mißbrauch Meines göttlichen Namens, ein falsches Prophetentum zu predigen, indem ihr Bibelzitate gegen sie anführet, welche alle gegen euer eigenes falsches Prophetentum gekehrt sind! —

21.   Nun gehen wir weiter, um zu sehen, was Mein Liebling zu Meinem Gunsten schreibt. Seine Worte lauten: Johannes 21,25:

22.   Es sind auch viele andere Dinge, die Jesus getan hat; so sie  aber sollten eines nach dem anderen geschrieben werden, achte Ich, die Welt würde die Bücher nicht begreifen, die zu beschreiben wären.

23.   Dieser Vers klärt euch auf, daß Ich zu Aposteln und geistig vorgeschrittenen Menschen noch ganz was anderes sprach, was ihr in dem Neuen Testament findet. Es steht aber nicht dabei, daß es Mir verboten ist, je im Laufe der Zeiten das den Aposteln, den Jüngern und den damals Mir Zuhörenden Geoffenbarte, auch Meinen Kindern zu offenbaren, wenn sie geistig vorgeschrittener werden, als damals die große Masse des Volkes war.

24.   Die Lehren, die Ich damals gab und die Wunder, die ich wirkte, und die nur erwähnt, aber nicht im neuen Testamente aufgezeichnet sind,(Joh 20,30: Jesus tut aber noch viel andere Zeichen oder Wunder vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buche des Evangeliums im Neuen Testament) dieses findet ihr in dem großen Evangelium, das Ich durch Jakob Lorber schreiben ließ, aufgezeichnet, weil die jetzige Generation geistig höher stehet, als sie zu Meinen irdischen Lebzeiten stand.

25.   Daß ihr diese Lehren des Großen Evangeliums für Ketzerei, falsches Prophetentum, Betrug, Schwindel, spiritistische Mitteilungen, Gotteslästerung, Wahnsinn usw. haltet, beweiset deutlich genug, daß ihr noch nicht soweit geistig vorgeschritten seid, um diese Speise verdauen zu können, weil ihr die Wahrheit von der Lüge nicht zu unterscheiden vermöget, da ihr die Wahrheit für Lüge und die Lüge für Wahrheit haltet, und gegen die Wahrheit entschieden Opposition machet! — indem ihr die göttlichen Aufklärungen verwerfet, die falschen von Seiten eurer Bibellehrer aber für recht und richtig haltet.

26.   Jetzt aber wollen wir Paulus anhören, was er spricht in Bezug auf die falschen Lehren. Er sagt: Paulus an Galater 1,6-8:

27.   Mich wundert, daß ihr euch so bald abwenden lasset von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, auf ein anderes Evangelium; so doch kein anderes ist; außer, daß etliche, die euch verwirren, und wollen das Evangelium Christi verkehren. Aber so auch wir oder ein Engel vom Himmel euch würde das Evangelium anders predigen, als so wie wir es euch gepredigt haben, "der sei verflucht."

28.   Wir wollen zuerst den sechsten Vers beschauen, in welchem Paulus die Galater tadelt, daß sie sich so bald abwenden lassen von dem echten Evangelium Jesu Christi auf ein anderes, welches ein falscher Prophet verkündete.

29.   Diese Rüge, auf die jetzige Zeit angewendet, besagt euch die Tatsache, daß man auf die Lehren der falschen Auslegung der Heiligen Schrift, welche von Bibellehrern stammt, die weder durch die Feuertaufe des heiligen Geistes, noch durch die Gabe der Auslegung derselben begnadigt und eingeweiht wurden, volles Vertrauen entgegenbringt; Meine eigene, als von Christus und Gott stammende, aber für falsches Prophetentum hält und nachdrücklich bekämpft! —

30.   Wenn nur ein wenig geistiges Licht in den Köpfen solcher Widersacher wäre, — so könnte unmöglich das papageimäßig eingebläute Falsche und Widersprechende als Wahrheit angeschaut werden; — aber leider! das sind eben die Toten im Geiste, (Matth. 8,22; Luc. 9, 60) denen das Papageientum imponiert; — Gottes Wahrheit aber viel zu hoch steht, um ihr hohes Licht vertragen und sich in ihren heiligen Strahlen der Liebe sonnen zu können!

31.   Ja wahrlich, es gibt kein anderes Evangelium als das, welches Ich Selber lehrte und ist auch keine andere Auslegung desselben richtig als die, welche Ich Selber durch von Mir berufene Schreibmedien, einst Propheten genannt, gebe. Alles andere Auslegen ist unzuverläßlich, weil vielfach verworren und verkehrt.

32.   Im achten Vers schwingt sich Mein Paulus in die feurige Höhe des Eifers und donnert den Galatern einen förmlichen Fluch gegen die falschen Propheten zu, indem er sagt:

33.   Aber so auch wir als Apostel und Jünger Christi, oder ein Engel vom Himmel euch würde das Evangelium anders predigen, als so wie wir es euch gepredigt haben, "der sei verflucht!"

34.   Sehet, stärker hätte sich Paulus nicht ereifern können; denn in den letzten Worten liegt schon das Höchste, was je ein Diener Gottes gegen seine Widersacher aussprechen kann — denn auch dieses ist in Meiner Liebelehre nicht inbegriffen und soll daher nie gegen den Feind oder Widersacher gesagt werden, weil man nie einen Menschen verfluchen darf, mag er noch so boshaft, fehlerhaft oder Falsches lehrend sein, weil Ich auch in ihm als der Lebensgeist wohne, und man Mich damit zugleich verflucht und verdammt! — Also sehet ihr hier, ihr Bibelhelden, den Paulus als Verbrecher gegen Mich! weil er noch nicht tief genug in die Lehre eingedrungen ist, um fehlerfrei zu sein.

35.   Dasselbe tat er im ersten Sendschreiben an die Korinther, Kapitel 16, Vers 22. — Dort sehet ihr auch Paulus sich einen geistigen Vater durch das Evangelium im 1. Sendschreiben, 4. Kapitel und 15. Vers an die Korinther nennen, da er nicht dabei war, als Ich den Jüngern sagte: Ihr sollet Keinen von euch auf Erden Vater (im geistigen Sinne) nennen; denn es gibt nur einen Vater euer Aller, und Der ist im Himmel.( Matth. 23,9) Und so gibt es noch da und dort Irrtümer, (ChtS. 64, (lies christl.-theos. Schrift 64)) die ihr nicht kennet, weil ihr samt euren Bibelauslegern nicht von Mir zum Amte der Bibelwahrheit-Verkünder berufen und auserwählt seid! Was dränget ihr euch denn auf als Verteidiger der Bibel, da ihr sie geistig nicht versteht?!

36.   Wo ist die Salbung durch die Gaben, (1.Joh.2,27) die ihr von Mir empfangen hättet und womit ihr euch legitimieren könnet, daß ihr Meine Diener, Berufene, Auserwählte oder mit Meinem Geiste Getaufte seid!?

37.   Ja, wäret ihr Meine Auserwählten, Meine Diener, so wäret ihr demütig und würdet die Stimme eures Gottes und Lehrers kennen! Da ihr Mich aber bibelschulmeistern wollt, so zeiget ihr bloß euer finsteres Nachtgeistertum; denn wer den Geist der Bibel in sich hat, der ist geistig wiedergeboren und erkennt seinen Gott, König, Richter und Vater an der Stimme Seiner heiligen Liebe; wer aber das nicht erkennt, der gehört zu den Toten im Geiste, wenn er auch fleischlich lebt. —

38.   Daß Paulus trotz dieser unbewußten argen Verstöße gegen Mich  ein wahres Evangelium predigte, ist gewiß, weil Ich Selber es war, Der es ihm offenbarte und Ich es auch als von Mir stammend anerkenne. Aber das sollt ihr euch nicht einbilden, daß Paulus auch Mich, seinen Gott, irgendwie als Ketzer, Schwindler, Betrüger, falschen Propheten, Gotteslästerer und Wahnsinnigen ansah, wie eure Bibellehrer, — wenn Ich den anderen Jüngern wieder andere Lehren gab, die er nicht kannte. Wenn ihr nicht finster wäret, so müßtet ihr aus der Verschiedenheit der Lehren im Neuen Testament ersehen, daß Ich nicht gebunden bin, bloß nach einer Schablone Meine Lehren zu offenbaren, sondern daß Ich es tue, wie es Mir beliebt, und keine irrenden Menschen als Meine Schulmeister brauche.

39.   Saget Mir, ihr Bibelbuchstabenreiter: Sind Meine Apostel auch Ketzer, Schwindler, Betrüger usw., da jeder andere Nachrichten bringt, oder sie anders wiedergibt, und die als Spezialität des einen oder anderen Apostel oder Evangelisten gelten?! Warum bringen denn nicht Alle dieselben Nachrichten und dieselben Lehren?! Ist euch das nicht verdächtig?! Und warum ist euch nun Mein jetziges Vaterwort verdächtig!? Sehet ihr nicht selbst ein, daß ihr der Irre seid!? und daß ihr statt Mich des falschen Prophetentums anzuklagen, reuevoll und zerknirschten Herzens kniefällig um Vergebung eurer Vermessenheit bitten solltet!!? Damit ihr nicht geistig noch tiefer in die Unbußfertigkeit und Finsternis verfallet, als ihr schon seid. —

40.   Endlich führe Ich noch eine Stelle aus der Offenbarung Johannes an, welche lautet: Offenbarung Johannis 22,18-19:

41.   Ich (Johannes) bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch (Bibel): So jemand dazu setzet, so wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buche geschrieben stehen. Und so jemand davon tut von den Worten des Buches dieser Weissagung, so wird Gott abtun, sein Teil vom Holze des Lebens und von der heiligen Stadt, von welchen in diesem Buche geschrieben ist.

42.   Diese zwei Verse der Offenbarung enthalten im Grunde nichts Neues, das nicht schon zuvor besprochen worden wäre, (Vorn Kap. 2, Verse 2-6; lies die höhere-geistige Aufklärung darüber in Nr. 71, Seite 9 der  Christlich-theosophischen Schriften daher soll damit der Schluß gemacht werden und die Mahnung angeknüpft: Leset Meine Worte, überleget sie, daß sie von Gott, eurem Herrn und Richter sind, wenn ihr mit Mir rechtet, — daher überleget euch gut, mit Wem ihr zu tun habet, weil eurer geistiges Schicksal von Mir abhängt! Amen.

 

3. Wie die Bibel erfaßt wird.

1902, 27. August, Graz. Der dreifache Sinn der Bibel:

1. nach den Buchstaben ist sie materiell und tot; —

2. nach dem inneren Sinn der Worte ist sie geistig; —

3. durch das Inswerksetzen des geistigen Sinnes aber himmlisch, weil man als Belohnung dafür den Himmel erlangt.

 

1.     Wie man die Bibel richtig auslegen und verstehen soll, ist schon viel gestritten worden, aber Keiner findet die einzig wahre Ausdeutung dieses geistigen Buches heraus, darum höret einmal Mich, den Vater Jesus, was Ich Meinen Kindern sage:

2.     Die Bibel ist dreifachen Sinnes, und wer dieses nicht erkennt, der versteht den Sinn der Bibelworte nicht; denn mit dem Streiten um das Rechte werdet ihr keinen Nutzen aus der Bibel haben, sondern nur Schaden, und daher will Ich Selber euch den Sinn der Bibelworte erklären und dieser ist:

3.     Erstens: den materiellen Sinn stellen die Worte (Buchstaben) vor, die man liest oder hört und nicht weiter darüber nachdenkt, und sie nicht beachtet, daher stellen sie den toten Sinn vor.

4.     Zweitens: den geistigen Sinn stellt die Forschung nach dem Grundsinn im Worte und dessen Verständnis vor.

5.     Drittens: den himmlischen Sinn stellt aber alles Geistige darin vor, wenn man es in die Erfüllung zu bringen, oder danach zu leben und zu handeln trachtet.

6.     Sehet Meine Kinder, der erste Sinn ist tot; — der zweite fängt an ein Leben zu bekommen, aber es ist noch keine Liebe, sondern bloß die Weisheit der Forschung nach der Wahrheit darin, daher noch kein Leben habend; — dritte Sinn ist aber himmlisch und ist voller Leben, weil die Liebe zu Gott und dem Nächsten in die Tätigkeit übergegangen ist und dieser letzte Sinn hat allein den Wert, weil er das ewige Leben der Liebe in sich birgt. Nach diesem Sinne des Lebens der Liebe richtet euch und ihr werdet das Reich Gottes der Liebe an euch reißen und erobern, weil nur der dritte Sinn bei Mir maßgebend ist. Amen.

7.     Mehr über das Verständnis und die falsche Auslegung der Heiligen Schrift lies auch in ChtS. Nr. 64: Rechtfertigungslehre; ferner in Nr. 37, 11, Dreieinigkeit, 70, 71, 72, 76, 80 (Kundgaben).

 

4. Der Glaube.

1.     Der christlich-theosophische Glaube ist das Licht aus Meiner göttlichen Weisheit in Christo (Jesus sagte: Ich bin das Licht der Welt (Joh. 8,12) und Paulus schreibt: Christus ist die göttliche Weisheit (1. Kor. 1, 24)), welche ist die Lehre der Liebe Gottes und eine Gabe der geistigen Erleuchtung des menschlichen Verstandes, daß der Mensch die Stimme Seines göttlichen Vaters aus den Worten der Liebe als wahr, heilsam und göttlich erkennt.

2.     Christlich-theosophisch glauben heißt daher alles für wahr halten, was Ich in den zehn Geboten befohlen und als Christus zu glauben lehrte, ferner, was Ich durch Meine Auserwählten des Alten und Neuen Testaments geoffenbart, und schließlich, was Ich durch Meine Schreibmedien im 19. und 20. Jahrhundert als christlich-theosophische Lehre diktiert und kundgegeben habe.

3.     Der Glaube allein genügt jedoch nicht, um selig zu werden, sondern der Mensch muß durch die Werke der Nächstenliebe seinen Glauben bestätigen, wovon auch Mein Jünger Jakob (Jak.2,14) schrieb: "Was nützt es Meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe den Glauben, hat aber die Werke nicht? Kann etwa der Glaube ihn selig machen?" — Ferner sagt Jakob (Jak. 2, 26): "Gleichwie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne Werke tot".

4.     Der Mensch muß aber auch vor der Welt öffentlich seinen Glauben bekennen, damit auch Andere zu dem Glauben angeregt werden. Darüber schreibt Paulus (Röm. 10, 10) an die Römer: Mit dem Herzen glaubt man zur Gerechtigkeit, (durch Ausübung der Nächstenliebewerke; (ChtS 64, Seite 193 ff. I.Aufl)) und mit dem Munde geschieht das Bekenntnis zur Seligkeit (Röm. 10, 10)." Über das öffentliche Bekenntnis sagte Ich ausdrücklich: "Wer Mich bekennt vor den Menschen, den will Ich bekennen vor Meinem himmlischen Vater" (Matth. 10, 32).

5.     Dieses ist eine ewige Tatsache, denn Mein göttliches Wort ist die ewige Wahrheit, wie euch der Psalmist David (Ps. 119, 160) verkündet: "Dein Wort ist die reine Wahrheit; und Deine gerechte Ordnung währet ewiglich". Also drückt sich auch Jesajas aus: "Das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich." — Das bestätigt auch Daniel (Dan. 4, 34) mit den Worten: "Ich preise den König des Himmels (Jes. 9, 5); denn all Sein Tun ist Wahrheit, und Seine Wege sind gerecht". Darum sagte Ich: "Himmel und Erde werden vergehen, aber Meine Worte werden nicht vergehen" (Matth. 24, 36; Luk. 16, 17; + 21,33). Und darum hat man zu glauben, was Ich geoffenbaret habe.

6.     Manche Menschen sind nicht im Klaren, welcher Glaube der wahre ist, da es einen christlichen, mohammedanischen, indischbuddhistischen und chinesischen Glauben, den Konfuzius gegründet hat, usw. gibt?

7.     Die Heilige Schrift der Bibel beweist durch die erfüllten Weissagungen (Christlich theosophische Schrift (CthS) Nr. 71, 98), welche durch die Weltgeschichte, assyrisch-babylonischen Keilschriften und erwiesenen Tatsachen an Ort und Stelle, worauf die Weissagungen hinweisen, daß nur der biblische Gott Jehova, Der in Christo als Mensch lebte und für die Erbsünde der Ureltern des Menschengeschlechtes am Kreuze starb, der wahre und einzige Gott ist, Der die Welt und alles erschuf, und die christliche Religion gegründet hat. Damit ist aber zugleich der Beweis geliefert, daß die anderen Religionsstifter namens Buddha Gautama, Konfuzius und Mohamed nur gewöhnliche irrende Menschen waren; und da ihre Religionssatzungen gegen die Christusreligion verstoßen, so ist doch für jeden logisch denkenden Menschen der Beweis da, daß nur diese Religion die einzig wahre und echte ist, die Gott Selber lehrte, nicht aber die Religionen, welche Menschensatzungen sind und gegen die Gotteslehre verstoßen, da es nur eine Wahrheit gibt und diese ist Gott (Dan. 4,34), die Menschen aber sind Lügner, wie der Prophet David sagt (Ps. 116, 11).

8.     Durch die in Erfüllung gegangenen Weissagungen ist es klar erwiesen, daß Mein göttliches Wort die ewige Wahrheit ist, weil alles und so wortgetreu in Erfüllung ging, wie es durch die Propheten hunderte und tausende von Jahren im Voraus angesagt wurde.

9.     Die Aufzeichnungen der Propheten und Apostel, die in der Bibel zu lesen sind; und die Diktate, die Ich durch Meine getreuen Diener und Schreiber im neuen Bunde gegeben habe, werden deshalb die christliche Theosophie genannt, weil diese die Lehre der göttlichen Weisheit "Christus" vorstellen, welche in griechischer Sprache Theosophie heißt und weil Ich in Christus derselbe Gott war, Der durch Moses und die Propheten sprach, und Ich als die göttliche Weisheit, diese Lehre, die Ich einst dem Volke vor Meinen Jüngern vortrug, vom Jahre 1840 bis 1864 Meinem Schreiber in Graz, Jakob Lorber diktierte und aufschreiben ließ.

Ist die christliche Lehre im Neuen Testament nicht die wahre Lehre Christi?

10.   Die Lehre im Neuen Testament ist zwar Meine Lehre, aber nicht das Original über alle Meine Reisen, Tagesbegebenheiten, Lehren und Wunder, sondern nur ein Auszug aus dem Original-Evangelium, das Jakob Lorber schrieb, daher sehr mangelhaft und wegen der unbefugten Korrekturen in den vor dem 20. Jahrhundert bestehenden Ausgaben für die von Gott nicht Erleuchteten — nicht in Allem verläßlich.

11.   Was die sogenannten mündlichen Überlieferungen oder Traditionen der "Kirchenväter" genannten Kirchenschriftsteller betrifft, diese sind deshalb vielseitig unverläßlich, weil sie hundert von Jahren später, als die Lehren schon mit erdichteten Zutaten und nach menschlicher Ansicht abgerundet waren, aufgezeichnet wurden. Sie sind daher nur insofern als Wahrheit zu betrachten, wenn sie mit Meinen jetzigen Originalberichten übereinstimmen.

12.   Deshalb soll der Mensch sich nur an die christlich-theosophische Lehre halten; denn sie ist durch Mich, den Vater gegeben, durch die göttlichen Kennzeichen: "Liebe mit Weisheit gepaart", als die Weisheit aus Gott verbürgt, und weil Ich Selber (Luk. 10, 16) über die Prediger Meiner echten Lehre die Beglaubigung aussprach: "Wer euch höret, der höret Mich".

13.   Diese mit "euch" angedeuteten Personen sind die von Mir Selbst gelehrten und aufgestellten Auserwählten, mit denen Ich so verkehre, wie Ich einst mit Propheten und Aposteln durch das innere prophetische Wort (Petri II. 1, 19; Paulus an Galater 1, 11.12) verkehrte. Und durch diese Auserwählten lasse Ich nun die reine Lehre für Alle aufschreiben und durch den Druck verbreiten.

14.   Die Ecclesia. Die bei Matthäus erwähnte und gemeinte Ecclesia, die man hören soll, ist die Gemeinde der Bekenner des echten christlichen Glaubens, wie Ich Jesus ihn Selber gelehrt und die Apostel und Evangelisten ihn aufgeschrieben haben. Bei Matthäus 18, 17 steht es: "Wenn der Bruder, der wider dich gesündigt, die Ecclesia nicht höret, so sei er dir wie ein Heide und öffentlicher Sünder".

15.   Mit den Aufzeichnungen der drei Evangelisten: Matthäus, Markus und Lukas verhält es sich folgendermaßen: Die Aufzeichnungen dieser drei Evangelisten stammen vom Hörensagen aus dem Munde Anderer; und wie weit ihre Aufzeichnungen auf Wahrheit beruhen, berichtet das Buch Christus und die Bibel, welches nachzusehen ist.

16.   Es fragt sich: Sind jetzt, da Mein Original-Evangelium vorliegt, auch die kurzen Auszüge des Neuen Testaments zu gebrauchen? Ja, man kann diese Auszüge gebrauchen, aber mit den Aufklärungen dazu, die Ich durch Meine von Mir Selbst berufenen Religionslehrer gebe.

17.   Außerdem gibt es im Neuen Testament Aufzeichnungen, die nur da als Original stehen, und daher ist die Heilige Schrift für alle und jeden zu gebrauchen, da man darin Tatsachen erfährt, die anderswo nicht vorkommen und doch nötig zu wissen sind. Allein, wer die Bibel lesen will, der trete dazu mit zu Mir dem Vater in Liebe und Demut gesammelten Herzen und bitte um Erleuchtung beim Lesen der Bibelverse! —

18.   Eine hochwichtige Frage besteht darin: Gibt es einen Gott, Der die Welt und die Menschen erschaffen hätte, und wer ist dieser Gott? Seht, darauf antworte Ich euch Selber: Ja, es gibt einen Gott und dieser Gott bin Ich Jesus als Derjenige Gott, Der nicht bloß die Welt und die Menschen erschuf, sondern Der auch am Berge Sinai die zehn Gebote gab und als Christus diese Gebote durch Meine Lehre der Liebe bekräftigte (die Beweise dafür sind im Buche „Christus und die Bibel“ Nr. 71 niedergelegt).

19.   Und Ich bin es, Der über die Menschen die Strafe verhängte, daß ein jeder für sich selbst leiden und am Kreuze sterben müßte, um die Kindschaft Gottes zurück zu erringen, die durch die Erbsünde verloren ging, da ein jeder von euch sich gegen das strikte Mußgebot der Keuschheit mitversündigt hat, welches die Heiligkeit in Gott euch gab, als ihr noch im Geiste Adams und Evas waret.

20.   Diese über euch verhängte Strafe zur Rückerwerbung der Kindschaft Gottes habe Ich Jesus Selber ertragen, um euch von der Erbsünde zu erlösen, und die Heiligkeit in Gott mit den Kindern wieder zu versöhnen.

21.   Daß Ich dieser Jesus Christus, der wahre und einzige Gott des Weltalls bin, beweisen die erfüllten Weissagungen und all die vielen Beweisführungen, welche in dem Buche: "Christus und die Bibel" und im Buche: "Christus, Seine An- und Wiederkunft" entrollt und erklärt sind, die man als Beweise der Wahrheit auf die hier gestellte Frage findet.

22.   Der echte Glaube ist eine Lichtkraft des Geistes und daher einem Menschen unumgänglich notwendig, da eben der Glaube es ist, wodurch der Mensch in hohe geistige Tugenden der Liebe und durch diese zu Gott gelangen kann.

23.   Petrus schrieb im Hebräerbrief 11,6: Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß Er sei, und denen, die Ihn suchen, ein Vergelter nach dem Leben und Taten sein wird.

24.   Der zum Gebrauch der Vernunft herangereifte Mensch muß nun folgendes glauben, um zu Gott zu gelangen:

Daß ein Gott ist.

  Daß Er ein gerechter Gott ist, Der die Bösen bestraft (Strafgericht über Sodom und Gomorrha. 1. Mos. 13, 13; Kap. 18 und 19) und die Guten belohnt (Matth. 5, 11.12; die Seligpreisungen).

  Daß Gott aus dreieinigen Eigenschaften besteht, nämlich: aus Liebe (1. Joh. 4, 8 und 16), welche Vater, aus Weisheit, welche Sohn (Lies ChtS Nr. 71) und aus Allmacht, welche der heilige Geist (Lies ChtS Nr. 71.) in Gott in geistiger Entsprechung heißen.

  Der Evangelist Johannes (1. Joh. 5, 7) schreibt: Drei sind, die Zeugnis geben im Himmel: Der Vater, das Wort oder die Weisheit Gottes, (die in Christo Gottessohn genannt wurde, und Der das Wort der göttlichen Liebe "Vater" genannt (Joh. 14, 10.11: Die Worte, die Ich zu euch rede, sind nicht von Mir Selbst, sondern vom Vater, Der in Mir ist) den Menschen predigte, und der heilige Geist.

  Daß Gott im Leibe Jesu Mensch (Lies ChtS 71) geworden ist und durch Sein Leiden und Kreuzestod die Menschen von der Erbsünde (Lies das 43 Kap. Über die Erbsünde) erlöst hat.

  Und daß durch die Menschwerdung Gottes in Jesu Christo, Gott ein persönlicher, schaubarer Gott in Menschengestalt geworden ist. Vordem hatte Gott keinen Leib, daher keine eigene Persongestalt, sondern Er sprach als Geist immer nur durch den Leib eines Engels aus der Urzentralsonne Urka, der bloß Sein Namensträger war und Jehova hieß (Siehe unter Schlagwort „Jehova“ im Register ChtS. 37 (Die heilige Dreieinigkeit) nach).

25.   Nie hat es aber einen Gott in drei Personen gegeben, da weder die Patriarchen, noch die Propheten, noch die Apostel etwas davon wußten. Die sinnlose Erfindung von drei Personen hat die unfehlbare (?) römische Kirche zustande gebracht, indem sie im Jahre 325 auf dem Koncilium zu Nizäa den zweipersönlichen Gott: "Vater und Sohn", und nach 56 Jahren später, nämlich im Jahre 381 auf dem Koncilium zu Konstantinopel auf Grund falscher Deutung des Neuen Testaments einen dreieinigen Gott: "Vater, Sohn und Heiliger Geist in drei verschiedenen Personen aufbrachte.

 

5. Der echte Wortlaut des apostolischen Glaubensbekenntnisses.

Das apostolische Glaubensbekenntnis lautet in seinem wahren Sinne also: "Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erde. Und an Jesum Christum, Seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn; Der empfangen ist vom heiligen Geiste, geboren aus Maria, der Jungfrau; gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben; aufgestiegen zu der Vorhölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten; aufgefahren in den Himmel, sitzet zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters; von dannen Er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten. Ich glaube an den heiligen Geist; die heilige Christuskirche, Gemeinschaft der Seligen; Vergebung der Sünden; Auferstehung des geistigen Fleisches und ein ewiges Leben. Amen"

 

6. Der wahre Glaube.

1849, 25 Januar, Graz. Vater Jesus erklärt durch Jakob Lorber, wie der echte und wahre Glaube beschaffen sein muß, daß er die Seele erleuchtet und sie in das wahre lebendige Eingehen in die Wahrheiten der göttlichen Glaubensgeheimnisse leitet (Aus Robert Blum, ChtS. 42 B, 11 Geisterscene).

Rede Ich (Jesus): "Was nützet dir all dein Wissen, und was eines Verstandes Gehorsam, den du "Glauben" heißest, so dein Seelengeist daran keinen Teil nimmt?! — Siehe, ein jeder Mensch hat ein doppeltes Erkenntnisvermögen, ein äußeres, das da ist der Kopf; auch der eigentliche äußere Seelenverstand oder die Verstandesweisheit; mit diesem Erkenntnisvermögen läßt sich nie das göttliche Wesen erfassen und begreifen, weil es der Seele gerade nur darum gegeben ward, um den Seelengeist von dem Gottesgeist in ihr vor der Hand zu trennen, und Ihn gewisserart auf eine zeitlang der Seele nur ahnen zu machen!

2.     Wenn nun ein Mensch oder vielmehr eine Seele mit diesem alleinigen negativen Vermögen, Weisheit genannt, Gott suchen und finden will, da entfernt sie sich nur stets desto weiter vom Ziele, je hartnäckiger sie auf diesem Wege dasselbe verfolget! Aber die Seele hat noch ein anderes Vermögen, das da nicht in ihrem Kopfe, sondern in ihrem Herzen Wohnung hat; dieses Vermögen heißt inneres Gemüt, und besteht aus einem ganz eigenen Willen, aus der Liebe, und aus einer, diesen beiden Gemütselementen entsprechenden Vorstellungskraft. Hat diese einmal den Begriff vom Dasein Gottes, welche eben die Liebe ist, in sich aufgenommen, so wird dann dieser Begriff sogleich von der Liebe umfasset, und durch ihren Willen festgehalten, welches Festhalten dann erst "glauben" heißt; durch diesen Glauben, der lebendig ist, wird dann der wahre Geist Gottes durch die Liebe erwecket und der ergreift ihn dann auch sogleich, richtet sich darnach auf, wie ein mächtig Licht aus Gott, und durchdringt dann die Seele, und umwandelt in ihr alles ins Licht, und dieses Licht ist dann der eigentliche Glaube, durch den jede Seele selig werden kann.

3.     Hast du je von diesem allein wahren Glauben etwas vernommen?

4.     Du sprichst in dir: "Nein, diese Art des Glaubens ist mir völlig fremd; denn ein Denken im Herzen kommt mir völlig unmöglich vor!" Ja, so ist es auch; es muß dir diese Sache unmöglich vorkommen; denn um im Herzen denken zu können, muß man eine eigene Übung haben, und diese Übung besteht in der stets erneuerten Erweckung der Liebe zu Gott; durch diese Erweckung wird das Herz gestärkt und erweitert, wodurch dann des Geistes Bande lockerer werden, so daß sein Licht (denn jeder Geist ist ein Licht aus Gott) sich nach und nach stets mehr und mehr, und freier und freier entwickeln kann. Fängt dann des Geistes Licht an, des Herzens eigentliche Lebenskammer zu erhellen, so werden auch die zahllosen Urtypen in rein geistigen Formen an den ebenfalls zahllosen Wänden des Lebenskämmerlein stets deutlicher und deutlicher ausgeprägt und der Seele beschaulich gemacht; und siehe, diese Beschauung der Seele in ihrem Herzen ist dann ein neues Denken; die Seele gelangt da zu neuen Begriffen, zu großen und klaren Vorstellungen; ihr Sehkreis erweitert sich mit jedem liebevollen Versenken in ihren Geist der Liebe Gottes, und dadurch verschwinden die Steine des Anstoßes nach dem Maße, wie da verstummet der Kopfverstand; — da ist dann kein Fragen nach Beweisen mehr; denn das Licht des Geistes erleuchtet die inneren Formen, also daß sie nach keiner Seite hin einen Schatten werfen; somit auch alles, das einem Zweifel nur wie im leisesten Hauche ähnlich wäre, für ewig verbannet wird.

5.     Und so ist denn auch ein Glaube, der also gestaltig im Herzen und nicht im Kopfe seinen Sitz hat, ein wahrer und lebendiger Glaube zu nennen; "wahr", weil er aus dem untrüglichen Lichte des Geistes Gottes stammt, und "lebendig", weil im Menschen nur der Geist Gottes im wahrsten Sinne lebendig ist! In diesem Glauben aber liegt dann auch jene außerordentliche Kraft, von der in den Evangelien zweimal die Rede ist. (Lukas 24, 49; Joh. 14, 26)

6.     Um aber zu diesem alleinseligmachenden Glauben zu gelangen, muß man die vorerwähnte Beschauung wohl üben, und sich aufs ernsteste bestreben, darinnen so bald als möglich eine rechte Fertigkeit zu erlangen, und daß so frühzeitig als nur immer möglich! Denn so der Mensch zu sehr und zu lange nur für die Ausbildung des Kopfverstandes (nach der heutigen Weltunsitte) gesorget hat und durch diesen rein nur für irdische Zwecke und Wohlfahrten, da freilich muß es dann einem solchen Menschen völlig unmöglich vorkommen, auch im Herzen denken zu können! — besonders so man einen ganzen Hegel, Strauß, Ronge und andere Irrlehrer im Kopfe herumträgt, und dergl. Mehreres. — Ferner muß man sich auch der Reinheit der evangelischen Sitten zu erfreuen vollen Grund haben; man darf kein Schwelger, und hauptsächlich kein fleischlicher Unzüchtler und Geiler sein; denn die Unzucht und Hurerei töten entweder nahe ganz den Geist, oder so es schon den Geist auch nicht zu töten vermag, so verhindert es doch die freie Entwicklung seines Lichtes, woher es denn auch kommt, daß solche Unzüchtler, besonders in vorgerückten Jahren ganz stumpfsinnig werden.

7. Der Glaube und die Liebe in dem Zustande der Wahrheit.

1904, 8. Februar, Graz. Vater Jesus beschreibt durch F. Sch. wie der Glaube und die Liebe beschaffen sein müssen, um im Zustande der Wahrheit des göttlichen Willens zu sein, weil Gott das Menschengemüt prüft, in welchem Zustande es liebetätig ist.

Meine lieben Kinder, der Mensch glaubt und wirkt aus dem Glauben; er liebt und wirkt aus der Liebe. Dies ist eine alte Wahrheit, der nicht zu widerstreiten ist; allein der Mensch muß das, was er glaubt, aus lebendiger Überzeugung glauben, und was er will, muß er aus lebendiger Liebe wollen, dann ist es wahr und gut, Halbheit und Lauheit sind aber nie gut, und so auch nicht im Glauben, noch im Wollen.

2.     Es ist selbstverständlich, daß der Glaube ohne Liebe tot ist; aber auch die Liebe ohne Glauben ist wertlos, darum muß der Mensch lebendig glauben und aus lebendiger geistiger Liebe tätig sein, denn sein Wille muß aus dem Glauben und der Liebe hervorgehen und in Gott seinen Ursprung haben, dann ist der Mensch im echten Glauben und in wahrer Liebetätigkeit.   Amen.

 

8. Der erste Glaubensartikel.

Der Glaube an Gott.

Der erste Glaubensartikel lautet:

"Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erde."

9. Der wahre Glaube

1.     Bevor der Mensch Gott lieben kann, muß er wissen, daß es einen Gott gibt, er muß wissen, was ihm Gott ist, und warum er Gott lieben soll. Darum geht der Glaube der Liebe vor; aber der Glaube ist nicht die Hauptsache, sondern die Liebe, welche aus dem Glauben tätig wird (Gal. 5, 6), wie Paulus sich an die Galater ganz klar ausdrückt: "In Christo gilt nur der Glaube, der durch die Liebe tätig ist. Die tätige Liebe kann sich aber nicht zu Gott äußern, weil Gott ein Geist ist, Der nichts Materielles braucht, ferner ist Gott eben Derjenige unsichtbare Auswirker der Gnaden, von Dem ihr alles habet, daher kann der tätige Glaube nur aus Liebe zu Gott zu Seinen Kindern, den Menschen sich kehren und durch die Wohltaten, die man den Menschen als Kindern Gottes erweist, ihren Vater im Himmel erfreuen.

2.     Doch muß der Mensch alles was er tut, nie zweideutig tun, d.h. es darf keine Heuchelei, keine Scheinheiligkeit dabei im Spiele sein; der innere geistige Mensch muß vollkommen von der Sache im edlen Sinne durchdrungen sein und sich äußerlich so geben, wie er innerlich denkt, dann wirkt der Mensch aus Gott und Gott durch ihn, weil er mit Gott Eins ist.

3.     Handelt aber der Mensch äußerlich anders, als er innerlich denkt, so handelt er Falsches aus Bösem, das in der Hölle seinen Widerhall findet; handelt er äußerlich nur der Welt wegen gut und edel, während er innerlich anders denkt, dann wirkt er aus Falschem, weil Selbstsüchtigem, welches den Satan im Menschen vorstellt, und so ist sein Leben und Handeln Trug, Lüge und Blendwerk für die äußere Welt, was wieder "in der Hölle handeln" heißt.

4.     Im göttlichen Gesetze ist der Richter inwendig: wie jemand handelt, so wird er geurteilt, so baut er sich Himmel oder Hölle im irdischen Leben: Gutes führt nach oben, Böses nach unten, das ist das geistige Gesetz, und dieses unabänderlich, wie Ich Jesus sprach: Es ist leichter, daß Himmel und Erde vergehen, als daß ein Pünktchen des Gesetzes falle (Luk. 16, 17).

5.     Da die Liebe die Erfüllerin des Glaubensgesetzes ist und die Liebe den hochheiligen Gott Selbst vorstellt, — daher will Ich euch hier eine Aufklärung in dieser Richtung geben. 

 

10. Gott als Vater.

Was bedeutet der Name Vater in Gott? 

Der Name Vater bedeutet die Liebe, denn sie ist das Grundprinzip in Gott und diese ist der Vater als Schöpfer der Welt (1. Joh. 4, 8, 16); denn die Liebe ist immer der Vater, der Impuls und der Zeuger, weil ein vollfreies Wesen nie etwas machen wird, ohne daß es die Liebe dazu treibt. Gott, als das allerfreieste Wesen, tut aber nur das, was Seiner Liebe Lust und Freude ist, daher der Name Jehova nach urhebräischer Sprache, welcher "Vater" bedeutet, da der Vater eben die zeugende Liebe ist ( ChtS. 37. 12, 26).


 

11. Beweise

aus den Aufzeichnungen der Heiligen Schrift, daß Gott die Liebe ist und nach der Liebe handelt.

1.     Die Liebe ist aus Gott, deswegen ist jeder, der die Liebe hat, von Gott geboren und kennt Gott; wer keine Liebe hat, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe. Ja, Gott ist die Liebe, wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.

2.     Aber, wer da sagt: Ich liebe Gott und hasset seinen Bruder, in dem Mein göttlicher Geist lebt (1. Kor. 3, 16.17; - 6,19; - II. Kor. 6, 19: - Röm. 8, 11), der ist ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht und von dem die Lehre sagt, daß er ein Kind Gottes ist (Kundgaben I. 103-115) und Ich der Geist Gottes Selber in ihm wohne (1. Kor. 3, 16.17; - 6,19; - II. Kor. 6, 19: - Röm. 8, 11) , wie kann er dann Mich seinen Gott lieben, da er Mich nicht liebt? Denn von Mir hatten die Jünger auch dieses Gebot: Wer Gott liebet, soll auch seinen Bruder lieben (Joh. I 4,7.8. 16. 20.21).

3.     Wie auch die Lehre sagt, fragte Mich ein Gesetzeslehrer aus den Pharisäern, indem er zu Mir sprach: Lehrer! welches ist im Gesetzbuche das größte Gebot? Und Ich antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, und von deinem ganzen Gemüte lieben. Dieses ist das erste und größte Gebot; diesem ist das zweite gleich: Du sollst deinen Nächsten so lieben, wie dich selbst. In diesen zwei Geboten ist das ganze Gesetz und die Propheten inbegriffen (Matth. 22, 36-40).

4.     Ferner lehrte Ich: Wer an Mich glaubt, aus dessen Innerstem werden sich, wie die Schrift sagt (Diese Stelle fehlt in der jetzigen Bibel), Ströme des lebendigen Wassers ergießen. Dies aber sagte Ich von Meinem göttlichen Liebesgeist, den diejenigen empfangen sollten, die an Mich glauben; denn der heilige Geist der Feuertaufe (Joh. 3, 3-7) oder der geistigen Wiedergeburt  war noch nicht gegeben, weil Ich Jesus als derselbe Geist, noch auf der Erde wandelte und Selber die Liebeswerke des heiligen Geistes an Kranken, Armen und Lehrbedürftigen in eigener Person wirkte (Joh. 7, 38. 39). Denn die Ströme des lebendigen Wassers sind die vielen und verschiedenen Werke der Nächstenliebe.

5.     Beim letzten Abendmahle sprach Ich: "Wer Meine Gebote hat und sie tut, der ist es, der Mich liebt; — und wer Mich liebt, der wird von Meinem Vater geliebt werden, und Ich werde ihn lieben und Mich ihm offenbaren, und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen." (Joh. 14, 21. 23)

6.     Paulus sagt: Gott hat Seine Liebe gegen uns dadurch bewiesen, daß Christus ( Vergleiche Römer 8.32) für uns gestorben ist, da wir zur Zeit noch (Erb-)Sünder (Hebr. 9, 15: Röm.3, 25) waren. (Röm. 5,8)

7.     Ferner sagt Paulus: Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit (Gal. 5, 22).

8.     Aus anderen Aufzeichnungen über die Liebe lernet ihr als Vorschriften für das geistige Leben folgendes: In Sprüchen heißt es: "Die Liebe deckt zu alle Übertretungen." (Sprüche 10, 12) Denn wer Gott liebt über alles, der wird durch eine zerknirschte Reue um Vergebung seiner Sünden bitten; und er wird aus Liebe zu Gott dann den Nächsten als Kind Gottes und daher als Bruder zu ihm so lieben, wie sich selbst und ihm das tun, was er wünschen würde, daß ihm der Nächste täte.

9.     Petrus schrieb den Gläubigen vor: Vor allem aber beharret in fortwährender Liebe; denn die Liebe deckt der Sünden Menge (Petri I. 4, 8).

10.   Und Ich, Jesus sagte Selber zum Quirinus, dem Statthalter von Syrien über den großen Wert der Liebe folgendes: Der mit deiner großen Liebe zu Mir kommt, dem werden alle Sünden verziehen, und wenn er ihrer so viele hätte, als des Grases auf der Welt oder des Sandes im großen Meere ( ChtS. 10 c 24 Bietigh. Ausgabe).

 

12. Die Eigenschaften Gottes.

Nun treten wir zur Besprechung Meiner göttlichen Eigenschaften, wie sie euch in der Heiligen Schrift aufgezeichnet sind. Meine Eigenschaften in Gott aber sind folgende:

1.     Ich bin hochheilig (3. Mos. 11, 44: Ps 5, 7), denn alle Werke, die Ich erschaffen habe, bezeugen diese Eigenschaft, weil heilig soviel als unfehlbar bedeutet.

2.     Ich bin ewig (Ps. 89, 2); - 1. Tim 1, 17), denn Ich habe keinen Anfang, und werde nie ein Ende haben, weil Gott die Welt selbst ist, und alles was in ihr sich befindet.

3.     Ich bin gerecht (5.Mos. 32, 4), so nannte Mich das Volk Israel und es hatte recht, denn Meine Gerechtigkeit währet ewig.

4.     Ich bin gut (Luk. 18, 19), weil alles, was Ich mache, aus Meiner Güte, Heiligkeit und Unfehlbarkeit hervorgeht.

5.     Ich bin wahrhaftig (Röm. 3,4; Ps. 119, 151), weil alles, was Ich tue, das Siegel der Wahrheit in sich trägt.

6.     Ich bin liebevoll (1. Joh. 4,8. 16), denn aus Liebe ging die Schöpfung der Welt hervor, und Mein Walten darin bezeugt nichts anderes, als fortwährende Liebe.

7.     Ich bin allweise (Ps. 104, 24). Meine Weisheit trägt die sichtbare Schöpfung zur Schau, da die Arten, Formen, Farben, und Gattungen ihre Produkte sind.

8.     Ich bin allmächtig (Ps. 135,6; - Luk. 1, 37). Meine Allmacht heißt in geistiger Sprache der heilige Geist oder die auswirkende Willenskraft Meiner Liebe und Weisheit.

9.     Ich bin allgegenwärtig (Jer. 23, 23. 24 – Ps. 139, 7.8; - ChtS. 37, 13). Da Ich der Geist der Ätherluft bin, daher gibt es nirgends etwas, wo Ich nicht gegenwärtig und in der Sache selbst wäre.

10.   Ich bin allwissend (Hebr. 4, 13; - 1. Chronika 28, 9 – 2. Mos. 34, 6). Zufolge Meiner Allgegenwart bin Ich allwissend, da nichts geschehen kann, was Ich nicht sehen würde.

11.   Ich bin barmherzig (2. Mos. 34, 6). Alle Meine Werke, die Ich zu Gunsten der Menschen als Meinen Kindern tue, zeugen von der Barmherzigkeit gegen ihre Verirrungen und Fehler.

12.   Ich bin unveränderlich ( Maleachi 3, 6). Meine Liebe und Weisheit beschreibt allen Geschöpfen den Weg des Lebens, des Fortschritts und der Vollendung im Voraus, daher kann nie daran etwas verändert werden, da es in seinem Uranfang geistig als vollendet und unveränderlich dasteht, bevor Ich es ins sichtbare Dasein treten lasse.

 

13. Gottes Idee.

1904, 15. Januar, Graz. Aufklärung über die Idee, ob es einen Gott gibt aus der sichtbaren Schöpfung und wie Sich Gott in der Natur den Menschen offenbart.

1.     Oft zweifeln die Menschen, daß es einen Gott gibt; — allein ihr sollt nicht zweifeln, sondern ein wenig nachdenken, ob es möglich ist, daß die Welt und alles, was man mit Augen sieht, mit Ohren hört oder sonst wie immer gewahr wird, allein aus sich selbst und so kunstvoll, so majestätisch und so gewaltig aus nichts sich gebildet hat.

2.     Aus nichts wird nichts, das sagen alle Gelehrten; das wissen aber auch alle Menschen, daß ohne einen Meister oder Künstler sich noch nichts gebildet hat, was ihr als Werke der Menschen, der Meister und Künstler ersonnen, gebildet und aufgerichtet sehet und habet, daher ist es eine rein bodenlose Einbildung, daß die sichtbare Schöpfung mit ihrem wunderbaren Bau und ordnungsvoller Einrichtung, von sich selbst entstanden und sich gebildet hätte. —

3.     Die Gelehrten sind voll Staunens über das, was alles in der Schöpfung vorkommt, besonders in der Astronomie. Und sie sind sich bewußt, daß sie nie solche Instrumente erfinden werden, um die Geheimnisse der Schöpfung tiefer zu ergründen, als es den Menschen möglich ist. Sie sind sich auch bewußt, daß sie nie in das Geheimnis eindringen werden, wie das geringste Gras entsteht und wächst, geschweige die kunstvolle Schöpfung der ganzen Erde zu ergründen, ohne sich zu demütigen und offen zu bekennen: wir sagen zwar: "Das ist die Natur", allein, damit sagen wir nur, daß in der Natur eine geheime, unsichtbare Kraft wirkt, welche gottvoll über alle menschliche Intelligenz und Einbildung in ihrer Weisheit steht, und eine Gewalt, der man nichts entgegenstellen kann, darstellt; denn sie hat die Naturelemente, den Magnetismus und die Elektrizität als ihre Werkzeuge in der Hand.

4.     Die Welt sucht Gott und findet nirgends Einen, weil sie Gott nicht dort sucht, wo Er zu suchen und zu finden ist.

5.     Sie betrachtet die unendlich scheinende Schöpfung, ihre Größe und die Schwere der Körper, welche frei in der Luft schweben und bewundert die Kraft, die sie fortschwebend und in fortgesetzte Ordnung ihres Laufes und Kreisens erhält, damit keine Mißordnung eintritt und das Ganze außer Rand und Band wirft.

6.     Es handelt sich hier hauptsächlich um die Beweise, woher die unsichtbare Allmacht stammt, die solche riesenhafte Körper wie federleichte Spielbälle in ihrer Macht und Kraft hält und kreist, weil sie selbstverständlich nicht von sich selbst sich erhalten, sondern von einer unsichtbaren Allkraft gehalten werden.

7.     Die Gelehrten schließen aus kleinen Beweisen auf große; — allein diese Annahmen sind problematisch oder in geheimnisvolles Dunkel gehüllt, wenn man der Sache nicht tiefer auf den Grund geht und von diesem aus urteilt und Systeme schafft, welche stichhaltig sind.

8.     Die Gelehrten sagen zwar, daß die Elektrizität und der Magnetismus es seien, welche gegenseitig sich anziehen und abstoßen und dies mit allen Himmelskörpern so, daß einer den anderen gegenseitig anzieht, abstößt und wieder anzieht, abstößt und so fortsetzt und so das Gleichgewicht herstellt, wodurch die Körper freischwebend erhalten werden.

9.     Diese Hypothese oder Annahme mangelt aber vollkommen der Beweis, daß so etwas stattfindet und also ist sie kein Beweis, sondern eine Ansicht, die keinen Grund und Boden hat.

10.   Die Tatsache in dieser Frage ist aber folgende: Der Magnetismus und die Elektrizität durchziehen das ganze Universum und es gibt nichts im Luft- und Ätherraum, wo diese zwei nicht vertreten wären, also gibt es kein Atom, in dem Magnetismus und Elektrizität fehlen würden, diese zwei sind aber die Grundkraft aller Kräfte, sie sind die Welt erschaffende, bewegende, ordnende und erhaltende Kraft, weil sie in göttlicher Sprache der heilige Geist genannt werden, denn sie sind Liebe, Weisheit und Allkraft in Gott! —

11.   Im Magnetismus liegt die schaffende Liebe oder der Vater in Gott, in der Elektrizität die All-Weisheit Gottes, und was diese zwei beschließen, daß wird durch die unendliche Riesenkraft, welche in beiden liegt, ins Werk gesetzt.

12.   Wenn ihr nun bedenket, daß die Welten aus lauter Atomen zusammengesetzt sind, welche mit Magnetismus und Elektrizität durchzogen sind, diese aber die göttliche Allmacht selbst sind, dann ist es leicht begreiflich, daß die Erde atomenweise durch diese Allmacht in der Luft schwebend erhalten wird, so daß einzeln und alle zusammen als den Erdkörper bildend, von dieser Allmacht gehandhabt werden.

13.   Daher und von nirgends anderswo stammt die Kraft, welche die Riesenwelten in der Luft schwebend erhält und sie nach ihrer göttlichen Intelligenz kreisend und laufend fortbewegt. Denn in Meinen göttlichen Händen sind und laufen zusammen alle Fäden der Weltregierung, und von da aus wird alles geleitet und in Ordnung erhalten. 

 

14. Die Erkenntnis Gottes aus der Schöpfung.

1.     Ich, der unsichtbar Wirkende bin durch Meine ewige Liebe, Weisheit und Allmacht als Gott des Universums seit der Schöpfung der Welt durch Betrachtung Meiner unnachmachbaren Wunderwerke in der Natur so erkennbar, daß sich niemand vor Mir entschuldigen kann, daß er keine Beweise hatte und daher nicht gewußt hätte, daß es einen Gott gibt.

2.     Leider dünken sich viele verweltlichte und in die tote Materie verbohrte Menschen sehr weise zu sein, — sind aber durch ihre vermeintliche Weisheit in die geistige Finsternis verfallen und daher vertauschten sie die einzig wahre Majestät des unvergänglichen Gottes mit dem Bilde des vergänglichen Menschen, denn sie haben Menschen zu Göttern auf Erden gemacht, weil sie ihnen Titel beilegen, die nur Gott zustehen; Andere suchen bei Gelehrten das Urteil und Zeugnis über Gottes Wort, ob es auf Wahrheit beruht, indem sie sagen: "Was sagen aber die Gelehrten dazu?" Es fragt sich aber: "Was für ein Urteil können denn die Gelehrten geben, die Gott leugnen, oder falsche Begriffe von Gott haben?"!

3.     Die Menschen verwandelten dadurch die Wahrheit Gottes in Lüge, da sie den Geschöpfen mehr Verehrung und Dienst beweisen, als dem Schöpfer, welchem allein der Preis in Ewigkeit gebühret. Darum verfiel die Menschheit in alle Untugenden und Laster und wird dafür durch Meine Zulassung mit allerlei Drangsalen und Trübsalen gepeinigt und gezüchtigt.

4.     Die Menschen fanden es nicht der Mühe wert, sich die Erkenntnis von Gott zu verschaffen; darum überließ auch Ich sie dem verkehrten Sinne, zu tun, was sich nicht geziemt, weil es gegen Meine Gebote und Lehren verstößt.

5.     Daher stammt es, daß die Menschen voll von jeder Ungerechtigkeit, Bosheit, Hurerei, Habsucht, Ruchlosigkeit, voll Haß, Neid, Ehr- und Herrschsucht, Blutdurst, Zanksucht, List, Tücke, Rechthabertums, Größenwahns und daraus folgender Verfolgungswut sind; also gibt es auch viele Ohrenbläser oder Verräter, Verleumder, Gottesverräter, Gotteslästerer, Übermütige, Prahler, Erfinder von allerlei Schlechtigkeiten und Trotzige gegen ihre Eltern.

6.     Die Menschen sind gewissenlos, treulos, lieblos, unversöhnlich und unbarmherzig geworden (Vergl. Röm. 1, 20-31); weil die Furcht Gottes durch die Finsternis der Verstandes-Weisheit in ihnen ausgestorben ist und sie dadurch zu Höllengeistern im Fleische auf der Welt geworden sind (Kundg. I., 115).

7.     Wenn ihr einen Gott- und Seelenleugner fraget: Wie entsteht das und jenes in der Natur, da man es weder ausforschen, noch nachmachen, noch beweisen kann, so antwortet er gedankenlos, wie einer, der nie etwas gelernt, noch verstanden, noch nachgedacht: "Das ist die Natur." —

8.     Da aber in dieser Natur so unbegreifliche Kräfte und Intelligenzen liegen und wirken, daß sie die menschliche Weisheit weit überragen, wäre es nicht besser und vernünftiger, wenn ein solcher Held des geistigen Nihilismus sagen würde: Das sind für den schwachen Menschenverstand noch nicht erforschte, übersinnlich scheinende Probleme oder dunkle Fragen.?

 

15. Was ich nicht sehe oder höre, das existiert nicht.

1903, 8. August, Graz. Vater Jesus erklärt, daß die Gedanken die Geistessprache sind und daher sehen und hören sie die Menschen nicht, obwohl sie von deren Wirklichkeit fest überzeugt sind. Hohe Geister aber hören und sehen die Gedanken der Menschen, deshalb sind die Menschen stets von Geistern begleitet.

Die das übersinnliche Leben nicht kennenden Menschen sagen: "Was ich nicht sehe oder höre, das besteht nicht." Diese Ansicht läßt sich leicht widerlegen, denn der Mensch sieht des Nächsten Gedanken nicht, obwohl sie derselbe eben so spricht wie mit offenem Munde, weil das Denken ein geistiges Sprechen ist, und doch hört sie der neben ihm Stehende nicht. Also ist das ein Beweis, daß allgemein bekannte Sachen des geistigen Lebens bestehen, an die auch alle Menschen glauben, daß sie vorhanden sind, weil jeder davon durch sich selbst überzeugt ist, und doch hört sie niemand, wie auch des Nächsten Gedanken niemand hört. Dagegen sieht und hört ein hoher Geist eines jeden Menschen Gedanken, darum ist der Mensch immer von Geistern begleitet wo er steht und geht, weil sie seine Gedankensprache hören, welche für sie die "Geistersprache" ist.

2.     Dieser angeführte Beweis, daß man auch tatsächlich vorhandene Gedanken nicht sieht noch hört, widerlegt die angeführten Argumente der Gottes- und Seelenleugner.

3.     Diese Gottes- und Seelenleugner, daher Glaubenszweifler, sind die armen Blinden, Tauben und Idioten des geistigen Lebens, und daher sagte durch Meine, ihm zuteil gewordene Einflößung, der große Dichter ganz trefflich über solche Verstandesweisen:

Was ihr nicht tastet, steht euch meilenfern,

Was ihr nicht fasset, das fehlt euch ganz und gar;

Was ihr nicht rechnet, glaubt ihr, sei nicht wahr;

Was ihr nicht wägt, hat für euch kein Gewicht;

Was ihr nicht münzt, das meint ihr, gelte nicht. (Aus Goethes Faust)

4.     Jehova Elohim das heißt: Der heilige Geist Gottes der Liebe, der Weisheit und der Allmacht ist es, welcher die unsichtbar wirkende und schaffende Kraft in der Materie darstellt, die das Wachstum, die Bewegung, die Formen und Gebilde, so wie die Sprache und Laute hervorbringt; — und alles, was man als die fünf Sinne bezeichnet und noch Mehreres — ist nichts anderes als der heilige Geist aus Gott, den man schlichtweg als den Nervengeist und die fünf Sinne bezeichnet. Das ist nämlich die gewöhnliche Wahrnehmung des heiligen Geistes oder der Gottheit in der Natur und im Menschen. Nun betrachten wir:

 

16. Das große tägliche Wunder.

1.     Da die Erde 40 000 Kilometer Erdumfang hat, so läuft jeder Mensch gegen 28 Kilometer in einer Minute oder gegen 464 Meter in einer Sekunde weit mit. Das aber ist eine solche unglaubliche Schnelligkeit, daß der Mensch wie mit Blitzschnelligkeit, immerfort jede Sekunde ungefähr einen halben Kilometer bei der Erdumdrehung weiter kommt und dies in 24 Stunden, in allen denkbaren Stellungen: so, daß er zu Mittag auf den Füssen steht, um Mitternacht aber mit den Füssen auf der Erde, jedoch mit dem Kopfe nach unten, wie eine schlafende Fledermaus bei Tage herabhängend ist, ohne etwas davon zu wissen.

2.     Es fragt sich, wenn das kein übersinnliches, daher göttliches Wunder ist, daß der Mensch nichts davon weiß, was könnet ihr dann noch als Wunder bezeichnen?!

3.     Wer soll dieses Wunder außer Gott wirken, daß der Mensch mit Blitzeseile immerfort läuft und doch nichts davon weiß und noch alle erdenklichen Vorrichtungen täglich in den denkbar sonderbarsten Stellungen des Körpers erfüllt? Soll nicht Gott, der die Elektrizität und Magnetismus Selber ist, dieses für menschliche Begriffe unbegreifliche täglich und immerfort sich bewegende in Blitzeseile sich drehende und wiederholende Wunder wirken? Wenn nicht? Wer denn sonst?!

 

17. Der zweite Glaubensartikel.

Der Glaube an Christus.

Der zweite Glaubensartikel lautet:

Und an Jesum Christum, Seinen eingebornen Sohn, unseren Herrn.

1.     Mit diesem Glaubensartikel werde Ich genannt: 1. Der eingeborne Sohn Gottes und 2. der Herr der Menschen.

2.     Daß dieser Name die höchste Bezeichnung ist, könnt ihr daraus entnehmen, daß gesagt wird, Ich bin ein eingeborner Sohn Gottes, denn eingeboren bedeutet soviel, als im inneren Wesen Gottes inhaltlich sein, somit Gott Selber, darum auch der zweite Name "unser Herr"; denn Herr oder Gott ist wieder ein Name, es ist der Name desjenigen, der der Herrscher und Gebieter ist, denn sonst wäre er nicht Herr über die Menschen, weil diese eben Kinder Gottes sind, über die niemand sonst ein Herr ist, als Gott allein. —

3.     Der Name Jesus bedeutet in hebräischer Sprache: Retter, Helfer, Erlöser oder Heiland (Über die Etymologie Jesus lies in ShtS. 37, 48 I. Aufl. nach).

4.     Als Heiland [(sie (Maria) wird einen Sohn gebären, dem sollst Du (Joseph) den Namen Jesus geben: denn Er wird Sein Volk erlösen von dessen Sünden (Matth. 1, 21)] werde Ich aber deshalb genannt, weil durch Mich das Heil durch die Erlösung am Kreuze a) von der Erbsünde und den alttestamentlichen Sünden, b) den Menschen geworden ist, wodurch die Menschen als Kinder Gottes, von der Trennung von Mir, von ihrem geistigen Vater erlöst worden sind.

5.     a.- Jesajas schreibt darüber: Er ist verwundet um unserer Sünde willen, geschlagen wegen unserer Missetat. Die Züchtigung zu unserem Heil liegt auf Ihm, durch Seine Wunden werden wir geheilt (Jes. 53, 5).

6.     b.- Mein Tod erfolgte zur Erlösung von den Übertretungen der Menschen im ersten Bunde (Hebr. 9, 15; - Röm. 3, 25).

7.     Neben dem Namen Jesus als Heiland werde Ich auch Christus genannt, weil Ich durch die Propheten als Gesalbter, was hebräisch Messias (Hebräisch: Maschiach), griechisch aber Christus heißt, öfters erwähnt wurde, so besonders klar bei Daniel: … bis auf den Gesalbten, (Jesus) den Fürsten (aus dem Stamme Juda) sind sieben Wochen und zweiundsechzig Wochen (Daniel 9, 25). 

 

18. Jesus Christus als eingeborner Sohn Gottes genannt.

1.     Ich werde, wie vorn erwähnt, der eingeborne Sohn Gottes genannt, und das nach Meiner Seele, weil Meine Seele als Gottesweisheit so in die göttliche Liebe eingeboren oder inhaltlich ist, wie das Licht in der Flamme.

2.     Daß Ich eingeborner Sohn Gottes bin, berichten folgende Stellen der heiligen Schrift, die der Evangelist Johannes aufgezeichnet hat:

3.     Niemand hat je Gott (in Seiner Urgestalt) gesehen, als der eingeborne Sohn, welcher im Schoße des Vaters ist, der hat Ihn (uns) bekannt gemacht (Joh. 1, 18).

4.     Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß Er Seinen eingebornen Sohn hingab, damit jeder, der an Ihn glaubet, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe. Denn Gott hat Seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß Er die Welt verurteile, sondern, daß die Welt durch Ihn gerettet werde. Wer an Ihn glaubt, der wird nicht verurteilt; wer aber nicht glaubt, der ist schon verurteilt, weil er nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes glaubt (Joh. 3, 16-18).

5.     Glaubet ihr Mir nicht, daß Ich im Vater, und der Vater in Mir sei, so glaubet es doch der Werke wegen ( Joh. 14, 11).

6.     Die Liebe Gottes hat sich darin uns bewiesen, daß Gott Seinen eingebornen Sohn in die Welt gesandt, damit wir durch Ihn leben (Joh. I. 4, 9). 

 

19. Gottessohn.

1.     Dieser Name ist, wie die angeführten Stellen über den eingebornen Sohn dartun, die geistige Bezeichnung für die göttliche Weisheit oder Theosophie, oder das Wort Gottes (Heilige Dreieinigkeit Kap. III), das Ich als Wort Gottes vortrug. Darum sagte Paul an Korinther: Christus ist die göttliche Weisheit (I. Kor. 1, 24).

2.     Die Menschwerdung Gottes in Christo unter dem geistigen Namen "Sohn Gottes" geschah deshalb, um zur bestimmten Zeit das wahre Evangelium Gottes den Armen zu verkünden. Darüber schreibt

3.     Jesaja 61,1: Der Geist des Herrn ist über Mir, darum hat Er Mich gesalbet und Mich gesendet, den Armen (das heißt denen, die nach geistig göttlichem Brote hungern) das Evangelium zu verkünden (Luk. 4. 18).

4.     Ferner, um durch die Erlösung am Kreuze sie von der Erbsünde und der daraus erfolgten alttestamentlichen Sünden zu erlösen (1. Mos. 3; - Hebr. 9, 15; - Röm. 3, 25), und dadurch ihnen die Kindschaft Gottes wieder zu erwerben, deren sie durch die Erbsünde verlustig worden sind.

5.     Denn Gott versöhnte in Christo die Welt mit Sich Selber, indem Er den Menschen ihre alttestamentlichen Sünden nicht mehr zurechnet (2. Kor. 5, 19: - 1. Mos. 3,15).

6.     Die Beweise, daß Ich Jesus in geistiger Sprache "Gottes Sohn" heiße, und auf welche jeder Christ zu glauben hat, wenn er das ewige Leben durch die Kindschaft Gottes erlangen will, sind folgende:

7.     Lukas 1,26+31-35: der Engel Gabriel sprach zu Maria: Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, den du sollst Jesus nennen; dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Maria sprach zum Engel: Wie soll dies geschehen, da ich von keinem Mann weiß? Der Engel antwortete: Der heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten, darum auch wird das Heilige, das aus dir geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.

8.     Matthäus 17,5 und Lukas 9,35: Bei der Verklärung am Berge Tabor umzog sie eine leuchtende Wolke und aus dieser sprach eine Stimme: Dieser ist Mein geliebter Sohn, an dem Ich mein Wohlgefallen habe; Den höret. Die Szene bei der Taufe ist eine irrtümliche Verwechslung und Verdoppelung des Ereignisses am Berge Tabor. Richtet euch nach der Angabe des Evangelisten Johannes 1,29-34, der das Wahre, was damals geschehen ist, erzählt.

9.     Matthäus 16,13+16-18: Ich fragte Meine Jünger: Wer saget ihr, daß Ich sei? worauf Mir Petrus antwortete: Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes; und Ich sprach: Selig bist Du Simon, Jonas Sohn; Ich sage dir: Auf diesem Felsen will Ich Meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.

10.   Der Fels, auf den Ich Meine Gemeinde bauen werde, bedeutet die "Wahrheit" des Bekenntnisses, daß Ich der Sohn Gottes bin. Denn das geistige Wort Fels bedeutet Wahrheit, und weil Ich als Gott die Wahrheit (Joh. 14, 6; - 16, 13) bin, daher auch in Rücksicht des Göttlich-Wahren.

11.   Wer somit Christus nicht als Sohn Gottes bekennt, bei dem ist die Wahrheit nicht, denn das ist das Erste des Glaubens: An Mich Jesus Christus, somit an Meinen Ursprung als göttliche Weisheit zu glauben.

12.   Johannes 1,34: Johannes der Täufer sah bei Meiner Taufe im Jordan das angesagte göttliche Zeichen und daher bezeugte er, daß Ich der Sohn Gottes sei.

13.   Johannes 1,50: Als Ich dem Nathaniel seine Charakterfestigkeit sagte, erkannte er Mich und sprach: Du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels.

14.   Johannes 6,69-70: Petrus sprach im Namen der zwölf Jünger zu Mir: Herr, du hast Worte des ewigen Lebens, und wir glauben und erkennen, daß du Christus, der Sohn des lebendigen Gottes bist. (Gleich mit Vers 9).

15.   Matthäus 26,63-64: Ich bekannte Selber vor dem Kaiphas, daß Ich der Sohn Gottes ( Dasselbe bei Marc. 14, 61. 62; - Luc. 22, 70.) sei, was Mir die Pharisäer dann am Kreuze spottend vorwarfen (Matth. 27, 43).

16.   Matthäus 14,33: Als Ich zu Wasser hergewandelt kam und in das Schiff trat, legte sich der Wind und alle die Mitreisenden nach Kapernaum kamen und beteten Mich an und sprachen: Wahrhaftig, Du bist Gottes Sohn".

17.   Apostelgeschichten 8,37: "Der Kämmerer der Königin Kandace in Mohrenland, welcher getauft werden wollte, sprach zu Philippus: "Ich glaube, daß Jesus der Sohn Gottes ist".

18.   "In der Apg. 9,20 heißt es: "Nachdem Paulus bekehrt war, predigte er Jesum, daß Er der Sohn Gottes sei.

19.   Nach Johannes 5,25 sprach Ich: "Es wird die Stunde kommen, da die Toten (im Geiste) werden die Stimme des Sohnes Gottes hören, und die sie hören (d.h. annehmen), werden leben".

20.   Johannes 20,31 sagt: "Diese Dinge sind geschrieben worden, auf daß ihr glaubet, daß Jesus ist Messias (oder Christus), der Sohn Gottes, damit ihr glaubend das Leben habet in Seinem Namen."

21.   Ferner sagt Johannes I. 5,13: Dieses habe ich euch geschrieben, daß ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisset, daß ihr das ewige Leben habet, und damit ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes."

22.   Johannes I. 5,20+21: "Wir wissen, daß der Sohn Gottes gekommen ist, und uns einen Sinn gegeben hat, daß wir den Wahrhaftigen erkennen, und wir sind in dem Wahrhaftigen, in Seinem Sohne Jesus Christus; dieser ist der wahre Gott und das ewige Leben."

23.   Johannes I. 4,15: Jeder der bekennt hat, daß Jesus ist der Sohn Gottes in dem bleibt Gott und er in Gott."

24.   Außer den angeführten Stellen werde Ich auch anderwärts Sohn Gottes genannt, was in den Fußnoten gezeigt wird (als: Matth. 8, 29; - 27, 40.43; - Marc. 1, 1; 3, 11; - Luc. 8, 28; - Joh. 9, 35; - 10, 36; - 11, 4, 27: - 19, 7; Röm. 1, 4; - 2. Kor. 1, 19: - Gal. 2, 20; - Ephes. 4,13: - Hebr. 4, 14: - 6, 6; - 7, 3; - 10 , 29; - 1. Joh. 3, 8;- 5, 10: - Offf. 2, 18). An vielen anderen Stellen der Heiligen Schrift, werde Ich von Jehova "Sohn" genannt, an anderen Stellen nenne Ich Selber Jehova als Meinen Vater, das heißt die göttliche Liebe, weil Ich kein Sohn Jehovas, sondern des Jehova oder des Vaters Weisheit oder Seele bin, was im Buche Nr. 37 und 71 klar bewiesen steht. Vom Vater und Sohn wird erwähnt auch in folgenden Stellen:

25.   Johannes 5,19-27: Was der Vater tut, das tut auch der Sohn; wie der Vater die Toten auferweckt und belebt, so auch der Sohn; wie der Vater das Leben in sich Selbst hat, so hat Er es auch dem Sohne gegeben, das Leben in Sich Selbst zu haben, damit Alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Sohn wird auch sehr oft anderwärts, sowie auch bei David genannt:

26.   Psalm 2,7+12: Von dem Beschlossenen will Ich Kunde geben: Jehova sprach zu Mir: Mein Sohn bist Du, Ich habe Dich gezeugt. — Küsset den Sohn, daß Er nicht zürne, und ihr nicht umkommt auf dem Wege; denn Sein Zorn (das heißt "Eifer") wird bald entbrennen: selig Alle, die auf Ihn vertrauen. 

 

20. Davidsohn.

1.     Ich werde deshalb Sohn Davids genannt, weil Ich durch die Propheten Nathan (2. Sam. 7, 12) und Jesajas (Jes. 7, 14; - 9, 5; - 11, 1) als ein Sohn aus dem Samen Davids im voraus angesagt wurde und weil die Mutter Meines Fleischleibes Maria (Luc. 1, 26-56) eine Nachkommin aus dem Stamme des Hauses Davids war.

2.     Deshalb war Ich, Jesus, ein geistiger Repräsentant des Hauses David und Meine Glaubensanhänger sind das Volk Meines geistigen Königreichs Davids, das ewig bestehen wird (2. Sam. 7, 12. 13. 16; - Jes. 9, 6; - Dan. 7, 13. 14; - Micha 4, 7).

 

21. Menschensohn.
 

1.     Dem Fleischleibe nach war Ich tatsächlich Menschensohn, weil Nachkomme aus dem Stamme und Samen Davids.

2.     Geistig bedeutet Menschensohn dagegen einen Propheten, als Verkünder des göttlichen Wortes, weil Gott der Urmensch aller Menschen (Vergl. die Aufklärung in der Zeitschrift „Die Liebe“ 1. Bd. S. 25.) ist, nach dessen geistig sinnender Gestalt Seine Kinder "Menschen" heißen; — Sohn bedeutet nach der Entsprechung der geistig himmlischen Sprache Wort (Vergl. Joh. 1, 1-14; - Matth. 28, 19; - 1. Joh. 5, 7) und dieses ist die Weisheit Gottes (1. Kor. 1, 24).

3.     Mensch als geistig sinnende Gestalt, heißt urdeutsch: Man-isk-ku(s) das heißt "denk-endes-Wesen" = "Denker". — Slawisch (am besten russisch erhalten): celovek (tschelowek) = "Sprecher, Redner".

 

22. Gottmensch.

1.     Diesen Namen trage Ich nach Meiner Herkunft als Gott, und nach Meiner Menschwerdung aus Gott. Darüber schreibt der Prophet

2.     Jesajas 9,5 folgendes: Ein Sohn ist uns geboren, und man nennt Seinen Namen (nach Seinem göttlichen Geiste): (Gott) Vater von Ewigkeit (und nach Seiner Seele, die aus der Weisheit Gottes besteht): Rat (des Gottvaters von Ewigkeit).

3.     Ich Jesus als Mensch war dem Leibe nach die fleischliche Hülle Gottes.

 

23. Der Glaube an Gott als schaubare Person.

1.     Gott war vor der Menschwerdung in Christo in Seinem absoluten geistigen Zustande unsichtbar für alle Geschöpfe. Bei Moses heißt es ausdrücklich: Gott kann niemand sehen und leben, weil Er ein verzehrendes Feuer ist. Dieses Feuer ist die göttliche Liebe, die im materiellen Zustande das lebendigste, daher verzehrende Feuer ist (2. Mos. 33, 20; - 5. Mos. 4, 24). Im geistigen als Ätherzustande ist sie aber der allerfeinste und für die Seele empfindliche Liebesgeist, der aber von den Menschen im Fleischleibe, ohne Zulassung Gottes nicht gefühlt werden kann. Je feingeistiger der Mensch, desto höher die Genüsse im himmlischen Zustande. —

2.     Im Alten Testament war der Glaube an Jehova nur durch den stellvertretenden Engel begründet, durch den der Geist Jehovas sprach. Im Neuen Testament ist Jehova im Leibe Christi euch ein schaubarer Gott geworden.

3.     Der Glaube an einen sichtbaren Gott in Christo, der Mensch und Gott zugleich ist, hat für den menschlichen Verstand eine wohltuende Beseligung, weil dies eurer Vorstellung von einem Gott, der euer Vater ist, entspricht, weil es natürlich ist. Das nackte Geistige geht zwar in den Menschen ein, wird aber nicht als etwas Feststehendes aufgenommen, sondern es ist wie ein entweichender Äther, der nicht anregt, weil man seiner nicht inne wird. Wenn aber das Geistige im Natürlichen aufgenommen und zu einer festen Wirklichkeit des Glaubens wird, dann wird das Geistige mit dem Materiellen zu einem Gegenstand der Überzeugung und daher des wahren Glaubens. Der Glaube an einen unsichtbaren Gott war aber in Wirklichkeit ein blinder, weil das menschliche Gemüt seinen Gott nicht sieht, und das Licht dieses Glaubens, weil es nicht ein geistig natürliches ist, ist kein echtes Licht. 

 

24. Der allein seligmachende Glaube ist der, daß Ich Jesus Christus, euer Gott und Erlöser bin.

1.     Der allein selig machende Glaube, wodurch der Mensch zur höchsten geistigen Vollendung, daß er zur Anschauung Gottes, seines Vaters gelangt, ist der, daß ihr glaubt: Jesus Christus ist die Menschwerdung Gottes Jehovas Zebaots, weil dies unzweideutig aus den Weissagungen der Propheten hervorgeht: erstens gingen alle Weissagungen buchstäblich in Erfüllung, die Jehova über die künftigen Schicksale der Länder Babylonien, Phönizien, Ägypten und Palästina gab (Kundgaben 1. Bd. ChtS. 71); zweitens: weil derselbe Jehova über Sich Selbst diejenigen Weissagungen gab, welche im Leben Jesu Christi buchstäblich in Erfüllung gingen (Zeuge Altes und Neues Testament); drittens: weil die ganze Heilige Schrift geistig nur Gott zum Gegenstand Seiner Haushaltung über das Menschengeschlecht hat (Swedenborgs Lehre).

2.     Die Seligkeit der Menschen hängt ab von dem Glauben an einen Gott. Alle frommen Menschen werden selig, ob sie an einen Christus glauben oder nicht, aber unterschiedlich: welche an Mich Christus nicht glauben, daß Ich Gott bin, die können wohl in glückliche Zustände kommen, aber sie können nie zu Gott als ihrem Vater gelangen, sie sind in Zuständen, wie die Patriarchen und Propheten vor der Erlösung am Kreuze, die sie als Vorhölle betrachten, weil ihre Wünsche nicht in Erfüllung gehen konnten, um zu ihrem Vater zu gelangen.

3.     Diejenigen aber, welche an Mich Christus als Gott glauben und ihr Leben nach den göttlichen Geboten führen, denen ist vorbehalten, Kinder Gottes zu werden und in den Seligkeitsrang des Liebehimmels erhoben zu werden, wo sie Gott in Gestalt Jesu Christi von Angesicht zu Angesicht schauen und in unbeschreiblichen Glückseligkeiten schwelgen; während diejenigen, welche Mich Christus nur als Mensch betrachten, sind wie die Dienstboten im Hause des ewig abwesenden Vaters, weil für sie unsichtbaren Gottes. Auch ist ihre Seligkeit unvergleichbar minderen Grades weil sie in der Weisheit, — die Kinder Gottes aber in der Liebe Gottes sind. Darum lehrte Ich Selber, später lehrten die Apostel, daß man an Mich glauben soll, wenn man im Sinne der Kinder als Erben Gottes selig werden will, wie folgende Beweise dartun:

4.     Johannes 3,15+16: Johannes zeugte über Mich, was Ich sprach mit folgenden Worten: Daß Mein Leiden und Tod dafür geschehen werden, damit jeder, der an den Sohn glaubte, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe; denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß Er Seinen eingebornen Sohn hingab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe.

5.     Johannes 3,18: Und sprach weiter: Wer an den Sohn glaubt, wird nicht gerichtet, wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des Eingebornen Sohnes Gottes.

6.     Johannes 3, 36 sagt: Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben (der Kinder Gottes), wer aber dem Sohne nicht glaubt, wird das Leben (das heißt Jesum Christum) nicht sehen, sondern der Zorn (das heißt Absonderung von der Kindschaft) Gottes bleibt über ihm.

7.     Johannes 6,28+29: Sie sprachen zu Mir: Was sollen wir tun, daß wir Gottes Werke wirken? Und Ich antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, daß ihr glaubet an Den, welchen der Vater gesandt hat (und lebt und handelt darnach, was Er lehrt! —).

8.     Johannes 6,35: Ich sagte zu den Juden: Ich bin das Brot des Lebens, wer zu Mir kommt, der wird nicht hungern und wer an Mich glaubt, den wird niemals dürsten.

9.     Johannes 6,40: Ferner sagte Ich: Dies ist der Wille des Vaters, der Mich gesandt hat, daß Jeder, der den Sohn sieht, und an Ihn glaubt, das ewige Leben habe, und Ich ihn auferwecke am letzten Tage.

10.   Johannes 6,47+48: Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wer an Mich glaubt, hat das ewige Leben selbst; denn Ich bin das Brot des Lebens (oder die geistige Lehre, nach deren Erfüllung man zu Mir, seinem Vater, als "das ewige Leben" kommt.

11.   Johannes 7,37+38: ich rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu Mir und trinke aus dem Born der göttlichen Liebe; denn, wer an Mich glaubt, aus dessen Leibe werden, wie die Schrift sagt, Ströme des lebendigen Wassers fließen, (welche sind die Werke der Nächstenliebe.)

12.   Johannes 8,24: Ich sagte: Wenn ihr nicht glaubet, daß Ich bin Jehova, der verheißene Messias (Jes. 9, 5; - Maleachi 3, 1. 23; Micha 5, 1), so werdet ihr sterben in euren Sünden.

13.   Johannes 11,25+26: Von Mir Selbst sprach Ich: Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an Mich glaubet, wird in Ewigkeit nicht sterben.

14.   Johannes 12,36: Bei dem Einzuge in Jerusalem sagte Ich im Tempel zu den Juden; solange ihr das Licht habet, glaubet an das Licht, damit ihr Kinder des Lichtes seiet.

15.   Johannes 16,8+9: Beim letzten Abendmahl sagte Ich: Wenn der Beistand, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, so wird Er die Welt überführen von der Sünde, von der Gerechtigkeit und dem Gericht; von der Sünde, daß sie nicht an Mich glauben.

16.   Johannes 20,31 sagt: Diese Dinge sind geschrieben worden, damit ihr glaubet, daß Jesus ist der Sohn Gottes und damit ihr glaubend das Leben habet in Seinem Namen.

17.   Diejenigen, welche glauben, daß der Glaube an Christus allein seligmachend ist ohne Werke der Nächstenliebe, was natürlich eine irrige Ausdeutung der mißverstandenen Bibellehre ist, finden im Anhang zu Luther ( ChtS. Nr. 71) die diesbezügliche gründliche Aufklärung, sowie auch im Buche: Christus und die Bibel. 

 

25. Der Kraftglaube.

1.     Der Glaube an Mich Christus und daher die Befolgung Meiner Lehre ist die Grundkraft des geistigen Lebens. Dieser Glaube ist es, womit man alles erreicht und im gegebenen Falle selbst Wunderheilungen zustande bringt. Darum sagte Ich:

2.     Johannes 15, 4+5: "Bleibet in Mir und Ich in euch; denn ohne mich könnet ihr nichts tun".

3.     Der Glaube an Gott und an das, was er geboten und gelehrt hat, ist eigentlich Glaube an das, was aus Gott ist, was aber aus Gott ist, ist göttlich und daher dasselbe, was Gott, weil in Gott nur Göttliches: Vater und Sohn oder Liebe und Weisheit, und deren Auswirkung ist somit der wahre Glaube an das, was aus Gott ist, wieder Gott Selber, weil der Glaube von Gott gegeben und zurück verlangt wird. Es ist eine Kraft, die aus Gott geht und in Gott wurzelt, und diese Kraft ist der heilige Geist in Gott, welcher die Betätigung der Gottheit nach außen ist. Daher: Wer einen festen Glauben hat, hat Gotteskraft in sich, und ist befähigt, Wunder zu wirken. Darum heißt es:

4.     Markus 9,23: Alle Dinge sind möglich dem, der es glaubt (und sonach ist nichts unmöglich dem, der ungezweifelt glaubt). — Und darauf stützen sich auch die Kraftgnaden der Wiedergeburt des Geistes, wovon in der Heiligen Dreieinigkeit das Nähere angegeben ist. 

 

26. Die Wahrheit im Glauben.

         Der wahre Glaube ist der Glaube an das Gotteswort; Gotteswort ist aber die ewige Wahrheit, darum, wer den echten Glauben hat, der hat Gott seinen Vater Jesus, die ewige Wahrheit in sich und ist dadurch gefeit gegen die Angriffe der Hölle. — Darum soll ein jeder nur das glauben, was ihm hier dargeboten und gelehrt wird, wenn er es will, daß Christus in ihm lebe und wirke. Denn nur diesen Glauben habe Ich Jesus im Petrus einen Fels oder die Wahrheit genannt, auf der Ich Meine Kirche baue. 

 

 

27. Der Glaube der Apostel an Christus.

1.     Daß der Glaube der Apostel bloß auf Meine Person als Gottvater (Joh. 10, 30; - 12, 45; 14, 9: - Jes. 9, 5) und Sohn sich gründete, erhellt aus ihren Briefen, besonders aus denen von Paulus, der spricht:

2.     Galater 2,20: Ich lebe, (zwar noch im Fleische), aber doch nicht ich (nach den Begierden des Fleisches), sondern Christus lebt in mir (nach Seinem göttlichen Geiste); denn was ich jetzt lebe im Fleische, das lebe ich im Glauben, welcher ist an den Sohn Gottes.

3.     Apostelgeschichte 20,21: Paulus ermahnt Juden und Griechen zur Buße gegen Gott und zum Glauben an den Herrn Jesus Christus.

4.     Apostelgeschichte 16,30+31: Der Kerkermeister, der den Paulus herausführte, fragte: Was muß ich tun, um selig zu werden? Und Paulus antwortete: Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du (wenn du Seine Lehren und Gebote erfüllst), selig werden samt deinem Hause.

5.     Johannes 5,12+13: Wer den Sohn hat, hat das Leben, wer aber den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht; dieses habe ich euch geschrieben, die ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes, damit ihr wisset, dass ihr das ewige Leben habet, und damit ihr glaubet an den Namen des Sohnes Gottes.

6.     Galater 2,15+16: Wir, die wir von Natur Juden, und nicht Sünder aus den Heiden sind, da wir wissen, dass der Mensch nicht Gerechtigkeit wird durch befohlene Werke des Gesetzes, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, so haben auch wir an Jesum Christum geglaubt.

7.     Römer 3,22+26: Die Gerechtigkeit Gottes, kommt durch den (durch die Werke erfüllten) Glauben (wie Paulus und Jakob an anderen Stellen der Bibel lehren).

8.     Philipper 3,9: Paulus sagte: Er habe die Gerechtigkeit, die aus dem Glauben an Christus kommt, die Gerechtigkeit, die durch den (werktätigen) Glauben von Gott zuteil wird.

9.     Offenbarung 14,12: Hier sind Selige, die Gottes Gebote halten, und den Glauben an Jesus Christus.

10.   Timotheus II. 3,15: Durch den Glauben, welcher ist an Jesus Christus.

11.   Galater 5,6: In Jesu Christo gilt nur der Glaube, der durch die Liebe tätig ist. — Daß allein dieser Glaube der richtige ist, vergleiche im Anhang zu Martin Luther, Seite 228; während sich die Protestanten lieber an die mißverstandene Ausdeutung der Schrift in Römer 3,28 halten, weil sie damit sich aller Betätigung in Werken der Nächstenliebe enthoben zu sein vermeinen.

12.   Daß der Glaube nur dann der echte Glaube, ein Glaube der Wahrheit ist, wenn er durch die Liebe tätig ist, wird gezeigt durch die 7 Tugenden unter Liebe, Barmherzigkeit und Nächstenliebe (im Gebetbuche). Auch die Führung Dr. M. Luthers im Jenseits zeugt, dass die wahre Religion nur die ist, welche sich in Liebe zu Gott und dem Nächsten kundgibt. 

 

28. Der Fels des Glaubens ist die Wahrheit.

1.     Der Glaube an einen Gott ist der, daß der Mensch glaubt, daß Jesus dieser Gott ist, dieser Glaube ist ein Fels des ewigen Lebens, welcher ist die göttliche "Wahrheit" in ihrer höchsten Kraft der göttlichen Liebe, darum wird Jehova ein Fels bei den Propheten und Aposteln genannt, wie nachstehende Beweise dartun:

2.     Mose V. 32,3+4: Ich will den Namen Jehovas preisen, gebet unserem Gott allein die Ehre! — Er ist ein Fels, Seine Werke sind vollkommen; denn alles, was Er tut, das ist recht.

3.     Mose V. 32,15: Da aber Jesurun fett ward, ward er übermütig … er hat den Gott fahren lassen, der ihn gemacht hat. Er hat den Fels seines Heils gering geachtet.

4.     Mose V. 32,18: Deinen Fels, der dich gezeugt hat, hast du aus der Acht gelassen, und hast vergessen den Gott, der dich gemacht hat.

5.     Mose V. 32,30: Wie könnte einer Tausende verfolgen und wie Zweie zehn Tausend in die Flucht schlagen? hätte ihr Fels sie nicht verkauft (verlassen) und Jehova sie nicht (dem Feinde) preisgegeben!

6.     Mose V. 32,37: Und man wird sagen: Wo sind ihre Götter (d.h. Leiter), der Fels, auf den sie trauten?

7.     Samuel II. 22,2: David sprach: Jehova ist mein Fels und meine Burg, und mein Erretter.

8.     Psalm 18,3: Jehova ist mein Fels, meine Burg, mein Erretter, mein Gott, mein Hort, auf den ich traue, mein Schild und Horn meines Heils und mein Schutz.

9.     Psalm 31,3+4: (Jehova), sei mir ein starker Fels und eine Burg, daß Du mir helfest. Denn Du bist mein Fels und meine Burg, um Deines Namens willen führe mich und leite mich!

10.   Psalm 42,10: Ich spreche zu Gott meinem Fels: Warum hast du mich vergessen? Warum muß ich so traurig gehen unter dem Druck meines Feindes?

11.   Psalm 62,8: Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre, (Er ist) der Fels meiner Kraft, meine Zuversicht ist auf Gott.

12.   Psalm 71,3: Sei mir ein starker Hort der Zuflucht, dahin ich mich immer flüchten kann, Du hast mir zugesagt zu helfen, denn Du bist mein Fels und meine Burg.

13.   Psalm 27,5: Jehova decket mich in Seiner Hütte am Tage des Unglückes, Er verbirgt mich unter dem Schutze Seines Gezeltes, und erhebt mich hoch auf den Felsen.

14.   Psalm 40,3: Jehova zog mich aus der Grube des Verderbens und aus dem kotigen Schlamm, und stellte meine Füße auf einen Fels und sicherte damit meine Tritte.

15.   Psalm 61,3: Hienieden auf Erden rufe ich zu Dir, wenn mein Herz in der Angst ist, Du wollest mich führen auf einen hohen Felsen.

16.   Jesaja 17,10: Weil du hast vergessen des Gottes deines Heils, und nicht gedacht an den Felsen deiner Stärke. Darum setzest du lustige Pflanzen, und legest ausländische Pflanzen.

17.   Jesaja 26,4: Vertrauet auf Jehova ewiglich; denn Jehova ist ein ewiger Fels.

18.   Matthäus 16,15+18: Ich fragte Meine Jünger, was sie meinen wer Ich sei, und da antwortete Simon: "Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes". Darauf erwiderte Ich und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn! Denn das hat dir nicht Fleisch und Blut geoffenbart, sondern Mein Vater im Himmel. Und Ich sage dir auch: du bist Petrus (oder Fels) und auf diesem Fels will Ich bauen Meine Gemeinde (meam ecclesiam), und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen.

19.   Die Wahrheit ist in geistiger Sprache ein Fels genannt, und daß Gott darunter gemeint ist, ersehet ihr aus der Rede, die Ich beim letzten Abendmahl sprach, worin der Vers vorkommt:

20.   Ich Jesus bin (durch Meine Gebote, Lehren und Lebensweise) der Weg zum ewigen Leben, denn Ich bin die Wahrheit (Selber oder Gott) und (daher Ich Selber) das ewige Leben.

21.   Darum schrieb der Prophet Jesajas (Jes. 8, 14; - Math. 9, 33) über Mich: Siehe, Ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels der Ärgernis; wer aber an Ihn (den Fels der Ärgernis für Gottlose), glaubt, der soll nicht zu Schanden werden.

22.   Weil Petrus durch Mich, als die Liebe in seinem Herzen, die Wahrheit über meine Herkunft erfuhr, so war Ich der Fels oder die Wahrheit, auf die er glaubte und daher war Petrus nur Träger der Wahrheit, aber nicht selber die Wahrheit, sondern ein Fels des wahren Glaubens, ein Zeuge meines Ichs, der ewigen Wahrheit (Dan. 4, 34). Darum sagte Ich dann: daß Ich auf diesem Fels, als der ewigen Wahrheit, Meine Glaubensgemeinde aufbauen werde; aber nicht auf den Petrus, der im Hofe des Kaiphas Mich dreimal nacheinander verleugnete, der später neidig auf Johannes umsah, als Ich ihm die Schafe zu weiden gab und in Antiochia zum drittenmal nicht in der Wahrheit war (Gal. 2, 14). Auf ihn selbst war daher die Rede nicht, daß Ich auf ihn meine Glaubensgemeinde der Wahrheit aufbauen werde, sondern auf Mich Selbst!

 

29. Jesu Titel "Herr". 

Ich werde in dem Testamente oft "Herr" genannt. Die Bedeutung dieser Bezeichnung war zu Meiner Zeit ein hoher Titel, den man Gott und dem Könige oder sonst einer hochstehenden Person gab.

Darum geschah es, als Maria zur Elisabeth auf Besuch kam, daß sie diese mit folgenden Worten willkommen hieß: Woher geschieht mir dies, daß die Mutter meines Herrn (Luk. 1, 43) zu mir kommt?

 

30. Jesus, das Licht der Welt.

Ich sagte: Ich bin das Licht der Welt? Dieser Ausspruch bedeutet aber, daß Jesus, weil die Liebe und Weisheit in einer Person vereint war, daß dies in göttlicher Bedeutung soviel hieß als: Ich bin das Licht der göttlichen Liebesflamme, welche durch Ihre Weisheit das Licht ist, welches die Welt der Finsternis erleuchtet und sie zur Erkenntnis der Wahrheit führt.

 

31. Jesus Christus ist der Erstgeborne vor aller Schöpfung.

1.     Diese Bezeichnung, daß Ich Jesus Christus der Erstgeborne vor aller Schöpfung bin, will besagen, daß Ich Jesus als Mensch der Erste aller Gotteskinder bin, und daß Ich schon früher als Weisheit Gottes da war, als Gott die Erschaffung der Welt vornahm.

2.     Die Menschen als Kinder Gottes bestehen aus Liebe, Weisheit und Kraft. Das ist aber so zu verstehen: Da in Gott, ihrem Vater, die Liebe zum Schaffen, die Weisheit zum Ersinnen und die Allkraft zum Zuwegebringen besteht, daß diese Eigenschaften des Gottvaters auch in Seinen Kindern eingeboren sind.

 

32. Der dritte Glaubensartikel. 

Geburts- und Lebensgeschichte Jesu.

Der dritte Glaubensartikel lautet:

Der empfangen ist von dem heiligen Geiste, geboren aus Maria der Jungfrau.

1.     Obwohl Ich gewöhnlich Gottessohn genannt wurde, so habe Ich doch keinen Vater je gehabt, denn der Vater war Meine Liebe im Herzen, und dessen Sohn war die Weisheit Meiner Liebe im Kopfe der Seele des Vaters, da Ich als des Vaters Sohn dessen Weisheit und gleichzeitig dessen Seele in Einem war, bin und ewig werde.

2.     Meine fleischliche Empfängnis in Maria geschah durch den heiligen Geist. Dieses ist so zu verstehen: Da der heilige Geist aus dem Vater und Sohn ausgeht, daher waren die Liebe und Weisheit in Gott darin Eins, daß im Leibe der Maria die materielle Hülle oder der Körper Jehovas gebildet werde und also ward das Wort zur Tat, indem das Wort zu wirken begann, wodurch sich nun Mein irdischmaterieller Körper bildete, wie es bei den Evangelisten heißt: "Was in ihr (in Maria) erzeugt worden, das ist vom heiligen Geiste (Matth. 1, 20; - Luk. 1, 35).

3.     Wollt ihr's genau wissen, ob Maria Meine Mutter war oder nicht, so will Ich euch die Sache gründlich erklären: Was der Mensch nicht aus seiner eigenen Inangriffnahme macht, ist er nicht Erzeuger dessen; geschieht dies durch eine fremde Macht, so kann er auch nicht sagen, daß er es erzeugt hat; Mutter (Aus dem skr-urdeutschen matar, moutar, mueter und endlich in muter Mutter verdreht) bedeutet aber Erzeugerin und das war sie nicht, denn sie hatte keinen Mann, sondern sie war nur ein Werkzeug in Meiner Hand, das Werkzeug ist aber nicht der Meister oder Fabrikant, somit war Maria genau genommen nur die Gebärerin Meines Fleischleibes, aber keine Mutter, noch weniger Gottesmutter. —

4.     Es wird im künftigen Reiche der Liebe auch keine fleischliche Zeugung stattfinden, und doch wird kein Weib ohne Mann empfangen können. Diese Meine Aufklärung soll euch erleuchten, — damit ihr die Wahrheit erfasset und nicht nach menschlichen Satzungen Maria als Gottesmutter betrachtet und sie höher stellet, als es der Wahrheit entspricht. —

5.     Maria stammte aus dem Samen Davids und war eine der 7 Jungfrauen, die damals aus dem königlichen Hause Davids auf der Welt lebten (Jugendgeschichte Jesu ChtS. Nr. IX. 2, 5-8: Luk. 1, 31-33. 37: - 2, 4).

6.     Nachdem Maria von Meiner göttlichen Liebe bestimmt war, irdische Gebärerin zu sein, schickte Ich den Erzvater Jared als Erzengel Gabriel und ließ ihr verkünden, daß sie von Mir erkoren wurde, die Gebärerin des Messias zu werden, daß sie somit schwanger werden und ein Kind gebären wird, das sie Jesus nennen soll (Luk. 1, 28-35; - ChtS. IX 3, 1-12.).

7.     Maria erschrak und sprach zum Engel: Wie wird das geschehen, da ich keinen Mann kenne? Darauf antwortete ihr der Engel: Der heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Allerhöchsten dich überschatten, darum wird das Heilige, welches aus dir geboren werden soll, Sohn Gottes genannt werden ( Luk. 1, 30-35: ChtS. IX. 3, 7-12).

8.     Der Engel sprach: Die Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten. Der Allerhöchste ist aber Gott, somit war das die göttliche Kraft, die hier der heilige Geist genannt wird. Der Apostel Paul aber sagt, daß Ich Jesus Christus die göttliche Kraft bin (Kor. I. 1, 24),  somit war Ich Jesus Selber derjenige, der Ich mir in Maria den menschlichen Leib bildete, weil niemand sonst, als die göttliche Kraft oder Allmacht, dies zuwege bringen kann, und weil dies der heilige Geist genannt wird, der aus Vater und Sohn ausgeht,( ChtS. 71)  daher ist es ersichtlich, daß Ich weder Sohn Gottes, noch der Maria war, weil Ich Selber Meinen Leib erzeugte und dies durch Meine Willenskraft in Gott, also mit derselben Kraft, durch welche die unzähligen Welten als Sonnen, Planeten und Sterne und ebenso Engel, Geister und Menschen erschaffen wurden und noch werden.

9.     Ihr dürfet somit Maria nicht als Mutter Gottes bezeichnen, denn mit diesem Namen machet ihr sie zum Eheweibe Gottes des Vaters und daher ersehet ihr sie in diesem hohen göttlichen Rang als Göttin, wie die Gattin eines Königs eine Königin genannt wird, und das ist eine grobe Irrlehre, welche die römische Kirche erdichtet hat.

10.   Maria wird zwar Meine Leibesmutter genannt, aber sie war nicht einmal das, sondern bloß die Gebärerin davon. Habet ihr das richtig verstanden, dann werdet ihr erst Meine Aufklärung im Buche "Christus und die Bibel" S. 192 und im "Gebetbuche" Kap. 160,7 ff. richtig erfassen.

11.   Also war Joseph, der Mann Mariens, nicht Mein Vater, wie ihn das damalige unwissende Volk, welches Meine Herkunft nicht wußte, dafür hielt (ChtS. IX. Kap. 11, Verse 26-32 - Jesus war, als Er anfing zu lehren, ungefähr dreißig Jahre alt und ward für einen Sohn Josephs gehalten, welcher war ein Sohn Jakob Eli´s. - Luk. 3, 23; Matth. 1, 16), sondern bloß Mein von Mir aufgestellter Nährvater, und der Maria deshalb vom Tempel als Mann angetraut, damit er als Vater des Kindes angesehen wurde, sonst wäre Maria gesteinigt worden.

12.   Meine Geburt erfolgte am 7. Januar zwischen 12 Uhr und 10 Minuten darüber in der Früh nach bethlehemitischer Zeit (Kundgaben 1, 53) in einer Berghöhle 15 Minuten außer der Stadt Bethlehem, welche von dortigen Schafhirten nicht als Schaf- oder Viehstall, sondern als Zufluchtsort bei großer Hitze benützt wurde, um im kühlen Schatten auszuruhen.

13.   Diese Höhle besteht noch, wurde aber äußerlich durch ein im Jahre 804 erfolgtes Erdbeben verschüttet, so daß heutzutage niemand deren Vorhandensein mehr weiß. Mit dem sichtbaren Beginn des neuen Reiches der Liebe, werde Ich sie wieder herstellen, wie sie einst war, weil dann die Wahrheit regieren wird! —

14.   Darauf wurde meine Geburt verkündet:

1. Im Jahre 4151 am 17. Dezember durch einen Stern dreien Weisen der Sternkunde in Persien. (Matth. 2, 2; - ChtS. XI. Kap. 28-32)

2. Durch einen Engel am 7. Januar nachts früh den Hirten. (Luk. 2, 9)

3. Durch Simeon und Hanna am 15. Januar im Tempel zu Jerusalem dem Volke. (Luk., 2, 25-38)

4. Durch die Weisen aus Persien am 16. Januar dem König Herodes und den Schriftgelehrten in Jerusalem. (Matth. 2,2, 4.5)

15.   Nach der Verkündigung Meiner Geburt geschah Folgendes:

1. Die Hirten sind eilends gekommen, den neu geborenen Messias zu sehen und anzubeten. ( ChtS. XI., Kap. 18, 32ff; - Luk. 2. 9-20)

2. Ich wurde am 15. Januar, das ist am achten Tage nach Meiner Geburt, nach der Vorschrift des Alten Testaments beschnitten, Jesus genannt und Maria ist zu gleicher Zeit gereinigt und in den Tempel eingeführt worden. (Kundgaben 1, 53; Luk. 2, 21-24)

3. Am 17. Januar kamen in der Früh die drei Weisen aus Persien mit ihrer Karawane vor die Berghöhle, gingen das Kind anzubeten und opferten Ihm nach orientalischer Sitte als einem König: Gold, Weihrauch und Myrrhen zum Geschenk. (ChtS. IX., Kap. 30; Kundg. 1, 54; - Matth. 2, 11))

4. Ich bin am 19. Januar früh wegen der Grausamkeit des Herodes, der Mich töten wollte, mit Meinen Pflegeeltern Maria, Joseph und Josephs fünf Söhnen aus der ersten Ehe: Jöel, Joses, Simeon, Juda und Jacob durch die Flucht nach Ostracine in Ägypten entgangen. (ChtS. IX., Kap. 34 und 41. 42; Kundg. 1, 54; - Matth. 2, 11)

5. Eine Stunde nach Meiner Flucht aus Bethlehem kamen die Schergen des Herodes und ermordeten alle bis zwei Jahre alten Kinder in der Stadt und ihrer Umgebung, weil Herodes unter diesen Mich, den neuen König der Juden, zu treffen glaubte. (ChtS. IX., Kap. 41. ; Kundg. 1, 54 )

6. Nach Aufenthalt von nahe drei Jahren bin Ich im Jahre zwei am 13. November, nach dem Tode des Herodes mit der Familie des Josephs von Ägypten nach Nazaret zurück gekommen und bin daselbst erzogen worden. (ChtS. IX., Kap. 256. 257 ; Kundg. 1, 55 ; Matth. 2, 19-23))

 

 

33. Zwölftes Jahr Jesu.

Das Merkwürdigste was man von Meiner Jugend weiß, ist folgendes:

1. Daß, als Ich zwölf Jahre alt war, das erste Mal zum Osterfeste nach Jerusalem mit Meinen Zieheltern gekommen bin.

2. Daß Ich zu Jerusalem zurückgeblieben, nach drei Tagen aber von den Zieheltern im Tempel gefunden worden bin, wo Ich Selber unter die Schriftgelehrten ging, mit ihnen über die Ankunft des Messias sprach, Mich dann als Messias kundgab und die Schriftgelehrten derart bearbeitete, daß sich alle über Mich höchst verwunderten. (ChtS. X.; Luk. 2, 41-50)

3. Daß Ich wieder nach Nazaret zurückgekehrt und daselbst geblieben bin.

4. Daß Ich Meinen Zieheltern untertan gewesen bin.

5. Daß Ich an Alter und Weisheit, Liebe und Ansehen im Hause Josephs sowie in bekannten Kreisen wuchs. (Angabe des Vaters an Schumi; ChtS. IX., Kap. 257. 298; Luk. 2, 51. 52)

 

34. Lehramts-Jahre 30-33.

1.      Das Merkwürdigste, so man von Mir weiß, bevor Ich Mein Lehramt antrat, ist:

1. Ich ging am 21. April im Jahre 30 Meines Alters in die Wüste Bethabara am Ufer des Flusses Jordan und fastete 40 Tage lang bis 1. Juni. Hier wurde Ich von dem Hunger geplagt, und daher dreimal von dem Satan des Fleisches, welcher ist das Begierliche im Leibe versucht, das Ich aber standhaft überwunden hatte, wo Ich dann von den Engeln Meiner eigenen Lebenskraft und Demutstugend bedient wurde. (Angabe des Vaters an Schumi;  lies Kundg. 1, 55. 56)

2. Ich ließ Mich am 1. Juni von Johannes im Flusse Jordan bis zum Kopf eintauchen (taufen). (urdeutsch túpa, d.h. Tauche, woraus hochdeutsch Taufe wurde)

3. Der heilige Geist Gottes kam als weiße Wolke, der Gestalt einer Taube ähnlich, aus der Höhe sichtbar auf Mich und verweilte über Mir, welches Ich, da Ich Selber Gott war, zum Erkennungszeichen gab, daß Ich der Messias sei, wie Ich, als Geist Gottes im Menschen, dem Johannes zuvor durch das innere prophetische Wort angab (Vaters Aufklärung an Schumi, - Matth. 3, 13-16, aber 14. 15 und 17 ist ein Irrtum, eine falsche, erdichtete Tradition, die Lukas im Jahre 54, also 14 Jahre nach dem Tode Johannes, aufzeichnete; allwo Vers 17 mit der Taborscene verwechselt erscheint. Richtig ist nur das oben vom Vater Selber Geoffenbarte), daß derjenige, über dem er dieses Zeichen kommen und verweilen sehen wird, der Messias sei.

4. Am 2. Juni sah Mich Johannes am Ufer des Jordanflusses wandeln und da sagte er zu seinen Zuhörern, daß Ich das Lamm Gottes sei, welches die Sünden der Welt trägt. (Joh. 1, 29-36; - Vaterwort)

5. Am 2. Juni in Meinem 30. Jahre trat Ich Mein Lehramt an. ( Vaterwort; - Luk. 3, 23; Joh. 1, 35-40)

2.     Nachdem Ich Mein Lehramt antrat, ist folgendes als das Wichtigste zu merken:

1. Ich nahm seit 2. Juni bis 15. August Jünger an, aus denen Ich später zwölf Apostel erwählte. (Joh. 1, 37-45; Luk. 5, 13)

2. Ich reiste in Meinem Vaterlande Palästina und in den angrenzenden Ländern von einem Orte zum andern herum. (Ev. J.Chr. 10 Bände; ChtS. Nr. 23)

3. Ich predigte das Evangelium vom Reiche Gottes durch die Lebensbuße (Ev. J.Chr. 10 Bände; - Neues Testament), offenbarte Wahrheiten über göttliche Geheimnisse, die man glauben soll , und lehrte die Tugenden der Gottes- und Nächstenliebe (Matth. 22, 37-40), der Demut (Bergpredigt: Matth. Kap. 5. 6. 7. und Ev. J.Chr. 10 Bände), Barmherzigkeit, Geduld, Herzensreinheit, und versöhnende Bruderliebe.

4. Ich rügte den Unglauben und verabscheute die Laster des Volkes; widerlegte die Glaubens-Irrtümer der Juden, Schriftgelehrten und Pharisäer. (Neues Testament an verschiedenen Stellen; Ev J.Chr. an verschiedenen Stellen der 10 Bände)

5. Ich bekräftigte Meine Lehren und Zeugnisse der Heiligen Schrift durch Wunder und durch Beispiele aus Meinem eigenen Leben.

6. Ich übte überall Wohltaten aus, besonders durch die Heilung der Kranken.

7. Ich weissagte zukünftige Ereignisse.

3.     In Rücksicht dieser Tatsachen würde man denken, daß das ganze Volk an Mich glaubte, allein es war nicht so. Viele glaubten an Mich, aber die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Pharisäer glaubten nicht, sondern sie haßten Mich und trachteten Mich mit allerlei verfänglichen Fragen zu fangen, dem Gerichte zu übergeben und Mich zu töten, da Meine Lehre ihnen nicht entsprach, sondern sie beleuchtete, wie sie waren.  

 

35. Der vierte Glaubensartikel. 

Die Leidensgeschichte Jesu.

Der vierte Glaubensartikel lautet:

Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben.

1.     Meine Lehrzeit war zu Ende, da war noch das Letzte zu vollführen, nämlich das durch die Propheten angesagte Leiden zu erdulden, um Meine Mission als Erlöser von der Erbsünde (1. Mos. 3,15; Hebr. 9, 15; Paulus 3, 25) zu besiegeln.

2.     Meine Ankläger waren die Hohenpriester, Schriftgelehrten und die Ältesten des Volkes. (ChtS. 21; Leidensgeschichte bei den Evangelisten) Und so habe Ich unter Pontius Pilatus, des römischen Kaisers Tiberius Landpfleger gelitten. (ChtS. 21; Matth. 26 und 27; Mark 14 und 15; Luk 22 und 23; Joh. 18 und 19)

3.     Verklagt wurde Ich aber aus bloßem Haß und Neid, — unter dem Vorwande, als wäre Ich ein Gotteslästerer, Sabbatschänder und Verführer und Aufwiegler des Volkes gegen den Kaiser und Tempel. (ChtS. 21 und 71)

4.     Auf die Anklage des Hohen Rates des Tempels erhob Pontius Pilatus die Einwendungen, daß Ich nicht unter sein Gerichtssprengel gehöre, dann, daß er nach dem römischen Rechte nichts Ungesetzliches an Mir finde, dazu kam der Traum seines Weibes Túlia Innocentia auf den er viel hielt und Mich den Unschuldigen — freigeben wollte, er machte die Probe mit dem Raubmörder Barabas, um Mich zu retten, aber es ging nicht, ja selbst die entsetzliche Geißelung, wo Ich blau von Schlägen und Wunden, zerrissenen Leibes und blutüberströmt war, konnte den tierischen Blutdurst der reißenden Tiger in Menschengestalt nicht stillen. Mit Ungestüm forderten sie jetzt Meine Kreuzigung und drohten schließlich dem Pilatus, wenn er Mich nicht kreuzigen lasse, daß sie ihn als Feind des Kaisers in Rom verklagen werden, worauf er erschrak und nachgab, obwohl mit großem Unwillen.

5.     Das Kreuz, worauf Ich gekreuzigt wurde, galt bei den Juden und Heiden als Schandpfahl, wie heutzutage die Galgen, somit war das die schimpflichste Strafe.(ChtS. 21) Die Kreuzigung fand statt auf einer kleinen Anhöhe nächst der Stadt Jerusalem, welche keltisch und hebräisch Golgatha, lateinisch Calvaria, deutsch aber Schädelstätte hieß.

6.     Viele Menschen glauben, daß Ich als Gott oder vorgeschrittener Geistmensch keine Schmerzen litt. Dieses ist jedoch nicht der Fall gewesen, sondern als Mensch konnte und mußte Ich leiden, um die Erlösung von der Erbsünde zu vollbringen, als Gott konnte Ich natürlich nicht leiden.

7.     Gelitten habe Ich aber seelisch und körperlich. An Meiner Seele erlitt Ich große Traurigkeit, („Jetzt ist Meine Seele betrübt“: Joh. 12, 27 ist falsch bei Matth. 26, 38 und nach der Aufklärung in der Zeitschrift „Die Liebe“ 1, 137)  im Garten Gethsemane aber so große Angst vor dem Leiden, welches Ich im Geiste durch das Hellsehen voraussah, daß Ich Blut schwitzte. Körperlich litt Ich die Leiden, welche Mir die Schläge und Mißhandlungen der Schergen des Kaisers seit Gethsemane bis zur Auslieferung an Pontius Pilatus verursacht haben; im Gerichtshofe des Pontius Pilatus aber die blutige Geißelung und die schandvolle Krönung mit der Dornenkrone; nach der Verurteilung litt Ich große Schmerzen durch das Tragen des schweren Kreuzes an Meinem zerschlagenen und durch Blutverlust kraftlosem Leibe, endlich die großen Wundschmerzen am Kreuze bis zu Meinem Tode.(ChtS. 21 Leidensgeschichte) Außerdem habe Ich seit dem Verhör beim Hohenpriester Kaiphas bis zu Meinem Tode allerlei Lästerungen, Verleumdungen, Verachtung, Verspottung und verschiedene andere Unbilden gelitten.(In der Leidensgeschichte ChtS. Nr. 21 und zum Teil bei den Evangelisten beschrieben)

8.     Das Leiden am Kreuze dauerte zwei und eine halbe Stunde, von drei bis halb sechs Uhr Nachmittags. Meinen Leib begruben dann Joseph von Arimathäa und der Hohepriester Nikodemus in ein neues, in Felsen gehauenes Grab, worin noch niemand war gelegt worden.(ChtS. 21)

9.     Doch trennte sich die Gottheit von der Seele nach Meinem leiblichen Tode nicht, weil Meine menschliche Seele die Weisheit Gottes Selber war ( 1. Kor. 1, 24), und daher konnte Sich die Gottheit Christi von Ihrer Seele nicht trennen. 

 

36. Der fünfte Glaubensartikel. 

Christi  Aufstieg in die Vorhölle, — und dessen Auferstehung am dritten Tage. 

Der fünfte Glaubensartikel lautet:

Aufgestiegen zu der Vorhölle, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten.

1.     Meine Höllenfahrt bestand darin, daß Ich die Seelen, welche auf Mich warteten, erfreute, indem Ich in himmlischer Verklärung unter sie trat und Meine Erlösung am Kreuze als erfüllt kundgab (Schluß des Leidensweges im Gebetbuch). Die Seelen waren nicht in der Unterwelt, sondern in den Höhen des Firmaments, und ihre (Vor-) Hölle war bloß der nicht erfüllte Wunsch, als Kinder zu ihrem göttlichen Vater gelangen zu können, daher eine Vorhölle, sonst der Prophetenhimmel genannt, wo reine Seelen als Selige wohnten und auf die Erlösung von der Erbsünde warteten. — Daß Samuel von der Unterwelt heraufstieg, hat dem falschen Glauben nach, — so geschehen müssen.( Lies nach in „Die Liebe“ 1, S. 26)

2.     Wäre die ewige Verdammnis der christlichen Kirchen so zu verstehen, daß der Mensch auf ewig verdammt bleibt, was hätte Ich dann in der Hölle zu suchen gehabt? Weil die Lehre vom Ewigverdammtsein eine Irrlehre ist, darum widerspricht sie sich selbst durch Meine Höllenfahrt.

3.     Da Ich Jesus mit Meinem göttlichen Geist und dessen göttlicher Seele in die Vorhölle aufgestiegen bin, so ist damit die Lehre begründet, daß die Seele nach dem Tode fortlebt, und nur sie für alles im irdischen Leben Getane verantwortlich ist.

4.     In die Vorhölle stieg Ich aber deshalb, damit Ich Meinen Sieg über den Satan und den Tod, den auf Mich seit Adam bis zum Kreuzestod wartenden Verstorbenen verkündete, daß die einst von ihnen im Geiste Adams mitbegangene Erbsünde getilgt und der Weg zum Vater wieder geebnet wurde.

5.     Der Sieg über den Satan bedeutet den Sieg über die Reize zum Weltlichen und über den geistigen Verführer dazu, dem Lügenfürsten Satan, der in den Menschen allerlei Gelüste und Begierden zum Genuß des Weltlichen einflößt und ihn geistig verfinstert.

6.     Der Sieg über den Tod bedeutet aber den Sieg über die Sünden der Welt, da die Sünde der geistige Tod der Seele ist.

7.     Hauptsächlich handelte es sich aber um eine ewige Erlösung der Altväter und des ganzen aus dem Adam und der Eva stammenden Menschengeschlechtes von der Erbsünde, welche man die Sünde des ersten Bundes nannte, wie Petrus im Hebräerbrief und Paulus an die Römer kundgeben; daher wurde Ich von Johannes dem Täufer das Lamm Gottes genannt, welches die Sünde der Welt hinwegnimmt ( Joh. 1, 29). Damit wurden auch die Stellen aus den Propheten des ersten Bundes erfüllt, so durch David ( Ps. 68, 19), der spricht: "Du stiegst in die Höhe und führtest Gefangene (durch die Erbsünde), mit dir; (da sie Mich von da an überallhin als ihren himmlischen Vater im Triumphzuge begleiteten). Eine andere Stelle durch Zacharia ( Zacharia 9, 11) lautet: "Du wirst entlassen Deine (durch die Erbsünde) Gefangenen im Blute Deines (neuen) Bundes.

8.     Es waren da die Altväter, die man sonst Patriarchen nennt, dann die Propheten und verschiedene andere Frommen, die früher verstorben sind, ehe Ich in die Vorhölle stieg. —

9.     Über die Erlösung aus der Vorhölle spricht König David ( Ps. 6, 9. 10 ) 1076 Jahre zuvor, indem er sagt: Es freut sich mein Herz und jauchzet meine Seele, auch mein Fleisch ruht sorgenlos. Denn Du (Jehova) wirst meine Seele nicht lassen in der (Vor-) Hölle.

19.   Die Ursache, warum Ich nach dem Tode Meines Fleischleibes wieder auferstand, ist folgende:

1. Weil die Stellen bei den Propheten und Meine eigenen Weissagungen mußten in Erfüllung gehen, so:

2. König David: Du Jehova wirst Deinen Geliebten nicht sehen lassen die Verwesung (Ps. 16, 10).

3. Hosea: Ich will sie aus der (Vor-) Hölle erlösen und vom (geistigen) Tod (der Erbsünde) erretten. Tod, Ich (Jehova in Jesus) will dir ein Gift sein; Hölle, Ich will dir dein Verderber sein. ( Hosea 13, 14)

4. Ich Jesus sagte bei der Tempelsäuberung ( Joh. 2,19-21) den Juden: Brecht ab diesen Tempel, so will Ich ihn in drei Tagen wieder aufrichten, da Ich damals von dem Tempel Meines Leibes redete.

5. Also sagte Ich auch nach den Evangelisten Matthäus ( Matth. 12, 22-40) und Lukas (Luk. 13, 31-33), daß Ich werde am dritten Tage wieder auferstehen.

6. Um der Welt einen unwiderlegbaren Beweis von der Wahrheit Meiner Lehre und der Göttlichkeit Meiner Person zu geben, wie Paulus schreibt:

7. Wäre Christus nicht auferstanden, so folgt, daß unsere Predigt vergeblich wäre, und vergeblich auch euer Glaube. ( 1. Kor. 15, 14)

8. Um den Menschen die Hoffnung zu stärken und den Beweis zu liefern, daß der Tod durch die Sündlosigkeit des Menschen überwunden wird, da der Tod nur die Folge der Sünde ist. Daher schreibt Paulus:

9. Nun aber ist Christus von den Toten auferstanden, als Erstling der Entschlafenen; denn durch einen Menschen (der Sünde: Adam) ist der Tod, und durch einen Menschen (ohne Sünde: Jesus) ist die Auferstehung von den Toten. ( 1. Kor. 15, 20. 21 )

11.   Meine Auferstehung fand statt am 27. März um 3 Uhr früh.

12.   Ich stand auf von den Toten aus Meiner eigenen Macht, unsterblich und glorreich als Überwinder des Todes  und des Teufels, wie Ich beim letzten Abendmahl sprach:

1. Darum liebet mich der Vater, weil Ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand nimmt es von Mir, sondern Ich gebe es von Mir Selbst hin; Ich habe die Macht, es wieder zu nehmen. (Joh. 10, 17. 18)

2. Petrus sagt im Hebräerbrief: Damit Jesus durch den Tod (für die Erbsünde) dem die Macht nehme, der des Todes Gewalt hatte, das ist, dem Teufel. ( Hebr. 2, 14 ) 

 

37. Der sechste Glaubensartikel.

Himmelfahrt und Richteramt Christi. 

Der sechste Glaubensartikel lautet:

Aufgefahren in den Himmel, sitzet zu der rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters.

1.     Meine Himmelfahrt ( Kundgabe 1, 57; Luk. 24, 50. 51) fand statt am vierzigsten Tage nach Meiner Auferstehung, das ist am 7. Mai, in  Gegenwart Meiner Jünger und Freunde, deren es 670 gab, und zwar auf dem Ölberge. ( Apg. 1, 9; 1. Kor. 16, 6)

2.     Paulus schrieb darüber an die Kolosser: Wenn ihr nun (geistig) mit Christus auferstanden seid (indem ihr das Welttümliche verlassen habet), so suchet, was droben ist, wo Christus ist, Der zur Rechten Gottes sitzet. ( Kol. 3, 1 )

3.     Jesus sitzet zur rechten Hand Gottes, heißt aber soviel als: Daß Ich im Besitze der höchsten oder göttlichen Gewalt und Herrlichkeit über alles im Himmel und auf Erden bin, wie Ich am Himmelfahrtstage sagte:

4.     "Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. ( Matth. 28, 18 – Vgl. ChtS. 37, 53)

  

38. Der siebente Glaubensartikel.

Das Weltgericht Jesu Christi.

Der siebente Glaubensartikel lautet also:

Von dannen Er kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten.

1.     Diese Weissagung geht nun in Erfüllung; denn die Zeit des Weltgerichtes ist bereits da, weil die Menschen Gott vergessen haben, Ihn leugnen und freventlich gegen alle Gebote Gottes sündigen.

2.     Meine Wiedergeburt geschah in den Wolken des Himmels, welche sind Meine Vaterworte, durch welche Ich in eigener Person spreche, die aber Meine Person verhüllen und man bloß Meine Worte hört, Mich aber nicht sieht; ferner, Ich komme mit großer Macht der Natur-, Elementar- und Weltereignisse und in großer Herrlichkeit Meiner Mir folgenden Kinder. ( Matth. 24, 30; - 26, 64)

3.     Ich komme, um das Weltgericht zu halten und die Lebendigen und die Toten zu richten, wie Petrus in der Apostelgeschichte berichtet.( Apg. 10, 42) Unter den Lebendigen versteht man die Gerechten, unter den Toten die Sünder.

4.     Ich werde die Menschen zuerst belehren lassen, was gut oder schlecht ist, und dann werde Ich sie nach ihrem Leben und Handeln nach der Lehre richten, indem Ich diejenigen, welche die Lehre angenommen und befolgt haben, mit dem ewigen Leben belohnen werde, die Anderen, welche den vorangestellten Anforderungen des Lebens und Handelns nach der Lehre nicht nachkommen werden, werde Ich mit dem Leibestode bestrafen und recht bald ins Jenseits ( 2. Kor. 5, 10; - Matth. 25, 46 ist nur geistig zu verstehen, nicht aber materiell) hin übernehmen; da sie für das neue himmlische Reich der Liebe auf Erden nicht taugen. — 

 

39. Der achte Glaubensartikel.

Der Glaube an den heiligen Geist.

Der achte Glaubensartikel lautet also:

Ich glaube an den heiligen Geist.

1.     Der heilige Geist ist die Willenskraft Gottes, alles das ins Werk zu setzen, was die Liebe und Weisheit in Gott  zu vollführen beschlossen haben.

2.     Um die Wirksamkeit des heiligen Geistes in Gott zu verstehen, muß man Ihn mit dem stammverwandten   Nervengeist im Menschen vergleichen, der eben auch die wirkende Willenskraft des Menschen ist, was dessen   Liebe und Weisheit ins Werk zu setzen beschlossen haben.

3.     Der heilige Geist geht vom Vater und Sohn zugleich aus, weil der Vater mit dem Sohne Eins ist, oder weil die  Liebe und Weisheit in Gott geeint sind.

4.     Der heilige Geist heiligt den Menschen durch Seine Gnade:

1. daß der Mensch die Buße für seine Sünden tun kann, ( Röm. 1, 4)

2. daß er im Stande ist, den Willen Gottes ( Philipper 2, 13) zu erfüllen,

3. Er heiligt ihn durch die Gaben und Gnaden der sogenannten "Wiedergeburt des Geistes",welche ist die Feuertaufe des heiligen Geistes, von der Johannes der Täufer spricht und mit der auch die Jünger zu Pfingsten getauft und begnadigt worden sind. (1. Kor. 12; - ChtS. 37, 37)

5.     Die Gnaden und Gaben in der Wiedergeburt sind folgende:

- Die Lehrgabe der Weisheit,

- die Lehrgabe der Wissenschaft,

- die Kraftgabe des felsenfesten Glaubens,

- die Kraftgabe, die Kranken zu heilen,

- die Gabe der Wunderkraft,

- die Gabe der Weissagung oder Prophezeiung,

- die Gabe, die Geister zu unterscheiden,

- die Sprachengabe,

- die Gabe der Auslegung der Heiligen Schrift,

- die Kraftgabe des Wortes,

- die Kraftgabe des Gebetes,

- die Gabe der Willenskraft,

- die Gabe, Andere zu lehren,

- die Gabe der Beredsamkeit,

- die Gabe des Hellsehens, Hellhörens und Hellfühlens,

- die Gnade der Kraft, böse Geister (Teufel) auszutreiben,

- die Gnade, daß die Gifte unschädlich wirken,

- das innere Wort,

- die Gabe der geistigen Kräfte,

- die Gabe der Tugenden,

- die Gnade und Gabe der Liebe, der Freude und Wonne,

- die Gnade der Geduld und des inneren Friedens,

- die Gnade der Demut,

- die Gnade der Sündenfreiheit. ( ChtS 37, 37) 

 

40. Der neunte Glaubensartikel.

Der neunte Glaubensartikel lautet:

Die heilige Christuskirche, Gemeinschaft der Seligen.

1.     Wie es nur einen Gott in Christo gibt, also kann es nur eine wahre Christuskirche geben, und wenn diese nicht im Herzen der Menschen ist, wo Mein Geist wohnt, so ist sie nirgends, weil Christi Geist, den man den heiligen Geist (siehe „Christus und die Bibel“ Kap. 18 „Geist Gottes im Menschen“) und lebendigen Gott nennt, nur im Herzen der liebevollen Menschen lebt und durch sie wirkt.

2.     Daher ist die wahre und alleinseligmachende Kirche im Sinne Gottes ein reines, Gott über Alles und den Nächsten wie sich selbst liebendes Menschenherz, denn ein solches Herz ist die wahre und heilige Christuskirche.

3.     Die Beweise, daß die heilige Christuskirche nur ein liebereiches Menschenherz ist, sind in Meinen göttlichen Tatsachen begründet, welche sind das durch Mich Christus geoffenbarte Geheimnis der Liebe Gottes zu den Menschen, in Bezug ihrer Abstammung, ihrer Vergeistigung und ihrer Vergöttlichung, worüber folgende Beweise die Wahrheit der Tatsachen beleuchten:

1. Ich bin das geistige Leben der Welt, daher soll niemand Gott in der toten Materie der von Menschen erbauten Kirchen suchen, weil das Leben nur mit Leben wieder Leben nach dem Geiste hervorbringen kann.

2. Weil nach dem Sendschreiben, die Paulus an die Korinther und Römer schrieb, Gott nur im Herzen Seiner Kinder wohnt.

3. Ich bin heilig, zufolge Meiner Liebe, welche das Urlicht der Unendlichkeit ist, und weil nur dieses Urlicht die Urzentralsonne aller geistigen Sonnen Meiner Kinder ist.

4. Weil Ich im absoluten Zustande in diesem Urlichte wohne, und weil Ich überheilig und daher unnahbar bin (1. Tim. 6, 16) und von da Meine Liebe zu der Welt Meiner Kinder strömen lasse.

5. Weil aus diesem Urlichte, welches ist die unendliche Liebe Gottes zu Meinen Kindern, durch Mich Jesus die Erlösung von der Erbsünde (Paulus schreibt an Epheser 5, 25.27 : Christus hat die Gemeinde geliebt und Sich Selbst für sie - durch das Leiden und den Tod – hingegeben, um sie zu heiligen und zu reinigen (von der Erbsünde), damit Er sie Ihm Selbst darstellte (als) eine Gemeinde, die herrlich sei, die keine Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen haben, sondern daß sie heilig und unbefleckt sei.) und der daraus entstandenen Sünden des Alten Testaments, durch das Leiden und Sterben auf Golgatha und zugleich auch das Heil der Kindschaft Gottes den Menschen erbracht worden ist.

 

41. Was sagt Gott, wann bauen sich die Menschen Götzentempel, heutzutage Kirchen genannt?

1.     Ich ließ durch den Propheten Hosea aufschreiben, daß die Menschen sich mit allerlei sogenannten Heiligenbildern und Heiligenstatuen ausgeschmückten Götzentempel, die man heutzutage "Kirchen" nennt, dann bauen, wenn sie auf Gott vergessen.(Hosea 8, 14. Näheres im Buche „Die heilige Dreieinigkeit“, 1. Auflage S. 9. 10; 27, 11-18)

2.     Wenn die Christen solche Götzenkirchen bauen und darin nach Priesterlehre beten, so verfallen sie in das christliche Heidentum, weil sie neben dem Alleinheiligen, (Joh. Evangelist hat die Seligen im Himmel so singen gehört: ... Herr Gott! Allherrscher ... König der Völker ... Du allein bist heilig - Offbg. 15,4 - Wenn Gott allein heilig ist, dann gibt es selbstverständlich keine anderen Heiligen) noch eine Menge falsche Heilige anbeten, welche die habsüchtigen Priester zu Heiligen, was soviel heißt als zu Göttern willkürlich und gegen das erste Gebot Gottes (Du sollst keine anderen Götter neben Mir haben (2. Mos. 20, 3)) aufgestellt haben, damit die Leichtgläubigen dafür Opfer der Kirche darbringen.

3.     Ich sagte durch Hosea deshalb, daß die Menschen sich dann Götzentempel bauen, wenn sie  Gott vergessen, weil es von Mir durch Moses streng verboten war und ist, noch sonst irgend welche Bilder und Statuen neben Mir aufzustellen (Du sollst keine anderen Götter (was gleich Heilige heißt) neben Mir haben. - Du sollst dir kein Schnitzbild , noch irgendein Abbild dessen machen, das im Himmel oben, und das auf Erden unter der Erde ist. - Du sollst sie nicht anbeten; ... denn Ich Jehova, dein Gott, der heimsucht die Missetat der Väter an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied. -(2. Mos. 20, 3-5)  und zu ihnen um Hilfe zu bitten und zu beten, wie es in den römischkatholischen Kirchen geschieht.

 

42. Kirche und Zeremonien.

1.     Kirchliche Zeremonien sind christliches Heidentum, weil Ich Christus als Gott keine Zeremonien in Meiner Lehre zu üben eingeführt habe, sondern die Zeremonien hat die römische Kirche in späteren christlichen Jahrhunderten aus heidnischen Zeremonien im Alten und Neuen Testament in das Christentum willkürlich und gegen Meinen göttlichen Willen nach und nach übertragen und eingeführt.

2.     Ich habe, wie vorn gesagt, nie befohlen Tempel oder Kirchen zu bauen, da Ich in keinem Tempel und in keiner Kirche, sondern bloß in Menschenherzen wohne.

3.     Es fragt sich: Wie steht es dann mit der Aussage Jehovas, daß Ihm der Sohn Davids ein Bethaus bauen soll?

4.     Diese Aussage wurde falsch verstanden, denn Ich als Jehova habe damit kein materielles, sondern ein geistiges Bethaus im Herzen der Menschen gemeint.

5.     Was habe Ich durch den Propheten Nathan (2. Sam. 7, 12-16) an David durch folgende Worte der Prophezeiung sagen wollen: 12: Wenn nun deine Zeit (des Lebens) hin ist, und du bei deinen Vätern (tot im Fleischleibe) liegest, will Ich deinen Samen nach dir erwecken, und der von deinem Leibe kommen soll, dem will Ich sein Reich bestätigen.(?)

6.     Damit wollte Ich sagen, daß nicht Salomo Mir ein Bethaus bauen soll, sondern daß dieser Sprössling Davids künftig einmal aus Davids Samen (welche später Maria war) erweckt werde.

7.     Dieses folget daraus, weil man aus einem verfaulten Fleischleibe, der in der Gruft unter den Toten liegt, keinen Nachkommen nach menschlichen Begriffen erwecken kann; — und weil Salomo zur Zeit, als sein Vater starb, schon ein erwachsener 38 Jahre alter Mann (Mitteilung des Vaters Jesus am 21.1.1903 an Schumi) war. Somit kann die Weissagung unmöglich auf Salomo bezogen werden, der gleich nach seines Vaters Tode den Thron bestieg.

8.     Der Vers 13 dieser Prophezeiung lautet: "Der soll Meinem Namen ein Haus bauen, und Ich will den Stuhl seines Königreiches bestätigen auf ewig!"

9.     Der Sinn dieses Verses ist so zu deuten: Wenn unter dieser Prophezeiung Davids oder Salomos weltlicher Königsthron gemeint gewesen wäre, dann wäre Jehovas Verheißung, daß Er dessen Königsstuhl auf ewig bestätigen will, eine Lüge, weil der weltliche Thron des Hauses Davids schon längst vor der Ankunft des Messias von der Welt verschwunden war.

10.   Der Vers 14 lautet: "Ich will Sein Vater sein und Er soll Mein Sohn sein", womit gesagt wird, daß dieser Nachkomme Davids nicht eigentlich Davids Sohn, sondern Gottessohn sein wird, da Jehova und nicht David sein eigentlicher Vater sein wird. — Daraus klärt sich der Sinn der Prophezeiung, daß der geweissagte Nachkomme Davids niemand anderer ist, als Jesus Christus, der Mensch gewordene Gott Selber, der nach Seiner göttlichen Weisheit (1. Kor. 1, 24) "Gottessohn" benannt wurde.

11.   Wie soll Meine Verheißung in den Versen 12 und 13 aufgefaßt werden, wo es heißt, daß Jehova den Thron des Königreiches Jesu auf ewig bestätigen will?

12.   Ich, Jesus, heiße schon als neugeborenes Kind ein Fürst des Friedens.(Jes. 9,5) Und vor Pilatus sagte Ich offen, daß Ich ein König bin, aber Mein Reich nicht von dieser Welt ist.(Joh. 18,36. 37)  Somit bedeutet die Verheißung Jehovas, daß Er dem Davidsohn Jesus Seinen geistigen Thron des Friedens im Herzen der Menschen auf ewig bestätigen wird.

13.   Der Vers 16 heißt: "Aber Dein Haus soll beständig sein ewiglich vor Dir, und Dein Stuhl soll ewiglich bestehen."

14.   Weil Davids weltlicher Königsthron noch im Alten Testament einging, daher konnte unmöglich dieses damit gemeint sein, sondern der geistige Thron des Sohnes Davids, Jesus Christus, als geistiger Friedensfürst der Menschen. Da Ich, Jesus, ein Sprosse des Hauses Davids bin, wird das Haus und der Thron Davids geistig in Jesus Jehova Zebaot ewiglich fortbestehen.

15.   Allein Ich, Jesus, als dieser in der Prophezeiung genannte Sohn Davids habe nie ein Bethaus gebaut oder zu bauen gesagt. Denn Ich, Jesus, als geistiger Repräsentant des geistigen Thrones Davids, war berufen einen geistigen Thron im Herzen der Menschen, eine Wohnung der Liebe zu Gott und dem Nächsten, durch Meine göttliche Lehre der Liebe zu erbauen und dieses Haus der Liebe Gottes im Herzen der Menschen habe Ich erbaut durch die Lehre der Liebe, die Ich vortrug und lehrte.

16.   Aus der besprochenen Prophezeiung folgt, daß es geschichtlich aus Meinem Leben als Jesus erwiesen ist, daß Gott nie ein Bethaus aus Holz oder Stein hat aufzubauen anbefohlen, sondern daß Salomo aus Missverständnis des Buchstabensinnes der Weissagung den Tempel zu Jerusalem erbaut hatte. (ChtS. 37, 77; - Lies darüber auch Christus und die Kirche)

17.   Da Ich keine Kirche zu bauen gesagt habe, — soll denn dann auch keine mehr gebaut werden?

18.   O ja, sie kann schon gebaut werden, aber nur als ein Versammlungslokal der Gläubigen, allein ohne Altäre und Bilder- und Statuenschmuck, sogenannte "Heilige" darstellend. Denn als Versammlungslokal hat sie nur den göttlich-geistigen Zwecken zu dienen, welche sind: Predigen, Liebesmahl einnehmen und sich über geistige Sachen öffentlich und frei zu besprechen und belehren zu lassen. (Heilige Dreieinigkeit S. 78)

19.   Denn die wahre Christuskirche erkennt man aus sieben Merkmalen und diese sind:

- Die Einigkeit des Glaubens, (Paulus schreibt an die Epheser (4, 5. 6): Es ist ein Herr, ein Glaube und eine Taufe, (welche ist die Taufe des heiligen Geistes nach der Lehre des Johannes des Täufers, Joh. 1,33); und ein Gott und ein Vater aller, Der ist über alle und durch alle und in uns allen. (Und) Er ist nicht ein Gott der Uneinigkeit, sondern des Friedens, wie ich in allen Gemeinden der Gläubigen lehre (1. Kor. 14, 33);  Mark 16,15; Matth. 28, 19. 20))

- Die Gottes- und Nächstenliebe,

- Die Geduld gegen die Schwächen, Fehler und Irrtümer des Nächsten,

- Barmherzigkeit gegen Arme und Bedürftige,

- Keuscher Lebenswandel in Gedanken, Worten und Taten,

- Friedenspflege mit jedem Menschen,

- Selbstlosigkeit in großem Bedürfnis des Nächsten.

20.   Die wahre Christuskirche nennt sich auch "Christusgemeinde", und diese ist die Gemeinschaft und Einheit der Bekenner des Glaubens nach Meiner wahren Lehre, die man sonst die christliche Theosophie nennt.

21.   Die heilige Christuskirche ist eben eine Weltkirche, weil Ich ihr Stifter, ein geistiger König der Welt bin, und Ich Selber zu Meinen Jüngern sagte: Gehet hin in die ganze Welt und prediget das Evangelium vom Reiche Gottes allen Menschen.

22.   Die wahre Kirche ist heilig:

- weil Ich, ihr Stifter Jesus Christus, der heilige Geist Gottes bin,

- weil ihre Lehre die Weisheit Gottes ist,

- weil sie die gläubigen Befolger der Lehre heiligt

- weil sie in ihrer Reinheit der Grundsätze unantastbar ist,

- weil die Verbreiter dieser Lehre die wahren Diener Gottes sind, (Paulus schrieb an die Epheser (2,20): Ihr seid erbaut auf die Grundfeste der Propheten und Apostel, während Jesus Christus Selber der Haupteckstein ist)

- weil sie ewig ist, wie Ich, ihr Stifter, und

- weil sie die Menschen zu Kindern Gottes, daher zu Göttern bildet.

23.   Meine echte Christuslehre unterscheidet sich von den christlichen Kirchen und Sekten dadurch, daß in den Kirchen und Sekten überall Verschiedenheiten in der Auslegung der Heiligen Schrift, und in der Lehre verschiedene Ansichten bestehen, welche sich gegenseitig widersprechen, weil es so viele Oberhäupter gibt, als christliche Kirchen und Sekten bestehen, und weil jeder nach seiner Ansicht, die ihm unterstehende Gemeinde oder Sekte lehrt und vertritt, während in der echten Christuslehre Ich Jesus Christus Selber der Lehrer und das Haupt der Kirche und Gemeinde (Epheser 5, 23) bin, die Ich dadurch Mein eigenes Wort lehre und leite und daher regiert die Einheit des Glaubens in der echten Christuslehre.

24.   Der Unterschied zwischen der Religion der christlichen Kirchen und Sekten und der echten Christuslehre ist auch der, daß sich die ersten mit großer Heftigkeit bekämpfen, verleumden und verfolgen, während in der echten Christusreligion nie Zwietracht und Spaltung entstehen kann und darf, wenn die Bekenner sich nach der Vorschrift halten, daß niemand eine neue Ansicht oder Lehre aufbringen und vertreten darf, wenn sie nicht von Christo Selber diktiert wurde, da es nach Matthäus Kap. 23,10 nur einen Lehrmeister gibt und dieser ist Christus, und weil die christliche Theosophie kein sichtbares, weltliches Oberhaupt des Glaubens anerkennt, sondern Jesus Christus ist Selber ihr Haupt der Gemeinde, Der sie durch Sein eigenes Wort lehrt und leitet.

25.   Meine Order an Petrus: Weide Meine Lämmer, weide Meine Schafe bedeutet, daß Petrus das junge und alte Volk lehren und leiten soll; denn Meine Lämmer und Schafe sind Kinder und erwachsene Menschen.

26.   Aber damit war kein Vorzug für Petrus vor anderen Mitaposteln eingeräumt und Petrus zu einem Oberhaupt der Apostel und der Gemeinde ernannt, sondern es ist bloß dieselbe Order an Petrus allein, die später am Ölberge bei der Himmelfahrt an alle Apostel zusammen samt Petro gegeben wurde, welche lautet: Gehet unter alle Völker und lehret sie Mein Evangelium und weihet sie ein in die Liebe des Vaters, in die Weisheitslehre des Sohnes und durch die Kraft des heiligen Geistes, zu einem festen Glauben.

27.   Die Beweise, die dartun, daß Petrus mit den Worten: Weide Meine Lämmer, weide Meine Schafe! nicht zum Oberhaupt der Apostel und der Gemeinde ernannt wurde, sind folgende:

1. Meine Jünger und Apostel sind keine Lämmer (das ist Kinder oder Jungen), sondern vollkräftige, zum Teil bejahrte Männer gewesen; — sie waren auch keine Schafe, weil die Schafe einen Hirten haben müssen, der sie weidet, Meine Jünger waren aber selbst Hirten, weil ausgebildete Männer in der Religion Christi durch Mich, Jesus, Selber.

2. Daß Petrus kein Oberhaupt war, bezeugt auch die Tatsache, daß Paulus im Jahre 51 von drei Säulen der Gemeinde zu Jerusalem: Johannes, Jacobus und Petrus spricht, nicht aber von einer Säule oder von einem Oberhaupt Petrus.

3. Ferner, Paulus ist nicht von Petrus als Apostel aufgestellt worden, im Gegenteil, Petrus ist in Antiochia vom Paulus sogar sehr scharf gerügt worden, daß er selber das nicht hält, was er von Anderen zu halten verlangt, — und schließlich ist Paulus im Jahre 51 bei der ersten Religionsversammlung gegen alle Apostel aufgetreten, hat sie gar scharf aufs Korn genommen und sie belehrt, daß ihre Judochristenmacherei aus Heiden eine Irrlehre ist.

28.   Daraus geht hervor, daß Ich Petrum nie zum Oberhaupt der Religionsgemeinde und der Apostel aufgestellt habe. Wie es sich mit den Schlüsseln Petri verhält, lies unter dem Schlagwort 'Sünden'.

29.   Die Wahrheit, ob eine bisher unbekannte Lehre echt oder von Mir, dem Vater Jesus gegeben ist, erkennt man dadurch, wenn auf demütiges Bitten um Aufklärung der Wahrheit, überall, wo man bei einem verlässlichen Schreiber Gottes anfragt, Ich, Jesus Selber die Tatsache als wahr und von Mir stammend erkläre.

30.   Es gibt übrigens auch in der Christlichen Theosophie Leiter der Gemeinde der Bekenner dieses Glaubens, und nämlich sind es die Wiedergeborenen, oder der Wiedergeburt Nahegekommenen, welche Gott Selber als Leiter der Brüder bestimmt, damit sich die Brüder immer an ihren Leiter wenden und ihn befragen können, wenn sie über eine oder andere Sache nicht wissen, ob sie selber recht verstehen. Doch der Hauptleiter bin Ich, der Vater Jesus Selber, da auch der aufgestellte Leiter von Mir die Erklärung über fragliche Sachen einholen muß.

31.   Daher sollet ihr euch bei der Ausdeutung Meiner Vaterworte, wo sie einen geistigen Sinn in sich bergen, durch ein Medium an Mich wenden, da nur Ich durch Meinen heiligen Geist diese ausdeuten kann, und durch Meine Schreibmedien diktierend, sie zum allgemeinen Wissen der Wahrheit veröffentlichen lasse.(ChtS. 64, 219; - 37; 75)

32.   Meine wahre Kirche und Gemeinde ist auf den felsenfesten Glauben, daß sie die Wahrheit ist, gebaut, weswegen Ich den Simon Jonas Sohn einen Fels, Petrus oder Kephas nannte, weil Simon Jonas Sohn einen Wahrheitsglauben hatte: Ich, Jesus, sei der Sohn Gottes und der verheißene Messias.

33.   Darum sagte Ich zu Petrus: Simon Jonas Sohn! Ich sage dir: Du bist Fels (hebräisch Kephas, lateinisch Petrus) und auf diesen Fels will Ich Meine (Kirche oder) Gemeinde bauen und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.(Matth. 16, 17. 18)

34.   Die hier genannten Pforten der Hölle sind diejenigen Menschen, welche in ihrer Geistesfinsternis die wahre Christuskirche bekämpfen, sie verleumden, verunglimpfen und in Wort und Tat verfolgen.

35.   Es fragt sich: In welches Bethaus soll nun der Mensch beten gehen, wer ist der Opferpriester darin und wo wohnt Gott?

36.   Der Mensch soll an welchen Ort er immer will und mag — aber immer in sein stilles Kämmerlein des Herzens beten gehen; denn

1. des Menschen Leib ist ein lebendiger Tempel Gottes, (Lies in den Kapiteln über den Tempel Gottes und das Allerheiligste)

2. die Seele ist der wahre Opferpriester darin, da sie durch die Lebensbuße, indem sie durch die Selbstverleugnung vor der Welt und Entsagung auf die Freuden der Welt in allem, was sie denkt, wünscht, spricht und tut, ihrem Gott sich täglich aufzuopfern hat, und

3. da das Allerheiligste oder Gott Selber als Gottgeist im Herzen der Seele wohnt, daher hat der Mensch aus Liebe seines Herzens Gott im Geiste; und durch Betätigung in der Nächstenliebe, in der Wahrheit anzubeten.

 

43. Die Gemeinschaft der Seligen.  

1.     Rechtgläubige Christen haben mit den Seligen dadurch die Gemeinschaft, daß sie Alle einen Glauben haben, der sie zur Übung der friedlichen Einigkeit, zur Gottes- und Nächstenliebe, zur Demut, Geduld, Barmherzigkeit und Reinheit des Lebens lehrt und leitet.

2.     Die Gläubigen auf der Erde haben noch diese Gemeinschaft untereinander, daß sie für die Bekehrung aller Menschen beten und Gott gefällige Werke damit tun, daß sie trachten ihre Mitmenschen durch gute Beispiele, geistige Belehrungen und durch Hinweis auf gute geistige Bücher, sie zur Wahrheit der göttlichen Lehre zu führen.

3.     Der Wert des Gebetes ist schon den Alten bekannt gewesen, so hob Onias an und sprach: Das ist der Freund der Brüder, des Volkes Israel; der ist es, welcher soviel für das Volk und die ganze heilige Stadt Jerusalem betet, Jeremias der Prophet Gottes. (Machab II. 15, 14)

4.     Also sagt auch Mein Jünger Jakob (Jak. 5, 16): Betet für einander, damit ihr das Heil erlanget; denn viel vermag das beharrliche Gebet des Gerechten.

5.     Rechtgläubige Christen sind unter einander die Glieder der Gemeinde Christi.

6.     Das Haupt der Glieder der Gemeinde Christi bin Ich, Jesus Christus aber Selber. Es folge nun eine Aufklärung über die Urgemeinde Christi. Ich habe einige durch selbsteigene Belehrung zu Jüngern ausgebildet, woraus 12 Apostel auserwählt wurden. Später nach der Pfingsttaufe sind durch Auserwählte, d.h. Wiedergeborene, Prophezeiungen, Lehren und sonstige Gaben des heiligen Geistes gegeben worden, wodurch die verschiedenen Benennungen als Apostel, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer irrtümlich als von Mir Christus verordnet, angenommen wurden, was der Wahrheit widerspricht. —

8.     Alle die Begnadigten waren berufen, die Wahrheit zu üben durch die Liebe am Nächsten und zu wachsen in den Tugenden in Mir, da Ich Christus das Haupt bin, durch welches der ganze Leib zusammengefügt und verbunden wird; und daß mittels der Hilfeleistung aller Gelenke, nach der einem jeden Gliede zugemessenen Wirksamkeit, sich das Wachstum zu seiner erbauenden Besserung in Liebe erhält.( Ephes. 4.11. 15. 16)

9.     Paulus (Römer 12, 4.5) schreibt an die Römer: Gleicherweise, als wir in einem Leibe viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe und gleiche Verrichtung haben, also sind wir auch viele ein Leib in Christo, aber untereinander sind wir bloß einzelne Glieder des Ganzen.

10.   Die Menschen haben die geistige Gemeinschaft mit den seligen und unseligen Geistern des Jenseits. — Die seligen Geister sind diejenigen, welche in paradiesischen oder himmlischen Gegenden weilen, die unseligen Geister sind aber diejenigen, welche die Finsternis der Höllen bewohnen.

11.   Die Gemeinschaft, welche die Menschen mit den Seligen im Paradiese und im Himmel verbindet besteht darin, daß die Menschen sich an diese mit allerlei Bitten wenden, um diese dazu zu bewegen, ihnen in irdischen Nöten zu helfen.

12.   Die Menschen werden erhört, aber je nachdem, um was sie bitten; betrifft die Bitte irdische Angelegenheiten, welche, wenn erhört, ihnen geistigen Schaden bringen würde, so wird sie nicht erhört; betrifft sie aber geistiges Wohl, dann bin Ich, Jesus Selber, Der euch erhört, nicht aber die Seligen. Ausnahmen finden statt, aber sie sind selten. (im Gebetbuch mehr darüber)

13.   Allein, das Bitten bei den seligen Geistern ist nicht gerechtfertigt vor Gott, weil die Seligen ebenso ihre Aufgabe haben, sich immer höher zu schwingen, um näher zu Gott zu kommen, wie die Menschen. Durch das Anrufen aber stört man sie in ihrer Aufgabe und zieht sie in die Händel der Materie und der Welt.

14.   Man soll sich daher an niemanden sonst als Mich, Jesus Christus, wenden, da Ich in der Brust eines jeden Menschen wohne und mit dem Menschen sein Leid und Freud teile, daher als Mitbeteiligter auch erhöre, wenn die Bitte ernst und richtig vorgetragen wird und nicht gegen das Heil des Menschen ist.

15.   Die Gemeinschaft, welche ihr mit den unseligen Geistern der Hölle habet, da die unseligen Geister der Hölle, die ungeistig auf der Welt gelebt habenden Menschen sind, ist die, daß ihr für sie betet, damit sie Gott erleuchte, daß sie ihre Fehler und Sünden erkennen, sich bekehren und ein geistiges Leben zu führen anfangen, wodurch sie sich von der Hölle erlösen und in das untere Paradies zur weiteren Lebensentwicklung des Geistes kommen.

16.   Das Beten für Verstorbene ist ein Werk der Nächstenliebe, weil besonders in heutiger Zeit nahe alle Menschen in die Hölle kommen, da sie nach falscher, daher antichristlicher Lehre gelebt und damit sich die Hölle als Heimat im Geisterreich erarbeitet haben.

17.   Die heilbringende Wirkung für Verstorbene zu beten war schon im Alten Testament bekannt, indem es bei Makkabäern (Machab II, 12, 46) hieß: Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie von ihren Sünden erlöst werden. 

 

44. Der zehnte Glaubensartikel.

Die Vergebung der Sünden.

Der zehnte Glaubensartikel lautet:

Vergebung der Sünden.

1.     Unter der Bezeichnung Sünde sind einbegriffen all diejenigen Vergehen, welche der Mensch gegen Gott oder den Nächsten begeht.

2.     Wenn aber der Mensch an sich selbst ein Verbrechen begeht, sei es Verstümmelung des Körpers, das Krankmachen desselben oder der Selbstmord, so ist er vor Gott derselbe Verbrecher, als wenn er an seinem Nächsten das Verbrechen begangen hätte.

3.     Jede Sünde begeht die Seele, weil der Fleischkörper nur ein durch sie belebtes Werkzeug ihrer Betätigung ist.— Darum muß dann nur die Seele die Sünde abbüßen, weil sie die Genießerin des Erfolges ist, und darum kommt nur sie nach dem Leibestode in die Finsternis und Qualen der Hölle, während der Körper schmerzlos der Erde übergeben, verfault.

4.     Jedoch werden durch die Reue, Abbitte bei Mir und Lebensbuße, alle diejenigen Sünden vergeben, welche der Mensch begeht, nachdem er anfing zu unterscheiden, was gut und böse ist, was aber vor dem achten Jahre nicht der Fall ist.

5.     Das Recht, die Sünden zu vergeben, hat immer derjenige, der durch den Sünder die Beleidigung, Kränkung, materielle Schädigung oder körperliche Verletzung erlitten oder erduldet hat, da ihr auch immer demjenigen zahlen müsset, welchem ihr schuldet.

6.     Denn ich habe nie gesagt, daß fremde Personen, denen die begangene Sünde nichts angeht, die berechtigten Mittler sind, welche die begangenen Sünden zu vergeben haben, sondern das ist eine Mißdeutung Meiner Worte; denn mit demselben Rechte könnte dann ein jeder sagen, daß er der Berechtigte ist Sünden zu vergeben den Priestern, und hätte das volle Recht, zu verlangen, daß sie zu ihm beichten gehen müßten, weil sie nicht von Mir, Christus, gelehrt und eingesetzt sind, sondern durch weltliche Seminarschulen empor gebildet, daher nicht Meine Jünger, noch Bevollmächtigte, noch Begnadigte sind, wie Meine Jünger durch die Pfingsttaufe es waren, sondern mit Gewalt eingeschlichene Wölfe unter Meinen Schafen.

7.     Die Worte aber, welche Ich sprach, als Ich nach der Auferstehung zu Meinen Jüngern kam und sagte: Empfanget den heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie auch im Himmel nachgelassen, und welchen ihr sie vorenthalten werdet, denen sind sie auch im Himmel nicht (Joh. 29, 22. 23; - Matth. 16, 19; - 18,18)  vergeben! bedeutet, daß sie als Brüder zu allen Menschen auch das Recht haben, das angetane Unrecht ohne Priester zu vergeben, weil es in der Vorschrift des Tempels war, daß niemand ohne Erlaubnis der Pharisäer vergeben durfte, somit sind die Beichtpriester direkt die Nachfolger der Pharisäer, da sie, wie im Tempel zu Jerusalem — auch das Vorrecht an sich gerissen haben, daß sie allein die Berechtigten sind, die Sünden zu vergeben.

8.     Der Ausspruch an Petrus: Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; und was du auf Erden binden wirst, das soll auch im Himmel gebunden sein; und was du auf Erden lösen wirst, das soll auch im Himmel gelöst sein; bedeutet: Was du auf Erden deinem Nächsten übel nehmen wirst, wird auch im Himmel dir Petrus als deine Unversöhnlichkeit übel genommen, was du aber ihm verzeihen wirst, wird auch im Himmel vergeben.

9.     Die Beweise, daß Mein Ausspruch nur auf diese Art richtig ausgedeutet ist, sind folgende:

1. Weder Ich, noch die Apostel haben je eine öffentliche Ohrenbeichte angehört.

2. Es hat nie stattgefunden, daß Petrus, oder die übrigen Apostel diesen Ausspruch im wörtlichen Sinne nach römischer Art gedeutet hätten.

3. Ich habe gesagt und Meinen Jüngern und Aposteln fest angeordnet: Ihr sollet euch nicht Rabbi, das heißt Lehrer, nennen; denn nur Einer ist euer (aller Menschen) Lehrer (nämlich Ich Jesus), ihr (Menschen) aber seid alle Brüder (weil Kinder Gottes)! — Auch sollet ihr Keinen unter euch auf Erden einen (geistigen) Vater nennen; denn bloß Einer ist euer (geistiger) Vater, der im Himmel ist, als Kinder Gottes, seid aber Brüder und Schwestern untereinander. — Lasset euch nicht Lehrmeister nennen; denn (bloß) Einer ist euer Meister, nämlich Christus. — Der Größte unter euch soll euer aller Diener sein. (Matth. 23, 8-11)

10.   In diesen Meinen Aussprüchen ist klar ausgedrückt, daß die Menschen sich nicht selbst oder jemanden anderen aus Willkür und Mißbrauch der Gewalt, zu Herrn über ihre Mitbrüder erheben dürfen, um sie geistig oder materiell zu knechten, somit auch nicht zu Lehrern, geistigen Vätern, noch Beichtvätern, noch gewalthabenden Lehrmeistern aufstellen dürfen, sondern, daß wer der Größte im Sinne Meiner Lehre sein will, der soll durch seine Liebe, Demut und Barmherzigkeit ein Diener Aller sein.

11.   Aus diesen Meinen Aussprüchen sind die Schlüssel Petri klar dargetan, daß sie bloß die liebevolle Versöhnung und Vergebung unter einander bedeuten, nicht aber ein Primat Petri.

12.   Daß dieser Ausspruch zuerst bloß an Petrus ausgegangen, und dann erst an die anderen Jünger, ist deshalb geschehen, weil Petrus der erste war, der Mich als Gottessohn und Messias mit felsenfesten Glauben genannt hat. Wer aber Mich als Gottessohn und Messias wahr und felsenfest anerkennt, der ist befähigt aus Liebe und Ergebenheit zu Mir, da Ich als Gottessohn oder Gottesweisheit, und Messias oder göttlich gesalbter König des geistigen Lebens der Welt bin, allen seinen Feinden so zu vergeben, wie Ich ihnen am Kreuze vergab und sagte: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! — Denn derjenige, der den Bruder beleidigt oder ihm nicht vergibt, versündigt sich direkt gegen Mich Christus, weil Mein Geist als lebendiger heiliger Geist Gottes in jedem Menschen wohnt, und durch das Gewissen zum Guten leitet.

13.   Somit besteht in den Schlüsseln Petri weder eine Erhebung Petri durch Mich zum Oberhaupt über seine Brüder als Menschen, noch Meine Billigung dazu, daß die Menschen aus eigener willkürlichen Anmaßung jemanden zum geistigen Haupt über seine ebenbürtigen Brüder vor Gott aufstellen! —

14.   Derjenige aber, den Ich Selber als Leiter aufstelle, der wird seine Brüder nicht knechten, noch ausbeuten, noch durch lügenhafte Vorspiegelungen, um ihr Hab und Gut betrügerisch berauben, — noch sonst irgendwie an ihrer persönlichen noch geistigen Freiheit hemmen, noch mißhandeln, da er von Mir kein Recht dazu eingeräumt erhalten hat.

15.   Unter dem Namen "Himmelreich", zu dem Ich Jesus die Schlüssel übergeben habe, versteht man ein liebevolles Menschenherz, denn im Menschenherzen wohnt die Liebe eures ewigen Vaters Jesus als heiliger Geist Gottes, wie Paulus an die Korinther und Römer lehrt. (Lies vorn Kap. 11,2)

16.   Das Recht, diejenigen Sünden zu vergeben, welche direkt Gott beleidigen, hat aber niemand sonst als Gott allein, weil niemand in das Herz des Sünders schauen kann, um zu beurteilen, ob die Reue groß genug ist einzusehen, Gott beleidigt zu haben; ob der Vorsatz ein entscheidender ist, Gott nicht mehr zu beleidigen und ein Bußleben zu führen, und weil Ich nie gesagt und gelehrt habe, daß sündige Menschen das Recht haben, Meine speziellen Vorrechte sich anzueignen und zu mißbrauchen.

17.   Die Lebensbuße ist das genau nach göttlichen Geboten und Lehren geführte Bußleben, welches auf das irdische Leben das ewige Leben aufbaut. 

 

45. Die Erbsünde.

1.     Die Erbsünde ist jene Sünde, welche Adam im Paradiese begangen und in ihm alle Menschen, weil sie aus seinem Seelengeiste stammen.

2.     Die Erbsünde besteht darin, daß wie Adam und Eva aus hochmütigem Ungehorsam gegen das göttliche Gebot der Keuschheit sündigten und dadurch allen anderen Sünden den Weg anbahnten, auch die Nachkommen Adams nach demselben Ungehorsam fortan gegen das göttliche Gebot der Keuschheit sündigen, weil durch die erste Sünde der Keim zu allen Sünden gelegt wurde.

3.     Die Erbsünde hat somit ihren Namen daher, weil alle Menschen, da sie von Adam abstammen, diese Sünde seelisch erbten.

4.     Jedoch bestehen die in Adam begangene Ur- als Erbsünde und die bis zur Kreuzigung Christi begangenen und aus der Erbsünde herrührenden Sünden nicht mehr, weil sie Jesus am Kreuze ein für allemal gesühnt hatte. [(a) Gleichwie durch einen Menschen (Adam) die Sünde in diese Welt gekommen ist, ... so kommt auch durch des Einen (Jesu) Gerechtigkeit (als Verheißung Gottes, 1. Mos. 3,15) auf alle Menschen (der Welt) die Rechtfertigung des Lebens ( als der Befreiung von der (Ur- als Erbsünde, Röm 5, 12, 18) b) Jesus ist deshalb Mittler eines neuen (2.) Bundes, weil durch die Erlösung am Kreuze alle Menschen von den Übertretungen des ersten Bundes (im Alten Testament), welche der Tod (der Seele) waren, (befreit wurden und so von damals an) die Berufenen (als Kinder Gottes) das verheißene ewige Erbe (ihres himmlischen Vaters) erlangen. - Vgl. den gleichen Sinn in Röm. 3, 25. c) Jesus hat durch die einmalige Aufopferung Seines Leibes die Menschen ein für allemal (von der im Alten Testamente begangenen Erbsünde) gereinigt und erlöst (Hebr. 9, 15; - 10, 10. 14)] Die heutzutage begangenen Sünden muß man aber selber abbüßen (ChtS. 76. 1,7).

5.     Die Strafen, welche der Erbsünde folgten, waren: Die Vertreibung aus den glücklichen Zuständen des Paradieses; (Haushaltung Gottes I. Kap. 13; - 1. Mos. 3, 23. 24) die Wegnahme der geistigen Gaben und Gnaden; (ChtS. I, Kap. 11, 13-19: 14, 9-12) — und der Tod des Fleischleibes. (Durch die Sünde Adams ist auf alle Menschen der Tod des Fleischleibes gekommen, aber auch der Tod der Seele, welcher eben das Sündenleben ist. Röm. V, 12, 18 – Jehova sprach zu Adam: An welchem Tage du von dem Baume der Erkenntnis (Eva) issest, wirst du des Todes sterben. 1. Mos. 2,17; ChtS. I, 8,3)

6.     Die üblen Folgen, die von der Erbsünde an den Nachkommen Adams haften geblieben, sind der Hang und die Lust die Sünden zu begehen, somit der fortdauernde Ungehorsam gegen die göttlichen Gebote, als Abneigung vor dem Guten (Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, welches dem Gesetze meines Geistes widerstreitet und mich gefangen hält unter dem Gesetze der Sünde, das in meinen Gliedern herrscht. Röm. 7, 23) und viele Mühseligkeiten und Trübsale. [Gott sprach zum Weibe: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein: und er soll dein Herr sein. - 17. Und zu Adam sprach Er: Dieweil du hast gehorchet der Stimme deines Weibes und gegessen von dem Baum (der Erkenntnis) davon, Ich dir gebot und sprach: Du sollst davon nicht essen , - ungesegnet sei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren dein Leben lang – 18. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und sollst das Kraut auf dem Felde essen. - 19. Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen 1. Mos. 3, 16-19, bis daß du wieder zur Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde, und sollst zu Erde werden Pred. 12, 7; - 2.Thess. 3, 10 ]

7.     Von der Erbsünde war niemand ausgeschlossen, also hat auch Maria ebenso die Erbsünde von Adam und Eva wie alle anderen Menschen geerbt, weil sie auch dem Seelengeiste der Ureltern stammt, somit hat sie damals im Geiste mitgesündigt, da kein Nachkomme Adams ohne die Erbsünde sein konnte, sonst wäre er nicht aus dem Seelengeiste der Ureltern des Menschengeschlechtes stammend gewesen.

8.     Daraus folgt, daß Ich, Jesus, ebenso für die Erbsünde der Maria litt und am Kreuze starb, wie für alle anderen Menschen.( Mitteil. Jesu am 19.1.1903) 

 

46. Der elfte Glaubensartikel.

Auferstehung des Fleisches.

Der elfte Glaubensartikel lautet:

Auferstehung des Fleisches.

1.     Unter der Auferstehung des Fleisches ist zu verstehen, daß am jüngsten Tage der Mensch die in der Zeit seines irdischen Lebenswandels gewirkten Werke als geistigen Auferstehungsleib anhaben, und nach dem geistigen Preis dieser Werke entweder glücklich oder unglücklich wird.

2.     Der jüngste oder der Gerichtstag des Menschen ist derjenige Tag, an dem er stirbt und in das Geisterreich tritt; der frühere Tag ist nicht sein jüngster, sondern sein gewesener Tag. —

3.     Der Mensch tritt dann sogleich sein Gericht an; denn er hat sich in der Zeit seines irdischen Lebens durch gute Werke den Himmel, durch böse aber die Hölle als die Wohnung seiner geistigen Zukunft gebaut. (Lies ChtS. 76)

4.     Ein solches letztes Gericht für alle verstorbenen Menschen, wie es der Pseudo-Evangelist Matthäus im Kapitel 25, Verse 31-46 beschreibt, wird es aber nie geben, weil dieser Bericht des Matthäus auf das Mißverständnis von der Wiederkunft Christi und von dem Weltgerichte besteht, (Vgl. ChtS. 64 I. Auflage S. 214-218) das vor der Aufstellung des tausendjährigen Reiches des Geistes Christi auf Erden herrschen wird, wo sich die Menschen entweder zu Christo bekehren und Seine Gebote befolgen oder aussterben werden müssen.

5.     Den Beweis in der Heiligen Schrift, daß die Verstorbenen nicht mit ihren irdischen Fleischkörpern auferstehen und zum letzten Gericht kommen werden, liefert der Apostel Paulus im ersten Sendschreiben Kapitel 15, Vers 50, indem er sagt: Das sage ich aber, liebe Brüder, daß Fleisch und Blut nicht können das Reich Gottes erwerben; und daß das Irdische, als Verwesliches, nicht das Geistige als Unverwesliches erben kann.

6.     Dieser Vers spricht klar, daß von einer Auferstehung des irdischen Fleischkörpers keine Rede sein kann, weil der Geist dann wieder ein irdischer Mensch und allen Unannehmlichkeiten des irdischen Lebens ausgesetzt wäre, die ihm Zeit seines irdischen Lebens eine Hölle waren.

7.     Auch sieht der scharfsinnige Leser bald ein, daß der Pseudo-Matthäus sein jüngstes Gericht selbst zusammengesetzt hat und daß dieses mit der ewigen Liebe und Barmherzigkeit Gottes in starkem Widerspruch steht. — Näheres darüber lies nach in ChtS. 64, Seiten 214-218. 

 

47. Der zwölfte Glaubensartikel.

Ein ewiges Leben.

Der zwölfte Glaubensartikel lautet:

Ein ewiges Leben.

1.     Mit dem zwölften Glaubensartikel bekennt der Mensch, daß er an einen ewigen Gott (1. Mos. 21, 33); - Ps. 45, 7; - Jer. 10, 10) glaubt, daß dieser Gott Christus ist (Joh. 14, 6; - ChtS. 71), und daß er durch Christus zum ewigen Leben (Mark. 10, 30; - Joh. 3, 15. 36; - 6, 68; 10, 28) gelangen wird, welches ist der Himmel mit allen seinen Glückseligkeiten und Wonnefreuden.

2.     Darüber schreibt Petrus (I. 1,8+9): Mit unaussprechlicher und herrlicher Freude werdet ihr euch erfreuen, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangen werdet, nämlich die Seligkeit eurer Seelen.

3.     Noch höher drückt sich Paulus an die Korinther (I. 2,9) aus: Kein Auge hat gesehen, kein Ohr gehört und kein Herz des Menschen je empfunden, was Gott denen bereitet hat, die Ihn lieben.

4.     Daß das Glaubensbekenntnis mit dem Worte Amen schließt, geschieht deshalb, weil mit diesem Worte etwas beendet, bekräftigt, oder als wahr anerkannt wird. Also bekräftiget ihr mit dem Schlußworte Amen im Glaubensbekenntnis eure Überzeugung, als wenn ihr sagen möchtet: Wahrlich, so ist es; so glauben wir es fest .

 

48. Die zehn Gebote Gottes. 

Genannt Decalogus oder zehn Worte.

1.     Swedenborg schreibt: Wo ist auf dem ganzen Erdkreise ein Volk, welches nicht wüßte, daß stehlen, ehebrechen, töten und falsches Zeugnis reden böse sei? Wüßten sie dieses nicht und sorgten sie nicht durch Gesetze dafür, daß niemand dergleichen tue, so wäre es um sie geschehen, denn die Gesellschaft, der Staat und das Reich würden ohne jene Gesetze zusammenfallen. Wer kann glauben, daß das israelitische Volk vor anderen so sittenlos gewesen sei? daß es nicht gewußt habe, daß dies böse sei? Man konnte sich daher wundern, warum jene überall auf dem Erdkreise bekannten Gesetze mit einem so großen Wunder vom Berge Sinai von Jehova Selbst bekannt gemacht wurden; aber man höre:

2.     Sie wurden mit einem so großen Wunder vom Berge Sinai herab von Jehova Selbst bekannt gemacht, damit man wüßte, daß jene Gesetze nicht nur bürgerliche und sittliche, sondern auch geistige Gesetze seien, und gegen sie handeln nicht nur dem Mitbürger und gegen die Gesellschaft Böses tun, sondern auch gegen Gott sündigen heiße. Jene Gesetze sind daher durch die von Jehova geschehene Kundmachung vom Berge Sinai herab zu Gesetzen der Religion gemacht worden; (Lies Exodus oder 2. Buch Mosis Kap. 19 und 20)  denn es ist offenbar, daß Jehova alles, was Er befiehlt, der Religion wegen befiehlt, und daß man es tun solle wegen Seiner und wegen des Menschen, damit er selig werde.

3.     Jene Gesetze waren deswegen so heilig, daß es nichts Heiligeres gab, weil sie die Erstlinge des Wortes, und daher die Erstlinge der Kirche waren, welche vom Herrn bei dem israelitischen Volke gegründet werden sollte, und weil sie in einem kurzen Abriß den Inbegriff alles dessen enthielten, was zur Religion gehört, und wodurch eine Verbindung des Herrn mit dem Menschen und des Menschen mit dem Herrn bewirkt wird.

4.     Daß sie über alles heilig waren, ergibt sich offenbar daraus, das Jehova Selbst, das ist der Herr, auf den Berg Sinai im Feuer und mit den Engeln herabkam, und sie mit lauter Stimme von da verkündete, und daß das Volk drei Tage lang sich vorbereitete, um zu sehen und zu hören; daß der Berg umzäumt war, damit nicht jemand herankommen und sterben möchte; daß weder die Priester noch die Ältesten sich nahen durften, sondern bloß Moses; daß jene Gesetze mit dem Finger Gottes auf zwei steinerne Tafeln geschrieben waren, daß Moses' Angesicht strahlte, als er sie zum zweiten Male vom Berge herabbrachte; daß sie nachher in der Lade und zwar im Innersten der Stiftshütte niedergelegt, und über sie der Gnadenstuhl gesetzt und auf diesen Cherube von Gold gestellt wurden; daß die das Heiligste ihrer Kirche war und das Heilige des Heiligen (das Allerheiligste) genannt wurde; daß außerhalb der Decke, hinter welcher dasselbe war, diejenigen Dinge aufgestellt wurden, welcher das Heilige des Himmels und der Kirche vorstellten, als: der Leuchter mit den sieben Leuchten von Gold, der goldene Rauchaltar, der mit Gold überzogene Tisch, auf welchem die Schaubrote lagen, mit Vorhängen rings herum von Byssus, Purpur und Scharlach.

5.     Die Heiligkeit der ganzen Stiftshütte gründete sich auf nichts anderes, als auf das Gesetz, das in der Lade war. Wegen der Heiligkeit, welche die Stiftshütte vom Gesetze in der Lade hatte, lagerte sich dem Gebot gemäß das ganze israelitische Volk nach der Ordnung der Stämme um dieselbe herum, und zog in Ordnung hinter derselben her, wo dann bei Tag eine Wolke darüber stand, und bei Nacht ein Feuer.

6.     Wegen der Heiligkeit jenes Gesetzes und der Gegenwart des Herrn in ihm, sprach der Herr über dem Gnadenstuhl zwischen den Cheruben mit Moses, und die Lade wurde "Jehova" dort genannt, auch durfte Aaron dann nicht anderes als mit Opfern und Rauchwerk hinter die Decke eingehen.

7.     Weil jenes Gesetz die Heiligkeit der Kirche selbst war, so wurde die Lade von David nach Zion geführt, und hernach in der Mitte des Tempels zu Jerusalem niedergesetzt, und bildete das innerste geheime Heiligtum desselben. Wegen der Gegenwart des Herrn in jenem Gesetze und um dasselbe herum, geschahen durch die Lade, worin dies Gesetz lag, die Wunder, daß sich zum Beispiel die Wasser des Jordans zerteilten und so lange die Lade in der Mitte ruhte, das Volk im trockenen überging, daß durch ihr Herumtragen die Mauern Jerichos fielen, daß Dagon, der Gott der Philister, vor ihr herabfiel, und hernach mit abgerissenem Kopfe an der Schwelle des Tempels liegen blieb, und daß wegen derselben die Bethsemiten zu mehreren Tausenden geschlagen wurden; außer anderem. Dies alles bloß vermöge der Gegenwart des Herrn in seinen zehn Worten, welche die Vorschriften des Decalogus sind.

8.     So große Macht und so große Heiligkeit war auch deswegen in diesem Gesetze, weil es der Inbegriff alles dessen war, was zur Religion gehört; denn es bestand aus zwei Tafeln, deren eine alles enthält, was auf Seiten Gottes, und die andere alles im Inbegriffe, was auf Seiten des Menschen ist. Deswegen werden auch die Vorschriften jenes Gesetzes zehn Worte genannt. Sie werden so genannt, weil zehn alles bedeutet. Auf welche Weise aber jenes Gesetz der Inbegriff alles dessen ist, was zur Religion gehört, wird man im folgenden Abschnitte sehen.

9.     Weil durch jenes Gesetz eine Verbindung des Herrn mit dem Menschen und des Menschen mit dem Herrn geschieht, so wird es Bund und Zeugnis genannt; Bund, weil es verbindet, und Zeugnis, weil es zeugt; denn der Bund bezeichnet die Verbindung, und das Zeugnis die Bezeugung desselben. Deswegen waren es zwei Tafeln, die eine für den Herrn, die andere für den Menschen. Die Verbindung geschieht vom Herrn, aber nur dann, wenn der Mensch das tut, was auf seiner Tafel geschrieben steht; denn der Herr ist beständig gegenwärtig und wirkt und will eingehen, allein der Mensch soll mit der Freiheit, die er vom Herrn hat, auftun; denn Er sagt: "Siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an, wenn jemand Meine Stimme hört, und die Türe auftut, so werde Ich zu ihm eingehen, und Abendmahl mit ihm halten, und er mit Mir." (Offenbg. 3, 20)

10.   In der anderen Tafel, welche für den Menschen ist, wird nicht gesagt, daß der Mensch dies und jenes Gute tun soll, sondern es wird gesagt, daß er dies und jenes Böse nicht tun soll, als: du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du sollst kein falsches Zeugnis reden, du sollst nicht gelüsten lassen. Die Ursache ist, weil der Mensch nichts Gutes aus sich allein tun kann, sondern wenn er das Böse nicht tut, dann das Gute nicht aus sich, sondern durch die Gnade des Herrn tut.

11.   Das, was von der Bekanntmachung, von der Heiligkeit und Macht dieses Gesetzes (im Vorhergehenden) gesagt worden ist, findet sich in folgenden Stellen im Worte:

12.   "Daß Jehova auf den Berg Sinai im Feuer herabkam, und der Berg dann rauchte und bebte, und daß es Donner, Blitze, schwere Wolken und Trompetenschall (von Engeln) gab," 2. Mose 19,16+18 / 2. Mose 4,11; 5,19-23. Daß das Volk vor der Herabkunft Jehovas sich drei Tage vorbereitete und heiligte, 2. Mose 19,10+11+15.

13.   "Daß der Berg umzäumt war, daß niemand dem Fuße desselben sich nahen und hinzutreten, und dann sterben möchte; und daß auch die Priester nicht hinzutreten durften, sondern bloß Moses." 2. Mose 19,12+13+20-23; 24,1+2.

14.   "Daß vom Berge Sinai herab bekannt gemachte Gesetz", 2. Mose 20,2-14 / 5. Mose 5,6-21.

15.   "Daß dieses Gesetz mit dem Finger Gottes auf zwei steinerne Tafeln geschrieben war", 2. Mose 31,18 ; 32,15+16 / 5. Mose 9,10.

16.   "Daß das Angesicht des Moses, als er diese Tafeln zum zweiten Male vom Berge herabtrug, strahlte", 2. Mose 34,29-35.

17.   "Daß die Tafeln in der Lade niedergelegt wurden", 2. Mose 25,16; 40,20 / 5. Mose 10,5 / 1. Kön. 8,9.

18.   "Daß auf die Lade mit dem Gnadenstuhl gesetzt, und auf diesen die goldenen Cherube gestellt wurden", 2. Mose 25,17-21.

19.   "Daß die Lade mit dem Gnadenstuhl und den Cheruben das Innerste der Stiftshütte, und der goldene Leuchter, der goldene Rauchaltar und der mit Gold überzogene Tisch, auf welchem die Schaubrote lagen, das Äußere der Wohnung ausmachten, und die zehn Vorhänge aus Byssus, Purpur und Scharlach das Äußerste derselben", 2. Mose 25,1- Ende; Kap.26,1- Ende; Kap. 40,17-28.

20.   "Daß der Ort, wo die Lade war, das Heilige des Heiligen genannt wurde", 2. Mose 26,33.

21.   "Daß das ganze israelitische Volk sich um die Wohnung herum in Ordnung nach den Stämmen lagerte, und in Ordnung hinter derselben aufbrach", 4. Mose 2,1- Ende.

22.   "Daß dann bei Tag eine Wolke, und bei Nacht ein Feuer über der Wohnung (der Lade) war", 2. Mose 40,38 / 4. Mose 9,15+16- Ende; Kap. 14,14 / 5. Mose 1,33.

23.   "Daß der Herr über der Lade zwischen Cheruben mit Mose gesprochen habe", 2. Mose 25,22 / 4. Mose 7,89.

24.   "Daß die Lade von dem Gesetz in ihr "Jehova" dort genannt wurde, indem Moses, wenn die Lade auszog, sprach: Auf Jehova! und wenn sie ruhte: Zurück Jehova!" 4. Mose 10,35+36 / 2. Sam. 6,2 / Psalm 132,7+8.

25.   "Daß wegen der Heiligkeit jenes Gesetzes Aaron nicht anders hinter den Vorhang gehen durfte, als mit Opfern und Raucherwerk", 3. Mose 16,2-14 f.

26.   "Daß die Lade von David unter Opfern und Jubel nach Zion gebracht wurde", 2. Sam. 6,1-19. "daß dann Usa, weil er sie berührte, starb", Vers 6+7 daselbst.

27.   "Daß die Lade in der Mitte des Tempels zu Jerusalem aufgestellt wurde, und daselbst das Allerheiligste bildete", 1. Kön. 6,19 ff; Kap. 8,3-9.

28.   "Daß vermöge der Gegenwart und Macht des Herrn, in dem Gesetze, das in der Lade lag, die Wasser des Jordans sich zerteilten und so lange dieselben in der Mitte ruhte, das Volk im Trockenen hinüberzog", Joh. 3,1-17; Kap. 4,5-20.

29.   "Daß durch das Herumtragen der Lade die Mauern Jerichos einfielen", Joh. 6,1-20.

30.   "Daß Dagon, der Gott der Philister vor der Lade auf die Erde fiel und vom Haupte getrennt auf der Schwelle des Tempels liegen blieb", 1. Sam. 5,1-14.

31.   "Daß die Bethsemiten der Lade wegen zu mehreren Tausenden umkamen", 1. Sam. 6,19.

32.   "Daß die steinernen Tafeln, auf welche das Gesetz geschrieben war, Tafeln des Bundes hießen und die Lade nach ihnen Bundeslade, und das Gesetz selbst Bund genannt wurde", 4. Mose 10,33 / 5. Mose 4,13+23; 9,9 / Jos. 3,11 / 1. Kön. 8,19+21 / Offb. 11,9 und in vielen anderen Stellen. Das Gesetz wurde Bund genannt, weil Bund die Verbindung bedeutet; weswegen vom Herrn gesagt wird, daß Er zum Bund dem Volk sein werde, Jes. 12,6; 49,8+9 und Er genannt wird der Bundesengel, Maleachi 3,1 und sein Blut das Blut des Bundes, Matth. 26,27+28 / Zach. 9,11 / 2. Mose 24,4-10. Darum wird das Wort alter Bund und neuer Bund genannt. Auch werden die Bündnisse der Liebe, der Freundschaft und der Gesellung, folglich der Verbindung wegen geschlossen.

33.   "Daß die Vorschriften dieses Gesetzes zehn Worte (griechisch Dekalogos) genannt wurden", 2. Mose 4,28 / 5. Mose 4,1; 10,4. Sie werden so genannt, weil zehn alles bedeutet und die Worte das Wahre bezeichnen; denn es waren mehr als zehn. Weil zehn alles bedeutet, so waren auch zehn Vorhänge der Stiftshütte, 2. Mose 26,1. Deswegen sagte der Herr, daß ein Mensch, der das Reich übernehmen sollte, zehn Diener berufen, und ihnen zehn Pfunde zum Wuchern übergeben habe, Luk. 19,13. Deswegen verglich der Herr das Himmelreich mit zehn Jungfrauen, Matth. 25,1. Deswegen wird vom Drachen gesagt, daß er zehn Hörner habe, und auf den Häuptern sieben Diademe, Offb. 12,3. Ebenso das aus dem Meere aufsteigende Tier, Offb. 13,1 und auch das andere Tier, Offb. 17,3+7. Dann auch das Tier bei Daniel. Kap. 7,7+20+24. Ähnliches wird unter zehn verstanden, 3. Mose 26,26 / Zach. 8,23 und anderwärts. Daher kommen die Zehnten, worunter etwas vom Ganzen verstanden wird." (Soweit aus Swedenborgs Lebenslehre.) 

 

49. Die Zehn Gebote Gottes. 

1.     Die zehn Gebote Gottes beziehen sich auf die Pflichten zu Gott und den Menschen, welche ihr zu erfüllen berufen seid, wenn ihr das ewige Leben erlangen wollt. Diese Gebote lauten:

1.       Du sollst allein an einen Gott glauben.

2.       Du sollst den Namen, Deines Gottes nicht eitel nennen.

3.       Du sollst den Sabbat, als den geistigen Ruhetag heiligen.

4.       Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest und es dir wohl gehe auf Erden.

5.       Du sollst nicht töten.

6.       Du sollst nicht ehebrechen und Unkeuschheit treiben.

7.       Du sollst nicht stehlen.

8.       Du sollst kein falsches Zeugnis geben wider deinen Nächsten.

9.       Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut.

10.   Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, welches soviel bedeutet als: Du sollst nicht die Barmherzigkeit und Gutmütigkeit deines Nächsten ausbeutend mißbrauchen.  (Die Aufklärung zu den zehn Geboten lies auch in der christlichen Schrift Nr. 3)

2.     Die ersten drei Gebote enthalten die Pflichten gegen Gott, die sieben anderen die Pflichten gegen den Nächsten.

3.     Schumi: Außer den hier folgenden Aufklärungen über die zehn Gebote Gottes, leset die in der „Geistigen Sonne“ von Lorber, den „Dekalogos“ von A.H. und „Ein Wort in zwölfter Stunde an das deutsche Volk“ von E. Veith. Veith ist wertvoll, als Aufklärung über die Weltzustände gegenüber den zehn Geboten. In jedem dieser drei Bücher (zu beziehen durch: C. Bägel, Altona (Elbe) ist eine Variante zu der hier gebrachten Zusammenstellung, eine vervollständigt die andere, alle zusammen aber gewähren einen tieferen Einblick in das Verständnis der zehn Gebote.

4.     Stark benützt, teils durch wörtliche Wiedergabe, teils durch Auszüge, teils durch Verbesserungen, teils durch bessere Aufklärungen habe ich die Heilige Schrift, dann die aus der Heiligen Schrift genommene kirchliche Forschung, die geistige Sonne, besonders auch Swedenborg, Einiges aus Dekalogos und das mir vom Vater Jesus Diktierte oder Mitgeteilte. Diese Zusammenstellung geschah nach dem Willen und im Einklange mit dem Vater Jesus, Der mich belehrend und diktierend unterstützte, um einmal eine tiefgehende Aufklärung der zehn Gebote zu besitzen, die uns bisher fehlte.

5.     Vater Jesus: Aus den zehn Geboten lernet ihr, daß ein Christ die vorgeschriebenen Pflichten nicht nur äußerlich erfüllen, sondern daß er diese auch innerlich oder geistig, wie sie da erklärt sind aus der Liebe und Weisheit Gottes, da sie göttlich sind, erfüllen und das alles meiden soll, womit man die Gebote gegen Gott und den Nächsten übertritt; denn sie sind Gebote Meiner göttlichen Liebe und da ihr in der weltlichen Verstandesweisheit erzogen und verzogen seid, deshalb ist es euch so schwer, selbe zu erfüllen. Darum sagte Ich, Jesus:

6.     "Nicht ein jeder, der zu Mir sagt: Herr, Herr! wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen Meines Vaters tut, Der im Himmel ist, der wird in das Himmelreich eingehen." (Matth. 7, 21)

7.     Denjenigen aber, welche Meine Gebote halten, habe Ich das ewige Leben versprochen, indem Ich sagte: "Willst du zum ewigen Leben eingehen, so halte die Gebote" (Matth. 19, 17); und denjenigen, welche sie halten, habe Ich schon auf dieser Welt einen vielfältigen Segen verheißen, wie es im ersten Gebote geschrieben steht: "Ich bin Jehova, dein Gott, der Gnade übt an Tausenden, die Mich lieben und Meine Gebote halten." (Matth. 33, 25, 26)

8.     Daß der äußere sinnliche Mensch nicht früher innerlich oder geistig wird, daß heißt, daß er nicht früher in Eintracht mit dem inneren Reingeistigen handelt, als bis die Begierden entfernt sind, lehrte Ich, Jesus, indem Ich sagte:

9.     "Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, denn ihr reiniget das Auswendige des Bechers und der Schüssel, das Inwendige aber ist voll Raubs und Unmäßigkeit; blinder Pharisäer, reinige zuvor das Innere des Bechers und der Schüssel, damit auch das Äußere rein sei, und außerdem in gleichem Sinne in diesem ganzen Kapitel von Anfang bis zu Ende. Das Innere, welches pharisäisch oder priesterlich ist, sind die Begierden nach dem, was in den zehn Geboten zu tun untersagt wird.

10.   Ich Jesus als Gottmensch sprach in Gleichnissen und in geistiger Art, darum sind alle Meine Lehren für das Innere des Menschen gegeben. Wenn aber der Mensch sein Inneres nach den Geboten Gottes einordnet, dann reinigt er auch sein Fleisch und also wird durch das Niederdrücken aller ungeistigen Gedanken, Worte und Taten, der Mensch geistig wiedergeboren: Die erste Geburt war die Geburt des Fleisches, in welchem Böses und Falsches ist, die zweite als Wiedergeburt, ist der Auszug aus dem Materiellen ins Geistige, und wenn diese ganz und genau durchgeführt wird, dann erfolgen die Gnaden und Gaben des heiligen Geistes, wie Ich zu Nikodemus sprach (Joh. 3, 3; Apg. 2,1: - Heilige Dreieinigkeit) und mit der Pfingsttaufe diese Rede mit der Tatsache bewies.

11.   Die zehn Gebote verbieten je nach ihrem inneren Kern alle Ausschreitungen, alle falschen Wege, alle Untugenden, Neigungen, Leidenschaften, Begierden, Gelüste und Laster des sinnlich veranlagten Menschen, welche gegen den Willen des Gottesgeistes im Menschen sind. Also auch in Bezug des falschen Glaubens und der Liebtätigkeit, welche den Kern des größten Gebotes im Gesetze enthalten.

12.   Die Begierden des Fleisches, der Augen und der übrigen Sinne, sind getrennt von den Begierden, das heißt, den Neigungen und Verlangen des Geistes, und sind ganz gleich den Begierden der Tiere; weshalb sie an sich tierische Wildheit haben; die Neigungen des Geistes hingegen sind wie die der Engel, und daher wahrhaft menschlich zu nennen. In wie weit daher jemand den Begierden des Fleisches frönt, in so weit ist er Tier und wildes Tier; in wie weit er hingegen dem Verlangen des Geistes huldigt, in so weit ist er Mensch und Engel. Die Begierden des Fleisches lassen sich vergleichen nach Swedenborg, mit den Ställen, in welchen Esel, Böcke und Schweine sind, und die Neigungen des Geistes mit den Ställen, in welchen edle Pferde, und auch Schafe und Lämmer stehen; sie unterscheiden sich auch wie Esel und Pferd, und wie Bock und Schaf, und wie Lamm und Schwein, im Allgemeinen wie Schlacken und Gold, und wie Kalk und Silber usw. — Begierde und Tat hängen zusammen wie Fleisch und Blut, wie Flamme und Öl; denn die Begierde ist in der Tat, wie die Lust in der Lunge beim Atmen und Sprechen.

13.   Daß zuerst das Böse entfernt werden muß, bevor das Gute, das der Mensch tut, zum Guten vor Gott wird, lehre Ich durch Jesajas:

14.   "Waschet euch, reiniget euch, tut weg die Bosheit eurer Werke vor Meinen Augen, lernet Gutes tun, dann wenn auch eure Sünden wie Scharlach wären, sie sollen schneeweiß werden, ob sie rot wie Purpur waren, sie sollen wie die weiße Wolle (Jes. 1, 16-18)  werden."

15.   Dieser ähnlich ist auch die Stelle bei Jeremias: "Steh' an das Tor des Hauses Jehovas, und rufe daselbst aus dieses Wort: So sprach Jehova Zebaoth, der Gott Israels: Machet eure Wege und Werke gut, trauet nicht den Worten der Lüge, welche sprechen: Tempel des Jehova, Tempel des Jehova, Tempel des Jehova ist hier, wollt ihr noch nach dem Stehlen, Morden, Ehebrechen und dem lügenhaften Schwören kommen und vor Mir in diesem Hause, über dem Mein Name genannt wird, stehen und sprechen: Wir sind (nun) errettet, während ihr doch alle diese Gräuel tut? Ist denn zur Räuberhöhle dieses Haus geworden? Denn Ich sehe, wie es geworden ist (Jerem. 7, 2.3.4.9.10.11), lautet Jehovas Spruch."

16.   Daß der, welcher die Vorschriften der zehn Gebote hält, das Böse flieht, der Liebe und Liebtätigkeit aber nachfolget, erhellt aus folgenden Worten, die Ich einst sprach (Joh. 14, 21. 23)  bei Johannes:

17.   Ich sagte: "Wer Meine Worte hat, und sie tut, der ist es, der Mich liebt, wer aber Mich liebt, wird von Meinem Vater geliebt, und Ich werde ihn lieben, und Mich ihm offenbaren, und Wir werden Wohnung bei ihm machen."

18.   Durch das Meiden der Sünden entfernt man sich von der Hölle und nähert man sich dem Himmel. Dies geschieht aber nur durch die Erfüllung der vorgeschriebenen Gebote und Lehren, welche genau angeben, was man tun oder lassen soll. Denn nur dann kann man das Gute anstreben und tun, wenn man das Böse und Falsche meidet, weil so lange das Böse und Falsche im Menschen herrscht, läßt es das Gute und Wahre nicht aufkommen, also nicht gedeihen und wachsen, darum muß man mit aller Kraft und unter Gebet um Beistand im Kampfe, das Böse meiden und das Liebeswahre anstreben, weil man zwei Herren nicht zugleich dienen kann.

19.   Swedenborg stellte zwei neue Regeln auf, die auf Wahrheit beruhen, daher sollen sie hier mit einer kleinen Verbesserung wiedergegeben werden:

20.   I. Niemand kann das Böse als Sünde aus eigener Willenskraft fliehen, noch das Gute, das vor Gott gut ist, aus sich selbst tun; sondern in wie weit jemand das Böse als Sünde flieht, in so weit fördert er das Gute in sich, aber nicht aus sich selbst, sondern durch die unmerkliche Hilfe Gottes, aber es wird ihm doch wie aus eigener Kraft gewirkt, gut gemerkt.

21.   II. Der Mensch soll das Böse als Sünde fliehen und gegen dasselbe kämpfen, wie von sich selbst, denn wer aus Liebe zu Gott dies tut, dem wird unbemerkt geholfen; wenn aber jemand das Böse aus irgend einem anderen Grunde flieht, als weil es Sünde und gegen den Willen Gottes ist, so flieht er es nicht aus der wahren Absicht, die bei Gott gut angesehen, sondern er flieht es aus falscher Absicht, die ihn vor den Augen seiner Mitwelt als einen reinen Mann preist, und solches Sündenfliehen hat vor Gott keinen Wert; dasselbe gilt es, wenn man die Sünde nur wegen der Freudengenüsse des Himmels und aus Furcht vor den Höllenqualen flieht. Man kommt nicht in den Himmel, weil der Himmel aus und in Gott ist, der aber nicht der Mittelpunkt der Liebe und der Bestrebung des Himmelsanstrebers war. Der Mensch muß alles bloß aus Liebe zu Gott, ohne jedwede andere Absicht tun, dann ist es das Richtige, das den Himmel in sich birgt. —

22.   Swedenborg sagt ganz trefflich: daß das Böse und das Gute nicht beisammen sein können, und daß man in so weit, als das Böse entfernt wird, sein Absehen auf das Gute hat und es fühlt, hat seinen Grund darin, daß in der geistigen Welt aus jeglichem eine Sphäre seiner Liebe hervorwallt, welche sich rings umher verbreitet und anregt, und Sympathien und Antipathien erzeugt; durch diese Ausströmungen werden die Guten von den Bösen geschieden.

23. Daß das Böse entfernt werden muß, bevor das Gute erkannt, wahrgenommen und geliebt wird, kann mit vielen Dingen in der natürlichen Welt verglichen werden, wie zum Beispiel mit folgenden: es kann Keiner zu einem Anderen hineintreten, der einen Leoparden und einen Panter in seinem Zimmer verwahrt, und weil er ihnen zu fressen gibt, sicher mit ihnen zusammen wohnt, wenn er nicht vorher diese wilden Tiere entfernt hat? — Wer, der zur Tafel des Königs und der Königin geladen ist, wäscht nicht erst das Angesicht und die Hände, bevor er sich hin begibt? — Wer reinigt nicht die Erze durch das Feuer, und scheidet sie von den Schlacken, bevor er reines Gold und Silber gewinnt? — Wer sondert nicht das Unkraut von der Weizenernte, bevor er diese in die Scheune bringt? — Wer schlägt nicht die Spelzen von der Gerstenernte mit Dreschflegeln ab, bevor er diese ins Haus sammelt? — Wer schüttet und entfernt nicht die Raupen von den Blättern der Fruchtbäume im Garten, damit die Blätter nicht verzehrt werden, und so die Frucht nicht verloren gehe? — Wer liebt eine Jungfrau und beabsichtigt sie zu heiraten, wenn sie mit bösartiger Seuche behaftet, oder mit Blattern und Geschwüren überdeckt ist, wie sehr sie auch das Gesicht schminken, sich prächtig kleiden und durch einschmeichelnde Worte Liebe zu erwecken suchen mag?

24.   Daß der Mensch sich selbst vom Bösen reinigen, und nicht erwarten soll, daß der Herr dies unmittelbar tut, ist vergleichsweise so, wie wenn ein Knecht mit Ruß und Kot besudeltem Gesicht und Kleid einhergehend zu seinem Herrn träte, und sagte: Herr, wasche mich ab! — Würde nicht der Herr zu ihm sagen: Törichter Knecht, was sprichst du? Siehe, hier ist Wasser, Seife und Handtuch; hast du nicht Hände und Kraft in dir? wasche dich selber ab! und Gott der Herr wird sagen: Es gibt Mittel der Reinigung von Mir und auch dein Wollen und dein Können ist von Mir; gebrauche also diese Meine Geschenke und Gaben wie die deinigen, so wirst du rein werden, und so weiter. — Daß der äußere Mensch gereinigt werden müsse, jedoch durch den inneren Geistmenschen, lehre Ich Jesus bei Matthäus (Kapitel 23 von Anfang bis zu Ende).

25.   (1903, 23. Januar. A. H. Kronstadt). Liebe Kinder, werdet Täter Meiner Gebote! Je eifriger ihr in eurem Vorgehen in dieser von Mir dargelegten Art Meine Gebote durchzuführen suchet, desto klarer werdet ihr Meinen Willen erkennen, der euch immer wieder nur die himmlische Reinheit zeigen wird, in welcher beseligenden Art Ich, der Vater, alle Menschen zu beglücken suche.

26.   O so kommet Alle, die ihr in Meiner Liebe stehet, zu Mir, dem Vater, damit Ich euch segne, um euch Allen die geistige Lebenskraft zu geben, die aus der Befolgung Meiner Liebesgebote in hellen Lichtströmen euch zufließen, um die Finsternis, welche die ganze Menschheit gefangen hält, zu verdrängen. Hoch gelobt ist Mein Name, und diesem Namen sollet ihr ausziehen, um als Sieger mit reicher Beute zu Mir, dem Vater, wieder heimzukehren. Ich erwarte euch Alle, die ihr in der Liebe zu Mir stehet. Kommet — einzeln, kommet — in ganzen Gruppen, wie euch durch Mich, den Vater, eben die Gelegenheit gegeben ist. Doch kommet! denn Ich warte auf euch, um mit euch Selbst in den Kampf zu ziehen, der alles das ernten soll, und ernten wird, das aus Mir Selbst einstens ausgegangen ist.

27.   Die Zeit drängt vorwärts, lasset euch nicht bitten; denn es kommt keine Zeit mehr, wo so lebendig durch das Wort der Liebe Ich zu euch spreche; denn für Alle, die Mich, den Vater, bei Meinem zweiten Kommen in Meinem Lichte nicht erkannt haben, wird es für lange Zeit finster bleiben, und im Finsteren werden sie nicht sehen, wie es denen in ihrem beseligenden Glücke ergeht, die im Wege Meiner Gebote sich eingelebt haben.

28.   O ihr Menschen, die ihr weit abseits von Mir, dem Vater, stehet, höret Meine Worte der Liebe, die euch ein jedes Gebot zuruft: "Werdet Kinder eures Vaters! Der für euch Alle reiche Schätze angesammelt hat, die euch für alle Ewigkeit mit Mir, dem Vater verbinden, und ihr darum in dasselbe geistige Eigentum eintretet, welches Mir, dem Vater gehört.

29.   O ihr, Meine Kinder, die ihr in der Liebe zu Mir stehet, beweiset eure Liebe zu Mir dadurch, daß ihr Meine Gebote genau zu erfüllen suchet, damit auch ihr nicht von denen seid, wie so mancher Anderer, der so gerne wollte, aber dabei immer nicht nur Mich allein, sondern auch noch andere Götter (materieller und sinnlicher Gattung) neben sich hat, denen er zeitweise dient. Halte sich ein jeder an dieses zuerst gegebene Gebot, damit er werde, was Ich, der Vater, begehre: Ein getreues, nur Mir allein in der Liebe dienendes Kind.

30.   (1903, 8. Mai. A. H. Kronstadt). Erkennst du, daß du (bei der Erfüllung Meiner Gebote) im geistigen Vorwärtsschreiten keine Fortschritte zu verzeichnen hast, daß sich in der hingebenden Liebe allein zu erkennen gibt, so sollst du wissen, daß du noch immer in einem oder dem anderen Teile Meiner Gebote nicht getreu fortschreitest. Darum tue, wie Ich sage: Prüfe dich in allen deinen Handlungen! überlege eine jede Frage, ein jedes Vorgehen — ob deren Ausführung im Rahmen Meiner Liebe bleibt, damit du nicht irre gehst.

31.   "Der im Kleinen Mir treu gewesen, den setze Ich über Vieles"; denn die Liebe zu Mir hat ihn fähig gemacht — Mir als ein treu ergebenes Kind in der Demut zu dienen, und also alle die hoch zu beglücken, die Ich, der Vater ihm nahe gebracht habe, (um sie in der Wahrheit der Religion zu unterweisen). 

 

50. Das erste Gebot.

Das Glauben an einen Gott allein.“ 

Aufklärung der im 2. Buche Mosis und im 20. Kapitel, sowie im 5. Buche Mosis und 5. Kapitel deponierten Gebote Gottes, welche Jesus als Jehova am 30. März im Jahre 1490 vor Christo am Berge Musa des Gebirges Sinai (Ethmologie: Musa bedeutet „Berg“; - Sina-i aber „Berg-e“ oder Gebirge. - sinai geistig himmlisch erklärt aber bedeutet: „das Gebirge der Liebe Gottes“, nämlich : si „Gebirge“ als Mehrzahl von sa „Berg“; - na „der“; - a-i bedeutet: „Urgrund des Werdens“ oder die göttliche Liebe, da „i“ das göttliche Ich bedeutet, welches die Liebe ist, die ewig schafft) unter Blitz und Donner dem Volke Israel zum darnach leben und somit sie in der Tat zu erfüllen, gegeben hat.

 

51. Der Wortlaut des ersten Gebotes.
 

Exodus: 2. Mose 20,3-6; Deuteronomium: 5. Mose 5,7-10.

(E.3.D.7.)    Du sollst keine anderen Götter neben Mir haben. (E. bedeutet Exodus; - D. Bedeutet: Deuteronomium)

(E.4.D.8.)    Du sollst dir kein Schnitzbild, noch irgendein Abbild dessen machen, das im Himmel oben, und das auf Erden unten ist, und das im Wasser unter der Erde ist.

(E.5.D.9.)    Du sollst sie nicht anbeten, und ihnen nicht dienen; denn Ich Jehova, dein Gott, bin ein eifriger Gott, Der heimsucht die Missetat der Väter an den Kindern, bis ins dritte und vierte Glied, an denen, die Mich hassen.

(E.6.D.10.)   Und der Gnade übt an Tausenden, an denen, die Mich lieben und Meine Gebote halten.

1.   Um den Sinn dieser Worte klarer zu erfassen, soll eine dem heutigen Verständnis angepaßte Aufklärung folgen, welche lautet:

2.     Du sollst dir nicht irgendwelche Götzen neben Mir aufstellen, die du heilig halten, anbeten, verehren und um Hilfe statt Meiner bitten würdest; denn Ich bin ein eifriger Gott und dulde keine Nebengötter, welche die Menschen aufstellen, heilig sprechen und sie statt Meiner anrufen.

3.     Solche Mißbräuche sind das Zeichen des Verfalls des wahren Glaubens an einen Gott und die Herabwürdigung Meiner Person als alleiniger Heiliger des Israels der Welt.

4.     Niemand bete einen anderen Gott, noch die Diener Meiner Heiligkeit an, denn es ist niemand heilig außer Mir, weder im Himmel noch auf Erden, noch unter der Erde. Daher stellet euch ja keine gehauene, noch geschnitzte, noch gemalte Bilder von euren Afterheiligen auf, da Ich sogar von Mir jedes Bild aufzustellen verbiete, wenn ihr damit die Abgötterei der Anbetung der leblosen Figur betreiben möchtet.

5.     Daher wisset ihr Meinen Willen und trachtet, diesen vollauf zu erfüllen, damit Ich nicht Ursache hätte, euch zu strafen, da Ich durch zwei, drei bis vier Glieder strafe, während Ich die Erfüllung Meines Gebotes bis in das tausendste Glied belohne. Dieses ist das Gebot und die Lehre, die Ich euch neuerdings einpräge, wie Ich dies einst den Israeliten tat.

6.     Über den Inhalt des ersten Gebotes sind einige Stellen der Bibel zu berücksichtigen, als:

a.- Petrus (Hebr. 11,6) schrieb im Hebräerbrief: Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, muß glauben, daß Er sei.

b.- Moses (Mos. 6, 13) sagt: Du sollst Jehova, deinen Gott, fürchten und Ihm dienen. — Den Beweis zur Demut in der Anbetung Gottes lieferte Ich Jesus bei dem 40-tägigen Fasten, indem Ich den Satan des begierlichen Fleisches überwand und ohne Meine Göttlichkeit zu beachten, in Demut überging,(Kundg. 1, 56)  und Mich der Bußtaufe wie ein Sünder unterwarf, um damit den Menschen das Beispiel zu geben, daß man sich vor Gott immer in Demut als gering und sündhaft im Fleischleibe zu betrachten hat.

7.     Es fragt sich: Seid ihr schuldig, Meine zehn Gebote zu halten?

8.     Ja, auch ihr seid schuldig, die zehn Gebote zu halten und zwar:

a.- Weil Ich sie nicht bloß für die Juden, sondern für die ganze Menschheit gegeben habe, indem ihr innerer Sinn eben die zwei Liebesgebote gegen Gott und den Nächsten enthält, welcher die natürliche Vorschrift zu einem geistigen Leben bildet, durch welches der Mensch zu einem Ebenbilde oder Kinde Gottes wird.

b.- Weil Ich Jesus Selber sie bestätigte, indem Ich sagte: Ich bin nicht gekommen, das Gesetz oder die Propheten zu widerrufen, sondern Ich bin gekommen, sie zu erfüllen.(Matth. 5, 17)

9.     Die zehn Gebote Gottes soll man halten, weil sie von Mir zu dem Zwecke gegeben wurden, daß sie gehalten würden, weil Ich dem Menschen dazu die nötige Gnade und Fähigkeit gebe, worüber auch folgende Verse der Heiligen Schrift sprechen:

a- Hesekiel 36,27: Ich will Meinen Geist in euch geben, und will solche Leute aus euch machen, die in Meinen Geboten wandeln, und Meine Rechte halten und darnach tun.

b.- Philipper 2,13: Gott ist es, Der in euch sowohl das Wollen, als das Vollbringen wirket nach Seinem Wohlgefallen.

c.- Philipper 4,13: Ich Paulus vermag alles durch Den, Der mich stärkt, nämlich Christus. 

 

52. Erstes Gebot Gottes besagt: 

Du sollst an einen Gott glauben, und nur diesen Einen Gott lieben, verehren und anbeten, und keine anderen Götter neben Ihm haben.“ 

1.     Ich als Gott bin hochheilig, Meine Liebe ist das Urzentrallicht in der Schöpfung, weil Vater und Mutter in ihr. Mein Wesen ist das unendliche Wohlwollen allen Meinen Geschöpfen gegenüber, vom höchsten Cherub und Seraph bis zum niedrigsten und winzigsten Lebewesen, weil Meine Liebe das unendliche All der Welt umfaßt. Meine Weisheit ist die Tiefe der göttlichen Heiligkeit, und das für menschliche Fassungskraft unbegreifliche Allwissen der unendlichen Geheimnisse der Liebe in Gott; — und Meine Schöpferallmacht hält die Geheimnisse der Tiefe der allumfassenden Liebe und die Hochheiligkeit der Weisheit in Gott mit ihrer Willens- und Schöpferkraft in Meinen allmächtigen Händen. Daher ist Gott das unaussprechliche Heiligtum in Sich Selbst und in Seiner riesengroßen Schöpfung.

2.     Als dieser hochheilige Gott, aus dessen Liebe, Weisheit und Allmacht alles entstanden ist, nenne Ich Mich Selber den Vater der Menschen. Wie hochheilig muß die Liebe und wie unendlich erhaben muß die Demut in Gott sein, daß Ich Mich so tief erniedrige und Mich Selber als Vater der Menschen bezeichne, die doch ob ihrer Unfolgsamkeit voller Untugenden und Sünden sind!

3.     Kann der Mensch etwas Höheres sich denken, als seinen Gott? Nein! das nicht. Kann es dann etwas Demütigeres geben, als daß Ich, der allerheiligste Gott, Mich von Menschen ihren Vater nennen lasse? Nein! gewiß nicht, weil der Unterschied zwischen der Hochheiligkeit Gottes und der Sündigkeit des gewöhnlichen Menschen zu groß ist.

4.     Und trotzdem verbindet ein heiliges Band der Liebe das Kind mit dem Vater, mit Mir, dem hochheiligen Gott! Der menschliche Verstand kann die Größe und Erhabenheit dieser Tatsache in seiner irdischen Fassungskraft gar nicht begreifen, und deshalb legen die Menschen so wenig Gewicht darauf, daß Ich Selber ihr Vater bin.

5.     Betrachtet die Unendlichkeit und die unbegreifliche Größe Meiner Schöpfungen und die unzähligen Wunder, die darin vorkommen, da in jeder Schöpfungswelt andere Stein- und Mineralgattungen und andere Pflanzen und Tiere, ja selbst Menschen in solchen Größenverhältnissen vorkommen, daß es alle eure Einbildungskraft weit übersteigt und das Geschaffene von niemanden nach seiner wahren Natur nachgemacht werden kann, um Meinen heiligen Geist in der Schöpfung einigermaßen zu verstehen, der darin mit seiner Liebe und Weisheit magneto-elektrisch wirkt und schafft! —

6.     Und sehet, alles das bin Ich, euer Gott und Vater; für euch ist alles erschaffen und ihr seid berufen, weil ihr Meine Kinder seid, die Erben Meiner Riesenschöpfungen zu werden. Nicht umsonst sagte Ich einst: Trachtet darnach vollkommen zu werden, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist, was aber nur durch die Bestrebung, Meinen Tugenden als Menschensohn (Im Gebetbuch beschrieben)  nachzukommen, erreicht werden kann; denn diese fassen bei geistiger Vollendung des Menschen den Preis der Kindschaft Gottes, die Taufe des heiligen Geistes mit allen den Gaben und Gnaden in sich, die in der heiligen Dreieinigkeit beschrieben sind. Hat man diese Gnaden und Gaben erlangt, dann ist man ein Kind Gottes und ist dies geschehen, dann ist euch alles möglich, was in Meiner Liebe in euch begründet ist, weil Ich Selbst, der Geist der Liebe, der Weisheit und der Allmacht des Weltalls in euch, der Erfüller eurer Wünsche bin.

7.     Um diese Stufe geistiger Vollendung zu ersteigen, müsset ihr euch aber zusammen nehmen, daß ihr Meine Gebote und Lehren genau befolget und erfüllet, denn dies heißt den Himmel mit Gewalt an sich reißen.

8.     Ihr müsset daher vor allem nur an einen Gott glauben: Ohne Glauben ist es unmöglich Gott zu gefallen, denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß Er sei.(Hebr. 11,6)

9.     Ferner müsset ihr diesen Gott als euren liebevoll für euch sorgenden Vater betrachten, Ihn daher von eurem ganzen Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte lieben.(5. Mose 6, 4.5; Matth. 22, 37. 38)

10. Auf Ihn hoffen, denn die, welche den Herrn lieben, hoffen auf den Herrn; Er ist ihr Helfer und ihr Beschützer.(Ps. 115, 11) — Hoffet auf Ihn alles versammelte Volk, schüttet aus vor Ihm eure Herzen! Gott ist ewig unser Helfer, sagt David (Ps. 62, 9).

11.   Und schließlich sollet ihr diesem Gott alle Ehrfurcht und Verehrung erweisen und nur diesen allein anbeten, denn es steht geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, anbeten und Ihm allein dienen.(Matth. 4, 10; - 5. Mose 6, 13)

12.   Auch der Darwinismus gehört unter die Anbetung anderer Götter; denn Meine göttliche Lehre sagt, daß der erste Mensch von Gott erschaffen wurde, somit war Gott sein Vater, und der Mensch ein Kind Gottes.

13.   Darwin lehrte dagegen, daß Gott nicht Schöpfer und Vater des ersten Menschen war, sondern der Uraffe, somit ist Darwinismus Verneinung Gottes und Anbetung des Uraffen als Götzen, aus dessen Urzustand sich der göttliche Mensch entwickelt haben soll. Eine sehr traurige Theorie aus der Verfinsterung des Geistes und dessen Neigung zum Affentiertum oder Faunleben.

14.   Also sollet ihr auch die Verstorbenen, die geistig eure Brüder und Schwestern sind, nicht mit dem Titel "Heilige" und "Heiliger" bezeichnen; denn heilig bin Ich allein und sonst niemand, weder hier auf Erden, noch dort im Geisterreich; ferner, daß ihr nicht zu diesen Verstorbenen Menschen betend kommet und sie in eurem Anliegen als eure Helfer oder Fürsprecher betrachtet und Vaterunser und dergleichen Gebete zu ihnen verrichtet, was zur Abgötterei oder Vielgötterei gehört, weil ihr zu diesen euren Göttern betet, daß sie euch erhören sollen, statt direkt zu Mir in euer Herz zu kommen, wo Ich die göttliche Liebe und Barmherzigkeit, namens Jesus Christus, wohne.

15.   Zu dieser Vielgötterei gehörig, weil von ihr ausgehend, ist das finstere Heidentum: Sich vor Statuen und Bildern Meiner Person und der Seligen hinstellen, sie betrachten, als wenn ein Leben in ihnen wäre und zu ihnen beten, was eben die abgöttische Bilderverehrung oder Bildergottesdienst heißt. Seht, so haben auch die einstigen Heiden ihre Götter verehrt und angebetet. — Das heißt aber doch entschieden nicht in das stille Kämmerlein des Herzens beten gehen, wie Ich einst die Menschen beten lehrte! Das Absperren der Tür zu dem stillen Kämmerlein heißt aber soviel als: Wende dich ab von allem, was deine Sinne durch die Augen fesselt, daher wo möglich, schließe deine Augen wegen Verhütung der Zerstreuung, damit du nur auf deine Worte lauschest und mit Liebe, Demut und Ehrfurcht mit deinen Gedanken bei Mir bist.

16.   Jede Art Aufstellung von Bildern von Gott und Heiligen ist im ersten Gebote (2. Mose 20,3-5) streng verboten, dasselbe auch im 3. und 5. Buch Mose wie folgt:

17.   Mose III. 26,1: Machet euch keine Götzen, noch gehauene Bilder, noch Säulen stellet euch auf, noch Steine mit Bilderschrift gestattet in eurem Lande, daß man davor anbete; denn Ich bin Jehova, euer Gott, (Der euch das verbietet).

18.   Mose V. 27,15: Von Gott abgetrennt ist (Mosis sagt: „Verflucht sei“, was unrichtig ist, weil Gott in jedem Menschen wohnt, daher darf man Seine, der Besserung fähige Wohnung nicht verfluchen!)  der Mann, welcher ein geschnitztes oder gegossenes Bild macht, einen Gräuel Jehovas, ein Werk der Hände des Künstlers, und es im Verborgenen aufstellt.

19.   Das Verbot, Götzenbilder aufzustellen und sie anzubeten, war eine notwendige Sache für die Abschaffung des Kultus des Götzenbilderdienstes, das seit tausenden von Jahren vor Mir Christus bis zu Meiner Ankunft und bis in eure Tage, wenn auch in anderer Gestalt und unter anderem Namen fortdauerte.

20.   Die alte Welt betete an: Baal, Astharte (Astharot), Chemos, Milkom, Belzebub, Apis, Isis, Osiris usw.: und bei Griechen und Römern: Jupiter, Saturn, Neptun, Pluto, Pallas, Apollo, Minerva, Amphitrite u.a.m. Zuerst als Entsprechungen der Eigenschaften des einen Gottes, dann als das Volk durch Weltliches sein geistiges inneres Licht sich verfinsterte, als Heilige, dann als überirdische Mächte und zuletzt als Götter unter mancherlei Gestalten und Bildsäulen.

21.   Auch das israelitische Volk geriet in der Zeit, als es in Ägypten war, in die Abgötterei, was man aus der Geschichte des goldenen Kalbes, das es sich in der Wüste von Aaron gießen ließ und statt Jehova verehrte, ersehen kann, und daß das Volk noch oft in die Anbetung der Götter verfiel, beweist auch die Bibel an manchen Stellen aus der jüdischen Geschichte und aus den Propheten.

22.   Die Abgötterei im Neuen Testament ist alles, was man vor Gott setzt, nachläuft, darnach strebt und alle Gedanken nur darin hat, sei es Geld, Vermögen, Weiber, Luxus, Größenwahn, hochmütiger Eigendünkel, Herrschsucht, Habsucht und Ehrsucht, ferner die Erhebung der Menschen zu höheren Wesen und deren irdische oder übersinnliche Anbetung.

23.   Unter Götzendienst gehört auch die grobsinnliche Verliebtheit, da ihr damit vollkommen in den Dienst des Satans tretet, weil ihr nur in der Satansseele, welche die gefestigte Materie ist (Darüber folgt eine größere Aufklärung im Buche: Jesus Christus, Seine An- und Wiederkunft ChtS. 23) eure Gedanken habet. —

24.   Auch die Affenliebe der Mütter zu den Kindern ist eine gefährliche Abgötterei, weil man dadurch Meine Kinder, die Ich rein und unschuldig aus Meiner Hand den Eltern gebe und veredelt und verfeinert von ihnen zurück fordere, verdirbt und zu Teufeln erzieht. Dieser Götzendienst hat schwere Verantwortung vor Mir — merket euch dies ihr Mütter, welche die Kinder lieber haben denn Mich, weil ihr dadurch Meinen Geboten entgegen handelt! —

25.   Auch will Ich euch auf die Abgötterei durch die Tierliebhaberei aufmerksam machen. Die Tiere sind wohl eurer Pflege und Sorgfalt anvertraut, aber ihr müsset sie nur als Tiere betrachten, die auch zu eurem Nutzen erschaffen und gegeben wurden. Allein, ihr dürfet mit ihnen keine Liebhaberei treiben und sie wie Menschen pflegen und für sie alle Sorge anwenden, oder sie sogar höher achten als arme Menschen, in welchen Ich euer Gott Jesus Christus Selber wohne! — Menschen, welche Tierliebhaberei betreiben, indem sie durch Liebkosungen der Hunde, Katzen, Kaninchen usw. und durch ein Sorgen und Pflegen mit Kost Quartier wie für Menschen, ihre Abgötterei mit ihnen betreiben, denen wird die zweite Hölle zuteil, wo sie in dieselbe Tiergestalt verwandelt werden, mit welchen Tieren sie ihre abgöttische Liebhaberei betrieben haben!

26.   Neben dieser Vielgötterei habet ihr auch in eurem irdischen Leben allerlei Götter, denen ihr huldigt, so zum Beispiel: Wenn ihr nach dem Gelde (Mammon) strebet, oder euer Geld für unnötige oder recht teure Sachen und Gegenstände ausgebet und an diesen eure größte Freude habet. Sehet, das sind eure materiellen und toten Götter, für die ihr viel Geld ausgebet, die Armen und Bedürftigen aber dafür verkürzet, wo ihr doch wisset, daß ihr nur durch gute Tugenden und durch die Betätigung in der Nächstenliebe, den Himmel erkaufen könnet, nicht aber durch Mammondienst, Luxus, Pracht, Hochgenüsse und Schwelgerei in Sachen, welche die Augen ergötzen, die Zunge kitzeln, die Sinne reizen und erregen und Fleisch- und Sinnesbegierden befriedigen. Das ist eben die gefährlichste Vielgötterei, der so viele Menschen mit ihrer ganzen Seele anhangen, Mich aber im Geiste und in der Wahrheit vielseitig übergehen und hin und wieder ganz vergessen.

27.   Aus diesen Aufklärungen geht hervor, daß wenn ihr wollt das erste Gebot genau befolgen, so müsset ihr immer prüfen, ob eure Herzensneigungen, Gedanken, Wünsche, Begierden, Gelüste und Taten in Mir begründet sind, ob ihr das tut, was Ich euch lehre und von euch erfüllet sehen möchte, oder ihr mehr Sinn für eure Liebhabereien habet. — Solange aber Letztere bei euch vorherrschen, ist es mit dem geistigen Fortschritt und der Wiedergeburt des Geistes eine fragliche Sache, weil euch die vielen, von euch selbst erschaffenen und angebeteten materiellen Götter im Wege stehen. — 

 

53. Der irre machende Glaube an Satana. 

1.     Ihr sollet keine anderen Götter neben Mir haben, welche darin bestehen, daß ihr glaubet, daß es einen tatsächlichen Höllenfürst oder Lügenfürst Satan oder Satana noch gibt, denn Satan und Teufel sind böse Menschen und Geister, welche aus der in die Materie verwandelten Seele der Satana-Luzifer geistig und materiell entnommen sind. Der göttliche Lebensgeist in der Satana war Ich Selber, und als Ich Mich zurückzog, da erlosch das Licht und Leben in der Seele der Satana und aus dieser Seele schuf Ich die materielle Welt. — Der Geist Satanas ist das Böse und Falsche des Welttums im Menschen und der Höllenfürst davon, das allgemeine Böse und Falsche der Höllengeister.

2.     Daher sind die Bilder, wo von Satana gesprochen wird, wie im Lutherbuch — und anderwärts, nur geistige Entsprechungen von Einst und Jetzt: Von Einst, wie sie tatsächlich aussah und war; — und von Jetzt, wie der satanische Zustand des Menschen der Sünde und seine Widerspenstigkeit gegen das Göttliche ist. —

3.     Es ist wahr, daß im Menschen eine dunkle, das Geistige irreführende Lust besteht, die das Böse der Materie im Menschen bildet, es ist das ein wieder belebtes Überbleibsel von einst. Doch warne Ich euch, diesem Schatten eine Beachtung zu schenken, oder an einen Satan zu glauben, denn durch das Glauben an einen wirklichen Satan oder Luzifer, bildet ihr durch euren Glauben aus der besagten bösen Lust eures Ichs, den bösen Geist, den Satan empor, der euch dann der größte Quälgeist im Leibe ist. — Also glaubet ja nicht an einen wirklichen Satans- oder Luzifers-Geist; denn durch den Glauben an ihn, bildet ihr ihn selber und dann ist er euer Hinderer im Guten, Erwecker widernatürlicher Begierden und Gelüste und das Hindernis, um geistig vorwärts kommen zu können.(Es sind manche traurige Sachen da und dort erlebt worden, wo man an einen persönlichen Satan glaubte) Darum verneinet jeden und allen Glauben an einen Satan, daß er heutzutage noch bestünde! —

4.     Ja, dieser Glaube ist euch auch das Hindernis, um zur Wiedergeburt zu gelangen, weil durch den Glauben an einen Geist Satans, ihr ein zweites Wesen neben Mir als eine geistige Macht glaubet und aufstellet. Weg mit dem Zweigöttertum! Denn das Überbleibsel des Satans seid ihr selber und das besagte Böse in euch ist das Geistige eures Fleisches, somit ihr selbst nach dem Fleische. So betrachtet den Satan und saget: Ich bin selber Satan nach dem Fleische und zum Teil nach der Seele, dann schadet euch euer Glaube nichts (Lies die Zeitschrift „Die Liebe“ II. 34). 

 

 

54. Verbot im ersten Gebot.

Durch das erste Gebot wird verboten: 

a)  Der Unglaube: "Wer nicht glaubt, der wird nicht selig werden. (Mark. 16, 16)

b)  Die Abgötterei: Gott überließ sie den Lüsten ihres Herzens, … sie, welche die Wahrheit Gottes (der Jesu Lehre) mit der Lüge (der Menschensatzungen) vertauschten und mehr das Geschöpf (Maria, Verstorbene, ihre Bilder und Moderreste der Verstorbenen, wie weiter unten erklärt ist) verehrten und anbeteten, als den Schöpfer, welcher gepriesen sei in Ewigkeit Amen (kommen in das Weltgericht Jesu Christi. (Röm. 1, 24. 25) Ihr sollet euch nicht zu den Götzen wenden, noch euch gegossene (gemeißelte, geschnitzte und gemalte) Götter machen! Ich bin Jehova, euer Gott.(3. Mos. 19, 4) "Werdet auch nicht Götzendiener, gleich wie es einige unserer Väter waren, sagt Paulus.(1. Kor. 10, 7)

c)  Ketzerei: Einen ketzerischen Menschen meide, wenn er nach jedmaliger Zurechtweisung nur das Seinige als echt behauptet und widerspricht.(Tit. 3, 10 und der Vater)

d)  Wahrsagerei, Aberglaube, Zauberei: Ihr sollet euch nicht zu den Zauberern oder Zeichendeutern wenden, noch von den Wahrsagern oder Totenbeschwörern etwas erfragen, um von ihnen nicht (durch den eingetragenen Aberglauben) verunreinigt zu werden! Ich bin Jehova, euer Gott. (3. Mos. 19, 31) Wenn sich jemand zu den Wahrsagern und Zeichendeutern wenden wird, (wodurch er vom Gottesglauben zu den Aussagen von Geistern und zu den durch Menschen erfundenen Zeichen- und sonstigen Aberglauben sich kehret), von dem werde Ich Mein Antlitz wenden und ihn seinem von ihm selbst geschaffenen Schicksale überlassen. — So lautet der Satz richtig bei Moses.(3. Mos. 20, 6)

e)  Verzweiflung, Mißtrauen: Petrus schreibt: Verlieret eurer Vertrauen zu Gott nicht, welches eine große Belohnung in sich birgt! (Hebr. 10, 35) — Denn nur derjenige, welcher auf Gott fest vertraut, ist seines Glaubenssieges wert, sagt Vater Jesus.

f)   Vermessentliches Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit: Verachtest du den Reichtum Seiner göttlichen Güte, Geduld und Langmut? Weißt du nicht, daß die Güte Gottes dich zur Buße leitet (Röm. 2, 4) (nicht aber zur Faulheit und zum vermessentlichen Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit)?

g)  Gottleugnertum: Es ist schlecht, verschiedenes Falsches zu glauben, aber gar nichts glauben und die Existenz Gottes zu leugnen, ist des Übels Höchstes im menschlichen Leben, sage Ich Vater Jesus. — 

 

55. Der englische Gruß.

1.     Was ist der englische Gruß, wie ihn die römisch-katholische Kirche zu beten lehrt? Der englische Gruß, wie ihn die römisch-katholische Kirche zu beten lehrt, ist eine Herabwürdigung Gottes und Erhöhung der Maria zu einer weiblichen Göttin und in den ebenbürtigen Rang mit Gott!

2.     Wie ist das zu verstehen? Das ist nach der hochgeistigen Lehre des Neuen Testaments so zu verstehen:

3.     Ich, Jesus Christus, als Gott und Vater, habe Selber gesagt, daß niemand sonst gut ist als Gott allein. (ChtS. 37, 41, 46) Da dieses Wort, wie aus Meinem Ausspruche hervorgeht, als ein geistiger Ausdruck erscheint, weil das materielle Wort "gut" allgemein für alles Gute im Brauch ist, so ist es ersichtlich, daß das Wort "gut" nach Meiner göttlichen Sprache den Sinn einer göttlichen Eigenschaft bezeichnet, deren kein Mensch außer Gott teilhaftig ist. Diesen Vorzug hat aber Gott in dem, daß Er unfehlbar ist, weil vollendet in Seinem Ich und dadurch heilig oder kristallrein in Allem.

4.     Daher versteht dann jeder logisch denkende Mensch das Loblied Mosis, das die Seligen im Himmel sangen: "Groß und wundersam sind Deine Werke, Herr Gott! Allherrscher! … Du König der Völker. (Offenbg. 15, 3.4 ) Wer sollte Dich nicht fürchten Herr, und Deinen Namen preisen! Denn Du allein bist heilig!"

5.     Wenn Moses selber in seinem Lobliede und mit ihm alle Seligen (welche die römisch-katholische Kirche "Heiligen" nennt) offen sagten, daß Gott allein heilig ist und der Evangelist Johannes in seiner Offenbarung Gottes im 15. Kapitel und vierten Vers dies zur allgemeinen Kenntnis niederschrieb, was erst im Jahre 98 geschah, (Kundg. 1, 59) als die anderen Apostel schon alle tot waren und ihre menschlichen Irrtümer mit der falschen Bezeichnung "Heiligen" statt Heiligenden oder Reinlebenden,(„heiligen“ heißt soviel, als sich innerlich geistig reinigen) mit dieser Aufklärung vernichtet wurden, so ist es doch für jeden vernünftig denkenden Menschen klar dargetan, daß durch die Bekennung und Verneinung Meiner Offenbarung, die Ich durch Johannes gab, die Priesterschaft Mich Jesum Christum, den hochheiligen Gott, als einen Lügengott hinstellt.

6.     Ihre Versündigung gegen Mich besteht besonders in dem, daß sie den Inhalt Meiner göttlichen Offenbarung verkannt, rücksichtslos gegen Mein Gebot durch Matthäus (Matth. 23, 8.9) und die Erklärung durch die Offenbarung (Offenbg. 15, 4) sich einen sündigen Menschen zum "heiligen Vater", was geistig soviel als Gott bedeutet, zu ihrem Oberhaupt auf Erden aufgestellt haben. Dieser irdische, von Priestern geschaffene Gott in Rom, namens Papst, erdreistet sich die göttlichen Vorrechte dadurch zu mißbrauchen, daß er durch Heiligsprechung von Verstorbenen, sich selbst als Obergott hinstellt und Nebengötter durch die Bezeichnung "Heilige" für seine leichtgläubigen und verdummten Kirchenläufer schafft, damit durch größere Volksverdummung für das römischkirchliche Götzentum reichlichere Geldopfer fließen.

7.     Daher höret ihr durch eure Leichtgläubigkeit von Priestern, irrebelehrten Kirchenläufer, was Ich Jesus Christus euch selber sage:

8.     Außer Mich dürfet ihr niemanden, weder im Himmel noch auf Erden heilig nennen; denn sonst entheiliget ihr Mich und das erste Gebot Gottes, wo es heißt: Du sollst an einen Gott glauben und Diesen allein anbeten und verehren, denn sonst verkennet ihr Meine Lehre, die Ich als Mensch gewordener Gott in Christo verkündete. Durch Verkennung Meiner Lehre aber werde Ich zu einem Lügner oder Lügengott erklärt, wenn ihr Meine Lehren und Gebote, die im Neuen Testament aufgezeichnet sind, nicht beachtet und sie nicht erfüllet.

9.     Ihr Priester aber, maßet euch an, gegen Meine Lehre eure menschliche Lügenlehre als Gotteslehre darzustellen, und statt die Gläubigen zu Meiner Lehre anzuhalten, versumpfet ihr sie durch eure Lügenlehren und Volksbetrügereien, und dadurch beraubet ihr sie um ihr Seelenheil!

10.   Ich sage euch daher zum Schluß: Entweder befolget Meine Lehre, die Ich durch Meinen irdischen Bevollmächtigten euch darreiche, oder ihr werdet nach dem Tode in die finstere zweite Hölle wandern müssen, um dadurch zur Einsicht zu gelangen, daß die römischen Priester nicht Meine Gottesdiener waren.

11.   Betet daher keinen Engelsgruß mehr; denn dafür habe Ich euch das Vatergebet (Gebetbuch II. Auflage, Kap. 60)  gegeben. Gewöhnet euch ab Maria mit "Heilige Maria" zu titulieren; und betet zu Mir, nicht aber zu Maria und den Seligen, weil die willkürliche Einführung des Betens zu Maria und den mit "Heiligen" benannten Seligen eurer Kirche, Mir ein Gräuel, weil falsches Prophetentum ist! —

12.   Ich lehrte, daß man soll bloß zu Mir beten, indem Ich sagte: "Kommet Alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch (Selber) erquicken".(Matth. 11, 28)

13.   Ich verneine damit, daß man zu Maria beten soll; denn sonst hätte Ich dies gelehrt, weil damals, als Ich auf der Welt als Mensch war, auch Maria gelebt hat. Ich als Gott sagte aber nicht: Gehet zu Meiner Leibesmutter Maria und sie soll zu Mir für euch bitten, sondern, daß ihr sollet nur zu Mir beten und daß Ich euch Selber erhören werde.

14.   Die römische Kirche verneint Mich Christus als Gott, denn Mein Wort ist für sie kein Gotteswort, das man respektieren soll und lehrt dagegen, daß man zu Maria als Fürbitterin bei Gott beten soll (somit zu einem anderen Gott) und hat folgendes antichristliches, weil gegen die Christuslehre gerichtetes Gebet eingeführt: "Heilige Maria, bitt für uns arme Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Absterbens, Amen."

15.   Durch dieses Gebet hat die römische Kirche Mich Christus als Gott verneint, weil Mein Ausspruch dadurch für sie für ungültig erklärt.

16.   Der wahre Christ soll das halten, was Ich als Christus gelehrt habe, das aber, was die Kirche willkürlich eingeführt hat, als widerchristlich, heidnisch und ketzerisch betrachten und verwerfen.

17.   Die Folge für den, der diese Aufklärung nicht berücksichtigen will ist dann, daß er zwei Herren dienen will; Gott und dem römischen Heidentum, die sich gegenseitig befehden. Denn wer neben Meiner Lehre auch Menschensatzungen der Päpste hält, der erklärt Mich Christus für unvollkommen, nicht allwissend und nicht allweise; denn Meine Lehre ist für die Priester nicht göttlich, weil sie sich erdreistet haben, Mich Christus zu korrigieren und Meine Lehre mit päpstlichen Menschensatzungen zu mischen und dieses falsche Prophetentum als echte und allein selig machende Lehre das Volk zu lehren.

18.   Wie ist die Behauptung gerechtfertigt, daß Maria doch die Mutter Gottes und somit die heiligste und größte aller Heiligen ist und daher die mächtigste Fürsprecherin bei Gott?

19.   Diese heidnische Behauptung stellt sich in ihrer Wertschätzung so heraus, als wäre Maria die Frau des Gottvaters, mit der Er den Sohn Jesus Christus erzeugt hätte, und daher wäre sie die größte aller Seligen, wie die Königin immer die größte nach dem Könige, weil sie seine Frau ist.

20.   O ihr denkfaulen Menschen, wann hat Gott Maria zu Seiner Frau genommen? — Wann einen Sohn mit ihr erzeugt? — Wann sie zur Himmelskönigin oder zur ebenbürtigen Herrscherin Himmels und der Erde und zur Schöpferin der Welt und Göttin proklamiert?

21.   O, ihr Kinder der Finsternis des heidnischen römischen Katholikentums, seid doch vernünftig und nehmet nicht alles an, was euch die römisch-päpstlichen Mammonspriester vorwerfen, wie die Kretinen, die in ihrer mangelnden Urteilskraft alles essen, was man ihnen vorlegt. —

22.   Glaubt ihr, daß ihr mit euren ertrotzenden ketzerischen Behauptungen Mich euren Gott in Christus damit zu eurem finsteren Heidentum bekehren werdet?! — O nein! das wird nicht geschehen, wohl wird aber euch die dunkle Hölle aufnehmen, wenn ihr auf eurem finsteren Heidentum beharren werdet; denn Ich kann euch als trotzige Heiden weder im Paradiese noch im Himmel brauchen, das merket euch!

23.   Meine diesbezügliche Aufklärung, was Maria war und jetzt ist, lese man im Gebetbuch nach, und hier Kapitel 32,3. 

 

56. Die Verehrung der Heiligen.

1.     Über die Heiligsprechung von Verstorbenen ist in der Abhandlung über den englischen Gruß klar dargelegt worden, daß es keine Heiligen, sondern bloß Selige gibt, und daß das Beten und Bitten zu diesen, von finsteren Menschen geschaffenen Göttern ketzerisch oder heidnisch ist.

2.     Die weiteren Aufklärungen darüber findet man unter: "Verehrung von toten Bildern, Statuen und Reliquien".

 

 57. Die Verehrung von toten Bildern, Statuen, Zeichen und Figuren in der römisch-katholischen Kirche wie einst bei den Heiden.

1.     Ist der Gebrauch der Bilder in Kirchen und außer ihnen, sei es an öffentlichen Straßen, Feldwegen und in Häusern, nicht wider das erste Gebot Gottes? welches verbietet Bilder zu machen und aufzustellen, wie es im dritten Buche Mose (3. Mos. 26,1) heißt: "Machet euch keine Götzen, noch gehauene (oder gemalte) Bilder, noch Säulen stellet euch auf, noch Steine mit Bilderschrift gestattet in eurem Lande, daß man davor anbete; denn Ich bin Jehova euer Gott, (der euch das verbietet).

2.     Der Gebrauch der Bilder ist wider das angeführte göttliche Verbot und daher Götzenkultus; denn das weiß Ich Jesus Christus euer Gott am besten, da Ich nicht bloß die äußere Zeremonie und Anbetung vor solchen Götzen in und außer der Kirche sehe, sondern auch die innere Gemütsstimmung der Anbeter, welche dabei tätig ist.

3.     Ihr ziehet vor den steinernen und hölzernen Statuen und gemalten Bildern euren Hut ab und machet ihnen damit die Ehrerbietung, als wären sie lebende Menschen; ihr machet Gebetskreuze vor ihnen und betet vor den toten Götzenbildern; ihr rufet sie an und machet ihnen auch Kniebeugungen; ihr küsset die Statuen und der Figuren ihre Füße und desgleichen mehr; ihr stehet oder kniet und betet Litaneien vor den Statuen, oder Figuren, zündet ihnen Lampen oder Lichter an, betet, oder singet Lob- und Bittlieder den toten Statuen vor und machet allerlei heidnisches Geplärr vor ihnen, als wenn sie lebend wären, deshalb ist das, weil Ich in eure, durch die Priester ins Heidentum zurückversetzte Herzen schaue, vor Mir ein Gräuel, weil eine grobe heidnische Zeremonie, die Ich verabscheue.

4.     Ich sehe gut, daß ihr in den Statuen Maria und die römischen Heiligen verehret und anbetet, wenn auch die Priester sagen, daß es nur dem gilt, den das Bild oder die Figur vorstellt, allein, das ist nur die halbe Wahrheit und doch ein doppeltes Heidentum, weil ihr die tote Figur und denjenigen durch das Gebet verehret, den die Figur vorstellt, das sage Ich, der Ich in eure Herzen schaue, da Ich als euer Geist in eurem Herzen wohne. Merket euch das, daß alles Beten, Bitten, Singen und alle Verehrung nur Mir eurem Gott in Christo gebühret und sonst niemanden.

5.     Darum sage Ich euch: Höret auf, Mich zu kreuzigen mit eurem Heidentum! und saget Meinen Willen allen Menschen, daß sie sollen die Bilder, Statuen und alles, was sie bisher für heilig hielten bis auf das bloße Kreuz entweder bloß als tote Figuren betrachten, oder Ich werde Meinen Unwillen müssen öffentlich kundtun und euch Selber alles wegräumen, wenn ihr es nicht selbst wegräumen werdet.

6.     Das Kreuz ohne Meine Leidensgestalt als Zeichen der Erlösung soll euch in Ehren sein, aber es soll euch bloß erinnern, daß Ich am Kreuze für euch gelitten und gestorben bin. Ihr sollet aber weder den Hut ziehen, noch ein Kreuz machen davor; denn es ist toter Stein, totes Holz, totes Bild oder totes Zeichen, gemacht von Menschenhand und daher ein götzenhaftes Schaustück, sobald ihr anfanget ihm göttliche Verehrung zu erweisen.

7.     Wenn ihr bei einem Kreuze vorüber gehet, erinnert euch an Mich, euren Vater Jesus, daß Ich auf Golgatha für euch Mein Blut und Leben dahin gab und grüßet Mich: Gelobt und gepriesen sei unser Vater Jesus Christus durch das Zeichen Seiner Erlösung auf Golgatha! Seht, das genügt, sonst aber räumet alle Bilder, Statuen und Säulen hinweg, indem ihr zerstöret die Götzenbilder römischer Heiligen; denn sie sind die Zeugen eures römischen Ketzer- und Heidentums in und außer der Kirche!  

 

58. Die Verehrung der Reliquien.

1.     Die römisch-katholischen Christen handeln entschieden gegen das erste Gebot Gottes, wenn sie die Reliquien oder Überreste von Verstorbenen verehren, weil:

2.     a) Viele von diesen römischen sogenannten Heiligen nie gelebt haben, und alles das, was die römisch-päpstliche Kirche von ihnen erzählt, entweder auf Irrtum oder Erdichtung beruht.

3.     b) Weil es keine Heiligen gibt, noch je gegeben hat, daher kann es auch keine heiligen Reliquien geben.

4.     c) Weil viele von diesen Personen, welche die römischen Päpste heilig gesprochen haben, noch in der Hölle sind.

5.     d) Weil man die Reliquien von weit herschleppte, meist aber aus den Katakomben, wo die Totenknochen so massenhaft wie Holz aufgestellt sind, wodurch das Volk nie die Wahrheit erfuhr, woher sie eigentlich sind, und wie es sich mit der Sache verhält, sondern man gab meistenteils erlogene Heiligengeschichte vor, verdummte das Volk und melkte es dann an seiner Geldbörse.

6.     e) Weil die angeblichen Wunder entweder erdichtet und erlogen sind, oder geschahen sie bloß wegen des felsenfesten Glaubens der Betreffenden, damit sie durch Nichtgeschehen nicht um allen Glauben an Göttliches kamen, weil Ich als Gott für sie als Sünder zu heilig und hinter allen Sternen verborgen vorgemalt wurde; aber erhört habe Ich Jesus Christus sie Selber als Gottesgeist im Menschen, nicht aber der angebetete Knochenmoder der Verstorbenen.

7.     f) Weil viele Reliquien oder Überbleibsel von modernden Knochen gar nicht von demselben Verstorbenen herrühren, sondern von einem beliebigen Totengerippe, das die Priester für tauglich erachteten, hergenommen wurden; denn es handelte sich ja nicht um die Wunder wirkende Kraft der Totengebeine, sondern um die vielen Geldverdienste in Rom und die reichen Opfer in der Kirche, wo solche Totenknochen der Verehrung ausgestellt wurden.

8.     g) Es ist der größte Unsinn und das finsterste Heidentum, den Moderresten des Totengerippes eines verstorbenen Menschen göttliche Verehrung dadurch zu erweisen, daß man davor betet und diese Leichnamsreste küßt und um Erhörung des Gebetes bittet! —

9.     Paulus (1.Kor. 15, 50) sagte durch Meine Aufklärung an ihn im ersten Briefe an die Korinther: Dieses sage ich aber, Brüder! daß Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können, und daß das Verwesliche das Unverwesliche nicht erben wird. Und Ich Jesus Christus sage dazu: Auch die modernden und faulenden Knochen der Toten nicht!

10.   Wenn also das Blut, Fleisch und die Knochen und Haare, als das Verwesliche, das Himmelreich nicht ererben wird, wie könnet ihr dann diesem Aas und Moder göttliche Verehrung erweisen?! Wozu dann das grobheidnische Götzentum damit treiben? —

11.   Werfet daher den Reliquien-Kram und –Tand ins Feuer, damit das Heidentum aufhöre; denn Meine Kinder müssen wahre Christen und nicht finstere Heiden sein! wie ihr durch die Irrlehren des römisch-katholischen Glaubens geworden seid!  

 

59. Ein Wort über die Wunder an den Leibesüberresten von Seligen.

1.     Ist es wahr, daß Ich Gott durch die Leibesüberreste der Seligen öfter Wunder gewirkt und den Menschen viele Wohltaten erwiesen hätte?

2.     Ich habe zwar manche Wunder an den Überresten der Seligen gewirkt, weil der Glaube ein felsenfester war, so daß der betreffende Gläubige durch seinen großen und felsenfesten Glauben die Gottheit seines in ihm lebenden Geistes ergriffen und zur Erfüllung des Gewollten gebracht hatte; aber damit ist es nicht bewiesen, daß die faulenden und modernden Leibesreste eines Seligen dies gewirkt haben, sondern dies hat allein nur der Gottesgeist im Menschen gewirkt, und daher gebührt diesem allein die göttliche Verehrung laut Meines ersten Gebotes, nie aber den Leibesresten eines verstorbenen Menschen oder gar seinen Kleidern, wie nachfolgende Beweise dartun, daß Gott Wunder auf Grund der Zuversicht im felsenfesten Glauben der betreffenden Person gewirkt hat:

a)  Philipper 3,21: Der Heiland Jesus Christus wird unseren nichtigen Leib verklären, daß er ähnlich werde Seinem verklärten Leibe nach der Wirkung, durch welches Er Sich alles unterwerfen kann.

b)  Sirach 48,14: Nichts hatte Macht über ihn (den Elisäus) und auch im Tode zeigte ihn sein Körper als einen Propheten. In seinem Leben tat er Unerhörtes, und auch nach seinem Tode wirkte er Wunder.

c)  Könige II. 2,14: Elisäus schlug mit dem Mantel des Elias, der ihm entfallen war, das Wasser des Jordans, aber es teilte sich nicht; und er sprach: Wo ist nun der Herr, der Gott Elias? und schlug abermals ins Wasser, da teilte sich der Jordanfluß auf beide Seiten und Elisäus ging hindurch.

d)  Könige II. 13,21: Und es begab sich, daß einige einen Mann begruben; und als plötzlich einige Kriegsleute in der Nähe auftauchten, warfen sie in der Furcht vor den Kriegsleuten den Mann in das noch offene Grab des Elisa. Und sobald der Mann die Gebeine Elisas mit seinem Körper berührte, ward der Mann wieder lebendig und stand auf seine Füße und trat aus dem Grabe.

e)  Apostelgeschichte 19,11+12: Gott wirkte nicht geringe Wunder durch die Hände des Paulus, also daß es genügte, daß man die Schweißtücher und Gürtel von seinem Leibe auf die Kranken legte und (zufolge ihres festen Glaubens) wichen die Krankheiten von ihnen und die bösen Geister fuhren aus (da Ich Jesus das wollte!).

3.     Die hartnäckigen Verteidiger des priesterlichen Heidentums berufen sich darauf und sagen: Ja, und doch geschah es, somit war das Glauben an die Wunder wirkende Kraft dieser Reliquien oder Gegenstände der betreffenden Männer gerechtfertigt, denn es geschehen Wunder, und das entscheidet. —

4.     Diese anscheinend entscheidende Verteidigung des Rechthabens bezüglich der Anbetung von Überresten der Seligen beruht jedoch auf einem großen Irrtum; denn wie kann ein modernder Fetzen oder Knochen Wunder wirken? Wie kann ein Seliger Wunder wirken ohne Mich, seinem Gott? Wie kann überhaupt ein Wunder geschehen, da Ich allein das Privilegium des Wunderwirkens in der Hand habe, und wenn ein Wunder geschieht, so wirke es immer Ich Selber, wenn es auch den Anschein hat, daß es durch den angebeteten Seligen herrührte.

5.     Der Mensch ist Mein Kind und hat alle Fähigkeiten Meines Ich in sich, da Ich Selber in ihm wohne; warum kann denn der Mensch nichts Übersinnliches aus sich selbst tun? Gewiß deshalb nicht, weil Ich einem sündhaften Menschen nicht so zuvorkommend bin, wie einem fromm und gläubig Lebenden. Diese allgemein bekannte Tatsache — soll euch maßgebend sein und nicht eure selbst erdachten Menschensatzungen.

6.     Swedenborg sagt: "Der geistige Sinn dieses Gebotes ist, daß kein anderer Gott als Jesus Christus unser Schöpfer, Vater und Heiland ist und verehrt werden soll, weil es nie einen anderen Gott gab als Jesus, nur der Name war ein anderer, nämlich Jehova, was althebräisch "Vater" bedeutet. Er ist es, wie die Weissagungen unzweideutig dartun, Der in die Welt kam und die Erlösung des Menschengeschlechtes von der Erbsünde vollbrachte, Sich Selbst damit mit dem Menschengeschlechte versöhnte, es wieder zur Kindschaft annahm und ihm den Kinderhimmel öffnete. Schumi: Daß dies alles auf Wahrheit beruht, ersieht man aus den Beweisführungen in der "heiligen Dreieinigkeit" und in Büchern "Christus und die Bibel, Seine An- und Wiederkunft".

7.     Über den himmlischen Sinn des ersten Gebotes sagt Swedenborg, daß dieses uns Jesum Christum als Jehova Zebaot zeigt, welcher der Herr und Herrscher von Ewigkeit, der Unendliche, der Unermeßliche und der Ewige ist, daß Er der Allmächtige, der Allwissende und der Allgegenwärtige ist, daß Er der Erste und Letzte, oder der Anfang und das Ende ist, welcher war, ist und sein wird in Ewigkeit, daß Er die Liebe und Weisheit oder das Gute und Wahre Selber ist, folglich das ewige Leben, somit der Einzige ist, aus dem Alles entstanden ist.

8.     Demnach sollst du Mich Gott den Vater, Der Ich Mich den Menschen in Jesu Christo geoffenbart habe, lieben aus ganzem Herzen. Du sollst nichts Anderes nie und nimmer in dir haben, als nur das Eine allein, Mich, deinen Jesus-Vater zu lieben. Tust du dieses im rechten Vertrauen, dann hast du alle Meine Gebote im rechten Lichte erkannt, es wird dir dann ein Leichtes sein, ein jedes der zehn Gebote bis in das Kleinste zu verstehen und zu erfüllen, wie aber, das will Ich in wenigen Worten beleuchten:

9.     Du mußt stets denken, daß Ich dein für dich sorgender Vater als Schöpfer bin, daß Ich in dir lebe und der Grund alles Lebens in dir bin, somit daß Ich dich so bildete, wie du bist und Ich dir die 5 Hauptsinne mit allen Nebensinnen verlieh, ja, daß Ich mit dir das Leben teile und alles mitmache, was dir im Leben begegnet und daher dein einziger Freund bin, der dich nie verläßt, sondern wie Vater und Mutter für dich als unmündiges Kind der göttlichen Erbarmung sorge. Ich bin aber auch außer dir, und habe alles nur zu deinem Leben erschaffen, damit du von der Natur lebst und dich an ihren Schönheiten und dargebotenen Früchten erfreust, ja, daß alles, was du in der materiellen Erscheinlichkeit der schaffenden Natur siehst, so wie auch alles, was durch die göttliche Gabe die menschliche Intelligenz wirkt, die geistige Tätigkeit des Vaters im Weltall darstellt. Alles was du siehst, ist aus Mir entnommen und von Mir ins Dasein gestellt, somit was das Leben im Weltall vorstellt, Ich als Schöpfer davon, Selber daran beteiligt bin und in dir lebe, dich leite und für dein Fortkommen sorge, und daß darum eben das größte Gebot im Gesetze lautet: Liebe Gott aus ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Gemüt, weil du dann nie eine Sünde begehen wirst, weil du alles erfüllst, was Ich geboten und gelehrt habe zu halten. Besonders beachte auch das zweite Hauptgebot: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Daher tue ihm das, was du willst, daß er es dir täte, weil er ein Kind Gottes, daher dein Bruder, und Gott, dein Vater, auch in ihm wohnend ist.  

 

60. Vergehen gegen das erste Gebot. 

1.     Aberglaube, Abgötterei, Götzendienst, Götzenzeremonien — überhaupt Zeremoniendienst der Kirche, Götzendienstkleidertracht, Verehrung und falsche Angaben über Gotteslehre, Götzendienstpomp-Entfaltung. Menschensatzungen den Gottesgeboten gleich erklären und sie dafür halten; Gottvergessenheit, gänzliche Gottlosigkeit, Gottleugnen; Handel mit angeblich "geweihten" Sachen, das vor Gott ein Betrug ist; Ablaßschwindel — Beichtabsolution, weil ein Betrug, — Forderung für Gottesopfer und sie selber verzehren, (weil Gott als Geist nichts Materielles braucht), Unterstützung von ausbeuterischen Priestern; Spott und Hohn gegen alles Göttliche; Satanskult, Satanspakte; Anrufen und Gebete zu Verstorbenen um Geld, Lotterie- und Losgewinnung und materielle Vorteile; Pakte mit bösen Geistern; Bösestun durch geistige und Willens-Mittel; Zauberei mit gegen Gott gerichteten Mitteln.

2.     Unglauben gegen die Prophezeiungen Gottes; Morden der Propheten; Widerspruch und böses Nachreden über Medien wegen der Vaterworte. Zweifel an Gottesworten, Ruhestörung, Auflehnung gegen die von Gottvater ausgestellten Volksleiter, vollster Ungehorsam. Gott fluchen oder lästern, Gott durch Lieder oder Bilder verhöhnen, Gott tierische Namen geben, Gott unzüchtig lästern.

3.     Maria- und Heiligen-Anbetung durch die Bezeichnung: "Heilige", "Heiliger" (vergl. Offb. 15,4) Anbetung der Schutzgeister (Schutzheiligen, Namenspatronen) durch die Bezeichnung: "Heilige", Heiliger". Undankbarkeit gegen Gottes Güte und Barmherzigkeit. Fluchen und Lästern, Sakramentieren, Himmel sakramentieren usw.

 

61. Die sieben Sünden wider den heiligen Geist.

1.     Als Mich die Pharisäer lästerten, Ich habe einen unreinen Geist, was soviel heißt als: Ich bin besessen von Belzebub, mit dessen Hilfe Ich die bösen Geister den Menschen austreibe, (Mark 3, 22-30) erwiderte Ich ihnen: Jede Sünde und Lästerung wird dem Menschen verziehen, aber die Lästerung oder Widersprechen wider den heiligen Geist wird dem Menschen weder hier noch dort vergeben.

2.     Damit habe Ich ihnen gesagt, daß diese Sünde die allergrößte aller Sünden ist und die größte Ahndung erfahren wird. Ich will euch aber hier eine Aufklärung zukommen lassen, welche Meiner göttlichen Liebe und Barmherzigkeit entspricht:

3.     Es ist wahr, daß diese Sünde eine der größten ist aber auch sie wird verziehen, wenn die Buße darnach groß genug wird, aber jedenfalls nicht so schnell, wie die übrigen Sünden. Ich wollte euch damit die Augen öffnen, daß in der Bezeichnung: Gott ist die ewige Liebe, die ewige Barmherzigkeit und die ewige Gnade, die Bürgschaft liegt, daß, wie Ich durch den Propheten Jeremias sagen ließ: Sage dem Volke Israel: "Ich bin barmherzig und will nicht ewig zürnen," also auch in dieser Lästerung wider den heiligen Geist Mein Gericht nur so auf ewig zu verstehen ist, wenn der Sünder sich auf ewig nicht bekehrt und Buße tut.

4.     Die Sünden wider den heiligen Geist, wovon die siebente die größte ist, sind aber folgende:

1.       Vermessentlich auf Gottes Barmherzigkeit sündigen.

2.       An Gottes Gnade verzweifeln. Diese Sünde ist sehr groß und führt den Menschen tief in die Hölle.

3.       Der erkannten christlichen Wahrheit widerstreben. Hier in dieser Sünde zeigt sich die höllische Eigenschaft des Menschen, der die Wahrheit sieht und erkennt und doch dagegen spricht und tut, also tut aber auch der Höllenfürst Satan.

4.       Seinen Nächsten die göttliche Gnade mißgönnen und ihn darum beneiden. — Es ist im Menschen die Kraft, daß das, was Einer im Geistigen kann, auch der Andere sich erwerben kann. Wer also selber nicht mag und doch Andere beneidet und ihnen mißgönnt die Gnade, der tut ja dasselbe, was der Satan, denn dieser mag sie auch nicht, und doch beneidet er Andere darum und mißgönnt ihnen diese, in dem er sich alle erdenkliche Mühe gibt, den Menschen diese durch Einflößung anderer Gedanken unwirksam zu machen und sie zu zerstören.

5.- In der Unbußfertigkeit vorsätzlich zu beharren. Solche werden mit der Zeit doch kuriert; denn sie gehen in der Hölle immer tiefer in die Leiden und Schmerzen, bis ihre Widerstandskraft gebrochen ist.

6.- Wider heilsame Ermahnungen ein verstocktes Herz haben.

7.- Wider den Geist der Wahrheit aus Gott, welcher durch das Gewissen sich offenbart, hartnäckig das Gegenteil behaupten und tun. 

 

62. Das zweite Gebot Gottes:

Du sollst den Namen deines Gottes nicht eitel nennen; denn Jehova wird den nicht ungestraft lassen, der Seinen Namen mißbraucht.“(2. Mos. 20, 7; -5. Mos. 5.11) 

Der Name Gottes ist hochheilig und unnahbar für unreine Geister; Er ist die innere Tatkraft lebendiger Überzeugung für ein reines geistig lebendes Kind Gottes; niemand soll diesen Namen leichtfertig und scherzweise aussprechen, denn es birgt das geistige Gebot in sich, daß der Frevler, der ihn eitel nennt, in sich geistig sündigt und sich verfinstert. Jedes Wort, das diesen Namen ausspricht, steht in der Wagschale, welche nach dessen Aussprache den Menschen nach oben hebt oder nach Unten wirft. Daher sprechet diesen Namen allemal mit lebendiger Liebe, werktätiger Demut und stets kraftvoll, wie eine tönende Glocke, in lebendiger Liebeserregung eures Herzens. Nie soll der Mensch etwas denken, sprechen oder tun, ohne alle Ehre diesem hochheiligen Namen entgegen zu bringen, alles in diesem Namen beginnen und alles in diesem Namen beenden, ja, der Mensch ist berufen, der ewige Hohepriester seines lebendigen dreieinigen Gottes Liebe, Weisheit und Allmacht in seinem Herzen zu sein, Dem er alles zur Ehre aufopfern und in Liebe darbringen soll, damit er zu einem lebendigen Tempel Gottes werde!  

 

63. Verbot im zweiten Gebote.

1.     In dem zweiten Gebote wird verboten, Gottes Namen zu entheiligen.

2.     Den Namen Gottes entheiliget man aber:

a)  Durch den Mißbrauch bei verschiedenen Gesprächen, besonders, wenn man zu Unwahrheiten oder Lügen Gott als Zeugen nennt; ferner bei Verwünschungen, Zaubereien und Beschwörungen.

b)  Durch alle Sünden: Paulus schreibt: Du rühmest dich des Gesetzes, entehrst aber Gott durch Übertretung des Gesetzes (Röm. 2, 23).

c)  Durch die Gotteslästerung, indem man über Gott verächtlich spricht. Die Religion Christi bemängelt und in den Kot zieht und durch Aufstellung philosophischer Glaubenssätze, weil man dadurch das göttliche Wort und Gebot verwirft.

d)  Wenn man ohne Not oder gar falsch schwöret. Darüber sagte Ich Jesus: Ich sage euch: Ihr sollet gar nicht schwören, weder bei dem Himmel, weil er der Thron Gottes ist, noch bei der Erde, weil sie der Schemel Seiner Füße ist, noch bei Jerusalem, weil sie die Stadt des großen Königs ist. (Matth. 5, 34) Moses schreibt: Du sollst nicht falsch schwören bei Meinem (göttlichen) Namen und den Namen Deines Gottes nicht entweihen (durch Schwüre und Anrufung des Namens Gottes zu weltlichen Händeln); denn Ich bin Jehova.(3. Mos. 19, 12) Am deutlichsten sagt euch den Willen Gottes der Apostel Jakob indem er schreibt: Vor allen Dingen aber meine Brüder, schwöret nicht, weder bei dem Himmel, noch bei der Erde, noch sonst einen Eid; sondern eure Wahrheits-Beteuerung soll lauten: Ja, das aber ein Ja der Wahrheit sein muß; und Nein! das auch ein Nein der Wahrheit sein muß! Damit ihr nicht in das Gericht Gottes fallet. (Jak. 5, 12 – ausgebessert nach Angabe des Vaters Jesus)

3.     Der Schwur ist eine heilige Sache, wenn er nicht gegen die zehn Gebote gerichtet ist. Daher denke jeder nach, was er tut! — Glaubt der Schwörende nicht an Gott, dann ist sein Schwur ein Schwindel und Betrug; glaubt er an Gott und begeht er einen Schwur gegen die zehn Gebote Gottes, dann ist es ein Frevel gegen Gott; denn wie kann jemand Gott zum Zeugen anrufen, und er tut dies im vollen Bewußtsein, daß er ganz gewiß gegen Mich handeln und Meine göttlichen Gebote mit Füßen treten wird?!

4.     Die Menschen handeln gegen Mich, ihrem Gott, wie gegen Einen ihresgleichen. Sie denken nicht, daß Gott überheilig ist und daß man seinen Namen nicht in den Schmutz der Weltsünden ziehen darf. Der Schwörende glaubt, daß es ganz gleich ist, was und wie er schwört und beachtet nicht das zweite Gebot Gottes, welches verbietet den Namen Gottes eitel zu nennen und Gott in Welthändel der Sünden und Verbrechen zu ziehen. Man stolpert gedankenlos über Alles und denkt nicht nach, ob es gerecht erscheint gestolpert zu sein.

5.     Wenn du schwörst, so trachte keine Meinneide zu schwören, da du sie nicht verantworten kannst, denn dafür hat dir Gott die Urteilsgabe gegeben, um zu beurteilen, was recht oder unrecht ist. Überhaupt muß jeder Eidschwur unterbleiben, sobald die Menschen rechtschaffen und gottesfürchtig werden, denn das Ja und Nein wird dann genügen.

e)  Wenn man die Gott gemachten Gelübde bricht. Moses äußert sich darüber wie folgt: Wenn du deinem Gott Jehova ein Gelübde tust, so säume nicht, es zu erfüllen; denn Jehova, dein Gott, wird die Erfüllung fordern, und wenn du sie unterlassest, es dir zur Sünde rechnen. — Wenn du keine Gelübde machst, so hast du keine Verpflichtung und Sünde; — aber was du einmal gelobend ausgesprochen hast, das sollst du halten und erfüllen, wie du freiwillig mit eigenem Munde deinem Gott Jehova versprochen hast es zu tun.(5. Mos. 23, 21-23)

f)   Wenn man den Namen Gottes ohne Not und ohne Ehrerbietung nennt. Es ist heutzutage soweit gekommen, daß die Menschen von dem zweiten Gebote gar keine Notiz nehmen. Wer ist dessen Schuld? Wohl niemand sonst als die Religionslehrer des Volkes. Wenn sie den Leuten gesagt und oft wiederholt hätten, daß es eine grobe und große Sünde ist, den hochheiligen Namen Gottes immer und für alle Sachen im Munde zu führen, so würden sich die Menschen das gemerkt haben und getrachtet, besser zu werden. Aber die Priester vergaßen in ihrer Weltlichkeit ihre Pflicht und die Menschen wissen nichts Besseres — und daher wird der Name Gottes eitel genannt oder mißbraucht, während Ich entschieden will, daß Mein Name nicht entheiligt, sondern geheiligt werde, wie Ich es im Vaterunsergebet gelehrt habe.

6.     Die Priester dienen viel zu viel der Welt, welche ist das Streben nach Geld, Ehre und Herrschaft; denn wer die Zeremonien dazu benützt, um das Volk an sich zu ködern, es zu verdummen und geistig zu zerstören, daß er es zu Dienern des heidnischen Zeremonienglaubens macht und es ganz von der Gnade und Ungnade der Kirche und nicht von Gott abhängig macht, und alles dies aus persönlichen Vorteilen, — solche Gottesdiener sind nicht Meine, sondern die Diener Meines Widersachers.

7.     Darum liegt die ganze Welt im Argen, weil diese — nicht von Mir Berufenen, die nichts arges ahnenden Schafe Meines Stalles, geistig bereits zerrissen und sie der Hölle zugeführt haben.

8.     Das Volk lästert Mich fort und fort und weiß nichts davon, weil es bereits in einer argen Hölle steckt und größtenteils von Höllengeistern der Verstorbenen besessen ist. Wären die Priester tatsächlich Gottesdiener — so müßten sie sich entsetzen vor dem Volke, welches Meinen hochheiligen und unnahbaren Namen täglich entheiligt, da Ich als Gott ein strenger Richter bin, vor dessen Antlitze die heutige Menschheit mit wenig Ausnahme eine Gesellschaft von Majestätsbeleidigern an Meinem heiligen Namen: Gott, Jesus oder Christus ist, da sie Mich gedankenlos auf ihrer sündhaften Zunge herumträgt und täglich lästert. Verschiedene Redewendungen in Freud, Leid, Scherz und Sünde sind da, um einen Ausruf: O Gott! — O Jesus! — Jesas na! — O Christus! Christus na! — O Christe eleison! — Man lebt wie ein Gott in Frankreich! — O Herrgott! und ähnliches mehr an das Tageslicht bringt. Ich sagte durch (2.Mos. 20, 7)Moses:

9.     "Du sollst den Namen Gottes nicht eitel nennen, ihn dadurch mißbrauchen; denn Ich werde denjenigen nicht ungestraft lassen, der Meinen Namen eitel nennt und ihn dadurch mißbraucht."

10.   Darunter sind auch die Namen Jehova, Zebaot, der Heilige Israel und der heilige Geist gemeint.

11.   Über dieses heilige Gesetz sollten die Priester mit aller Strenge wachen, da sie Mir verantwortlich sind. Und was tun sie? Stillschweigen und dadurch gutheißen die Mißbräuche des Volkes, — dadurch aber berauben sie das Volk um sein Seelenheil, weil der Mensch alle solche Untugenden, Leidenschaften und Mißbräuche in der Hölle ablegen muß, bevor er ins Paradies eingelassen wird, da sie im Paradiese nicht vorkommen dürfen. Denn niemand kommt ins Paradies, bevor er sich nicht der großen Fehler gegen Meine echte Christuslehre entledigt hat, wozu aber immer Jahre und Jahre nötig sind, weil niemand seine Untugenden, Gelüste, Begierden und Leidenschaften schnell ablegen kann.

12.   Wie mit Meinem göttlichen Namen, — so treiben die Menschen auch mit Maria und Joseph einen großen Mißbrauch. Merket euch, ihr gedankenlosen Menschen, daß diese Namen für euch zu heilig sind, um sie stets auf eurer sündhaften Zunge herumzuwälzen. O Maria! — Jesus, Maria und Josef! ist euer gewöhnlicher Aufschrei und Ausruf bei jeder Gelegenheit, sei es Scherz, Ernst, Verwunderung, ja sogar auch, wenn ihr die ärgsten Sünden begehet! —

13.   Darum höret Mich an! Ebenso, wie ein jedes Kind nur diesen Personen zugetan ist, die es im Weltlichen pflegen und versorgen, und nicht denen, die sich nie bekümmern um ihr weltliches Wohl, ebenso bin auch Ich zugetan Meiner lieben Leibesmutter Maria und Meinem lieben Ernährer Joseph wegen ihrer einstigen Pflege, die sie Mir damals angedeihen ließen, und daher will Ich nicht, daß ihr sie eitel nennet, spottet oder schimpft. Ihr könnet Maria grüßen, jedoch nicht anbeten, wie ihr es bisher getan und ihr Tempel (Kirchen) gebaut; — aber ihr sollt sie auch nicht vergessen, ebenso wie ihr des Josephs nicht vergessen sollt, denn sie stehen in Meiner großen Huld. —

14.   Und das viele Gott und Himmel Sakramentieren und Fluchen ist ein Fahrbillet in das Reich der Hölle; denn die Höllengeister tun dasselbe, und wenn ihr es tut, so seid ihr sogleich von einer großen Schar der ärgsten Teufel aus der Hölle umgeben, die euch fleißig sekundieren und anfeuern höllisch zu sein. Denn die zweite Hölle ist auf der Erde, und in dieser Gesellschaft seid ihr Tag und Nacht, wenn ihr gegen Meine Gebote handelt.

15.   Und nun schauet in die Länder, die Allen wohlbekannt, weil sie groß sind und in Europa liegen und wo Ich viel gelästert werde! — Da sind gewisse Gattungen von Menschen, die Zuchtrute Gottes für das Volk, welches, ob klein oder groß, fortwährend flucht, Mich mit der Zunge oder Worten schändet, Mir Namen gibt, die unter aller Kritik sind; und ebenso Meiner Leibesmutter Namen gibt, die Ich euch nicht nennen darf! — ja, wo das Volk mit der Heiligkeit des Göttlichen in Worten nicht viel besser umgeht, wie einst in Sodoma und Gomorra. Deshalb steckt es aber auch unter Meiner wohlverdienten Zuchtrute hier, — und ins Geisterreich angekommen, — gehen Alle dorthin, wohin sie ihre geistigen Dienste im Leben geleistet haben. Die Hölle ist ihre Heimat. Und zu aller dieser höllischen Ausgeburt des Lästerns Meines heiligen Namens schweigen die dortländischen Priester und lassen das ihnen anvertraute Volk sorgenlos in die Hölle gehen. —

16.   Je schlechter das Volk, desto mehr Elend muß es leiden, desto mehr wird es von der Kirche und vom Staate und wenn die nicht genügt, noch von anderen Landplagen und Ungeziefer in Menschengestalt heimgesucht, ausgebeutet, beschwindelt, betrogen und unterdrückt. Versteht ihr nun, woher die Höllenzustände der Welt herrühren, in denen ihr euch befindet?! —

g)  Wenn man den Namen Gottes verfälscht: Das Verfälschen des Namens Gottes heißt es, den Namen Gottes durch Witze und Scherze anders gebildet und verdreht aussprechen.

h)  Wenn man das Wort Gottes verfälscht: (2. Kor. 2, 17) Das Wort Gottes Verfälschen heißt es, aus selbstsüchtigen Gründen wissentlich anders deuten, als der Grundsinn ist, oder auch aus falschen Ansichten es anders deuten und in dieser Verfälschung oder im Wahne hartnäckig verharren und trotz der klar sprechenden Gegenbeweise sich nicht daran kehren. —

17.   An dieser groben Sünde litten bisher alle christlichen Kirchen und Sekten. 

 

64. Das Gebot im zweiten Gebote.

In dem zweiten Gebote wird befohlen: Daß man Gottes Namen heiligen, ehrerbietig gebrauchen, in allen Nöten anrufen und loben und preisen soll.

1.     Es heißt doch schon im Vaterunsergebet: „Geheiligt werde Dein Name!" Darum soll der Mensch alles zur Heiligung des Namens Gottes tun und das kann nur durch das Heiligen des eigenen Lebens des Menschen geschehen, da der Mensch nach dem Leib ein Tempel Gottes, nach der Seele ein Bußopferpriester Gottes ist, oder doch sein soll. Daher soll der Mensch sein Leben heiligen, indem er das tut, was Ich Gott, sein Vater, ihn zu tun lehre und sage, daß er es in der Tat der Wahrheit kehren soll.

2.     Ein jeder Mensch, der Kenntnis von diesen Meinen Geboten hat, soll wissen, daß ein jedes Wort, und ein jeder Gedanke, der mit Meiner Liebe nicht vereinbart werden kann, ein Übertreten dieses Meines gegebenen Gebotes ist, da er Mich dadurch in Meinem heiligen Namen mißbraucht. Die reine Liebe zu Gott und den Menschen, als Kindern Gottes, ist es, welche dich schützt, dieses Gebot nicht zu übertreten, sondern zu erfüllen, weil die Liebe des Gesetzes Erfüllung ist.

3.     Mich, deinen Jesusvater, sollst du über Alles lieben, verehren und achten, damit du Meinen Namen nicht entheiligest, sondern stets nur Lob, Preis und Dank entgegen bringst. Dieses begehre Ich von Dir, und von jedem Anderen, der Mich in Meiner alles beglückenden Liebe erkannt hat. Denn die Liebe ist es, die euch vom Joch der Finsternis erlöst.

4.     Den Namen Gottes ehret und heiliget man:

a)  Wenn man Gott freimütig vor der ganzen Welt bekennet, wie König David im Psalm sagt: Ich will Dich erheben mein Gott und König und loben Deinen Namen ewig fort. Ich will Dich täglich loben und Deinen Namen rühmen ewig immerfort, (Ps. 145, 1.2) und also sagte Ich Jesus: Wer immer Mich vor den Menschen bekennen wird, den will Ich auch vor Meinem Vater bekennen, Der im Himmel ist.(Matth. 10, 32)

b)  Wenn man Gott in geistlichen und leiblichen Nöten um Hilfe und Beistand bittet: David (Ps. 50, 15) sagt im Psalme: Rufe zu Mir, dem Jehova, am Tage der Trübsal, so will Ich dich erretten und du sollst Mich preisen. Johannes schreibt: Dies ist das Vertrauen, das wir zu Jesu haben, daß Er uns in allem, was wir nach Seinem Willen begehren werden, (Joh. 16, 23)erhöret. (1. Joh. 5, 14)

c)  Wenn man auch in rechtmäßiger Zeugenschaft nicht durch einen Eidschwur beteuert und Gott zum Zeugen anruft, um etwas glaubwürdig zu machen. — Zwar sagt Moses: Jehova, deinen Gott, sollst du fürchten und Ihm allein dienen und bei Seinem Namen schwören.(5. Mos. 6, 13) Allein dies widerspricht dem, was nach Meiner (Jesu) Lehre der Apostel Jakob sagte: "Vor allen Dingen aber meine Brüder, schwöret nicht, weder bei dem Himmel, noch bei der Erde, noch sonst einen Eid (daher auch nicht bei Gott); eure Wahrheits-Beteuerung soll lauten: Ja, das aber ein Ja der Wahrheit sein muß; und Nein! das auch ein Nein der Wahrheit sein muß! damit ihr nicht in das Gericht Gottes fallet.( Jak. 5. 12) Daher ist der Eidschwur bei Meinem heiligen Namen nicht gestattet und die Angabe Mosis als ein menschlicher Irrtum zu betrachten. —

5.     Wie ist dann die Zeugenschaft auf Ja und Nein zu betrachten, wenn ein Mensch lügt und denkt: ich habe doch nicht Gott als Zeugen angerufen, sondern bloß eine Notlüge getan, um deren Verzeihung ich Gott bitten werde, da zwischen einer Lüge in der großen Not und dem Eidschwur bei Gottes Namen doch ein großer Unterschied sein wird?

6.     Eine Lüge in großer Not, wenn sie dadurch dem Gegner als Unschuldigen einen wesentlichen Schaden verursacht, den Schuldigen oder Verbrecher aber, der gelogen hat, entlastet, ist in den göttlichen Augen ein so großes Verbrechen, daß es einem Meineide gleichsieht, weil in diesem Falle der Richter angelogen wurde, der ein gerechtes Urteil sprechen soll, ferner ist dem Unschuldigen die Ungerechtigkeit widerfahren, der Verbrecher aber als unschuldig erkannt worden.

7.     Man denke nach, daß alles dieses im Beisein Gottes geschehen ist, da Gottes Geist in der Brust eines jeden Menschen wohnt, somit der Zeuge des Verbrechens ist, ob man Ihm zum Zeugen anruft oder nicht.

d)  Wenn man die Gelübde, die man Gott gemacht hat, getreu erfüllt. David ermahnt im Psalme: Gelobet und haltet das Gelübde dem Jehova, eurem Gott, alle die ihr um Ihn her seid, und bringet Liebesgaben des Herzens, (Liebesgebete in Demut des Herzens) dem Ehrfurchtgebietenden. (Ps. 76, 12)

e)  Wenn man das Wort Gottes fleißig und andächtig höret und lebet und handelt darnach. Darüber schreibt Paulus: Das Wort Christi wohne reichlich in euch mit aller Weisheit! Lehret und ermahnet einander mit Psalmen und Lobgesängen und lieblichen geistigen Liedern und singet Gott in Liebe eurer Herzen. Lukas: Selig sind die, welche das Wort Gottes hören und dasselbe beobachten. (Luk. 11, 28)

f)   Wenn man alles zum Lobe und zur Ehre des göttlichen Namens unternimmt oder Gott aufopfert, worüber zwei Stellen aus dem Neuen Testamente sprechen: Saget allezeit Dank für alles Gott dem Vater im Namen unseres Herrn Jesus Christi. (Epheser 5, 20) Ihr möget essen oder trinken oder was immer tun, so tuet es immer zur Ehre ( 1. Kor. 10, 31) Gottes und opfert es Ihm auf!

8.     Der Name Gottes ist heilig und kann daher zu allen heiligen Handlungen genannt und gebraucht werden, so bei Gebeten, Liedern, geistlichen Vorträgen oder Vorlesungen und in allen Schriften, die zur Ehre Gottes verfaßt sind.

9.     Wie es verboten ist, den Namen Gottes eitel zu nennen, so ist es anderseits heilig, wenn man den Namen Gott, Jesus, Christus, Jehova, Zebaot, besonders aber den Vater Jesus zum Gegenstande hat, nennt und in aller Liebe anruft.

10.   Der Name "Jehova" war bei den Juden als heilig betrachtet, den sie nicht wagten leichtfertig zu nennen, noch jetzt dies nicht wagen auszusprechen. Daher nannten die Evangelisten und Apostel statt "Jehova" lieber "der Herr", wie dies aus verschiedenen, aus dem Alten ins Neue Testament herüber genommenen Stellen und Zitaten erhellt, in welchen statt Jehova, genannt wird der Herr, wie zum Beispiel: Matth. 22,37 / Luk. 10, 27. verglichen mit 5. Mose 6,5 und anderwärts.

11.   Daß den Namen "Jesus" die Apostel für eben so hoch und heilig hielten wie den Jehova, sagt auch der Apostel Paul nach Jesaja,(Jes. 45, 23; Röm. 14, 11; - Phil. 2, 10) welcher spricht: "Daß vor dem Namen Jesus alle Knie sich beugen, derer die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes des Vaters", und überdies, daß Er von den Teufeln in der Hölle nicht genannt werden könne, was auch aus spiritistischen Sitzungen bekannt ist. 

 

65. Im geistigen Sinne

1.     Im geistigen Sinne wird alles das unter dem Namen Gottes verstanden, was aus dem Wort Gottes gelehrt und wodurch der Herr Jesus Christus oder Gott genannt, angerufen und verehrt wird, weil überhaupt alles, was den Namen Gottes betrifft, darin inbegriffen ist, und daher unter "Namen Gottes ins eitel Weltliche ziehen" verstanden wird etwas davon hernehmen, bei unnützem und weltlichem Gerede, bei Lügen, Verwünschungen, Zaubereien und Beschwörungen; weil, wenn man dabei sich des Namens Gottes bedient, dann Seinen heiligen Namen ins Unheilige ziehen und somit entheiligen und lästern heißt.

2.     Daß alles das, was die Lehre Gottes betrifft, das heilige Wort Gottes oder Christus ist, und was man aus ihm hat, somit alle Aufklärungen und Belehrungen wie man Gott dienen und den Nächsten als Kind Gottes betrachten soll, die Belehrung und Verherrlichung des Namens Gottes ist, zeugen folgende Stellen der Heiligen Schrift:

3.     Maleachias 1,11-13: "Vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang ist groß Mein Name unter den Völkern, und an allen Orten wird Mein Name Räucherwerk und reines Opfer dargebracht; denn groß ist Mein Name, spricht Jehova, der Herr der Heerscharen. Ihr aber entheiliget ihn wenn ihr sprecht: Der Tisch Jehovas ist unrein; und doch glaubet zu versöhnen Meinen Namen, wenn ihr bringet Geraubtes, Lahmes und Krankes zu opfern.

4.     Micha 4,5: Alle Völker wandeln in dem Namen ihres Gottes, wir aber wollen wandeln im Namen Jehovas unseres Gottes immer und ewig.

5.     Mose V. 12,5.11.13.14.18: Sie werden Jehova an einem Orte verehren, wohin Er Seinen Namen setzen wird, dort werden sie Seinen Gottesdienst halten.

6.     Johannes 1,12: Wie viele Ihn aufgenommen haben, denen gab Er Macht, Söhne Gottes zu sein, denen die an Seinen Namen glauben.

7.     Johannes 3,18: Wer an Ihn glaubt, der wird nicht verurteilt, wer aber nicht glaubt, der ist schon verurteilt; weil er nicht an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes glaubt.

8.     Johannes 20,31: Die Glaubenden, das Christus der Sohn Gottes ist, haben das Leben in Seinem Namen.

9.     Johannes 17,26: Ich sagte: Ich habe Deinen Namen den Menschen bekannt gemacht, damit Deine Liebe in Mir, in ihnen bleibe.

10.   Offenbarung 3,5: Wer überwindet, soll mit weißen Kleidern geschmückt werden! Nie werde Ich seinen Namen aus dem Buche des Lebens löschen; vor Meinem Vater und Seinen Engeln werde Ich seinen Namen bekennen.

11.   Außer den angeführten Stellen, gibt es noch viele, wo unter dem Namen Gottes das Göttliche im Worte, das von Gott ausgeht und durch das Er verehrt wird, zu verstehen ist.

12.   Unter dem Namen Jesus d.h. Erlöser, Retter, Heiland oder Arzt, wird aber verstanden das Ganze der Erlösung, die Rückerwerbung der Kindschaft Gottes für alle Menschen durch das Leiden und Sterben am Kreuze.

13.   Unter dem Namen Christus aber das Ganze der Seligmachung durch Seine Lehre, weil der Name Christus einen Gesalbten oder König bedeutet, mit dessen Lehre, Gesetzgebung und Staatsordnung die Völker beglückt werden sollen.  

 

66. Im himmlischen Sinne

1.     Im himmlischen Sinne wird unter dem Namen Gottes ins Eitle oder Weltliche ziehen das verstanden, was Jesus zu den Pharisäern sagte: "Jede Sünde und Lästerung wird dem Menschen vergeben werden, allein die Lästerung wider den heiligen Geist wird nicht vergeben werden." Matth. 12,31+32. Unter der Lästerung des heiligen Geistes wird verstanden, die Lästerung wider die Göttlichkeit oder Leugnung der Göttlichkeit im Menschen Jesus, und In-den-Kot-ziehen der Wahrheit oder Heiligkeit des göttlichen Wortes. Besonders auch das hartnäckige Behaupten des Gegenteils und Handeln wider den Geist der Wahrheit aus Gott, welcher durch das Gewissen sich offenbart und die Wahrheit durch die Inspiration kundgibt.

2.     Daß unter dem Namen Jehova oder Vater Ich Jesus als Gott und Mensch oder Gottmensch im himmlischen oder höchsten Sinne verstanden werde, erhellt aus folgenden Stellen der Heiligen Schrift:

3.     Johannes 12,28: Ich sprach: Vater verherrliche Deinen Namen! und es kam eine Stimme aus dem Himmel, welche sprach: Ich habe Ihn nicht nur verherrlicht, sondern werde Ihn auch ferner verherrlichen.

4.     Johannes 14, 13+14: Alles, was ihr bitten werdet in Meinem Namen, das will Ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohne; wenn ihr etwas bitten werdet in Meinem Namen, so werde Ich es tun.

5.     Im Gebet des Herrn wird durch "Geheiligt werde Dein Name", im himmlischen Sinne auch nichts Anderes bezeichnet, wenn auch in verschiedenen tiefsinnigen Ausdrücken ausgesprochen. (Siehe Gebetbuch III. Auflage.)

 

67. Das dritte Gebot Gottes.

Du sollst den Sabbat heiligen.“ (Exodus (2. Buch Mos.) 20, 8; - 5. Mos. 12)

Der Name Sabbata heißt "Ruhe" in hebräischer Sprache, somit der Tag der Ruhe von der materiellen Arbeit. 

 

68. Die Ursache, warum die Sabbatheiligung eingeführt wurde.

1.     Die Sabbatheiligung nahm ihren Ursprung schon zu Adamszeit (Jahr 919) wie die Haushaltung Gottes darüber berichtet.

2.     Als später das Volk Israel in Ägypten war, riß mit der Zeit der Mißbrauch ein, daß es wie die Heiden, keinen Tag mehr heiligen wollte und gedankenlos die Tage des Lebens durchbrachte.

3.     Als aber die Zwiesprache zwischen Mir und Moses auf dem Berge Sinai auf die Gedankenlosigkeit der Israeliten kam, und daß sie, wie die Heiden, alle Tage gleich durchleben, meinte Moses, daß, wie es in der Schöpfungsperiode sieben Zeiträume gab, also könnte man einen siebenten Tag bestimmen, wo jede Arbeit ruhen und der Mensch nur an Gott und Geistiges denken sollte, und Ich schrieb die Sabbatheiligung mit eigenen Fingern vor.

4.     Für Christen ist die Feier bloß des siebenten Tages in der Woche nicht maßgebend, sondern, so wie Ich jeden Tag arbeite und nie feiere, was ihr täglich an dem Laufe der Sonne, des Mondes, der Sterne, der Erde, an der Wandlung der Natur, in eurem Leben sehet, da ihr täglich esset, trinket, schlafet und wachet und also jeden Tag in gleicher Weise durch Meine Einrichtung begehet, also ist es Mein Wille, daß ihr auch täglich Mir Gott dienet, Mich anbetet, verehret durch Selbstheiligung verherrlichet und nur für Mich und durch Mich für den Nächsten in der Liebe lebet und wachset.

5.     Doch soll der Sabbat, als der siebente Tag, obwohl man alle Tage Gott in gleicher Art anbeten, verehren und verherrlichen soll, nicht aufgehoben werden, sondern er bleibt als ein vollkommener Feiertag, wo materielle Arbeit ruhen und nur Geistiges gedacht und gewirkt werden soll; doch sollen auch materielle Werke der Nächstenliebe gewirkt werden, wenn die Umstände dies erheischen, wie Ich Jesus Selber den Wassersüchtigen am Sabbat von seiner Krankheit heilte,(Luk. 14, 1-6) und sagte, daß es für das Wohltun keinen Ausnahmetag gibt, da jeder Tag, ein Arbeitstag im Wirken der göttlichen Liebe ist. 

 

69. Mißverständnis über die Sabbatheiligung bei den Juden.

1.     Das Halten des Sabbats war bei den geistestoten Israeliten sehr streng gehandhabt. In folgenden Stellen wird befohlen den Sabbat zu halten: 2. Mose 20,8-11; 23,12 / 5. Mose 12-14 / Jes. 56,4-6 / Jer. 17,22+24+27. — In diesen drei Stellen wird gesagt, wer den Sabbat bricht, soll des Todes sterben: 2. Mose 31,14-16; 35,2 / Hes. 20,11-13.

2.     Wie die Tatsache zeigt, hat weder das Volk, noch Moses, noch Aaron den Sinn der geistigen Sprache Gottes, im dritten Gebote verstanden. Im 4. Mose 15,32-36 steht folgende Geschichte: Als nun die Kinder Israels in der Wüste waren, fanden sie einen Mann aus ihrem Geschlechte Holz lesen am Sabbattage. Und die ihn dort gefunden haben, da er Holz las, brachten ihn zu Mose und Aaron und vor die ganze Gemeinde. Und sie legten ihn gefangen; denn es war nicht klar ausgedrückt, was man mit ihm tun sollte. Jehova aber sprach (geistig) zu Mose: Der Mann soll des Todes sterben; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen außer dem Lager. Da führte die ganze Gemeinde ihn hinaus vor das Lager und steinigte ihn, daß er starb, wie Jehova dem Mose gesagt hat. —

3.     So geschah es, wegen des nicht Befolgens des Gebotes der Sabbatheiligung. — Allein der Sinn der Worte Gottes war ein anderer, nämlich: "Der Mann soll des Todes sterben" bedeutet: "Ich rechne ihm das zur Sünde, die des Geistes Tod ist;" "daß ihn die ganze Gemeinde steinigen soll außer dem Lager", hatte aber diesen Sinn: "Die ganze Gemeinde soll das Herz gegen den Übertreter des Gebotes verhärten, d.h. nicht mithalten, sondern zu seiner Schande ihn meiden (bis er Buße tut). — In folgenden Beispielen soll der falsche Begriff der Sabbatheiligung bei den Juden beleuchtet werden:

4.     Weil das Kochen Arbeit ist, so sollst du am Sabbat auch nicht essen, sondern hungern, denn das Essen ist auch Arbeit der zum Essen gehenden Füße, dann der Hände, des Mundes, des Magens und des Unterleibes; — also lasse auch dein Vieh hungern und dürsten, denn das Füttern und Tränken ist Arbeit. —

5.     Sammle nicht im Winter am Sabbat Holz und heize nicht am Sabbat ein, sondern erfriere lieber samt deiner ganzen Familie. Du bist zwar ein Menschen- und Selbstmörder, aber den Sabbat hast du nicht gebrochen, du spazierst nicht wegen Sabbatentheiligung, sondern bloß wegen dem mehrfachen Menschenmord in die Hölle.

6.     Wenn dir dein Kind ins Wasser fällt und es ertrinkt ohne deine Hilfe, so lasse es nur ertrinken; denn dadurch hast du den Sabbat nicht entheiligt, aber ein Menschenmörder bist du doch und die Hölle steht offen für dich.

7.     Wenn dir ein Ungewitter droht, dein Haus zu beschädigen oder gar zu zerstören, so schaue zu und lasse es geschehen; denn dadurch brichst du den Sabbat nicht, aber ein herzloser Verbrecher und Übeltäter an deiner Familie bist du doch, da du sie dadurch ins Unglück gestürzt hast. —

8.     Wenn deine Frau in Geburtsnot kommt, und es droht die Gefahr, es gehen ohne Hilfe Mutter und Kind zu Grunde, so lasse es ruhig geschehen, breche ja nicht die Sabbatsruhe, sondern breche lieber das fünfte Gebot und werde der doppelte Menschenmörder, nur daß du den Sabbat nicht entheiligt hast! —

9.     Diese Beispiele sollen dir als die beste Beleuchtung des Mißverständnisses der Sabbatentheiligung dienen. Nicht ruhen und faulenzen sollst du am Sabbat, sondern wachen und beten, dich heiligen und Werke der Liebe zu Gott und den Nächsten üben und wirken, wo du weißt und kannst und wo der Opferaltar Gottes, die da sind die Armen, Kranken und Bedürftigen, dir offen steht, daß du ihnen mit Rat und Tat behilflich bist und ihre Not linderst, ihre Krankheiten heilen hilfst, wenn du kannst, dann heiligst du den Sabbat so, wie Ich dein Vater Jesus, Der Ich Selber am Sabbat den Wassersüchtigen geheilt habe und den Buchstabenhelden des Gesetzes Mosis eine Predigt hielt, daß sie schweigen mußten ob ihrer falschen Deutung des Gesetzes. (Luk. 14, 2) 

 

70. Warum verließen die Urchristen den jüdischen Sabbat und führten den Sonntag ein?

1.     Der gesetzliche jüdische Sabbat besteht nach Moses seit 1490, 30. März vor Christo. Die Urchristen aber, weil sie größtenteils aus Heiden sich sammelten, waren mehr für ihren Sonntag (dies solis) eingenommen und haben daher schon im Jahre 120 nach Christo auch den Sonntag angefangen zu heiligen.

2.     Der Einwand war da, weil Ich Christus am Sonntag vom Tode auferstanden bin. Allein, das war kein stichhaltiger Grund; denn Ich bin zwar nach dem Sabbat auferstanden, aber der 27. März, als der Auferstehungstag trifft sehr ungleich nach einem Nachsabbat als Sonntag am 27. März ein. Doch es blieb bei der Spaltung, da man den eigentlichen Monatstag der Auferstehung nicht mehr wußte, dadurch auch nicht einführen konnte, und daher geschah es, daß der Sinn des Heidnischen als Unterlage für das Ähnliche bedeutende Christliche diente.

3.     Im Jahre 321 erließ endlich Kaiser Konstantin der Große ein Dekret, nach welchem allgemein die Feier des Sonntags statt des jüdischen Sabbats festgesetzt wurde. Er haßte die Juden und alles, was mit ihnen zusammenhing, und sagte:

4.     "Dieser Tag soll als besonderer Anlass zum Besten betrachtet werden, weil er der Tag der Sonne, der Tag unseres Herrn ist."

5.     Die Kirche, weil damals die römischen Bischöfe noch gehorsame Untertanen der Kaiser waren, mußte dieses Dekret annehmen, obwohl es der Tag der Sonnenanbeter bei den Heiden war, aber damals hat man sich noch nicht getraut, dem Kaiser zu widersprechen oder gar sich zu widersetzen, und so verblieb es bis zum heutigen Tage.

6.     Im Jahre 325 nach Christo, dem 20. Regierungsjahr Konstantins des Großen, wurde das berühmte Konzil von Nizäa einberufen. Auf diesem Konzil trat die römische Geistlichkeit mit der Behauptung auf, daß es einen zweiteiligen, aber doch einigen (!) Gott: Vater und Sohn gibt, dem sie nach 56 Jahren auf dem Konzil zu Konstantinopel noch den heiligen Geist zugesellte und so den dreipersönlichen Gott erfand.

7.     Konstantin der Große war es, welcher über das Glaubensbekenntnis der Kirche entschied; er befahl nämlich den versammelten Bischöfen, die Dekrete des Konzils von Nizäa als Eingebungen des heiligen Geistes anzusehen. Seit dieser Zeit hat die Kirche dieses Glaubensbekenntnis, welches fast jeden Sonntag in allen orthodoxen Kirchen wiederholt wird, als authentisch erklärt, was aber entschieden nicht wahr ist, weil gerade auf diesem Konzile die Eingebung des heiligen Geistes ausblieb, da die römischen Priester um das Primat der Christuskirche für Rom eintraten und dafür stritten.

8.     Diejenigen, welche die Lebensbeschreibung Konstantin des Großen gelesen haben, werden sich erinnern, wie merkwürdig der Charakter dieses sogenannten frommen Unterstützers der kirchlichen Dogmen oder Menschensatzungen war. Er verurteilte seinen eigenen Sohn und seine Gattin Fausta auf grundlosen Verdacht hin zum Tode, verstieß seinen Schwager Licinus und dessen unschuldigen Sohn, und ließ jeden seiner Gegner niedermetzeln. Trotzdem hat ihn die griechische Kirche heilig gesprochen und verehrt ihn mit der römischen Kirche zugleich als den "heiligen Konstantin". — Die römische Kirche fing an, nach und nach recht gewaltig zu werden, indem sie im Jahre 364 auf dem Konzil zu Laodizea gebot, daß jedermann muß den Sonntag beobachten und sprach den Bannfluch über alle diejenigen aus, welche an der Beobachtung des Sabbats des Herrn festhielten und nötigte alle, unter Strafe des Verfluchtwerdens, am Sabbate die alltägliche Arbeit zu verrichten.

9.     So verwarf die römische Kirche den von Gott dem Moses angeordneten Sabbat, verfluchte diejenigen, die ihn nach göttlichem Willen feierten und billigten und setzte feierlich den Tag der heidnischen Anbeter der Sonne ein! — In der ganzen Heiligen Schrift findet man kein Wort zur Rechtfertigung dieses frevelhaften und gotteslästerlichen Gewaltstreiches gegen die göttliche Einsetzung des Sabbats, die Jehova mit Seinem göttlichen Finger selbstwillig eingravierte: Du sollst den Sabbat  heiligen! (Exodus 20, 8)

10.   Die Kirche machte zuerst aus Heiden Christen, dann aus Christen Heidenchristen; daher gedieh die Entfaltung der Sonn- und Feiertage nach und nach zu Tagen, die zum Fressen, Saufen, Unzuchttreiben, und allerlei Widerchristlichem zu begehen, gebraucht werden.

11.   Wann die Menschen zur Einsicht und zur Liebe, Demut und Ehrfurcht vor Gott gelangen werden, werden sie wieder und zwar den lebenslänglichen Sabbat durch Erfüllung der göttlichen Gebote feiern und dann wird auch Mein göttlicher Segen auf der Welt ruhen. 

 

71. Swedenborg fragt: Was haben wir eigentlich unter der Bezeichnung "Sabbat" zu verstehen?

"Man kann da nicht auf den Buchstabensinn pochen, sondern das Wort im weitesten geistigen Sinn auffassen. Denn der wahre Sabbat des Christen ist weder ein bestimmter Tag in der Woche, als da wäre der Samstag oder Sonntag, noch irgend ein Feiertag, möge er heißen Weihnachten, Neujahr, Dreikönigstag, Ostern, Pfingsten, Laubhüttenfest oder ein anderer Feiertag, sondern er ist vielmehr zu betrachten, als der Tag des Geistes im Menschen, das göttliche Licht im menschlichen Geiste, die aufgehende Sonne des Lebens in der menschlichen Seele, kurz der lebendige Tag des Herrn im Menschen, den er immer mehr und mehr erkennen und heiligen wird, je mehr seine Handlungen aus der wahren Liebe zu Gott und seinen Nächsten entspringen werden."

2.     Vater Jesus: Um dieses zu erreichen, sollet ihr Tag auf Tag und fortwährend bis zur Wiedergeburt und Feuertaufe mit dem heiligen Geiste der Liebe, Weisheit und Kraft, auf eure Untugenden, Begierden, Gelüste, schlechten Eigenschaften und Laster Obacht geben und trachten selbe durch Entsagung auf die verschiedenen Freuden der Welt und Entäußerung von allem dessen, was euch zur Materie zieht, in euch vollständig unterdrücken und ausmerzen, damit ihr dann mit Gaben und Gnaden des heiligen Geistes begnadigt werdet, um Kinder Gottes zu werden.

3.     Das ist die eigentliche Sabbatheiligung, wie sie bei den Adamiten und in den zehn Geboten auf Sinai gemeint war.

4.     Die Heiligung des siebenten Tages aber ist bloß eine Arbeits-Ruhepause nach sechs Tagen, in welcher ihr mehr Zeit gewinnet an Mich zu denken und euch geistig zu heiligen oder geistig zu reinigen von Sünden, die euch zur Materie ziehen und alle eure Gedanken zu heiligen, d.h. sie ganz von der Materie und zu Mir zu kehren; denn Ich bin ein eifriger Bräutigam eurer Seele und dulde das Liebäugeln mit der Materie der Sünde nicht! Entweder ganz Mir dienen, oder ganz der Materie, weil man Mir und Satan zugleich nicht dienen kann, da Ich der Herr im Geiste bin, der Satan aber der Herr in der Materie.

5.     Da aber neben dem immerwährenden Sabbat doch auch der siebente Tag der Woche als Ruhe-, Erholungs- und Seelenheiligungstag erwünscht ist, so ist dann Mein Wille, daß ihr sollt den siebenten Tag als Ruhetag doch wieder zurück auf den Samstag übertragen und statt des Sonntags überall gleich feiern durch die Liebe zu Mir und durch die Betätigung in Werken der Nächstenliebe. Wie ihr die Sabbate heiligen sollt, habe Ich euch im Anhange zur heiligen Dreieinigkeit über den Besuch der Kirchen erklärt.  

 

72. Die Sabbatheiligung bei den Israeliten.

1.     Der Sabbat war bei den Israeliten ein hochheiliger Tag, weil er den Herrn vorbildete; die sechs Äonen oder Zeiträume waren Arbeiten und Kämpfe mit den Urgeistern in der Weltschöpfung, die siebente Äone stellt den geistigen Sieg des Jehova über sie und so die Ruhe des Herrn dar, und daher wird für jede Äone ein Tag vorbildlich als Werktag und für die siebente Äone der Ruhetag Sabbat dargestellt, an welchem nur für das Heil der Seele gesorgt werden sollte. Aber man beobachtete das Gesetz bloß äußerlich materiell und brachte es auf diesem Wege am Ende so weit, daß man nicht einmal den Herrn des Sabbats erkannte, Ihn, den heiligen Vater, als Er von unendlicher Liebe getrieben, zu Seinen Kindern auf die Erde kam. Er kam wohl in das Seinige; allein die Seinigen waren verweltlicht, darum nahmen sie Ihn nicht auf, stritten mit Ihm, zeugten falsch von Ihm, trachteten Ihm nach dem Leben, und, als Seine Zeit verflossen war und Er es zuließ, ergriffen und kreuzigten sie Ihn! —

2.     Der Sabbat stellte auch die Vorbildung der Zeit dar, in welcher Ruhe für das Tägliche herrschen, dafür aber desto mehr für das Ewige gesorgt und gesammelt werden sollte, bis die Erlösung am Kreuze für die Erbsünde erfolgte.

3.     Diese Vorbildung fand ihren Abschluss durch Meinen Tod am Kreuze, als Sühne und Erlösung von den alttestamentlichen Vergehungen, (Hebr. 9, 15; Röm. 3, 25) worunter die Erbsünde gemeint ist. (1. Mos. 3, 15)

4.     Wie der Sabbat von nun an gefeiert werden sollte, zeigte Ich durch Meine Lebensweise, Worte und Taten; denn durch Mein Auftreten hörte die Vorbildung auf, es begann nun die Feier des Sabbats im Geiste und in der Wahrheit, das heißt durch geistige Sammlung und Seelenspeisung und durch Werke der Liebe zu Gott und den Nächsten.

5.     Daß der Sabbat ein Tag zum Unterricht in göttlichen Sachen wurde, ersehet ihr daraus, weil Ich an Sabbattagen in dem Tempel und in den Synagogen lehrte. (Matth. 21, 21; Marc. 14, 49; Joh. 8.2; Marc. 6.2; Luc. 4, 31-33; 13, 10)

6.     Als Entsprechung der geistigen Sammlung und Sättigung aus der göttlichen Speisekammer ist das geschichtliche Ereignis zu betrachten, daß, als Ich einmal mit Meinen Jüngern durch ein Saatfeld ging, die Jünger, da sie hungrig waren, die Ähren abrupften und die Getreidekörner aßen, was geistig soviel heißt als, daß man soll in das göttliche Kornfeld der Liebe gehen, dort die himmlische Lehre als Speise der Seele sammeln und einnehmen, um damit den geistigen Hunger mit guter Seelenspeise zu stillen, nach welcher man dann lebt und handelt. (Matth. 12, 1-9; Marc. 2, 23-28; Luc. 6, 1-6)

7.     Ich habe am Sabbatstage auch mehrere Kranke geheilt, was bei den Juden streng untersagt war, und worüber sie sich stark aufhielten, aber Ich gab ihnen solche Fragen und Aufklärungen über ihre falsche Anschauungs- und Handlungsweise, was den Sabbat zu heiligen betrifft, gegen ihr Murren und Zanken, daß sie Mir nichts erwidern konnten; Ich bewies ihnen, daß der Sabbat dafür da ist, um den Nächsten Gutes zu erweisen, und sagte ihnen, daß Ich auch der Herr über den Sabbat sei, das heißt, daß Ich der Herr bin, Der den Sabbat zu heiligen befahl, (Matth. 12, 8; Marc. 2, 28; Luc. 6, 5) aber daß sie ihn nicht richtig verstehen zu heiligen; allein sie verstanden Mich nicht, daß Ich ihr Jehova sei, darum zeigte Ich ihnen durch Lehren und Kranke heilen, wie Ich es eigentlich einst gemeint habe, daß der Sabbat geheiligt werden soll. (Matth. 12, 10-14; Marc. 3, 1-9; Luc. 6, 6-12; 13, 10-18; 14, 1-7; Joh. 5, 9-19; 7, 22.23; 9, 14-16) 

 

73. Im geistigen Sinne

1.     Wird unter Sabbat heiligen  folgendes verstanden: Durch die sechs Arbeitstage der Kampf gegen das Fleisch und seine Begierden, in welchen das Böse und Falsche im Menschen besiegt, unterdrückt und der ganze Gemütscharakter für das Gute und Wahre eingeordnet und eingelebt wird; der siebente Tag, als die Verbindung mit dem Herrn, wird die Wiedergeburt oder die Feuertaufe mit dem heiligen Geiste bezeichnet, weil, wann dies erfolgt, der Kampf mit der Materie aufhört, und die Ruhe der Seele und des Gemüts eintritt.

2.     Die Kämpfe des Menschen gegen das Fleisch und seine Begierden, entsprechen, wenn sie richtig geführt und gut ausgeführt werden, den Kriegen Jehovas in der Schöpfung, (4.Mos.21, 14. 15; aufgeklärt im Ev Joh. Ch. VII Kap. 17-21) sowie den Kämpfen desselben in Mir, Jesus, gegen das Böse und Falsche des Fleisches und der Welt. (ChtS. IX Kap. 298, 299; Jes. Kap. 53. 63) 

 

74. Im himmlischen Sinne

1.     Wird unter diesem Gebote verstanden: Die Verbindung des Menschen mit seinem Gott und Vater, oder die Erreichung der Gnade für den Eintritt in den Himmel, wo dann die Ruhe und der Frieden im Menschen herrschen. Deshalb wurde Ich Jesus der Friedenstifter genannt, weil Ich der Grund des himmlischen Zustandes im Menschen bin, wo ein wohltuender Friede und Zufriedenheit im Menschen herrschen. Jehova (Jesus) als Friedensfürst, wird in mehreren Stellen der Propheten als solcher bezeichnet:

2.     Jesajas 9,5+6: Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, auf dessen Schulter die Herrschaft ruht, Sein Name wird durch 6 Attribute der Göttlichkeit bezeichnet, Wunderbar, Rat, Kraft (oder Gottesgeist), Held, Vater der Ewigkeit, und Fürst des Friedens; Seine Herrschaft und des Friedens wird in Ewigkeit kein Ende sein.

3.     Psalm 85,9+11: Jehova wird Frieden zu Seinem Volke reden, Gerechtigkeit und Frieden werden sich küssen.

4.     Psalm 55,19: Jehova wird erlösen im Frieden meine Seele.

5.     Jesajas 52,7: Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße dessen, der frohe Botschaft bringt und Frieden hören läßt, indem er spricht: Dein Gott ist König!

6.     Jesajas 32,17+18: Jehovas Werk ist Friede, Arbeit der Gerechtigkeit, Ruhe und Sicherheit in Ewigkeit, damit sie wohnen in den Zelten der Sicherheit, und in stiller Ruhe.

7.     Matthäus 10,12-14 und Lukas 10,5+6: Ich Jesus sagte zu den Siebzigen, die Ich aussandte: Wenn ihr in ein Haus eingehet, so sprechet zuerst: Friede diesem Hause, und wenn darin ein Sohn des Friedens ist, so wird auf ihm ruhen euer Friede.

8.     Johannes 14,27: Ich sprach: "Frieden hinterlasse Ich euch, Meinen Frieden gebe Ich euch."

9.     Johannes 16,33: Ferner sagte Ich: "Dieses habe Ich geredet, damit ihr in Mir Frieden habet."

10. Johannes 20,19.21.26: Als Ich Jesus am Auferstehungstage Meinen Jüngern erschien, sprach Ich: Friede sei mit euch!

11. Außer diesen Stellen der Heiligen Schrift, wird von dem Zustand des Friedens, in den ihr durch Mich, den Herrn kommen sollt, gehandelt bei Jesajas, Kapitel 65 und 66 und anderwärts. 

 

75. Wie man heutzutage die Sonn- und Feiertage heiligt.

1.     Nun kommen wir zur Betrachtung, wie die heutige christliche Welt ihre Sonn- und Feiertage heiligt, um den Unterschied kennen zu lernen zwischen Meinen geistigen immerwährenden Bußesabbat und dem von Priestern eingesetzten heidnischen, die Sonne-Anbetungstage oder Sonntage, als Menschensatzung.

2.     Die heutigen Sonn- und Feiertage sind, wie sie nun gefeiert werden, besonders in der römischkatholischen Kirche, wahre Trauertage für Mich und Freudentage für den Satan und seine Höllenteufel. Die ganze kirchliche Zeremonie ist heidnisch und daher antichristlich, dadurch ein Gräuel in Meinen Augen, wie Ich an irrigen Stellen des Alten Testaments kundgab. —

3.     Man geht vormittags, Manche auch nachmittags luxuriös und hochmütig, wie ein Pfau angezogen in die Kirche, wohnt der geisttötenden Zeremonie bei, glaubt als gläubiger Christ seine christliche Pflicht getan zu haben und geht so tot im Geiste nach Hause, wie man zur Kirche gegangen ist, weil man die Gedanken und Augen bei dem die Zeremonie aufführenden Priester und an den Luxuskleidern der Anwesenden und nicht im Geiste versunken bei Mir hatte.

4.     Je größer der Feiertag, desto größere heidnische Zeremonie in den römischen Kirchen; desto größer der Luxus der parfümierten Kleider, wofür man dann in der Hölle in stinkende Fetzen und halbnackt angezogen herum geht. — Die Messen, wo die haute volee sich einfindet, sind für die Meisten nur Luxuskleider-, Entfaltungs- und Rendezvous-Messen und Großtuerei der Equipagenbesitzer.

5.     Ist man einmal aus der Kirche, dann denkt man nicht weiter daran, sondern nur, wie man den Vor- und Nachmittag hinbringen soll. Man denkt an Visiten- und Ausflüge machen und Spazierengehen, wo recht viel Sündhaftes, aber selten etwas Geistiges gesprochen wird. Man denkt ferner an Essen, Trinken, Fahren, Reiten, Musik, Tanzen, Spielen und Saufen, Lügen, Betrügen, politische Vereinsversammlungen und alle möglichen Unterhaltungen, womit der Tag dem Bösen geweiht wird.

6.     Eine notwendige Arbeit zu verrichten ist Sünde; Gott zu beleidigen aber nicht. — Der Tag des Herrn sollte zum Anzünden des göttlichen Lichtes im menschlichen Geiste dienen, als die aufgehende Sonne des Lebens in der menschlichen Seele. Dagegen wird gerade dieser Tag zum Freien benützt, und wenn zuletzt die Gemüter erhitzt sind, — auf unzüchtige Geistesverwilderung und für Taten, die ihren Widerhall in der Hölle finden. — Ich sage euch, es gibt keine traurigeren Verlusttage für Mich als eure Sonn- und Feiertage es sind, und keine größere Losgewinnstage für die Hölle, als die Tage, welche bloß für Mich gelebt und gefeiert werden sollten. Darum werde Ich alles wegschaffen müssen, um euch diese Tage, an welchen ihr in den Dienst des Satans, in die Hölle gehet, so umzuändern, daß es euch unmöglich wird, sie bloß für die Freude und Vollfüllung der Hölle zu feiern.

7.     Ich hätte noch viel darüber zu sagen, besonders über das Spielen, Fluchen und Mich lästern und Verüben von allerlei Verbrechen am Nächsten an solchen wilden Höllentagen; — aber das Beste ist es doch, daß Ich handle, statt Moralpredigten darüber zu halten, da ihr sonst doch nicht anders werdet. —

8.     Es ist eine altbekannte Tatsache, daß die meisten Sünden an Sonntagen begangen werden; denn wenn die Gemüter erhitzt sind, dann kommt im Rausche der Gemütscharakter des inneren Menschen zur Geltung und da erkennt man an den Ausschreitungen, Rohheiten, Schimpfereien, Streiten, Prügeleien, Tumulten, Verbrechen und anderen Sünden und Lastern, welche Gattung von Höllengeist im Menschen sitzt, der im nüchternen Zustande durch Gesetze und den erzwungenen Anstand in Zügeln gehalten wird. Man erkennt dann aber auch, ob ein höherer Geist im Menschen ist; denn im Rausch gibt sich der Mensch, wie er ist, und da erkennt man bald den herrschenden Gemütscharakter und in welche Geistessphäre er gehört, in die gute oder in die höllische! — Der Rausch ist der Verräter des inneren geistigen Menschen, weil sich der Mensch dann so gebärdet, wie er innerlich ist, wenn er nicht eine besondere Ursache hat, sich selbst im Zügel zu halten. 

 

76. Das vierte Gebot Gottes:

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest und es dir wohl gehe auf Erden.“(2. Mos. 20, 12; 5. Mos. 5, 16) 

 

77. Das Gebot in dem vierten Gebote.

In dem vierten Gebote wird ganz besonders befohlen, daß die Kinder ihre Eltern lieben, ehren, ihnen dienen, in Allem, was nicht wider Gottes Gebote ist, gehorchen, in geistlichen und leiblichen Nöten beistehen und für sie beten sollen.

1.     Über die Kinderpflichten gegen die Eltern haben Propheten und Apostel geschrieben und diese Lehren sind in Ehren zu halten und zu erfüllen, wie folgt:

2.     Ehre deinen Vater und deine Mutter; dieses ist das erste Gebot der Verheißung —(Epheser 6, 2) Ehre deinen Vater von deinem ganzen Herzen, und vergiß nicht der Schmerzen deiner Mutter! (Sir. 7, 29)

3.     Wer den Herrn fürchtet, ehret seine Eltern und dienet denen als seinen Gebietern, die ihn erzeugt haben. Mit Wort und Tat (und in aller Geduld) ehre deinen Vater! (Sir. 3, 8. 9)

4.     Ihr Kinder, seid euren Eltern in allem (was nicht gegen das Gebot Gottes ist) gehorsam; denn daran hat der Herr Sein Wohlgefallen. (Kol. 3, 20) — Kinder, gehorchet euren Eltern im Herrn; denn das ist recht. (Ephes. 6, 1)— Man muß Gott mehr gehorchen, als den Menschen (Apg. 5, 29)  und Er befiehlt, den Eltern auch zu gehorchen. (2. Mos. 20, 12)

5.     Wenn aber eine Witwe Kinder oder Enkel hat, so soll sie (die Witwe) zuerst ihr eigenes Haus göttlich regieren lernen und ihren Eltern das empfangene Gute zu vergelten; denn das ist wohlgetan und angenehm vor Gott. (1. Tim. 5, 4) — Mein Kind, nimm dich deines Vaters im Alter an und betrübe ihn nicht, solange er lebt, und wenn seine Sinne abnehmen, so halte es ihm zugute, und verachte ihn nicht in deiner Kraft; denn die Wohltat, die du deinem Vater erzeigt, wird nimmermehr vergessen. (Sir. 3, 14. 15)

6.     So ermahne Ich vor allen Dingen, daß ihr zuerst Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen tuet.(1. Tim. 2, 1)



 78. Das Verbot in dem vierten Gebote.

In dem vierten Gebote wird verboten: Den Eltern ungehorsam zu sein, sie zu hassen, zu verachten, zu spotten, zu schmähen oder zu verfluchen, sie in Not zu verlassen oder ihnen zu schaden, worüber folgende Wahrsprüche bestehen:

1.     II. Timotheus 3,2+5: Es werden die Menschen sein voll Eigenliebe, habsüchtig, prahlerisch, hoffärtig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, lasterhaft … und solche meide!

2.     II. Samuel, Kap. 15-18: Lies die Geschichte Absaloms, des bösen Sohnes Davids.

3.     Sprüche 23,22: Höre auf deinen Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt wird.

4.     Sprüche 30,17: Ein Auge, das den Vater verspottet, und verachtet der Mutter zu gehorchen, das sollen die Bachraben aushacken und die jungen Raben fressen.

5.     3. Mose 20,9: Wer seinen Vater oder seine Mutter fluchet, soll des (geistigen) Todes sterben. Sein Blut (d.h. Verbrechen) sei auf ihm, der seinen Vater oder seine Mutter geflucht hat.

6.     2. Mose 21,15: Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, der soll des (geistigen ) Todes sterben. — Sprüche 28,24: Wer seinen Vater oder seiner Mutter etwas nimmt und spricht, es sei nicht Sünde, der ist der Genosse eines Räubers. 

 

79. Verheißung Gottes an brave Kinder.

1.     Den Kindern, welche dieses Gebot erfüllen, ist langes Leben und Wohlergehen verheißen:

2.     5. Mose 5,16: Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, wie dir Jehova, dein Gott, geboten hat, auf daß du lange lebest und daß dir es wohl gehe in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird.


 80. Strafe-Ausspruch auf böse Kinder.

1.     Kinder, welche dieses Gebot nicht erfüllen, haben zeitliche und jenseitige Strafen zu befürchten:

2.     5. Mose 27,16: Ehrlos (Moses sagt: „Verflucht“, was entschieden falsch ist, weil Gottes Geist im Menschen wohnt, dessen Braut (die Seele) man nicht verfluchen darf!) sei, wer seinen Vater und seine Mutter nicht ehrt, und alles Volk soll sagen: Amen!

3.     Dieses Gebot ist ein heiliges Gebot für jeden Menschen! — Man denke nach, was die Eltern von der Geburt des Kindes an bis zu seiner Versorgung tun und sich plagen und sorgen müssen! — Diese Mühe und Plage und dieses fortwährende Sorgen können die Kinder ihren Eltern nie vergüten.

4.     Die römischen Priester kümmern sich wohl wegen Geldverdienst um die Trauung der Brautleute, alles Andere aber, was die Erziehung der Kinder schon vom Mutterleibe her betrifft, ist ihnen Nebensache, erst dann, wenn die Kinder in die Schule kommen, wird die Gotteslehre den Kleinen so beigebracht, wie es die Priester brauchen, um gedankenlose, weil geistig getötete Kirchenläufer zu haben, die bloß das glauben, was die Priester sagen, alles andere aber für antichristlich erklären, und mag es den höchsten göttlichen Stempel der Wahrheit tragen, wenn es mit der Lehre der Priester nicht übereinstimmt. Die Menschen werden von zarter Jugend an von den Priestern geistig getötet, aus eigenem Herzen und Kopf zu denken verhindert, und der Kirche tot im Geiste untergeordnet. Denn die Kirche kann nur solche Gläubige für ihre Zwecke gebrauchen, nicht aber geistig geweckte und selbständig denkende Wesen. Darum verlangt sie unbedingtes und denkloses Glauben an die Unfehlbarkeit priesterlicher Worte.

5.     Die Eltern haben in den Kindern eine hohe Verantwortlichkeit von Mir bekommen und Ich werde unverdorbene Wesen von ihnen zurückfordern, welche durch gute geistige Lehren veredelt worden sind. Es fragt sich aber: Wie werden Mir geistig tote Eltern, geistig lebendige, erleuchtete und veredelte Kinder zurückgeben?

6.     Es fragt sich ferner: Wie können Eltern, deren Leben und Handeln gegen Meine Lehre verstößt, Mir ihre Kinder zu Engeln erziehen und ausbilden? Sie erhalten wohl aus Meiner Hand unschuldige Wesen, allein die Lebensweise der Eltern entspricht den göttlichen Geboten nicht, und daher erziehen sie ihre Kinder statt zu Engeln — zu boshaften Teufeln. — Und was die Eltern nicht vollführen, dazu verhilft manche Menschensatzung in der geistigen Lehre, sowie die große Weltlichkeit in Schulen, Geboten und Einführungen. (Lies auch ChtS. III, Kap. 211)

7.     Im weiteren Sinne, wenn die Eltern des Kindes tot sind, müssen die Vormünder, welchen die Mündel untergeordnet sind, geehrt und muß ihnen gehorcht werden.

8.     Politisch ist die Liebe und Verehrung des eigenen Vaterlandes, welches euch nährt und beschützt, auch inbegriffen uns also auch der Gehorsam gegen die gute Obrigkeit, die väterlich für ihre Untertanen sorgt; denn so lehrte Ich Jesus, weil was gut ist, das kommt von Gott, was aber nicht gut ist, das ist nicht von Gott. 

 

81. Vergehen gegen das vierte Gebot:

Verweigerter Gehorsam gegen gottesfürchtige Eltern; den Kindern alles gewähren; zu jugendliches Verliebtsein dulden; Gehorsam gegen Eltern, welche die Kinder Böses tun oder stehlen lehren, den Eltern Böses tun, die Eltern mißhandeln, verletzen, töten; eigene Familie aus eigenem Verschulden, Sauf- oder Spielsucht, Arbeitsscheu und dergleichen Untugenden, Hunger und Not leiden lassen. 

 

82. Eine Stelle aus der geistigen Sonne.

1.     Das vierte Gebot lautet ganz materiell, die Verheißung ein langes Leben und Wohlergehen nur auf Erden, allein diese Worte sind doppelsinnig, es gilt zwar als nur für das irdische Leben, aber der Haupt- und eigentliche Sinn des Gebotes ist rein-geistig, weil es vom Geiste Gottes herstammt. Der geistige Sinn aber lautet:

2.     Kinder! Gehorchet der Ordnung Gottes, welche ausgeht aus Seiner Liebe und Weisheit (d.i. Vater und Mutter), auf daß ihr lange lebet auf Erden unter Wohlergehen.

3.     Was versteht man unter "langes Leben", und was ist dagegen "ewiges Leben"? — Das lange Leben bezeichnet das Leben in der Weisheit; und es wird unter "lang" nicht die Dauer, sondern die Ausbreitung und die stets größere Mächtigwerdung des Lebens verstanden; denn das Wort oder der Begriff "Leben" schließt ja schon für sich die ewige Dauer ein. Aber das Wort "lang" bedeutet ja durchaus keine Dauer, sondern nur eine Ausbreitung der Lebenskraft, mit welcher das lebende Wesen stets mehr und mehr in die Tiefen des göttlichen Lebens langt, und eben dadurch sein eigenes Leben stets vollkommener, fester und wirksamer macht. — Dieses hätten wir; aber das Wohlergehen auf Erden was besagt denn das? Nichts Anderes, als das Sich zu eigen machen des göttlichen Lebens; denn unter dem Wort "Erde" wird hier das Eigenwesen verstanden, und das Wohlergehen in diesem Wesen ist nichts Anderes, als das freie Sein in sich selbst nach der sich völlig eigengemachten göttlichen Ordnung. — Daraus ist zu ersehen, daß dieses Gesetz völlig rein geistiger Art ist. 

 

83. Im geistigen Sinne 

1.     Im geistigen Sinne bin Ich Jesus nach der christlichen Theosophie euer Gott und Vater, weil Ich die Seele erschaffe, wie sie sein muß, und nur Ich ihr die Intelligenz gebe, daß sie den Menschenleib nach ihrer eigenen Gestalt und nach der, wie die Hauptmerkmale der Eltern sind, besonders das Antlitz der Mutter und des Vaters mit ihrer Willenskraft nachbildet.

2.     Gott aber ist auch die Mutter des Menschen, denn durch die Lehre Gottes wird der Mensch geistig aufgebaut und ausgebildet zu einem Geistmenschen, wie er durch das Blut und die Pflege der irdischen Mutter zu einem Fleischmenschen empor gebildet wird.

3.     Darum sagte Ich Jesus zu Meinen Jüngern: Ihr sollet niemanden auf Erden euren (geistigen) Vater nennen; denn das ist nur Einer und Der ist im Himmel.( Matth. 23, 9)  Daß dies richtig ist, beweist das Vaterunsergebet: Vater unser, der Du bist im Himmel (unserer Dich liebenden Herzen), geheiligt werde (durch Befolgung Deiner Gebote und durch die Liebe unserer Herzen) Dein Name.

4.     Daß unter der Mutter im geistig-irdischen Sinne die Leitung der Gläubigen, welche das Wort Gottes lehrt und zergliedert und geistige Aufklärung gibt, zu verstehen sei, entnehmet ihr aus folgenden Stellen der Bibel:

5.     Hosea 2,2+5: Sprechet Urteil über eure (falsche) Mutter (sagt Jehova), sie ist nicht Mein Weib und Ich nicht ihr Mann, (sie lehrt nicht Meine göttliche Lehre, sondern ihre von Menschen aufgestellten Satzungen, die sie für, vom heiligen Geist eingegebenen Lehre ausgibt).

6.     Jesajas 50,1: So spricht Jehova: Wo ist der Scheidebrief eurer Mutter, die Ich entließ, (da sie auch Falsches lehrte). … Siehe, Ihr seid, um eurer Sünden willen verkauft, und eure Mutter (die euch Falsches lehrt) ist wegen eurer Übertretungen euch gelassen. —

7.     Hesekiel 16,45: Du bist Deiner (falschen) Mutter (schlechte) Tochter (oder schlechte Lehre), welche ihren Mann (Gott als Leitung) und Kinder (göttliche Lehren) von sich stößt, und bist eine Schwester deiner Schwester (eine Menschensatzung der Menschensatzungen) die ihre Männer (Gottes Leitungen) und Kinder (d.h. göttliche Lehren) von sich stoßet (sich nicht darnach richtet).

8.     Hesekiel 19,10: Deine Mutter (oder leitende Kirche) war wie ein Weinstock (wie die Liebeslehre gebärender Lebensstock), gleich wie du am Wasser (an der Lehre der Weisheit Gottes) gepflanzt; und seine Reben (oder Jünger) und Frucht (deren Liebeswerke) wuchsen von dem großen Wasser (von der Liebeslehre der Weisheit Gottes Jesus).

9.     Entscheidender Beweis aus den Evangelisten: Ich Jesus streckte Meine Hand über Meine Jünger aus und sprach: Meine Mutter und Meine Brüder und Schwestern sind diese, die den Willen Meines Vaters im Himmel tun.( Matth. 12, 48. 50; Marc. 3, 33-35; Luc. 8, 21) 

 

84. Gott ist die geistige Sonne, die Liebe, der Vater des Himmels; die Erde aber ist dem entsprechend die materielle Mutter als Gebärerin der Ideen göttlicher Weisheit.

1.     Swedenborg schreibt: Man muß festhalten, daß vom Herrn fortwährend eine göttliche Sphäre himmlischer Liebe gegen Alle ausgeht, welche die Lehre Seiner Kirche (Die Kirche des Herrn, in der Er wohnt, ist keine andere Kirche als die Liebe im Herzen der Menschen.; 1. Kor. 1. 13: 1. Petri 4, 8; 1. Joh. 5, 2; Luc.7, 47; ChtS. 10 c, 24; Matth. 22, 37-40) annehmen, und welche, wie die Kinder in der Welt dem Vater und der Mutter, Ihm gehorchen, sich zu Ihm halten, und von Ihm ernährt, daß heißt unterrichtet werden wollen; aus dieser himmlischen Sphäre entsteht die natürliche Sphäre, nämlich die der Liebe zu den kleinen und größeren Kindern, welche ganz allgemein ist, und nicht nur die Menschen, sondern auch die Vögel und die wilden Tiere, bis zu den Schlangen herabreicht, und nicht bloß das Beseelte, sondern auch das Unbeseelte ergreift.

2.     "Damit aber der Herr auf diese, wie auf das Geistige einwirke, hat Er die Sonne erschaffen, welche in der natürlichen Welt wie der Vater, die Erde aber wie die Mutter sein sollte; denn die Sonne ist wie der gemeinsame Vater, und die Erde wie die gemeinsame Mutter, und aus ihrer Ehe entstehen alle Keime und Sprossen, welche die Oberfläche der Erde zieren; aus dem Einfluß jener himmlischen Sphäre entstehen jene wunderbaren Entwicklungen der Vegetation vom Samen zu den Früchten und zu neuen Samen; daher kommt auch, daß es mehrere Gattungen von Gewächsen gibt, welche bei Tag sozusagen ihr Gesicht der Sonne zuwenden, und es abwenden, wenn die Sonne untergeht; daher kommt auch, daß es Blumen gibt, welche beim Aufgang der Sonne sich öffnen, und beim Niedergang sich schließen, daher kommt ferner, daß die Singvögel in der ersten Frühe lieblich singen, und in gleicher Weise, nachdem sie von der Erde, ihrer Mutter, genährt worden sind; so ehren diese und jene, ihren Vater und Mutter."

3.     "Alle diese Dinge sind Zeugnisse, daß der Herr durch die Sonne und die Erde in der natürlichen Welt für alle Notwendigkeiten des Lebendigen und Leblosen sorgt; weshalb es bei David heißt: "Lobet Jehova aus den Himmeln, lobet Ihn, Sonne und Mond, lobet Ihn von der Erde her, ihr Walfische und Abgründe, lobet Ihn, Fruchtbäume, alle Zedern, das Wild und jegliches Tier, das Kriechende, und der beflügelte Vogel; die Könige der Erde, und alle Völker, Jünglinge und (Ps. 148, 1-12)Jungfrauen," und bei Hiob: "Frage nur die wilden Tiere und sie werden es dich lehren, oder die Vögel des Himmels, und sie werden dir's verkündigen, oder das Gesträuch der Erde, und es wird dich unterrichten, und es werden dir es erzählen die Fische des Meeres; wer von diesen allen weiß nicht, daß die Hand Jehovas Solches gemacht (Hiob 12, 7-9)  hat? — Frage, und sie werden lehren, bedeutet: schaue, merke auf, und urteile daraus, daß Jehova sie erschaffen hat."

 

85. Im himmlischen Sinne

1.     Im himmlischen Sinne wird unter Vater, Gott und Schöpfer Jesus Christus, Jehova Zebaot verstanden, und unter der Mutter die Gemeinschaft der Kinder Gottes, unter welcher Seine, durch den ganzen Erdkreis verbreitete echte Lehre und deren Vertretung (als wahre Kirche) verstanden wird. Daß Jesus der Vater ist zeigen folgende Beweisstellen aus der Heiligen Schrift:

2.     Jesajas 9,5: Ein Knabe ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, dessen Name ist: Schöpfer, Weisheitsrat, Gotteskraft, Held, Vater von Ewigkeit und Friedensfürst.

3.     Jesajas 63,16: (Jehova) Du unser Vater, Abraham kennt uns nicht, und Israel erkennt uns nicht; also Du Jehova bist unser Vater, unser Erlöser ist von Ewigkeit Dein Name.

4.     Johannes 14,7-11: Philippus sagte zu Jesus: Herr, zeige uns den (Gott) Vater, und Jesus spricht zu ihm: Wer Mich sieht, der sieht den Vater, wie magst du noch sagen, zeige uns den Vater, glaubet Mir, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir ist.

5.     Johannes 12,45: Wer Mich (Jesum) sieht, der sieht den (Gottvater), der Mich gesandt hat.

6.     Johannes 10,30: Ich (Jesus) und der Vater (Jehova) sind Eins.

7.     Daß unter der Bezeichnung "Mutter" im geistigen Sinne die Liebesgemeinschaft der Kinder Gottes verstanden wird, erhellt aus folgenden Stellen der Heiligen Schrift:

8.     Offenbarung 19,7+9: Es kommt die Zeit der Hochzeit des Lammes, und Sein Weib (die Liebe) hat sich bereitet; selig, die zum Mahl der Hochzeit des Lammes berufen sind.

9.     Offenbarung 21,2: Ich (Johannes) sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem (die Liebesgemeinde der Kinder Gottes), zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.

10.   Offenbarung 21,9-10: Der Engel sprach zu Johannes: Komm! ich will dir Braut, des Lammes Weib (welche ist die göttliche Liebe), zeigen, und er zeigte die heilige Stadt Jerusalem (welche ist die Liebesgemeinde der Hochseligen oder der Kinder Gottes).

11.   Daß unter dem neuen Jerusalem die Liebesgemeinschaft der Auserwählten oder der Kinder des Himmels verstanden wird, erhellt aus den Evangelisten: Es kamen die Jünger Johannes zu Jesus und sprachen: Warum fasten wir und die Pharisäer so oft, und Deine Jünger fasten nicht!? und Jesus antwortete ihnen: Können wohl die Hochzeitsgäste fasten und trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es wird schon eine Zeit kommen, wo ihnen der Bräutigam wird entzogen werden, alsdann werden sie fasten. (Matth. 9, 14; Marc. 2,18; Luc. 5, 33; Joh. 14, 20)

12.   Ich Jesus nannte Mich hier den Bräutigam, wie im neuen Jerusalem, also waren es eben Meine Jünger, welche die Liebesgemeinde oder das neue Jerusalem vorstellten. Diese waren die Kinder der Liebe, oder Kinder Gottes, wie Ich Mich beim letzten Abendmahl ausdrückte: Dann werdet ihr einsehen, daß Ich in Meinem Vater (oder in Meiner Liebe) bin, und ihr in Mir seid, und Ich in euch bin, d.h., daß die Jünger in Meiner Liebe sind, und daß Ich tatsächlich als Geist der Liebe Gottes in ihnen wohne.

13.   Durch die Bezeichnung "Neues Jerusalem" ist die Gemeinde Meiner Liebeslehre gemeint, in dieser Gemeinde oder in den Kindern, welche durch Meine Liebeslehre zu Kindern Gottes, zu Auserwählten geworden sind, wie einst Meine Jünger es waren, sagte Ich, daß Ich in ihnen bin, sie sind Meine Wohnung oder das Haus des Herrn oder die echte Kirche Gottes. Ich Christus sagte nie, daß Ich in einer gebauten Kirche wohne, sondern in Menschen, als in einem Hause der Liebe.

14.   Darum erkläre ich hier den Sinn des Wortes "Kirche": Urwort lautet "kiri-ka" und dies bedeutet "Herrn- oder Gotteshaus", kyrios griechisch "Herr", metathetisch "Gott"; ca geographisch, dann irisch, gälisch (urgermanisch) "Haus" und ka in kota sanskritisch, Hütte d.i. ka-uta "Haus-klein", vergleiche dazu lat. ca-sa "Haus-klein) und uzzo italienisches Wortverkleinerungssuffix.

15.   Daraus erhellt, daß die wahre Kirche Gottes die Liebe ist und ein Herz, das voller Liebe zu Gott und den Nächsten flammt. Diese Kirche, und nicht eine aus Stein oder Holz gebaute, ist Braut, Weib und Mutter Jesu im himmlischen Sinne. Die geistigen Kinder, die aus dieser Jesuliebesehe geboren werden, d.h. die durch Meine echte Lehre zu einem Haus Gottes, der Liebe in ihrem Herzen werden, heißen Söhne der Hochzeit, Kinder Gottes, vom Jesus Geborene.  

 

86.Fünftes Gebot Gottes:

Das fünfte Gebot lautet: 

Du sollst nicht töten! — weder Menschen, noch dich selbst durch den Selbstmord; also auch nicht aus Genussucht, Unterhaltung oder Mutwillen das Leben der Tiere und Pflanzen, da Ich euer Gott und Vater selbe erschuf, sie erhalte und Ich überall vertreten bin.“(2. Mos. 20, 13; 5. Mos. 5, 17. - Über die Rechtschreibung töden statt töten, siehe die Zeitschrift „Die Liebe“ 1, 63 nach!) 

 

87. Was wird durch das fünfte Gebot verboten?

Durch das fünfte Gebot wird verboten, weder jemand anderen noch sich selbst zu beschädigen, noch zu töten oder zu ermorden.

1. Moses 9,5: Denn auch das Blut — euer Leben, will Ich fordern. Von jedem Tiere will Ich es fordern; und von dem Menschen, von dem Einen und dem Anderen will Ich das Leben des Menschen fordern. 

 

88. Die Grundbedeutung dieses Gebotes.

1.     In Gott ist die ewige Erhaltung der geschaffenen Geister, die unwandelbare Grundbedingung aller göttlichen Ordnung. — Wisset ihr nun das, so blicket auf das Gegenteil, nämlich auf die Zerstörung, und ihr habet das Gebot geistig und materiell bedeutungsvoll vor euch. — Saget demnach anstatt: "Du sollst nicht töten" — Du sollst nicht zerstören, weder dich selbst, noch alles das, was deines Bruders ist; denn die Erhaltung ist das ewige Grundgesetz in Gott Selbst, demzufolge Er ewig ist und unendlich in seiner Macht.

2.     Da aber auf der Erde auch des Menschen Leib bis zur von Gott bestimmten Zeit, für die ewig dauernde Ausbildung des Geistes notwendig ist, so hat ohne ein ausdrückliches Gebot Gottes niemand das Recht, eigenwillig weder seinen eigenen Leib, noch den seines Bruders zu zerstören.

3.     Ist aber eine Notwendigkeit da, welche in dem Willen Gottes begründet ist, daß man jemanden umbringt, damit nicht durch sein böses Wirken er sich und andere geistig unglücklich macht, dann ist eine Ausnahme, wie auch die Geschichte der Juden lehrt, wo der Auftrag die Menschen zu ermorden von Gott ausging.

4.     Die Juden erhielten die Gesetze unter Blitz und Donner, sie waren ihnen daher heilig, und doch erzählt die Geschichte, daß der Gesetzbringer Moses selbst zuerst eine Menge Israeliten hat töten lassen; und seine Nachfolger mußten mit den am Gesetze sich Verschuldeten das Gleiche tun. —

5.     "Du sollst nicht töten", dieses Gesetz lag so gut wie alle anderen, in der Bundeslade; was tat aber das ganze israelitische Heer, als es in das gelobte Land einzog, mit den früheren Bewohnern dieses Landes? Was tat selbst David, der Mann nach dem Herzen Gottes? Was der größte Prophet Elias? — Sehet, sie töteten Alle, und das sehr vielfach und oft so ziemlich grausam noch obendrauf.(Vgl. Die Aufklärung darüber in Kundgaben 1. Bd., S. 137) Wer da aus euch nüchtern und unbefangenen Geistes ist, muß der nicht in sich selbst das Urteil aussprechen und sagen:

6.     Was ist das für ein Gebot, wider das, wie sonst über gar keines, selbst die ersten von Gott aufgestellten Propheten zu handeln genötigt waren? — Ein solches Gebot ist ja doch so gut, wie gar keines; — auch in unseren Zeiten ist das Töten der Brüder im Kriege sogar eine Ehrensache! Ja, der Herr Selbst tötet Tag auf Tag Legionen von Menschen dem Leibe nach; — auch die Engel des Himmels, als fortwährende Diener Gottes, erwürgen in einem fort der Menschen Leiber auf Erden; aber nicht eher, als bis sie vom Herrn den Auftrag haben, und dann nur auf diejenige Art und Weise, wie es der Herr haben will. Und David mußte sogar einen Heerführer umbringen lassen, da er gegen einen zu vernichtenden Ort freilich wohl meineidig weil schonend sich benommen hatte. — Gut sage Ich; also steht es mit dem Gebote auf der Erde.

7.     Aus diesen Beispielen ist es ersichtlich, daß das Gesetz mehr geistig als materiell aufzufassen ist, daß zwar das Morden und Zerstören verboten ist, daß es aber doch Ausnahmen gibt, wenn es sich um Bestand, Frieden und um ruhiges Leben handelt, und wo der Mensch nur unter dieser Bedingung Gott dienen kann, dann geschieht es, daß wegen Störung dieses Lebens und Zerstörung alles Habens und Gutes, Gott Selber einen Auftrag erteilt, den Feind des Lebens zu vernichten. Darin ist die Ausnahme begründet, sonst aber bleibt das Gesetz ein Gebot, das weder materiell noch geistig gebrochen werden soll, weil es von Mir, dem Allmächtigen zum Erfüllen und nicht zum Brechen gegeben wurde. 

 

89. Eine geistige Tötung, die erlaubt, ja sogar gelehrt wird.

Im fünften Gebot wird jede materielle und geistige Art der Tötung verboten, aber die Tötung des Fleisches zu Gunsten des Geistes nicht; denn die in gegenwärtiger Zeit überaus vielfach vorkommenden Belebungen des Fleisches sind nichts anderes als die Tötungen des Geistes und dessen Verfinsterungen, wodurch der Mensch von Gott sich zur Materie wendet. Doch ist da nicht der Geist Gottes im Menschen, sondern der Menschengeist, oder des Menschen willfährige Gemütsströmung gemeint. Zu Gunsten dieser müßten die Begierden und Gelüste gezügelt und wenn nötig durch öfters Fasten das Fleisch von seinem Ungestüm getötet werden, damit der Geist belebt wird. 

 

90. Was ist den Menschenmördern angedroht?

Den Menschenmördern wird folgendes angedroht:

1.     Moses I. 9,6: Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn der Mensch ist nach Gottes Ebenbild geschaffen.

2.     Offenbarung 13, 10: Wer mit dem Schwerte tötet, der muß mit dem Schwerte getötet werden. (Matth. 26,52). Doch beachte man, daß oben aus Moses, hier aus Gott der Richterspruch ausging und da ist Schwert geistig das Wort gemeint. Wer daher durch Worte Andere auf falsche Wege und Lehre verführt, der soll durch die wahre Zurechtweisung und Belehrung auf den Weg der Besserung und Buße gebracht werden. 

91. Was wird durch das fünfte Gebot noch mehr verboten?

Im fünften Gebote werden auch Zorn, Haß, Ärgernis und alle Beleidigungen des Nächsten verboten:

1.     Matthäus 5,22: Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichtes schuldig; wer aber seinem Bruder sagt Raka! der ist des Rates schuldig; der ist des höllischen Feuers schuldig. Wer aber sagt du Narr! Der ist des höllischen Feuers schuldig.

2.     Johannes I. 3,15: Wer seinen Bruder hasset, der ist ein Menschenmörder; und ihr wisset, daß ein Menschenmörder nicht das ewige Leben in sich wohnend hat.

3.     Matthäus 18,6-7: Wer aber ärgert dieser Geringsten (Brüder) Einen, die an Mich glauben, dem wäre besser, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde. — Wehe der Welt, der Ärgernis wegen. Es muß zwar Ärgernis kommen; doch wehe dem Menschen, durch welchen Ärgernis kommt.

4.     Lukas 6,31: Was ihr wollet, daß euch die Leute tun, dasselbe tuet auch ihr ihnen!

5.     Dieses besprochene Verbot wurzelt auf der Tatsache, daß in der Feindschaft, Haß und Rache der Tod atmet, weil darin der Mord verborgen liegt, wie das Feuer im Holz unter der Asche; denn das höllische Feuer ist auch nichts anderes; weshalb man sagt, von Haß entbrennen und von Rache glühen. Dies sind Morde in der Absicht, obwohl nicht in der Tat; wenn man ihnen aber die Furcht vor dem Gesetz, und vor der Wiedervergeltung und Rache wegnehme, so würden sie in die Tat umgesetzt werden, besonders, wenn der Absicht Tücke oder Rohheit innewohnt.

6.     Es handelt sich überhaupt darum, zu verstehen, was töten heißt. Auch ist hier niemand ausgenommen, also darf weder der Herrscher, noch der Richter, noch der Metzger, noch der gewöhnliche Mensch leiblich oder geistig töten; denn niemand von euch kann ein Leben geben außer Mir, darum hat auch niemand das Recht es zu nehmen, da er in Meine Rechte eingreift und tötet und zerstört, was Ich aufgebaut und ins Leben gerufen habe, mag es Menschen-, Tier- oder Pflanzenleben sein.

7.     Ihr werdet euch aufhalten, wegen des Verbotes, am Pflanzenleben sich zu versündigen. Nun, darüber gebe Ich euch im Gebetbuche eine gründliche Aufklärung, wie, wann und warum. Auch wird es euch sonderbar vorkommen, daß ihr wilde und schädliche Tiere nicht töten dürftet. —

8.     Darüber gebe Ich euch folgende Aufklärung: Die wilden und schädlichen Tiere sind von Mir in die Welt gestellt, um eine gewisse Reihe des geistigen Lebens auszufüllen, und es würde schon von Mir dafür gesorgt, daß da keine schädliche und gefährliche Vermehrung stattfinden würde, wenn die Menschen nach Meinen Geboten leben würden.

9.     Was aber das Menschenleben betrifft, so wisset ihr, daß die Menschen Kinder Gottes sind und Ich Selber, als der Gottesgeist des Menschen in euch wohne. Es fragt sich nun: Mit welchem Rechte erdreistet Ihr euch Meine Kinder, deren Geistiges Ich, Gott der Herrscher und Schöpfer des Weltalls Selber bin, zu töten?! Ihr tötet direkt das Werkzeug, mit dem Ich geistig und materiell arbeite, ihr tötet zugleich eure eigenen Brüder und Schwestern. 

 

92. Durch das fünfte Gebot wird befohlen:

1.     Frieden und Einigkeit mit jedermann und sogar mit denen, die uns beleidigt haben, zu halten — Römer 12,18: Wenn es möglich ist, so habet, soviel an euch liegt, Frieden mit allen Menschen!

2.     Jedermann gute Beispiele zu geben — Matthäus 5,16: Also lasset euer Licht leuchten vor den Menschen, daß sie eure guten Werke sehen, und euren Vater im Himmel preisen.

3.     Dem Nächsten geistliche und leibliche Wohltaten zu erweisen — II. Thessaloniker 3,13: Ihr Brüder, werdet nicht verdrossen (oder müde) Gutes zu tun.

4.     Stets freundlich sein im Verkehr mit den Nächsten — Dekalog: Du sollst die innersten Lebensgefühle durch ein freundliches und stets besorgtes Vorgehen entgegen bringen; denn durch ein unfreundliches Benehmen erweckst du unwillkürlich in Demjenigen, dem du die Unfreundlichkeit entgegen bringst, Gefühle, die mit Meinen göttlichen Liebebegehren in Widerspruch stehen und wirst dadurch ein Töter der innersten geistigen Gefühle deines Nächsten, weil die Unfreundlichkeiten Giftpflanzen für den geistigen Boden der Bruderliebe sind. 

 

93. Das Fleischessen.

1.     Nun wollen wir auch das Metzgerhandwerk betrachten. Im Gesetze "Du sollst nicht töten" ist auch das inbegriffen. Ihr werdet sagen: Wenn es nicht recht ist, daß wir Rindfleisch essen, warum hat es Gott Selber den Juden erlaubt zu essen? Es ist hier ein Mißverständnis zwischen Meiner Intention und der Erlaubnis. Ich hätte es dem Volke, wenn es sich nicht nach den Fleischtöpfen Ägyptens zurück gesehnt und Mich darum gebeten hätte, daß es Fleisch essen darf, nie erlaubt es zu essen, wie Ich auch dem Adam die Eva nicht erschaffen hätte, wenn er nicht mit Ungestüm darum nachgesucht hätte, da Ich ja gut wußte, daß hinterdrein der Sündenfall folgen wird; aber wer es so haben will, dem geschieht kein Unrecht.(„Volenti non fit injuria! sagte der Römer)

2.     Das Fleischessen macht euch geistig so geartet, wie es die Tiere sind, deren Fleisch ihr esset, weil ihr nicht bloß Fleisch, sondern auch das Geistige der Eigenschaften aus dem Blute des Tieres, dessen Fleisch ihr esset, mit dem Fleische mit einnehmet, weil das Fleisch aus dem Blute besteht, somit das Dumme und Boshafte des Rindes, und durch das Kochen werden die Fleischgeister erhitzt — und ihr werdet dadurch geiler. —

3.     Obwohl das Fleisch sehr nährend ist, häuft es euch anderseits Krankheitsstoffe, besonders für die Gicht, — neben dieser noch für mehrere andere Krankheiten. — Daß ihr vom Fleischessen auch tierisch werdet, das ersehet ihr an Hunden, die von den Knochen, welche gekocht und dadurch geistig erhitzt, so unzüchtig davon werden, weil sie das erhitzte Geile, welches am stärksten in den Knochen vertreten ist, fressen. Leute, die viel Fleisch essen, sind meistens geil. — Darum wird euch das Tierfleisch essen künftig ganz verboten, um euch leiblich und geistig vor Krankheiten zu bewahren. Wer aus dieser Rücksicht schon jetzt vegetarisch leben will, der hat einen großen Vorsprung vor den Fleischessern gewonnen.

4.     Es sind aber nicht bloß diejenigen Tiere unter dem fünften Gebote zu töten verboten, deren Fleisch ihr esset, sondern der Mensch soll überhaupt keine großen, noch kleinen und kleinsten Tiere absichtlich töten, wenn sie nicht, wie die Erdkrabben, da diese die Wurzel der Gewächse verzehren, schädlich, oder wie die Flöhe, Läuse, Wanzen, Schwaben, Russen, Hausgrillen, Mäuse und Schaben zur Tätigkeit aneifernd sind, damit er eine Wohnung öfters reinigt und vor solchen Tieren und Ungeziefer beschützt. Die übrigen Tiere sollet ihr aber nicht töten noch martern, weil sie ebenso die Schmerzen fühlen wie ihr, und weil Ich sie ins Leben gerufen habe und auch in ihnen als das Leben gebende Prinzip lebe, und daher ihr alles mit Rücksicht auf Mich mit Pietät (oder Frömmigkeit) und Ehrfurcht vor Mir betrachten sollet, weil jedes Tier eine geistige Lücke in der Seelenwanderung bis zum Menschen ausfüllt. 

 

94. Die Fleischkost.

1899, 28. Februar,  Vater Jesus klärt durch Ch. H. S. auf, daß von nun an soll der Mensch weder Rind-, noch Lamm-, noch Fisch-, noch Hausgeflügel- noch sonstiges Fleisch essen, weil er mit dem Essen des Tierfleisches auch das Tierischgeistige mit in sein Menschengeistiges vereinigt; während Jesus als rein Gottgeist das Tiergeistige erlöste und veredelte und daher das Tierfleisch essen durfte. Nur der, welcher die zweite Wiedergeburt erreicht hat, ist im Stande durch Fleischessen die Fleischgeister zu erlösen, zu veredeln und rein in sich aufzunehmen.

1.     Das Schreibmedium hatte in Meiner Jugendgeschichte gelesen, daß Ich Jesus gern Fische aß. Auf seine Anfrage, da er Vegetarier ist und auch keine Fische ißt, erhielt er von Mir Jesus Selbst folgende Antwort:

2.     Deine Frage gefällt Mir, darum gebe Ich dir gern Aufschluß darüber. Ihr sollet ohne Fleisch leben, weil das zur Ausbildung eures Geistes notwendig ist. Wer aber, wie Ich, den Geist des Vaters in sich hat, der kann auch jede Nahrung in sich aufnehmen; denn siehe, es ist so: Der Geist, der in der Nahrung enthalten ist, sättigt den Seelengeist der Menschen. Nehmet ihr nun fleischliche Nahrung zu euch, so nehmet ihr auch die Geister aus dem Fleisch mit in euch auf. Ich war aber fähig durch die Kraft Meines heiligen Geistes aus dem Vater, die Geister des Fleisches zu erlösen, damit sie auch zu Gott dem Vater eingehen konnten.

3.     Je besser, je feiner das Fischfleisch ist, desto reiner sind die Geister in dem Fischfleisch. Ich aß nun mit Vorliebe Tunfisch, weil das Fleisch der Tunfische sehr reine Geister enthält. Ich erlöste dieselben alle, während Ich das Fleisch aß.

4.     Wenn nun die Juden, sowie auch Mein Nährvater Joseph, Fische aßen, so nahmen sie auch die Geister der Fische in sich auf, konnten aber die Geister nicht erlösen, sondern die Fischgeister blieben in den Juden drin; darum haben sie auch jetzt noch viel Fischgeister in sich. Ich konnte die Menschen der damaligen Zeit nicht darüber belehren, weil sie das gar nicht begriffen hätten. Doch euch kann Ich es jetzt sagen, darum tut ihr wohl daran, wenn ihr keine Fische esset.

5.     Auch du Mein Werkzeug (Medium), hast nicht die Kraft, die Fischgeister zu erlösen, deshalb esse ja keine Fische. Ja, es verhält sich mit dem Fleischgeist der anderen Tiere gerade so, wie mit dem Fischfleischgeist. Du sollst den Brüdern sagen, sie Alle sollen kein Fleisch (Diese Mahnung haben verschiedene Werkzeuge erhalten) mehr essen, daß ihr Geist keine Fleischgeister mehr in sich aufnimmt. Erlösen können sie die Geister nicht, aber ihr Geist wird immer mehr Tiergeist, je mehr sie Fleisch essen. Das ist genug für deine Frage. Amen.

6.     Ich habe auch wohl Lammfleisch gegessen, doch auch hier verhält es sich, wie mit den Fischfleischgeistern. Besser, ihr esset gar kein Fleisch, obgleich die Lammfleischgeister schon sehr duldsam sind. Jesus dein Vater.

7.     Nachtrag: Solange der Mensch nicht die zweite Wiedergeburt erreicht hat, ist er nicht fähig das Tiergeistige, welches er mit dem Fleischessen mit in sich nimmt, zu erlösen, das heißt das Tierische in Menschengeistiges umzuwandeln, also zu veredeln, daß es der Mensch in sein Ich aufnehmen kann, ohne daß es ihm schaden könnte.

8.     Folgende zwei Aufklärungen vom menschlichen Standpunkte, sollen auch bibelwissenschaftlich die Gründe gegen den Fleisch- und Alkoholgenuß klarlegen, wodurch eine übersichtliche Beleuchtung nach allen Seiten gegeben ist. 

 

95. Dreizehn Gründe gegen den Fleischgenuß vom Standpunkte des Christentums.(Aus der Bibelforschung)

Vom Standpunkte des wahren, entschiedenen Christentums ist der Fleischgenuß zu verwerfen:

1.     Weil Gott den Menschen zum Fruchtesser geschaffen und ihm die eßbaren Früchte und Pflanzen zur Nahrung angewiesen hat (1.Mose 1,29), es also Aberglaube ist, anzunehmen, Fleisch sei zur menschlichen Ernährung unentbehrlich.

2.     Weil die Gestattung des Fleischgenusses (1.Mose 9,2-4) als Folge des Sündenfalles und als Züchtigung für den Ungehorsam gegen Gottes Willen aufzufassen ist; indem seit jener Zeit geistige und körperliche Kraft, Lebensdauer und Gesundheit der Menschen von Jahrhundert zu Jahrhundert abgenommen haben.

3.     Weil unser Herr und Meister (Matth.23,8) vom Buchstaben und Zwange des Gesetzes, welches Tieropfer und Fleischgenuß vorschreibt (3. Buch Mose), frei gemacht hat (Matth. 5,17) und wünscht, daß wir Gott nur im Geiste (Joh. 4,24) dienen und durch Barmherzigkeit und Liebe (Matth. 9,13) gegen Menschen und Tiere, durch Herzensreinheit und Wahrhaftigkeit (Vergleiche Nr.12) göttlicher Vollkommenheit entgegenreifen sollen (Matth. 5,48 / Luk.6,36).

4.     Weil wir nur in dem Maße, in welchem wir Liebe und Barmherzigkeit üben, vollkommen werden können und sich diese Liebe auf alle Geschöpfe Gottes erstrecken muß (Psalm 145,15-16). Mit dem Gebot der Liebe verträgt es sich aber nicht Geschöpfe Gottes wider ihren Willen zu quälen, zu mästen und zu schlachten, um sie zu verzehren. (2. Mose 20,13 / Röm. 13,10).

5.     Weil sich die Tierwelt nach Freiheit und Erlösung (Röm. 8,19-22) von dem Druck der auf ihr lastenden vergänglichen Knechtschaft (Eitelkeit) sehnt und der höchsten Vollendung entgegen strebt. Es gilt, die Tierwelt — dem Geiste des neuen Bundes entsprechend — als "beseelte Mitkreatur" aufzufassen, entgegen der Auffassung als "Ware", welche im Alten Testament vorherrscht (Jesajas 66,3).

6.     Weil der Fleischgenuß, wie überhaupt der Ungehorsam gegen den, im Naturgesetz verkörperten Willen Gottes Krankheiten und Seuchen hervorruft (4. Mose 11 / 1. Kor. 10,6) und zur Unzucht und Hurerei (4. Mose 25) verleitet.

7.     Weil die natürliche Lebensweise, das bewußte Leben nach den von Gott gegebenen Naturgesetzen, die Menschen geistig und körperlich vollkommener und gesünder, verständiger und besser macht, sie zu edlem Streben nach geistigen Gütern befähigt und das Verlangen nach unendlicher Vollkommenheit weckt, wie wir an Daniel und seinen Freunden sehen. (Daniel 1,1-20). —

8.     Weil der Fleischgenuß zum Alkoholgenuß verleitet und reizt, Christen aber stets nüchtern sein und voll Geistes werden sollen (Richter 13,14 / Luk. 1,15 / Kor. 3,16 / Gal. 5,16 / Eph. 5,18), also berauschende und die Gehirnzellen lähmende Getränke (Bier, Wein, Schnaps) vermeiden müssen.

9.     Weil die Heilige Schrift direkt und indirekt jeden unnatürlichen Lebenswandel, alle fleischlichen Lüste, Begierden und Sünden verwirft und zur Selbstprüfung, Sinnesänderung und zu geistigem Wandel ermahnt (Röm. 8,13-14; 12,1-2 / 1. Kor. 3,16; 6,19; 9,24-27; 10,5-6 / Gal. 5,16-24 / 1. Petri 4,1-5 / 2. Petri 1,5-6), der Fleischgenuß und Alkoholgenuß aber den Sinn für schlechte Gedanken empfänglich und zu fleischlichen Sünden bereit macht.

10.   Weil er den Körper des Menschen verunreinigt, geil und krank, vorzeitig gebrechlich und hinfällig macht, den Verstand schwächt und verdunkelt und das Leben verkürzt. Eine bewußte Verkürzung des Lebens aber, sei es auch durch unnatürliche Lebensweise, ist Selbstmord.

11.   Weil die Verheißungen von dem kommenden "goldenen" Zeitalter des Friedens (Hosea 2,18 / Jesaja 2,4; 11,1-10; 35, 5-10; 65,17-25 ; Micha 4,3-4) in welchem Kriege und Blutvergießen, Tiermord und Fleischgenuß nicht mehr sein werden, sich noch erfüllen müssen und die Christen berufen sind, an der Vorbereitung und Aufrichtung dieses Friedensreiches tätigen Anteil zu nehmen.

12.   Weil fromm sein, ohne wahr sein, Frömmigkeit ohne innere Wahrheitsliebe bloße Heuchelei ist, müssen wir, wenn wir fromm sein wollen, auch wahr sein und aus diesem Grunde die natürliche wahre, einfache, von Gott gewollte und in unserer Eigenart begründete, fleischlose Lebensweise als richtig anerkennen und darnach leben.

13.   Weil sich die Offenbarung Gottes — Natur und Heilige Schrift — nicht widersprechen und sich aus beiden, einheitlich und unwiderlegbar, die Richtigkeit fleischloser Ernährung des Menschen beweisen läßt. 

 

96. Warum sollen Christen den Fleisch- und Alkoholgenuß vermeiden?(Lies: Evangelium des Matthäus 5, 8; 1. Kor. 9, 24-27)

Lieber Leser! Der Zweck deines Lebens besteht darin: "Gottes Willen zu erfüllen"; dein Ziel muß es sein: "Gott als deinen Vater zu erkennen und in Ihm zu leben". Um diesen Zweck zu erfüllen und dieses Ziel zu erreichen, bedarfst du eines gesunden Körpers; denn alles geistige und religiöse Leben, dein Denken, Fühlen und Wollen, das Höchste und Beste, was du dein Eigen nennst, ist hier in dieser Welt an deinen Körper gebunden, kommt dir nur im Rahmen deiner Gehirntätigkeit zum Bewußtsein. Nur in einem gesunden, harmonisch entwickelten Körper, wohnt eine gerade, freie, ehrliche Seele. Und umgekehrt: nur ein treuer, aufrichtiger, fröhlicher, wahrheitsliebender Mensch wird völlig gesund, wahrhaft glücklich sein. Also ein harmonisches Leben, ein Leben nach Gottes Willen, erfüllt von göttlicher Liebesgesinnung, das der Weg, den du zu gehen hast und den dir Jesus Christus vorausgegangen ist.

Denke ernstlich darüber nach, ob du in nachfolgenden Punkten bisher nicht im Irrtum befangen gewesen bist, strebe nach besserer Erkenntnis in diesen Dingen und versuche, deine neue, veränderte, auf Gott gerichtete Gesinnung auch durch einen neuen Wandel, eine reinere, bessere Lebensführung zu beweisen. (Lies Römer 8,13-14; 1. Kor. 6. 19-20) — Merke also: 

I.       Der Mensch ist von Gott zum Fruchtesser geschaffen und nur die Früchte und Pflanzen sind ihm zur Nahrung bestimmt (1. Mose 1, 29 / Matth. 6,11). Die Ernährung durch Fleisch und der damit verbundene Genuß berauschender Getränke ist ein seit alter Zeit eingewurzelter Irrtum. Folgende üblen Folgen lassen sich auf Grund der vorliegenden Tatsachen und Erfahrungen feststellen:

a.- Fleisch von toten Tieren enthält, außer anderen Krankheitsstoffen, viel tierisches Eiweiß, welches sich im Körper des Menschen in Harnsäure umwandelt. — Die Harnsäure ist die Hauptursache der meisten Krankheiten, besonders von Gicht, Rheumatismus, Migräne, Krebs, Nervosität, Nierenleiden, Herzleiden, Bleichsucht, Magenleiden, usw., indem sie einerseits das Blut verschlechtert, andererseits sich in den Blutbahnen ablagert und dadurch den Blutumlauf hemmt, wodurch dann Krankheiten entstehen.

b.- Fleischgenuß, in Verbindung mit Bier, Wein oder Schnapsgenuß, bewirkt nachweisbar eine Lähmung der Gehirntätigkeit, welche in den leichten Fällen in Vergeßlichkeit, Denkfaulheit, Stumpfsinn besteht, aber sehr oft zu völliger geistiger Umnachtung führt. Darum erklärt sich sowohl die allgemein herrschende große Abneigung gegen tieferes Denken, ideales Streben und religiöses Leben, wie auch besonders die innere Unwahrhaftigkeit und geistige Schwäche vieler Christen.

c.- Eine Entartung der einzelnen Menschen führt notwendig zum Untergang und Verfall ganzer Völker, denn viele Einzelmenschen bilden ein Volk. Infolge verkehrter Lebensweise und daraus folgender Sittenlosigkeit sind entartet und untergegangen die Assyrer, Babylonier, Perser, Griechen, Römer, Indianer.

d.- Infolge des Fleisch- und Alkoholkonsums, der gar nicht nötig ist, sind viele Arbeiten notwendig, welche den körperlichen und geistigen Ruin derer herbeiführen, die sie verrichten müssen. Beachte das geistige und religiöse Leben, den Gesundheitszustand und die Sterblichkeitsstatistik der Brauer, Schnapsbrenner, Viehtreiber, Schlächter, Schankwirte, Kellner, u.a.m. Du sollst deines Bruders Hüter und nicht Verderber sein! 

II. Außer diesen verstandesmäßigen Gründen läßt sich vom Standpunkte des Christentums folgendes gegen den Fleisch- und Alkoholgenuß einwenden: 

a.- Er widerstreitet dem Gebot der Nächstenliebe. (Vergleiche I.d; lies Markus 12,31).

b.- Er schwächt die Lebenskraft und verkürzt das Leben, macht also unfähig, die uns von Gott gesetzten Lebensaufgaben auszuführen und zu vollenden.

c.- Alles Leben, auch das der Tiere, stammt von Gott und wird von Gott erhalten, darum hat auch der Mensch kein Recht, Leben vorzeitig zu vernichten, ausgenommen im Falle der Notwehr, im Kampfe ums Dasein.

d.- Christen sollen ein keusches, mäßiges, nüchternes Leben führen, darum ist der Fleisch- und Alkoholgenuß zu vermeiden, da er vielfach das direkte Gegenteil bewirkt. (4. Mose Kap. 11; / 1. Kor. 3,16-17; 10,6 / Gal. 5,16-24 / Eph. 4,17-24.)

e.- Weil Gott Alles im Weltall von größter Einfachheit zu größter Vollendung führt (göttliches Entwicklungsgesetz), weil auch wir nach göttlicher Vollkommenheit streben sollen (Evangelium des Matth. 5,48 / Luk. 6,36), kurzum, weil Gott den Fortschritt will, darum sollen wir ihn auch wollen. Darum müssen das Fleischessen und der Alkoholdusel ebenso überwunden werden und fallen, wie z.B. Sklaverei, Länderraub, Menschenopfer, Kannibalismus, Gewissenszwang usw. mit fortschreitender Erkenntnis des Besseren, im Namen des Christentums und des Gebotes der Liebe gefallen sind.

f.- Bei einfacher Frucht- und Pflanzennahrung erreicht der Mensch den höchsten Grad körperlicher Gesundheit, Kraft und Ausdauer, somit die Grundlage für ein harmonisches Seelenleben. (Lies Daniel 1,1-20). Es ist darum einfach eine Forderung christlicher Wahrhaftigkeit, wahr, das heißt nach den von Gott gegebenen Naturgesetzen, naturgemäß zu leben.

g.- In Verbindung mit der Verkündigung des Evangeliums eröffnet uns Jesus die Aussicht auf eine Gemeinschaft der Menschen untereinander, welche nicht durch Gesetze oder durch Zwang zusammengehalten wird, sondern in welcher die Liebe herrscht und einer den andern durch Sanftmut überwindet. Nach Jesu Worten beginnt dieses Reich der Liebe (Himmelreich) nicht erst in ferner Zukunft (Luk. 17,20-21 / Matth. 20,26-27), sondern es besteht in einer Jesu ähnlichen Gesinnung, und ist überall da schon verwirklicht, wo Menschen in Liebe einander dienen und an der Beseitigung und Wegräumung von Not, Elend und Krankheit arbeiten, (lies Matth. 7,21 / Luk. 7,20-22; 10,9), wie es Jesus vorbildlich getan hat. 

 

97. Im geistigen Sinne

1.     werde unter dem Morden aller Arten verstanden, die Seelen der Menschen zu morden und zu verderben, welche mannigfaltig und vielerlei sind, als zum Beispiel: sie abwenden von Gott, von der Religion und dem Gottesdienst durch Einstreuung von Ärgernissen wider jene und Einredung von unwahren Dingen, welche Abneigung, ja selbst Widerwillen bewirken, daher:

2.     Du sollst nicht töten das Gute und Wahre, den Glauben und die Liebe im Menschen, indem du ihm Böses und Falsches einpflanzest durch Worte, Bücher, Zeitschriften u.a.m.; noch sollst du ihm beschränken die Freiheit der geistigen Entwicklung für alles Gute und Edle. Von dieser Art sind alle Teufel und Satane in der Hölle, mit welchen die Verletzer und Schänder der Heiligkeiten der echten Christuskirche in dieser Welt sphärisch verbunden sind.

3.     Diejenigen, welche die Seelen durch Falsches zu Grunde richten, werden verstanden unter dem König des Abgrundes, genannt Abaddon oder Apollyon, das ist "Verderber", in der Offenbarung 9,11; und im prophetischen Worte (die an der Seele Beschädigten) unter den Gemordeten, wie in folgenden Stellen:

4.     Zacharia 11,4-7: Weide die Schlachtschafe, die von ihren Besitzern gemordet wurden (geistig).

5.     Psalm 44,23-24: Gemordet wurden wir alltäglich, wurden einer Schlachtherde gleich geachtet. … Herr verstoße uns nicht ewig (hilf uns)!

6.     Jesajas 27,6-7: Es wird dennoch dazu kommen, daß Jakob wurzeln wird, und Israel blühen … Er wird doch nicht geschlagen, wie seine Feinde geschlagen wurden, und wird nicht erwürget, wie seine Feinde erwürgt wurden.

7.     Johannes 10,10: Der Fremde kommt nur, um zu stehlen und die Schafe zu schlachten; ich bin dagegen gekommen, damit sie Leben und Überfluß haben. — Außer diesen Stellen spricht noch Jesajas (Jes. 14, 21; - 26,21), Jeremias (Jer. 4, 31; - 12, 3) und die Offenbarung davon. (Offenb. 9, 4; - 11, 7)

8.     Die geistige Tötung ist demnach alles, was den Menschen von Gott und zur Materie zieht. Dieses Kapitel umfaßt all die vielen Sünden, welche im Gebetbuche aufgezählt sind.

9.     Die geistige Tötung kann nach den im Gebetbuch aufgezählten Sünden durch sich selbst oder durch andere zuwege gebracht werden. Daher beschauet euch diese genau, weil sie die Summe der Sünden des Alten und Neuen Testaments vorstellen, worin jeder seine Untugenden und schlechten Eigenschaften finden wird; — die er meiden und aus sich ausmerzen soll;— und muß, wenn er zur Wiedergeburt des Geistes gelangen will.  

98. Im himmlischen Sinne

1.     wird unter Morden verstanden, dem Herrn vermessen zürnen, Ihn hassen, und Seinen Namen vertilgen wollen; solche und die, von welchen es heißt, daß sie Christus kreuzigen; denn unter Kreuzigung Christi wird heutzutage himmlisch verstanden: Der absichtliche Widerspruch gegen die Wahrheit über Christus und Seine Worte, und die Verfolgung der Wahrheit durch Kerker und Irrenhaus. — Darüber spricht die Bibel unter dem Sinne vom Lamm, das stand wie gemordet, in der Offenbarung (Offenb. 5, 6; - 13, 8) und unter dem Gekreuzigten, auch in der Offenbarung (Offenb. 11,8) und im Sendschreiben an Hebräer (Hebr. 6, 6) und Galater (Gal. 3, 1) (darum sollst du nicht töten die Liebe zu Gott und den Nächsten in deinem Bruder.)

2.     Swedenborg schreibt: "Wie das Innere des Menschen beschaffen ist, wofern es nicht von dem Herrn umgebildet wird, stellte sich mir an den Teufeln und Satanen in der Hölle heraus; denn diese denken beständig darauf, den Herrn zu töten, und weil sie dies nicht können, so trachten sie fortwährend darnach, diejenigen zu töten, die dem Herrn zugetan sind; weil sie aber dies nicht können, wie die Menschen in der Welt, so gehen sie mit aller Kraft darauf aus, die Seelen derselben zu verderben, das heißt, den Glauben und die Liebtätigkeit bei ihnen zu zerstören.

3.     Der Haß erscheint bei ihnen wie dunkelrotes Feuer, und die Rachgier wie weiß glühendes Feuer; doch sind es keine Feuer, sondern Erscheinlichkeiten. Die Wutausbrüche ihres Herzens stellen sich zuweilen über ihnen in der Luft sichtbar dar, wie Gefechte mit den Engeln, und wie deren Fall und Niederlage, es sind aber nur ihre Regungen des Zornes und Hasses gegen den Himmel, aus welchen dergleichen gräuliche Gaukelszenen emporsteigen. Überdies erscheinen eben dieselben von ferne wie wilde Tiere jeder Art (nach ihren inneren Neigungen und Leidenschaften) zum Beispiel: wie Tiger, Leoparden, Wölfe, Füchse, Hunde, Pferde, Krokodile und wie Schlangen jeder Art und wenn sie in vorbildlichen Formen zahme Tiere erblicken, so fallen sie dieselben in ihrer Phantasie an, um sie zu töten; meinem Blicke stellten sie sich dar wie Drachen, welche neben Frauen standen, bei denen Kinder waren, die sie wie zu verschlingen suchten, gemäß dem, was in der Offenbarung, Kapitel 12 erzählt wird; was auch nichts anderes ist, als Vorbildung des Hasses gegen den Herrn und Seine Kinder.

4.     Daß Menschen in der Welt, welche die Kirche des Herrn zerstören wollen, diesen ähnlich sind, kommt vor ihren Zeitgenossen nicht zum Vorschein, und zwar darum nicht, weil die Körper, durch die sie äußere Sittlichkeit üben, es auffangen und verbergen; dennoch aber erscheinen sie vor den Engeln, welche nicht ihre Körper, sondern nur ihre Geister (oder Seelen) sehen, in ähnlichen Gestalten, wie jene Teufel, von welchen eben die Rede war." 

 

99. Der Selbstmord.

1.     Der Selbstmord des Menschen ist der Eingriff in Meine Schöpfung und eine große Sünde, welche mit der untersten Hölle bestraft wird. Der Selbstmörder tötet einen Menschen, ob er dann an sich selbst oder an seinem Nächsten es tut, ist immer ein Menschenmord.

2.     Der Mensch glaubt durch den Selbstmord sich aller Sorgen und Qualen des Lebens zu entledigen, statt dem gerät er in die Finsternis der tiefsten Hölle und in die Gesellschaft gleicher Verbrecher, wie er selber ist, wo die großen Qualen der Hölle für ihn den Anfang bilden; mit diesen verbinden sich seine eigenen, die er mitgebracht hat, und so hat er zwei- und mehrmal so großes Leiden sich zusammengehäuft.

3.     Auf der Welt verließ er traurige Angehörige, denen er Schande, Spott und Trauer und Manchen die sorgenvollste Zerrüttung der Lebenslage bereitet hatte; — sich selbst aber stürzte er wie aus Wasser, wo er schwamm, wenn auch schwer, in das Feuer des unleidlichsten Zustandes der Hölle.

4.     Die ungelöschten Leiden, Sorgen und Leidenschaften, durch die er zum Selbstmord überging, ferner das Bewußtsein, daß er diese unglücklich machte, die er auf der Welt verließ und die oft vor Verzweiflung die Hände ringen ob dieser Tat, und endlich das neue große Leiden ob der begangenen großen Sünde, quält ihn nun entsetzlich, daß er manchmal wie rasend flucht und wildert ob seiner verfehlten Wege der Tat, die er durch den Selbstmord an sich begangen.

5.     Er begegnet traurige, düstere Gestalten im Geiste um sich, die gleich ihm sich keine Hilfe zu schaffen wissen, um aus den ewigen Qualen nach der irreführenden Kirchenlehre kommen zu können. So müssen solche Unglückliche oft viele, viele Jahre verleben, ja Manche müssen den ganzen entsetzlichen Gestank des sich auflösenden Leibes als Strafe für ihre grobe Sünde durchkosten, bevor sie in die Abteilung der verzweifelten Selbstmörder kommen.

6.     Wer es weiß, wie schrecklich der Gestank des faulenden Fleisches ist, den kein lebender Mensch ohne zu speien vor großem Ekel nur kurze Zeit ertragen kann, kann sich den Zustand vorstellen, wenn er als Geist mit verfeinertem Geruchsinn diesen grauslichen Pestgeruch und Gestank die langen Monate des Faulens hindurch beiwohnen und durchkosten muß! Das spottet jeder Beschreibung, und seht, kaum hat er diese Höllenqual durchgemacht, kommt er in andere, die wieder in anderer Hinsicht Grausen erregend und neue Verzweiflung in ihm erweckend sind, und so geht es weiter in verschiedenen Stufen, je nachdem, aus welchen Beweggründen der Geist zum Selbstmorde griff, da jeder Selbstmörder andere Gründe zum Selbstmorde und daher auch andere Strafen auszuhalten hat.

7.     So sehet ihr, daß der Selbstmord einer der traurigsten Hilfsmittel zur Erlösung vom irdischen Leben ist, und daher unterlasse ihn jeder, um nicht überschrecklich unglücklich zu werden. Denn es dauert lange Jahre des Klagens und Jammerns, bis eine Erlösung erfolgt, darum überlege sich ein jeder Selbstmordkandidat aufs Höchste, bevor er den größten Unsinn begeht, sich selber zu ermorden, da er statt die schreckliche Lage zu verbessern oder zu vernichten, sie in zehnfach bis hundertfach größere und schrecklichere als die irdische es war, bringt.

8.     Seine Erlösung von da erfolgt infolge von Fürbitten seiner Angehörigen oder Freunde, oder nach sehr langem Beten und Bitten zu Gott, durch einen zugesandten Boten, der ihm als Schutzgeist beigegeben wird und der ihn von nun an leitet und führt. Lies auch in ChtS. III. das fünfte Gebot Kapitel 252 nach. 

 

100. Die Verbrechen gegen das fünfte Gebot.

Mutwillige und boshafte Verletzung des Nächsten; — Verschwörung, Aufstand, Tätlichkeit; — das Umbringen, Töten, Erschlagen, Erstechen, Erwürgen, Aufhängen, Niederhauen, Gemetzel; — Der Totschlag, Mord, vorsätzlicher Mord, Krieg, Schlacht; — jede Gewalttat, wenn sie nicht durch Wahrheit gerechtfertigt gegen unbefugte Herrschaft oder Gewaltherrschaft ist; — Vergiftung, Selbstmord, Selbstverstümmelung, Lebensabkürzung durch Selbsterzeugung von Krankheit. Hierher gehört auch das Duell als Ehrensache zwischen zwei Hochmutsteufeln — als ob ein Hochmutsteufel irgend eine Ehre hätte?! — Ist es nicht genug, daß ihr euch gegenseitig beleidigt? Müsset ihr den (oft unschuldig) Beleidigten noch töten? Das ist der Beweis, daß in solchen Menschen der Geist des Satans regiert und daß sie daher Höllengeister sind.

 

101. Sechstes Gebot Gottes.

Du sollst nicht Unkeuschheit treiben, nicht ehebrechen.“ (Denn dieses ist seit dem Urbeginn des Menschengeschlechtes das göttliche Gebot. (1.Mos. 3, 15; - Hebr. 9, 15; Röm. 3, 25; - 2. Mos. 20, 14; 5. Mos. 5, 18)) 

1.     Meine lieben Kinder, die Unkeuschheit als Erbsünde, ist die Sünde des hochmütigen Ungehorsams des ersten Elternpaares gegen Mich, als ihren Schöpfer und Herrn. Denn Adam und Eva wollten durch Verführung von der Schlange (der Selbstsucht) Mir gleich werden, und somit nicht mehr untertänig und daher kam der Fall.

2.     Das Wort Ehe bedeutet überhaupt Gesetz, nicht aber bloß "matrimonium" zweier durch Kirche oder Standesamt zum Zwecke des Zusammenlebens vereinigter Menschen. Darum ist unter "Ehe brechen" nicht bloß der gewöhnliche Ehebruch verstanden, sondern jede Unkeuschheit oder Unzucht, ob in der Ehe oder außer ihr.

3.     Adam und Eva waren weder durch Priester, noch Standesamt verbunden, sondern allein durch die Liebe des Herzens; die Liebe des Herzens ist aber geistig "Himmel" genannt, weil der Mensch die Liebe, die für ihn ein Himmel ist, nur im Herzen fühlt und fühlen kann, daher werden wahre geistige Liebesehen "im Himmel geschlossen" bezeichnet, weil daselbst auch der Geist Gottes, als das Leben im Menschen, wohnt.

4.     Obwohl die Ehe Adams mit der Eva durch die reine Liebe oder im Himmel ihrer Herzen begründet war, so gab Ich Gott ihnen doch das Gesetz, sich durch die Unzucht nicht zu entheiligen. Und dasselbe Gesetz der Keuschheit besteht noch immer für alle Menschen.

5.     Unter Keuschheit versteht man aber die vollständige Enthaltsamkeit aus Liebe zu Gott.

6.     Doch ist es Wenigen bekannt, wann die Unkeuschheit beginnt und wann sie als solche nicht besteht, daher soll hier die Grenze bezeichnet werden, nach welcher sich ein jeder richten kann, um nicht zu sündigen.

 

102. Verbot im sechsten Gebot.

Alle sinnlichen Gedanken und Begierden, an denen man ein Wohlgefallen hat, ferner unkeusche Gebärden, Worte und Werke, und alles, was zur Unkeuschheit verleitet.

a.-    Epheser 5,3-4: Unkeuschheit und jede Unreinheit werde unter euch nicht einmal genannt, wie es den Reinlebenden (Original: „Heiligen“, was unrichtig ist) ziemt; auch sollen Schamlosigkeit und törichtes Scherzgerede nicht vorkommen. Galater 5,19-21: Ich sage euch vor, daß die, welche die Werke des Fleisches tun, das Reich Gottes nicht erben werden. — 2. Petri 2,9-10: Der Herr behält die Ungerechten auf den Tag des Gerichts (welcher ist der Sterbenstag) zur Bestrafung, besonders die, welche nach dem Fleische in der Begierde wandeln.

b.-    Matthäus 5,27-28: Ihr habet gehört, daß es bei den Alten hieß "Du sollst nicht ehebrechen". Ich aber sage euch, daß ein jeder, der ein Weib mit Begierde anschaut, schon die Ehe mit ihr (geistig) gebrochen hat in seinem Herzen. — Sirach 9,5+9: Hefte deine Augen auf keine Jungfrau, daß ihre Schönheit dir nicht zum Falle werde! Durch die Schönheit eines Weibes gingen schon Viele zugrunde. 

 

 

 

103. Zur Unkeuschheit verleitet:

Stolz und Frechheit in der Kleidung, Müßiggang, (a) — Unmäßigkeit im Essen und Trinken, (b) — all zu freier Umgang mit Personen des anderen Geschlechtes, Vorwitz der Augen, (c) — und das Lesen unzüchtiger Bücher (d):

a) Hesekiel 16,49: Siehe, dies war die Missetat Sodomas, deiner Schwester: Übermut, Übersättigung von der Nahrung und Müßiggang des Nichtstuns, den sie und ihre Töchter hatten; aber den Armen und Dürftigen halfen sie nicht.

b) Epheser 5,18: Berauschet euch nicht mit Wein, woraus Ausschweifung folgt, sondern seid voll des heiligen Geistes.

c) Hiob 31,1: Ich habe einen Bund mit meinen Augen geschlossen, daß ich keinen Gedanken auf eine Jungfrau habe. — Sirach 9,8: Wende ab dein Angesicht von schönen Frauen und siehe nicht nach der Gestalt anderer Weiber.

d) Unter unzüchtige Bücher gehören manche Romane, und dergleichen als die guten Sitten verschlechternden Bücher und Schriften.

6.     Der Ehebruch wird in diesem Gebote hauptsächlich und ausdrücklich verboten, weil Personen, welche die Ehe brechen, nebst dem schändlichen Laster der Unkeuschheit, auch das Laster der Ungerechtigkeit gegen den Nächsten begehen, weil sie ihm das tun, was sie nicht wollen, daß er ihnen täte (Matth. 7, 12) nämlich in Sünde stürzen, durch die er geistesfinster, gottvergessen, und manchmal auch körperlich krank wird, wie die nächste Aufklärung dartut.

 

104. Die bösen Folgen des Lasters der Unkeuschheit sind:

Gottvergessenheit, Blindheit des Verstandes oder Geistesfinsternis, Verstockung des Willens, Vorgekommener Abfall vom Glauben (a), schädliche und schändliche Krankheiten des Leibes (b). Wegen dieses Lasters sind Länder, Städte und Völker von Gott sehr schwer gestraft worden (c).

(a) 1. Könige 11,1-10: Abfall Salomons vom Jehova zufolge der Weibergunst.

(b) Sirach 19,3: Fäulnis und Würmer werden (dem Unkeuschen) sein Lohn. Er wird zur großen Warnung dienen und seine Seele aus der Zahl (der Lebendigen) genommen werden.

(c) Sodoma und Gomorra, Pompeium, Herculanum und Stabiae (Hl. Dreieinigkeit 69,16).

 

105. Durch das sechste Gebot wird befohlen

1.    sich an Leib und Seele keusch zu verhalten, und zwar sogar in Gedanken, Wünschen, Worten und Gebärden (a), auch wird gesagt, jede sündhafte Gelegenheit zu meiden (b).

2.  1. Thessaloniker 4,3-5: Das ist der Wille Gottes: eure Heiligung, daß ihr der Unzucht euch enthaltet, daß ein jeder von euch seinen Leib in Reinheit und Ehre zu halten wisse; nicht aber in leidenschaftlicher Lust, wie die Heiden, die Gott nicht kennen. 2. Korinther 7,1: Weil wir nun solche Verheißungen haben Geliebteste, so lasset uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und vollenden die Heiligung in der Furcht Gottes.

3.   Matthäus 5,29-30: Reizet dich dein Auge zur Sünde, so wende es ab von dem Reiz und also tue es, wenn dich deine Hand reizt etwas Sündhaftes zu tun, usw.

4.     Das sechste Gebot verlangt die Reinheit des Herzens; denn nur diese preise Ich Jesus in der Bergpredigt: "Selig sind, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott anschauen". (Matth. 5, 8)  Dadurch ist euch das Zähmen eurer bösen Lüste anbefohlen, wie Paulus an die Römer spricht: "Lasset die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, so daß ihr seinen Gelüsten gehorchet. (Röm. 6, 12)  Im Brief an die Galater drückt er sich noch genauer aus, indem er sagt: Die, welche Christi sind, haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Lastern und Gelüsten". (Gal. 5, 24) 

5.     Das Leben der Liebe sucht seine Befriedigung sehr gern an unmündigen Geschöpfen zu frönen, welche in der Sache noch unerfahren sind und daher leicht zu überreden. Für solche Verführer sagte Ich, daß es besser wäre, man möchte ihnen einen Mühlstein an den Hals hängen und sie versenken in die Tiefe des Meeres, (Matth. 18, 6; Marc. 9, 42; Luc. 17, 2) weil sie die Unschuld aus dem Himmel der Unschuld in die Hölle der Sünde ziehen. Daraus folgt: Du sollst nicht die unschuldige Liebe zu Gott und dem Nächsten durch sinnliche Liebe entweihen.

6.     Der heutzutage übliche Akt der Fortpflanzung unterscheidet sich von einst dadurch, daß man einst aus Liebe zu Gott sich Wesen wünschte und auf die Welt stellte, da viel Kinder viel Ehre und Macht, weil Gottessegen, bedeutete.

7.     Heutzutage ist aber bloß die Schlange der Eva oder die Selbstsucht der Eltern maßgebend, und wenn sich diese Kinder erwünschen, so geschieht dies bloß aus persönlichen Absichten und Vorteilen, nicht aber aus Liebe zu Gott. —

8.     Darin besteht also die Sünde, weil bloß die Selbstsucht des Genusses und Vorteiles in Anbetracht kommt; nebenbei macht diese den Menschen ganz materiell und faul für das Göttliche, besonders in der Liebe zu Gott, darin besteht also die Gefahr und Sünde des Menschen, weil er ganz von Gott zur Materie oder zum Satan sich kehrt! — — —

9.     Nun wollen wir eine wichtige Lebensfrage erörtern, nämlich: Von wo geht der Impuls zur Fortpflanzungslust aus? und wer sündigt dabei, der Leib oder die Seele?

10.   Äußerlich betrachtet, erscheint es dem Menschen, daß der Leib die Lust empfindende Materie ist; dem ist aber nicht so, sondern der Leib ist ein von der Seele belebter Rohstoffkörper ohne eigene Lebenslustimpulse, und dient der Seele nur, um sich materiell betätigen zu können.

11.   Die ganze Lebenslust liegt in der Seele, sie allein ist die Genießerin, weil sie das Leben oder der eigentliche Geistmensch im Körper ist, sie ist es, die im Fleische denkt, will und handelt, darum ist sie auch nach dem Leibestode die alleinige Büßerin für alle in der Welt gegen das Verbot begangenen Sünden, während der Körper nach dem Austreten der Seele, schmerzlos in die Verwesung überzugehen beginnt und daher nach der Landessitte zur Vernichtung des Fleisches entweder ins Grab oder in die Mauernische, oder in die Gruft gelegt, oder der Verbrennung übergeben wird.

12.   Die Tatsache zeigt euch recht anschaulich, wie verkehrt die Lebensanschauungen der Menschen sind, daß sie der toten Materie große Ehrungen mit den pompes funèbres erweisen, für die lebende Seele aber gar keinen Sinn haben. Dem toten Leichname macht man Ehrenbezeugungen; um das Fortlebende dieses Leichnams ist man aber unwissend und teilnahmslos, weil man durch die jetzt herrschende Glaubenslehre nichts Gewisses oder Positives darüber erfährt, während es doch nur die Seele ist, für die man sich vor und nach dem Tode des Leibes ganz besonders interessieren müßte, damit das hier auf Erden Verfehlte und Versäumte, im Jenseits ausgebessert und nachgeholt werden könnte, was natürlich sehr schwer gegt, aber doch einmal geschehen muß.

13.   Statt dieser christlichen Pflicht nachzukommen, ist man blind und taub für bessere Aufklärungen, man glaubt bloß den unwahren Lehren, die man von der Jugend an in sich großgezogen hat und dafür müssen eure lieben Abgeschiedenen in der Hölle schmachten, während ihr denket, daß sie im Himmel und überglücklich sind, weil ihr die weltlichen Vorschriften für ihre Leichname erfüllt habet.

14.   Man sollte sich doch ernster mit den wahren Zuständen des Jenseits des Grabes bekannt machen, um sich hier die Wohnung für das Jenseits bauen zu können, und um zu wissen, was man dort tun soll, wenn man auf der Erde etwas verfehlt oder versäumt hat, sonst steht man so unwissend wie hier, weil der Mensch während des Sterbens und Hinübergehens nichts erlernte, es ist wie der Spruch Pauli war: Wie der Baum fällt, so bleibt er liegen.

15.   Wenn der Mensch stirbt und ins Geisterreich tritt, nimmt er seine irdischen Religionskenntnisse mit, welche ihm in heutiger Zeit der Religions- und Sittenverwilderung gewöhnlich die geistigen Zustände der Hölle eröffnen; denn mit einer falschen Glaubenslehre und daher falschem Lebenswandel kommt niemand in den Himmel.

16.   Darum kümmert euch um die echte Christuslehre, und um den wahren Glauben, die in den christlich-theosophischen Schriften gelehrt werden.

17.   Ich habe Adam und Eva im selben Naturkleide auf die Welt gestellt, wie noch heutzutage jeden Menschen. Daher ist es keine Sünde, wenn ein Mensch den anderen in diesem Naturkleide sieht und betrachtet; nur darf er dabei keinem wollüstigen Gedanken sich hingeben. Er darf ferner keine wie nur geartete fleischlichen Berührungen mit dem Körper pflegen, weil dies Reize erzeugt. Auch darf man eine zweite Person nie aus sinnlichen Gedanken betrachten; oder sinnlich in die Augen schauen, weil dies in die Ewigkeit übergeht. Was man ohne eigenes Zutun am Naturkleide sieht und sich dabei keinen Sinnesreizen hingibt, ist ohne jeden Schaden für die Seele; wenn aber eine Person, es sei in welcher Art immer — eine andere dazu zwingt, sie in Naturkleide zu sehen, so gehört dies schon zur Unzuchtssünde. Es besteht hier die Warnung: Rühre mich nicht an! denn sonst sündigst du.

18.   Daß die Unkeuschheit eine große Sünde ist, entnehmet ihr leicht daraus, weil durch diese Sünde Adam, dessen Geist der größte Geist nach Gott war, zum Falle kam, alle göttlichen Gnaden und Gaben verlor, allen körperlichen Gebrechen und Krankheiten den Weg zum Menschen eröffnete, den fleischlichen und geistigen Tod und die Hölle erschuf; die Eva die Monatszeit davon erhielt und daß Jesus Christus den Kreuzestod mit all den Vorleiden durchkosten mußte, um dem Adamsgeschlecht wieder die Kindschaft Gottes zurückzubringen, welche durch die Erbsünde verwirkt wurde, somit ist sie eine der größten Versündigungen, weil der Mensch durch sie ganz materiell und verwildert wird. —

19.   Heutzutage wandelt mit wenigen Ausnahmen die ganze Welt die Wege der Unkeuschheit und die Folgen davon sind, die sich immer häufiger wiederholenden schrecklichen Naturereignisse und Unglücke, welche den Menschen zeigen, daß sie keinen Augenblick des Lebens sicher sind und deshalb aufwachen und nachdenken sollen, warum dies der Fall ist.

20.   Aber die Welt schläft ihren sündigen Schlaf und verlangt dadurch Meine Zuchtrute stärker als je zu schwingen.

21.   Die Sünde der Unkeuschheit wird auf verschiedene Art begangen und zwar:

22.   Durch Denken und Sinnen und dadurch sich Versenken in den Genuß dieser Sünde.

23.   Durch Wunschgefühle dieser Sünde frönen, um sie genießen zu können, was natürlich den Unterschied bildet, wie und mit wem man sündigen will.

24.   Durch Bewegungen und verschiedene Anzeichen mittels Körperorganen und Gebärden gegenüber einer zweiten Person, um ihr damit geheime Absichten kundzugeben. Denn parallel sollen Freundschaftsküsse unter ungleichen Geschlechtspersonen nie auf die Lippen, sondern auf die Stirne oder Wange geschehen. — Das Ansichdrücken einer zweiten Person aus Liebe oder Zuneigung ist zwar keine Sünde, aber dies darf nicht so geschehen, daß die herrschende Gemütsstimmung bei einer oder der anderen Person bemerkt würde.

25.   Durch Reden und Worte, mit denen ihr andere auf diese Sünde aufmerksam machet, oder sie dadurch anführet die Sünde zu begehen; ferner durch schelmische Blicke, Anfragen, schamlose Ausdrücke, welche die Bedenken vor den Folgen benehmen, ferner durch Beredungskunst dabei, durch Aufmerksammachen, durch Gelüste erzeugende Bilder, die man daher nach Möglichkeit anzuschauen fliehen soll, und noch so manches andere, über das nicht zu reden ist.

26.   Durch Taten, besonders durch das Versprechen des Heiratens, worauf die Mädchen, wie die Bienen auf Honig lechzen. Wer einem armen Mädchen das Heiraten verspricht, dem übergibt sich manches mit Leib und Seele. — Außerdem wird diese Sünde auf die mannigfaltigste nicht wiederzugebende Art begangen.

27.   Die Reichen und Intelligenten arbeiten mit Geschenken, Unterhaltungen, wollüstigen Romanen, Lobhudeleien, größter Erniedrigung, in dem sie förmlich aus den Augen und aus den Reden, sich Tragen und Verhalten, die Gedanken der so genannten Angebeteten zu erforschen und zu vollführen trachten.

28.   Die feinste Salonrednerei wird mit durch die Blume gesprochener Lüsternheit wie ein Hauch, der giftig für die keusche Zucht wirkt, dazu benützt, das Opfer sinnend und träumend zu machen. Die intelligente Welt spricht fein, die gewöhnliche alltäglich, aber dafür ist die intelligente Welt lüsterner als die gewöhnliche, und am Ende sind beide schwach und je feiner die Kost, je intensiver die Begriffsfähigkeit, je ausgerasteter und besser gepflegt der Körper ist, desto empfindlicher auch die Sinne für unkeusche Sünden und Genüsse. Die Erfindungen der Reichen diesem Genusse nachzulaufen, sind mannigfachsten Art — und der Schluß des Ganzen ist, daß Jung und Alt, Reich und Arm heutzutage dieser gefährlichen Sünde so viel nachgeht und nachlebt, als es nur möglich ist. Sie erfinden allerlei weise Ausreden, die bei Mir keinen Wert und Anklang finden.

29.   Ich habe die zehn Gebote zum Befolgen und nicht sie durch verstandesweise Klügeleien zu umgehen, gegeben. Meine Gebote sind eure Ordnung und euer Strafurteil. Wer gegen diese Ordnung handelt, der schafft sich selbst Unordnung, ist sein eigener Urteilsprecher und sein eigener Strafausmesser für das geistige Leben; denn Ich verurteile niemanden, sondern das Nichtbefolgen dieser Ordnung ist die Verdammung seiner selbst.

30.   Hiermit wisset ihr Meine Kinder, daß die Unkeuschheit vor meinen Augen eine sehr große Sünde ist. Trachtet daher sie mit aller Kraft zu meiden und zu fliehen, denn sobald man ihr willige Ohren und Sinne leiht, ist sie schon wirkend in euch und zieht euch in den Abgrund. Höret keine verführerischen Reden an und gebet keinen verführerischen Gedanken Raum sich auszubreiten in euren Sinnen, schauet solche Sachen nicht an, welche eure Sinne erregen, und fliehet vor den Taten, wie vor dem lebendigen Satan und ihr werdet einen gerechten, aber freundlichen Richter und Vater in Jesus finden.

31.   Das Leben der Weltmenschen bei der Fortpflanzung ist im höchsten Grade ungeistig. Sie glauben, daß sie recht viel Genuß dabei haben müssen, das aber ist es, was die geistigen Wechselbälge oder Kaine zur Welt schafft, besonders noch dazu helfend wirkt die oftmalige Wiederholung während der Schwangerschaft, wodurch die Frucht schon im Mutterleibe von geilen Geistern besessen wird, also ein Besessener auf die Welt kommt, wie es bei Adam und Eva mit dem Kain der Fall war, daß er in Sinnesaufregungen erzeugt wurde, somit ihm ein böser Keim eingelegt wurde. Heutzutage, da die geistige Welt voller Geilinge ist, kann eine Fortpflanzungsidee gar nicht stattfinden, ohne daß ein Schwarm höllischer Geister, teils zuschauend, teils ins Fleisch eintretend, diese mit genießen, daher kann sich ein jeder denken, wie es da zugeht, wo Geilheit die Triebfeder des Umarmens ist, und daß da materiell, besonders aber geistig, viel gesündigt wird.

32.   Es wird von weltweisen Gelehrten und Doktoren behauptet, daß, wenn ein Mensch in den besten Zeugungsjahren sich davon enthält, er leicht irrsinnig wird. Diese Behauptung ist so weltlich, wie die Lehrer dieser Ansicht:

33.   "Wann hat jemand gehört, daß Ich die Menschen irrsinnig werden ließ, welche aus reiner Liebe, Ehrfurcht und Ergebenheit zu Mir, Meine Gebote hielten!?" —

34.   Solche Behauptungen sind wohl ganz aus der Weltlichen Verstandesweisheit hergeleitet und haben keine geistige Wahrheit zur Grundlage. Irrsinnig kann nur derjenige werden, welcher äußerlich zum Schein keusch lebt, im Geheimen aber die üppigste Unzuchtsphantasie fleißig pflegt und dadurch eine Menge Unzuchtsgeister in sein Fleisch anlockt, die ihm dann fort und fort sinnliche Bilder vor die Augen führen und ihn nicht zur Ruhe kommen lassen.

35.   Hütet euch davor! Denn ihr seid immer von Geistern Verstorbener umgeben und belauscht, und wenn sie Eigenschaften in euch entdecken, die ihnen zusagen, dann bleiben sie Bewohner eures Körpers und treiben ihr arges Spiel mit euch, und ihr wisset nicht, daß ihr besessen seid von Geistern, die jede Gelegenheit benutzen, um euch zur Unzucht zu reizen und in die Sünde zu stürzen.

36.   Deine Augen und Sinne sollen daher keine unkeuschen Gedanken und Wünsche pflegen, denn dadurch hast du schon geistig gesündigt, welches, wie bemerkt, von vielen Geistern belauscht und von ihnen mitempfunden wird, somit sündigst du schon stark, ohne daß du daran denkst, daß du schon sündigst; denn der geile Fortpflanzungsakt ist, wie im Vers 29 bemerkt, eine Sünde, die von Geistern, von denen man besessen ist, mit genossen wird, sowie auch von den umgebenden Geistern, die daran zuschauend teilnehmen.

37.   Diese ungebetenen Gäste aus sich zu treiben, hilft nichts anderes, als wenn man weiß, daß Gott jemanden die Gnade gab die Teufel auszutreiben (Mark. 16,17), sich an diesen zu wenden. Ist man befreit von Geistern, dann ist der Kampf gegen die Anreizung zum Geschlechtsleben leicht, sonst sehr schwer, weil die einflüsternden Geister dagegen mit aller Gewalt arbeiten. Durch anhaltende große Liebe zu Gott und durch Beten und Fasten und Kämpfe gegen das Übel, wird man mit der Zeit befreit davon; denn die bösen Geister können die Liebe zu Gott nicht ertragen, und wenn sie sehen, daß man nicht nachgibt, werden sie der Langeweile satt und verlassen Einer nach dem Anderen den, der ihre Liebe zur Sünde nicht mehr teilen will! —

38.   Ich Jesus sagte, daß Unzüchter und Hurer nicht ins Himmelreich kommen; — aber auch das "innere lebendige Wort" bekommt man so lange nicht, als man im Sinne, wie oben erklärt ist, unkeusch lebt.

 

106. Die menschliche Natur und ihr Verlangen.

1.     Die Liebe sucht ihre Sättigung und sie ist nicht wählerisch. Die Weisheit betrachtet die Mittel, welche sie zu ihrem Vorteil benutzen will. Der Kampf zwischen Liebe und Weisheit endet gewöhnlich im Einklange beider. Wer wird da rechten? Die Weisheit ist zwar hochmütig, aber sie wird von der Liebe besiegt und unterliegt ihrem Ungestüm. Die Liebe siegt über Vernunft, Reichtum, Hochmut, Eitelkeit und Vornehmheit. Aber der Mensch ist ein Instrument in der Hand Gottes und muß seiner Aufgabe auf der Welt bewußt sein und sich nicht von der Liebe, noch von der Weisheit gefangen nehmen lassen.

2.     Ihr vermeinet in den Sinneserregungen des Körpers den Himmel auf der Erde zu haben und zu genießen. Dieses war so lange richtig, solange ihr kein bestimmtes Wissen von dem Fortleben nach dem Ableben des Fleisches, und von Gott hattet; nun aber ist euch die Geisterwelt eine allgemeine und überzeugende Wissenschaft durch den Spiritismus geworden und durch diese Meine unendliche Güte der Zulassung dieser Wissenschaft, erwächst in euch die selbsteigene Pflicht, euch Gewalt anzutun, um nicht unglücklich zu leben und noch unglücklicher zu sterben; denn Paulus sagte: "Wie der Baum fällt, so bleibt er liegen." (ChtS. 41,15,3.)

3.     Nicht Gott ist es, der euch jenseits des Grabes richtet, sondern ihr selbst (siehe Faßbenders Hephata). Hier sammelt ihr euch für das jenseitige geistige Leben entweder paradiesische Freuden oder Höllenqualen.

4.     Die Gnade wird euch nach den Angaben in diesem Buche und in dem christlichen Adept zuteil, daß ihr euch überzeugen könnet, wie es mit eurem geistigen Leben steht, daher seid ihr immer auf der Wacht über eure fleischlichen Gelüste, denn wie einst Adam und Eva fielen, so fallet ihr auch, wenn ihr dieselbe Sünde begehet in der tierischen Art der Vollsättigung eurer Lust. Die Sünde bleibt Sünde, wie Mein göttliches Verbot ewig als solches unabänderlich verbleibt. Für das erste Mal, da ihr als geistiger Samen in der Seele Adams mitgesündigt habet, habe Ich Christus für euch Alle gelitten; für späteres und jetziges Begehen derselben Sünde werdet ihr aber allein die Buße tun, die euch vorgeschrieben ist. Entsaget daher der verbotenen Frucht, wann sie nur euren tierischen Gelüsten dienen soll, sonst werdet ihr selber die Folgen tragen. —

5.     Die Kämpfe gegen die Versuchungen des Fleisches bleiben niemanden aus, selbst Ich Jesus, als Fleisch tragender Geist Gottes, hatte großen Versuchungen auszustehen, die Ich bekämpfen mußte, um als lebendiges Beispiel euch vorzuleben. Ich betete und fastete, um gegen das Ungestüm des Fleisches zu siegen. Denn Ich mußte, obwohl nach Geist und Seele Gott, Mir Selbst sowie euch mit Beispiel vorlebender Mensch die Versuchungen durch Anreizungen selbst schaffen, um ganz menschlich zu kämpfen und zu siegen, worüber Ich Selbst euch kundgebe in Meiner Jugendgeschichte. (Jugendgeschichte Jesu, Kap. 298; - Decalogus von A. Hedwig) Also müsset auch ihr durch Beten um Hilfe in den Versuchungen zu Mir dem Vater kommen, und durch Fasten gegen zu üppige Phantasiebilder und Anreizungen das Ungestüme des Fleisches abzuschwächen und zu bekämpfen.

 

107. Die Ehe oder die Verheirateten.

1.     Die Ehe ist ein heiliges Band zwischen zwei Wesen, welche sich in Liebe die Treue durch das Leben geschworen haben, daher ist solch ein Band heilig, weil die Liebe in Mir den Grund bildet.

2.     Wenn solch eine Liebe, die in Heiligkeit der innigen Herzensgefühle gegenseitig sich die Treue versprochen hat, nicht gehalten wird, so ist ein solcher Treuebruch eine grobe Sünde und wird von Mir streng geahndet, wenn sie aus Ursachen erfolgt, welche sich vor Mir nicht rechtfertigen lassen.

3.     Darum steht es in Meinen Wahrsprüchen, die Ich in der dreijährigen Lehramtszeit der Menschheit zum Nachdenken und Befolgen gab, auch in Bezug auf das sechste Gebot, daß Unzüchter und Ehebrecher das Himmelreich nicht erwerben werden, bevor sie nicht durch eine große Reue und Buße Meiner Gerechtigkeit Genüge geleistet haben.

4.     Der Ehebruch wird gewöhnlich aus Rücksichten der Unzucht, Unkeuschheit oder Hurerei begangen, daher sind diese Untugenden im sechsten Gebote inbegriffen. Wer Unkeuschheit treibt, ist nicht besser als der, welcher hurt. Damit ihr Mich aber versteht, was Hurerei ist, will Ich euch die Tatsache klar vorlegen.

5.     Die Verheirateten glauben, daß sie durch das Ehebündnis das Diplom zur freien Ausübung des Genusses nach ihrer Herzenslust bekommen haben. Es sind hier die Priester die Schuldigen, daß diese grundfalsche Auffassung der Ehe sich allgemein eingebürgert hat, weil sie die Eheleute nicht darüber belehren; darum nennt man die eheliche Unzucht mit dem erhabenen Titel "Den Ehepflichten nachkommen!" — und schaut geringschätzig auf jedes andere Liebesleben, das nicht in der Ehe stattgefunden, und solche Wesen als nicht nach der Gottes-Ordnung, während es gewöhnlich vorkommt, daß besonders die verehelichten Frauen, die selbst ein unreines Leben führen, in der grundfalschen Meinung sind, daß die Ehe zwischen den Ehe-Verbundenen alles erlaubt und heiligt! — andere Unverheiratete, welche meist aus dem Liebesdrange, wie einst Adam und Eva — sündigen, als außer der Gottes-Ordnung betrachten, sich selbst aber gerecht, keusch und heilig durch die Ehe halten, während bei Mir gerade die entgegengesetzte Anschauung besteht, daß diejenigen, welche aus Ungestüm der Liebe sündigen, bedeutend mindere Sünder sind, als die Verheirateten, welche sich dem Genusse nach ihrer Herzenslust hingeben.

6.     Wäre die Ansicht der Verheirateten richtig, dann hätten Adam und Eva nie vor Meinen Augen eine Sünde begangen, denn sie liebten sich innigst und sind von Mir Selbst in Liebe geeinigt und verbunden worden.

7.     Wenn aber eine Ehe, die aus Liebe bestand und von Mir, höret ihr keusch sich dünkenden Ehefrauen und Ehemänner! von Mir, eurem Gott und Schöpfer, gebilligt wurde, da Ich die Eva erschuf und sie dem Adam als Ehehälfte gab, wegen zu üppigen Genusses so unendlich weit von Mir sich entfernen und in die Hölle verfinstern konnte, saget Mir, ihr keusch sich dünkenden Verheirateten, wie tief muß erst eurer Eheleben vor Mir stehen, da ihr gedankenlos das Leben genießet und wo eure Ehen selten ohne Nebenabsichten, als: wegen Erwerb von Vermögen, aus politischen Gründen und Standesrücksichten eingegangen werden?! Sehet, solche Ehen heißen bei Mir schon bevor sie geschlossen wurden Welt-Ehen, weil sie Erwerbs-Ehen sind, wie auch die Dirne aus Erwerbsrücksichten eben eine Hure ist. Solche Ehen werden nicht im Himmel, sondern in der Genuß- und Erwerbswelt geschlossen, weil ihr Hauptgrund die Sucht nach Geld, Ansehen, Amt und dergleichen mehr ist, welches in der Welt die Hauptrolle spielt.

8.     Wenn man will eine Ehe eingehen, die im Himmel geschlossen wird, so muß ihr Grund die pure Liebe sein, denn bloß eine solche Ehe wird von Mir gebilligt.

9.     Glaubet aber ja nicht, daß eine solche Ehe nur dann eine Ehe ist, wenn sie vor dem Altar und Priester oder am Standesamt eingegangen ist! Ich frage euch: Welcher Priester und vor welchem Altar und vor welchem Standesamt wurden Adam und Eva ehekräftig oder ehelich verbunden? Oder glaubet ihr, daß Ich mit Adam und Eva eine Eheschließungszeremonie vorgenommen habe? — O, wenn ihr das glaubet, so seid ihr in der Irre. Adam bekam Eva als die Lebenshälfte zugesellt, er liebte sie und sie liebte ihn, und diese Liebe war die Ehe. — Und wenn in Meinem zukünftigen Liebesreich auf Erden die Menschen sich durch die Liebe gefunden haben werden, so wird eine solche Liebe eine dauernde Ehe sein und bleiben in aller Ewigkeit ohne Priester und ohne Standesamt, sondern rein nur aus liebender Zuneigung Zweier, die sich im Herzen zusammen gefunden haben, weil Priester- und Standesamt dann  nicht bestehen werden.

10.   Heutzutage muß freilich eine gesetzlich begründete Ehe vor dem Priester oder am Standesamt geschlossen oder eingeschrieben werden, das aber deshalb, weil die Menschen keine Ebenbilder Gottes nach den Tugenden aus der Liebe sind, sondern geistig und fleischlich verwilderte Diener der Welt, welche Mein Gegenpol ist.

11.   Jede Unzucht, welche Menschen begehen, ist eine Sünde und da ist kein Unterschied zwischen Verheirateten und Unverheirateten. Es mildert zwar die Größe der Sünde, wenn die geistige Liebe vorhanden ist; wenn aber das Motiv oder der Beweggrund des Sündigens bloß die fleischliche Liebe ist, dann ist es kein Unterschied, ob sie in der Ehe oder außer ihr begangen wurde.

12.   Die Eheverbindung unter zwei sich Liebenden ist nicht da, um dann frei dem Genusse zu frönen, sondern um die Erlösung der in Materie gebannten Geister aus der Urschöpfung zu fördern. Daher wurde die geschlechtliche Verbindung zwischen zwei Wesen nach dem Sündenfalle erlaubt, aber nur dann, wenn sie ein Kind haben wollten, wobei zuvor die geistige Reinigung der Seele durch innige Liebe zu Mir und Beten voranging, nicht aber wie bei euch, daß ganz tierisch gemein diese heilige Handlung zur Erweckung eines Gotteskindes vorgenommen wird, wodurch ihr oft die Kinder schon im Mutterleibe von bösen Geistern besessen machet, was gewöhnlich durch den sündhaften Genuß des Sich-Hingebens zuwege gebracht wird, weil ihr, wenn ihr ohne die Seele zuvor durch die Liebe zu Mir, durch Enthaltsamkeit und Beten gereinigt zu haben, bei jedem Genuß, den ihr aus materieller Liebe eingeht, eine Menge Unzuchtsgeister anlocket, welche euch zuschauen, in euch treten, und eure Lust steigern, weil sie da mit genießen; — und Mütter, welche während der Schwangerschaft begierig sind und fleißig die Ausübung pflegen, bringen gewöhnlich von Hurengeistern besessene Kinder auf die Welt, welche sie ihr Leben lang bewohnen, und wenn solche Kinder erwachsen sind, sie zur Unzucht reizen und Unzüchter und Ehebrecher daraus bilden.

13.   Nachdem Ich euch bewiesen habe, daß ihr keine von Mir gesegneten Kinder zeuget, wie zum Beispiel Abel und Set waren, oder wie Noa war, denn Ich gab Ghemela, die Tochter des Erzvaters Zuriel in Jahre 919 dem Sohne des Methusalah Lamech als Frau und verbot jede Begattung, bis Ich es ihnen erlauben würde, und diese erfolgte erst im Jahre 1056 somit nach einer Ehe von 137 Jahren, und die Frucht war Noa, ein Mann Meiner Liebe.

14.   Ich frage euch: Wer betet bei euch eine Zeit lang und reinigt die Seele von tierischer Lust, vor der Handlung der Fortpflanzung? Niemand, sondern alle Kinder werden in Unzucht, weil in tierischer Lust erzeugt, und nun bin Ich daran euch Verheirateten, die ein uneheliches Kind, sogleich mit Pankert und Bastard bezeichnet, zu beweisen, daß das heutige Menschengeschlecht aus lauter Pankerten oder Bastarden besteht, weil die heutigen Kinder nicht mit großer Vorbereitung durch Beten und Mein an euch ergangenes Wort: "Nun ist es an der Zeit", weil die Seele sich in Liebe zu Mir gereinigt hat, wie Ich in der Urzeit bei den Adamiten dies durch das innere Wort anzeigte, geschieht.

15.   Die Etymologie von den prähistorischen Ausdrücken Bastard und Pankert ist folgende: bas (baos neuirisch) und ban prähistorisch bedeuten "Unzucht"; — ta und ka "Klein"; — ard, art sind keltische Endungen für die Bedeutung "männliches Wesen" in einem zusammengesetzten Namen, was euch das keltische Latein der Franzosen und ihre Beinamen klar beweisen. Nun schauet euch die Namen zergliedert an: bas—t'—ard, ban—K'—art und rutenisch bais_t'ruk. Sehet, lauter prähistorische Wortzusammensetzungen, die nichts anderes als "Unzuchtskind" bedeuten. Da nun die ganze Welt mit lauter Unzuchtskindern bevölkert ist, daher könnet ihr es euch in Zukunft ersparen die Verhöhnungen der unehelichen Kinder mit Bastard und Pankert; Jeder reiße zuerst den Balken aus seinem Auge, dann trachte auch die Splitter aus dem Auge des Nächsten zu entfernen! —

16.   Ja, ihr Verheirateten und keusch sich Dünkenden, hat es denn zu Jericho keine ehrlichen, weil ehelichen Frauen gegeben? — Denn es wurde keine aus ihnen gerettet, sondern die öffentliche Hure Rahab wurde bei Mir für besser als alle ehelichen Frauen Jerichos angesehen und sie die "Hure" allein wurde gerettet. (Joh. 2, 1; Hebr. 11, 31; Jak. 2, 25)

17.   Und was tat Ich Jesus mit der Ehebrecherin? Ich schrieb ihre Sünden in den Sand, da Ich wußte, daß sie nicht schuld daran war — und sagte den verheirateten Pharisäern: Wer sich rein fühlt, der sei der Erste, der den Stein auf sie wirft. (Joh. 8, 6.7) Und warum tat Ich als Gott solches? Weil Ich die Unterdrückten und Verachteten, welche nicht selbst daran schuld sind, in Meinen Schutz nehme; — den Hochmütigen aber und denen, die sich für besser halten, erst ihren Hochmut und Größenwahn durch Höllenqualen ausbrennen will.

18.   Das Weib ist die Hälfte deines Lebens, daher soll ein jeder Mensch in vollreifen Jahren seine Lebenshälfte zu Eigen haben und mit ihr aus Liebe zu Mir Kinder zeugen.

19.   Wohl wird jeder Adam durch die Eva versucht, doch begeht der Mann keine Sünde, wenn er keusch in Gedanken mit seiner Ehehälfte umgeht.

20.   Die Liebe zwischen zwei Gatten, zwei Verliebten darf in keinem Falle durch weltliche Eigen- und Genußsucht oder weltlichen Vorteile halber gebrochen werden, denn die Liebe ist das größte Heiligtum vor Gott und Menschen.

21.   Unfruchtbare Ehen, wo Zank und Hader zu entstehen droht, haben nicht zu den von Mir nicht gebilligten Mitteln zu greifen, wie es die Erzväter getan, welche mit dem Einverständnis ihrer rechtmäßigen Weiber, sich Kinder von Dienstbotinnen holen ließen, sondern sich an Mich mit der diesbezüglichen Bitte zu wenden, daß Ich ihre Ehe segne und ihnen Kinder gebe. — Daher ist es ein Treuebruch, wenn verheiratete Weiber aus dem Grunde des Ehefriedens durch die ehebrecherischen Wege sich die Kinder holen. — Ich kann Kinder geben, wenn Ich ersehe, daß sie gut erzogen werden. Man benütze die ernste Bitte zu Mir um Kinder zu haben, nicht aber verbotene Wege des Ehebruchs! — Wo körperliche Mißbildung eine Empfängnis nicht gestattet, — nehme man ein fremdes mutterloses Kind an! Damit in keinem Falle gesündigt wird. —

22.   Hat ein Mann viel Begierden und geht heimlich aus, um sich zu befriedigen und sich dadurch zu erlustigen, so begeht er dadurch ganz sicher eine grobe Treubruch-Sünde wider die Natur der Eheordnung.

 

108. Der Treubruch in der Ehe.

1.     Der Treuebruch in der Ehe ist eine große Sünde, aber nicht minder das Verführen des Weibes eines anderen Menschen, welches dann auf das Nämliche hinausläuft wie der Ehebruch, denn um diesen handelt es sich beim Begehren des Weibes vom Nächsten.

2.     Der Ehebruch samt Verführung zum Ehebruch ist in Meinen göttlichen Augen eine große Sünde, weil dadurch da, wo sonst Liebe und Friede herrschte, die Hölle mit all ihrem Gefolge eingekehrt ist, und die ganze Familie ins Unglück stürzt, daher kann der Ehebruch nur durch große Reue und Buße wieder gut gemacht werden.

3.     Die Reue muß aus einer vollwahren inneren Überzeugung kommen, daß der Mensch eine große Sünde begangen hat. Selbstverständlich muß dann der Mensch Mich so innig und so lange mit aufgehobenen Händen um Verzeihung bitten, bis Ich ihm irgendwelche Zeichen, oder Gefühle am Leibe als Versöhnungszeichen mache, z.B. das Durchrieseln des Körpers, Stöße im Leibe; Lichtzeichen im Zimmer, wo er Mich um Vergebung bittet usw. Dann aber muß er Buße tun, und nie mehr etwas solches tun, und trachten Meine Gebote zu erfüllen. So läutert sich der Sünder langsam und kommt wieder in Gnade bei Mir. Und daraus könnet ihr entnehmen, daß diese Sünde keine kleine, sondern eine große ist.

4.     Jeder Mann soll sein Weib lieben, aber diese Liebe muß der göttlichen Vorschrift entsprechen, daher muß sie geistig und nicht materiell sein. Allein andere Weiber dürfen für seine Augen nicht bestehen, er darf sie wohl anschauen, aber so gleichgültig, wie er seine Mutter oder Schwester anschaut und muß in Bezug des sittlichen Betragens dieselbe Ehrfurcht gegen sie im Herzen haben, als wenn er mit seiner eigenen Mutter sprechen würde. Dementsprechend hat auch das Weib dieselben Vorschriften gegen andere Männer, wie der Mann gegen andere Weiber, das heißt, es muß dieselben mit derselben sittlichen Ehrfurcht betrachten, als wenn es vor ihrem leiblichen Vater stünde.

5.     Die Liebe bildet im Menschen den Samen der Zuneigung und Fortpflanzung. Dieser Same ist geheiligt durch den Zweck, zu dem er dienen soll, und dieser ist die Belebung der Urgeister und die Erlösung und Zurückführung der in die Materie verwandelten Seele der Satana in Atomen zu Gott. Darum soll der Mensch sich nicht der Genußsucht hingeben, weil er dann das unheilig streut, was die Liebe Gottes zu einem heiligen Zwecke schafft. Von der Kraft des Samens hängt die Kraft der Pflanze ab, somit das Wesen, das daraus entstehen soll. Darum hütet das von Gott Geheiligte, und entheiliget es nicht durch Mißbrauch, damit es nicht als ein Bestandteil eures Ichs, einst als verstreut, euch fehlen würde; denn schon derselbe, der nicht sammelt, streut, was erst derjenige, der gedankenlos tatsächlich streut. Sehet, das Geistige davon wird ihm einst mangeln, und daher wird er es nicht haben, wie der Verschwender, der sein Vermögen in unrechte Hände verstreut — von wo er weder Zinsen noch Kapital mehr zurück bekommt.

 

109. Geschlechtssünden.

1.     Wir fangen nun mit dem Aufzählen der Sünden an, welche die Menschen einst begangen und noch begehen, um dadurch ein klares Bild der vielfachen Verirrungen des Menschengeschlechtes zu bekommen, nämlich:

2.     Unzucht oder Unkeuschheit, Geilsucht, Wollustmacherei durch Worte, Bilder, Anreizungen oder Taten, Widersprechen und Belehren, daß es keine Sünde ist, übertriebene Eifersucht, die den Beleidigten zur Sünde reizt und führt, Kuppelei, Hurerei, unerlaubter Umgang mit verheirateten und unverheirateten Personen, Ehebruch, Ehescheidung der Hurerei wegen, Schändung und Gewaltschändung oder Notzucht an Mündigen oder Unmündigen, Knabenschändung, Onanie, unzüchtiges Gerede, unflätige Gedanken, Wünsche und Worte, unflätiger Gesang. — Sodomitische Sünde (Tiersucht und Päderastie).

3.     Die übrigen Sünden, welche unter das sechste Gebot gehören, siehe nach im Gebetbuche, die alle eine große Versündigung sind, weil sie den Geist töten und den Menschen in den Höllenpfuhl ziehen.

4.     Die angeführten Sünden sind für euch die Mittel, um ganz sicher in die Hölle zu kommen, denn Unzüchter und Ehebrecher kommen nicht in den Himmel, sondern in die Finsternis der Hölle und bleiben so lange daselbst, bis sie entweder selbst umkehren und Buße tun oder durch die Gewalt der äußersten verzehrenden Feuerbrunst, die ihnen durch die Lüste und Begierden brennt, sie in die aller verzweifeltste Lage der Schmerzen und Leiden bringt, wo sie dann am Schluß des Bankrotts aller Kraft des Lebens, kapitulieren und zur Buße kehren.

5.     Der Zustand einer solchen Seele ist entsetzlich, denn sie wird geistig wie zu einem Stumpf verbrannt und leidet namenlose Schmerzen und doch hat sie Lust noch größere Sünden zu begehen, trotzdem daß sie keine Nase, keine Ohren, kein menschliches Gesicht usw. von dem verzehrenden Lustfeuer zum Sündigen mehr anhat. — Es flammt das geistige Feuer aus dem ganzen Leibe wie aus einem Haufen glühender Kohlen die Gluthitze. — (Ich Franz Schumi habe im Jahre 1895 um die Mittagszeit bei voller Tagessonne eine solche Seele aus der dritten Hölle selber gesehen. Es war aber keine Sinnestäuschung, da ich nichts darauf dachte)

6.     Als Vorbeugung gegen die Reizung zur Unzucht ist das vegetarische Leben anempfohlen. Man meide daher hauptsächlich alle alkoholischen Getränke (Wein, Bier, Likör, Schnaps); dann Kaffee, Tee, Tabak, Fleisch und alles natur- und künstlich Gesäuerte, Gegorenes, weil, wenn viel genossen, es schädlich ist, und das Blut verdünnt und schwächt. — Auch die Blutarmut (Nervosität, Bleichsucht) neigt stark zu Reizungen der Unzucht, sie muß deshalb geheilt werden.

 

110. Im geistigen Sinne

wird unter Ehebrechen, Huren und Unzucht treiben in den göttlichen Weissagungen und Offenbarungen der Propheten verstanden das Gute des Wortes Gottes schänden und seine Wahrheiten verfälschen.

 

111. Im himmlischen Sinne

wird unter Ehebrechen verstanden die Heiligkeit des Wortes leugnen, es entheiligen und es im Herzen verlachen.

 

112. Siebentes Gebot Gottes:

Du sollst nicht stehlen (noch rauben, weder materielles noch geistiges Gut, weder für dich noch im Dienste eines Anderen, da jeder Mensch ein Kind Gottes und dein Bruder ist.“ (Mos. 20, 15; 5. Mos. 5, 19)

 

113. Was wird durch das siebente Gebot verboten?

Durch das siebente Gebot wird verboten: Der Diebstahl (a), der Raub (b), der Betrug im Maße und Gewichte (c), die Zurückhaltung des fremden Gutes (d) und des Liedlohnes (e), der Wucher (f) und alle Beschädigungen des Nächsten an seinem Vermögen und an seinen Rechten (g).

(a)    Matthäus 19,18: Du sollst nicht stehlen.

(b)    Amos 3,9-10: Die Reichen und Mächtigen achten keines Rechtes, spricht Jehova, sie sammeln und häufen in ihren Palästen Schätze durch Frevel, Gewalt, Erpressung und Raub. — Jesajas 3,14: Der Herr geht ins Gericht mit den Ältesten Seines Volkes und mit Seinen Fürsten; Denn ihr habt den Weinberg (des Herrn, welcher ist die geistige Leitung Seiner Kinder) verderbt; und der Raub von den Armen ist in euren Häusern.

(c)    Moses III. 19,36: Richtige Waage, richtige Gewichte, richtigen Scheffel und richtiges Maß sollet ihr haben.

(d)    Moses III. 6,2-5: Wenn jemand sündigt und ein Vergehen begeht gegen Jehova, und leugnet dem Nächsten ab das Anvertraute, oder das in die Hand Hinterlegte, oder was er entwendet, oder erpreßt hat seinem Nächten; 3. oder etwas Verlorenes gefunden hat, und es leugnet, sogar falsch schwöret über Etwas von irgend jemand, was derselbe getan hätte; und darin sündiget; 4. da geschehe es, wenn er gesündigt, und sich verschuldet hat, so gebe er zurück den Raub, den er entwendet, oder das Erpreßte, das er erpreßt hat, oder das Anvertraute, das ihm anvertraut war, oder das Verlorene, das er gefunden hat; 5. oder irgend dasjenige, weswegen er falsch geschworen hat, und erstatte es nach dem ganzen Werte, und lege seinen fünften Teil noch hinzu, dem, welchem es gehört.

(e)    Jeremias 22,13: Wehe dem, der sein Haus mit Ungerechtigkeit baut und seine Gemächer mit Unrecht, der seines Nächsten Arbeit unentgeltlich erpreßt und ihm den Lohn nicht gibt.

(f)    Exodus 22,25: Wenn du meinem Volke Geld leihest, dem Armen bei dir; so sei kein Wucherer gegen ihn, und lege ihm keine Zinsen auf.

(g)    Leviticus 19,13+35: Du sollst deinen Nächsten nicht übervorteilen, und nicht berauben; vorenthalte nicht über Nacht den Lohn des Tagelöhners bis zum Morgen. — Ihr sollet kein Unrecht tun im Gerichte, in der Elle, im Gewichte und mit dem Maße.

 

114. Die Vergehen gegen das siebente Gebot sind:

1.     Diebstahl, Ausplünderung, Raub, Straßen- und Seeraub, jede geheime oder gewaltübende Aneignung des fremden Habes und Gutes.

2.     Die Steuerforderung von seinem Nächsten, und mit Gewaltfordern und nehmen die Steuern durch Pfändung und Ausverkauf.

3.     Betrügereien; Handwerker sündigen gegen dieses Gebot, wenn sie ihre Arbeiten unredlich und betrüglich verrichten; Offiziere, welche die Soldaten im Solde verkürzen; Richter, welche nach Freundschaft, Geschenken, Anverwandtschaft oder aus anderen Rücksichten wegen, das Recht unrecht sprechen, indem sie die Gesetze oder Fragen verdrehen, und so andere ihrer Güter, die sie rechtmäßig besitzen, berauben. Also auch Erbschleicherei zum Schaden der rechtmäßigen Erben.



 115. Was wird durch das siebente Gebot befohlen?

1.     Durch das siebente Gebot wird befohlen: jedem das Seinige zu lassen, zu geben und zu leisten (a), das Entfremdete zurückzustellen (b), und den zugefügten Schaden wieder gutzumachen (c).

(a) Römer 13,7: gebet also jedem, was ihr schuldig seid; Steuer wem Steuer, Zoll wem Zoll. Matthäus 22,21: Gebet Gott was Gottes ist und dem Kaiser, was des Kaisers ist. Diese Worte vergleiche mit dem 5. 7. und 9. Gebot Gottes, was Ich von dir auch als Gott fordere; und was Ich von den Herrschern fordere, dann wirst du den wahren Sinn dieser Meiner Worte begreifen.

(b) Hesekiel 33,14-15: Wenn Ich zu dem Gottlosen sage "Du wirst sterben! und er tut Buße über seine Sünde und übet Recht und Gerechtigkeit, so daß der Gottlose das ungerechte Pfand zurückgibt, da er (vorher) gottlos war, und wieder nach den Vorschriften des Lebens wandelt und kein Unrecht begeht; wahrlich der wird leben und nicht sterben.

(c) Exodus 22,5: Wenn jemand einen Acker oder Weinberg beschädigt, oder läßt sein Vieh hinein, daß es weide auf fremder Hut, der soll das Beste, was er auf seinem Acker oder Weinberg hat, nach des Schadens Schätzung erstatten.

5.     Zur besseren Begründung des 7. Gebotes soll auch das im Buche "Die geistige Sonne" Gesagte hier wiederholt werden:

6.     "Das Stehlen geschieht materiell und geistig. Stehlen tut ein jeder, der sich auf Unkosten seiner Mitmenschen Kapitalien sammelt, sei es durch Wucher, Industrie oder ein sonstiges Geschäft oder Gewerbe, durch welches den Mitmenschen das Brot ersichtlich vom Mund weggenommen wird, weil Ich Gott kein Eigentumsrecht, keine Klassenbevorzugung erschaffen habe."

7.     "Aber ebenso ist es eine Sünde den Reichen, Wucherern usw. ohne alleräußerste Not etwas weg zu nehmen. Die Reichen genießen auf dieser Welt ihren Himmel und werden aller Vorteile bar und elendigst auf die andere Welt kommen."

8.     "Für die Armen, welche gottergeben ihr Schicksal tragen ist der Trost, den Ich Jesus selbst aussprach, vorhanden: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Wer hier seinen Himmel hat und kein Auge und kein Herz für das Leiden der Mitmenschen, der wird im Jenseits keinen Himmel haben, — und hier dauert es nur einige Jahre, dort aber ungezählte Jahre. Wer vernünftig ist, der suche das Reich des Herrn! — denn das Irdische ist voller Lug und Trug und die Reichen selbst sind oft sehr unglücklich, ganz zufrieden aber nie, weil die Welt keine Zufriedenheit gibt."

9.     "Ich als göttlicher Meister sagte zu Meinen Schülern: Sorget euch nicht, was ihr essen und womit ihr euren Leib bekleiden werdet; denn das alles ist Sache der Heiden. Suchet vor allem das Reich Gottes; alles andere wird euch schon von selbst hinzufallen." — Weiter habe Ich gesagt: "Die Vögel haben ihre Nester und die Füchse ihr Geschleif (Gruben), aber der Menschensohn hat nicht einen Stein als eigen, den Er unter sein Haupt lege!" Hiermit habe Ich klar gesagt, daß man sich keine irdischen Güter sammeln solle, wenn man himmlische Güter erben will.

10.   "Man solle daher keine Eingriffe tun, welche mit Gottes Ordnung nicht übereinstimmen, denn Ich sagte zwar: "Gebet den Kaiser, was des Kaisers ist; aber Ich habe auch gesagt: — und Gott, was Gottes ist." — Und was soll dieses Gebot bedeuten? Dieses Gebot bedeutet:

11.   "Du sollst nimmer die göttliche Ordnung verlassen, dich nicht außer dieselbe hinstellen und der Rechte Gottes bemächtigen wollen." —

12.   "Was sind aber diese Rechte und worin bestehen sie? Gott allein ist heilig, und Ihm allein kommt alle Macht zu! — Wen Gott selbst heiliget und ihm die Macht erteilt, der besitzt sie rechtmäßig; wer sich aber selbst heiligt und dadurch die göttliche Macht an sich reißt, um im Glanze derselben eigenmächtig und habsüchtig zu herrschen, der ist im wahrhaftigen Sinne nicht von Gottes Gnaden, sondern ein Dieb, ein Räuber und ein Mörder!" —

13.   Wer also nach sich eigenmächtig und selbstliebig durch was immer für äußere Schein- und Trugmittel, mögen sie irdischer oder geistiger Art sein, über seine Brüder erhebt, der ist es, der solches Gebot vollkommen übertritt. Kein Geist, Medium, Mensch solle je die ihm innewohnende Kraft und Macht eigenmächtig gebrauchen, sondern allzeit nur in der göttlichen Ordnung. (Mehr in ChtS. 111. Kap. 256-258)

 

116. Im geistigen Sinne

1. Im geistigen Sinne wird unter Stehlen verstanden, Andere der Wahrheit ihres Glaubens berauben, was durch falsche oder ketzerische Lehren geschieht.

2.     Priester, welche bloß des Gewinnes wegen oder um zu Ehren zu gelangen, dienen und Dinge lehren, von welchen sie sehen oder aus dem Worte sehen können, daß sie nicht wahr sind, sind geistige Diebe, weil sie die Mittel des Heiles, welche die Glaubenswahrheiten sind, dem Volke entziehen, auch diese heißen Diebe im Wort in folgenden Stellen:

3.     Johannes 10,1+10: Wer nicht durch die Türe eingeht in den Schafstall, sondern anderswoher einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber; der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu verderben.

4.     Matthäus 6,19-20: Leget nicht Schätze zurück auf Erden, sondern im Himmel, wo nicht Diebe kommen und sie stehlen.

5.     Obadias 5: Wenn Diebe über dich kommen, wenn Zerstörer bei Nacht, wie wirst du ausgezogen werden! werden sie nicht stehlen, bis sie genug haben?

6.     Joel 2,9: Sie werden in der Stadt umher rennen, auf der Mauer laufen, in die Häuser steigen, durch die Fenster einsteigen, wie ein Dieb.

7.     Hosea 7,1: Sie trieben Lüge, und es kam der Dieb, und es ergoß der Haufe sich nach außen.

8.     Der geistige Diebstahl bezieht sich auf alle Gebote, wenn man sie nicht so erfüllt, wie sie vorgeschrieben sind. Ja, diese müssen genau erfüllt werden und nicht bloß oberflächlich oder nur halbwegs; denn tust du dieses nicht, so bestiehlst du Mich, den Vater, um die Liebe, die du Mir zu geben hast; du bestiehlst aber auch deinen dir nahe Gebrachten um das Mittel, das ihm die Gelegenheit gibt, um zu Mir, dem Vater, kommen zu können, und drittens bestiehlst du dich selbst, indem du dir durch das Nichtbefolgen Meiner Gebote die höchste Glückseligkeit so lange verschließt, bis du endlich zu der Einsicht gekommen bist, um jedes Meiner Gebote bis in das Kleinste mit allem Fleiß jeden Moment deines Daseins zu erfüllen. Denn Ich, der Vater, liebe dich, Ich, der Vater, liebe alle Menschen und darum will Ich auch geliebt sein. Weil Meine Liebe allein die beglückende Vereinigung erzielt.

 

117. Im himmlischen Sinne

1.     Im himmlischen Sinne werden unter den Dieben diejenigen verstanden, welche dem Herrn dadurch die göttliche Gewalt entziehen, daß sie sich anmaßen zu lehren, daß sie haben die Gewalt von Gott durch die Apostel überkommen an Gottes statt die Sünden zu vergeben, oder sie vorzuenthalten und göttliche Gnaden und Vorrechte an die Gläubigen zu erteilen durch Ablässe und dergleichen mehr, was nur Gott zusteht; diese, obwohl sie Gott anbeten, so geben sie doch nicht Ihm die Ehre, sondern sich selbst, weil sie göttliche Vorrechte sich aneignen und sie zum Schaden des Seelenheils der Gläubigen gebrauchen, weil es keine Wahrheit ist, sondern Betrug, daher Seelenheilraub.

2.     Die, welche Falsches und Ketzerisches lehren, und das Volk überreden, daß es wahr und rechtmäßig sei, obzwar sie das Wort lesen, und aus diesem wissen können, was falsch und was wahr ist, sodann die welche das Falsche der Religion durch Trugwahrheiten begründen und die Menschen durch Irrlehren verführen, können mit Betrüger und Betrügereien aller Art verglichen werden; und da diese an sich Diebstähle im geistigen Sinne sind, so lassen sie sich vergleichen mit den Betrügern, welche falsche Münzen prägen, sie vergolden, oder ihnen die Farbe des Goldes geben, und sie als echte ausgeben; dann auch mit denen, welche sich darauf verstehen, Kristalle gehörig zu schneiden und herzustellen, ihnen Glanz und Härte zu geben, und sie dann als Diamanten verkaufen. Sie gleichen auch Solchen, welche geschminkte Masken an lebendige und natürliche Gesichter legen und deren Naturform verbergen. Sie gleichen ferner denen, welche Seleniten und Marienglas, die wie Gold und Silber glänzen, vorzeigen und für kostbare Sachen ausgeben. Auch können sie denen verglichen werden, welche durch theatralische Vorstellungen vom wahren Gottesdienst und von den Tempeln in die Schauspielerhäuser weglocken. Diejenigen, welche Falsches jeder Art bestätigen, indem sie die Wahrheiten für nichts achten, und das geistige Amt bloß des Gewinnes und der Ehre wegen verwalten, und somit geistige Diebe sind, können denjenigen Dieben verglichen werden, welche Schlüssel bei sich führen, durch die sie die Türen aller Häuser öffnen können; dann auch den Pardeln und Adlern, die mit scharfen Augen umherspähen, wo für sie taugliche fette Beute ist.

 

118. Achtes Gebot Gottes:

Du sollst nicht falsches Zeugnis geben wider deinen Nächsten (weder durch Lüge, noch falsche Aussage, oder Verleumdung, Wort- oder Treubruch, noch Meineid.“(2. Mos. 20, 16; 5. Mos. 5, 20)

 

119. Was wird durch das achte Gebot verboten?

Durch das achte Gebot werden verboten: falsches Zeugnis (a), falsche Anklage (b), alle Lügen, auch Scherz- und Notlügen (c), Verleumdung (d), Ehrabschneidung (e), falscher Argwohn (f), freventliches Urteil (g), Ohrenblasen (h).

(a) Sprüche 19,5+9: Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft, und wer Lügen redet, entkommt nicht. — Wer Lügen redet, geht (geistig) zugrunde.

(b) Sprüche 19,28: Ein ungerechter Zeuge verlacht das Gericht, und der Gottlosen Mund verschlinget die Ungerechtigkeit.

(c) Leviticus 19,11: Ihr sollet nicht lügen. Epheser 4,25: Darum leget ab die Lüge, redet Wahrheit ein jeder mit seinem Nächsten; denn wir sind Glieder untereinander.

(d) Jacob 4,11: Verleumdet einander nicht, Brüder! Wer den Bruder verleumdet oder seinen Bruder richtet, der verleumdet das Gesetz und richtet das Gesetz. Wenn du aber das Gesetz richtest, so bist du nicht Befolger, sondern Richter des Gesetzes.

(e) Sprüche 4,24: Tue von dir ein böses Maul und verleumderische Lippen laß fern sein von dir.

(f) Zacharias 8,17: Keiner denke Böses wider seinen Nächsten in seinem Herzen.

(g) Römer 14,4: Wer bist du, der du einen fremden Knecht richtest? Seinem Herrn steht und fällt er; er wird aber stehen; denn Gott ist mächtig, ihn stehend zu erhalten.

(h) Sirach 28,15: Der Ohrenbläser und Zweizüngler wird verwünscht; denn unter vielen, die im Frieden leben, richtet er Verwirrung an.

 

120. Was wird durch das achte Gebot befohlen?

Durch das achte Gebot wird befohlen: die Wahrheit (a), die Aufrichtigkeit in euren Reden und Handlungen (b), die Verteidigung des guten Namens des Nächsten (c), die Widerrufung der Ehrabschneidung.

(a) Epheser 4,25: Redet Wahrheit ein jeder mit seinem Nächsten!

(b) Philipper 1,9-10: Um das bitte ich, daß eure Liebe mehr und mehr zunehme an Erkenntnis und in allem Verständnis, damit ihr das Bessere prüfen könnet, so daß ihr rein und ohne Tadel seid, auf den Tag Christi. I. Petri 2,21-22: Christus hat für uns gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen, damit ihr Seinen Fußstapfen nachfolget. — Er hatte keine Sünde begangen; und kein Trug fand sich in Seinem Munde.

(c) Sprüche 31,8-9: Tue deinen Mund auf für den Stummen im Gericht gegen alle Gesetzesübertreter. Tue deinen Mund auf und schaffe Gerechtigkeit und Recht den Bedrängten und Armen.

5.     Im weiteren natürlichen Sinne werden darunter verstanden die Treulosigkeiten, Tücke und böse Anschläge gegen jemanden aus verschiedenen Gründen, zum Beispiel: aus Feindschaft, Haß, Neid, Eifersucht usw.; denn dieses Böse verbirgt eine Bezeugung des Falschen in sich.

6.     Nun folgt, was Ich in der "Geistigen Sonne" über das 'falsche Zeugnis geben' gesagt habe durch den Apostel Johannes:

7.     Dieses Gebot ist über alle Maßen wichtig und umfaßt alle menschlichen Sünden und Schwächen: Man soll nicht anders sprechen, als man denkt und nicht anders handeln als man spricht.

8.     Geistig genommen: wenn man die Wahrheit oder Gottes Gesetz kennt, so soll man nicht zum Nächsten anders handeln, als zu Gott. Gott spricht: "Wer da betet, der bete im Geiste und in der Wahrheit", wer aber betet und handelt gegen die Erkenntnis der Wahrheit, der gibt ein falsches Zeugnis mit dem Munde Gott gegenüber. Wer die Sünden begeht, die in diesem Buche angeführt sind, der betet nicht im Geiste und in der Wahrheit, sondern er lügt, denn nur dann hat das Gebet einen Wert vor Gott, wenn man sich vor den folgenden Sünden schützt:

9.     Gott verabscheut: Lieblosigkeit, Unbarmherzigkeit, Unduldsamkeit, Rohheit gegen die Mitmenschen und Tiere, ferner: feindselige Gesinnung, Egoismus, Heuchelei, Hochmut, Herrschsucht, Rechthaberei, Unterdrückung des Mitmenschen (auch Dienstboten), Betrug, Schwindel, Übervorteilung, Fluchen, Zorn, Rachegesinnung, Haß, Streitsucht, Verleumdung, Ehrabschneidung, Ausrichtung und Urteil über den Nächsten (Betschwesterneigenschaft), Lauheit in göttlichen Sachen, Luxusliebe, Tanz- und Sauflust, Großtuerei, Selbsterhebung, Prahlsucht, Äußerlichkeit in Liebeswerken, damit die Welt davon schreibt und spricht, Eigen- und Genußsucht, Wollüstigkeit, Weltliebe, überhaupt alles, was nicht aus Gottes-, sondern Eigenliebe getan wird. (So belehrt Apostel Johannes in der geistigen Sonne ChtS. 3, Kap. 259-260.

 

121. Im geistigen Sinne

1.    Im geistigen Sinne wird unter falsch zeugen verstanden: Du sollst nicht durch Irrlehren deinen Nächsten oder Bruder um sein Seelenheil bringen, ihn somit nicht überreden, daß das Falsche des Glaubens, das Wahre des Glaubens sei und daß das Böse des Lebens, das Gute und Richtige des Lebens sei, gemeint ist es jedoch so, daß jenes und dieses geschieht aus Vorbedacht (oder aus Gottlosigkeit), nicht aber aus Unkenntnis der Wahrheit, somit, daß es geschieht, nachdem man erkannt hat, was wahr und gut ist, nicht aber vorher, denn der Herr sagt:

2.     Johannes 9,41: Wenn ihr blind wäret, so hättet ihr keine Sünde, nun ihr aber sprechet: Wir sehen, so bleibt eure Sünde.

3.     Dieses Falsche wird im Wort verstanden unter der Lüge und Vorbedacht unter dem Trug in folgenden Stellen:

4.     Jesajas 28,15: Wir schlossen mit dem Tode einen Bund und machten mit der Hölle ein Gesicht (im Wirken des Bösen), wir setzten in Lüge unsere Zuversicht und bargen uns in Falschheiten.

5.     Jesajas 30,9: Ein Volk des Aufruhrs sind sie, lügnerische Söhne, sie wollen nicht hören das Gesetz Jehovas.

6.     Jeremias 8,10: Vom Propheten bis zum Priester, jeder geht mit Lüge um.

7.     Micha 6,12: Die Bewohner reden Lüge und die Zunge ist voll Truges in ihrem Munde.

8.     Psalm 5,7: Verderben wirst du die, so Lüge reden, den Mann des Truges verabscheuet Jehova.

9.     Jeremias 9,4-5: Sie lehrten ihre Zungen Lügen reden, ihr Wohnen ist in Truges Mitte.

10.   Weil unter der Lüge das Falsche verstanden wird, darum sagt der Herr bei Johannes 8,44: Der Teufel redet die Lüge aus seinem Eigenen.

11.   Die Lüge bedeutet Falsches und lügenhafte Rede auch in folgenden Stellen bei den Propheten Jeremias (Jer. 9,4; - 23, 14. 32), Hesekiel (Hes. 13, 15-19; 21, 34), Hosea(Hos. 7,1; - 12, 1) Nahum (Math. 3,1), und David (Ps. 120, 2. 3).

12.   Du sollst kein falsches Zeugnis geben, ist einfach gesprochen: Du sollst zu jeder Zeit dich in der Wahrheit zu erhalten suchen; denn nur in und durch die Wahrheit allein kannst du bestehen, um deinem Nächsten das zu geben, was auch ihn in die Wahrheit einführt, um dann dadurch Mir, seinem Vater, dienen zu können.

 

122. Im himmlischen Sinne

1.     Im himmlischen Sinne wird unter falsch zeugen verstanden: du sollst die Liebe zu Gott und dem Nächsten deines Bruders nicht durch böses und falsches Gerede in Böses und Falsches, in verkehrte Liebe verwandeln, indem der Herr und Sein heiliges Wort gelästert, und so die Wahrheit, die Jesus Selber in Seinem Worte und Seiner Lehre ist, in Unwahrheit verdreht und so aus dem Herzen der Menschen verdrängt wird.

2.     Umgekehrt wird unter zeugen in diesem Sinne verstanden die Wahrheit reden, und unter dem Zeugnis die Wahrheit selbst; woher auch kommt, daß die zehn Gebote das Zeugnis (2. Mos. 25, 16. 21.22: - 31, 7.18; - 32, 1. 5. 16; - 40, 20; 3. Mos. 16, 13; - 4. Mos. 17, 19. 22. 25) heißen. Und weil der Herr die Wahrheit Selber ist, so sagt Er von Sich, daß Er zeuge, daß der Herr die Wahrheit selbst sei. (Joh. 14, 6; - Offenb. 3, 7. 14) Und daß Er Zeuge von Sich sei.(Joh. 3, 11; - 8, 13-19; - 15, 26; - 18, 37, 38)

3.     Jeder Mensch liebt, daß sein Nächster ihn in aller Ordnung behandle, ihn nicht anlüge, ihm nicht Unangenehmes nachrede, ihn nicht verleumde, ihm nicht Handlungen anhänge, die er nicht begangen hat, ihn nicht durch Lügen zum Besten, zum Narren halte, ihn nicht durch falsche Angaben beschwindle und betrüge, ihn nicht durch einen Meineid um Ehre und Vermögen oder persönliche Freiheit bringe, ihn nicht durch böses Nachreden um Ansehen, Kredit und Menschenwürde bringe usw.

4.     Sehet, alles dieses und noch Mehreres ist im achten Gebote gegen den Nächsten zu tun verboten, daher nehmet euch in Acht, daß ihr nie etwas zum Nächsten oder vom Nächsten redet, was ihm Schaden, Schande und Verachtung vor den anderen Menschen einbringe! Denn Ich euer Gott und Richter wohne sowohl in euch, wie im Nächsten, und habe in jedes Gebot die Strafe und Belohnung gelegt und niemand wird davon ausgeschlossen, weil der Richter in jedem Gebote schon inhaltlich ist, weil die Strafe oder Belohnung in der Tat liegt.

5.     Die, welche Falsches reden aus Betrug oder Vorsatz und es mit dem nachgemachten Tone geistiger Neigung vortragen, und mehr noch, wenn sie Wahrheiten aus dem Worte einmischen, und so diese verfälschen, wurden von den Alten "Zauberer" genannt; dann auch Pythons und Schlangen des Baumes der Erkenntnis des Guten und Bösen. Solche Heuchler oder Falschredner sind Menschen, die hinterrücks Böses sinnen, während sie im Gesichte schmeicheln und einem Ehre antun.

 

123. Neuntes Gebot Gottes:

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Gut als: das Haus, noch seinen Acker, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch seinen Ochsen, noch seinen Esel, noch Alles, was dein Nächster hat.“(2. Mos. 20, 17; 5. Mos, 21)

Dieses Gebot verbietet materiell genommen, jeden Wunsch und jedes Begehren von Hab und Gut des Nächsten, um es selbst zu besitzen, weil jeder mit dem zufrieden sein soll, was ihm die göttliche Liebe aus Ihrer Einsicht und Gnade zuteil werden ließ.

 

124. Warum hat Gott auch euer Verlangen und eure Begierden dem Gesetze untergeordnet?

1.     Gott hat euer Verlangen und eure Begierden dem Gesetze untergeordnet, um euch zu zeigen: Daß Ich der Herr eurer Herzen bin (a), daß Mir nichts von allem dem verborgen ist, was in euren Herzen vorgeht (b), daß Mein Gesetz weit vortrefflicher ist, als alle menschlichen Gesetze, welche nur eure äußerlichen Handlungen, nicht aber auch eure innerlichen Gesinnungen einrichten können (c), daß, um die Sünde auszurotten, es notwendig ist, solche gleich in ihrer Quelle, welche die böse Lust ist, zu ersticken (d).

(a) Sprüche 21,1-2: Das Herz des Königs ist in der Hand des Herrn wie Wasserleitungen, auf alles, wohin Jehova will, kann Er es neigen. Jehova prüft die Herzen.

(b) Sprüche 24,12: (Jehova), Der die Herzen prüft, Er weiß es; und der deine Seele durchschaut, weiß es.

(c) 5. Moses 4,8: Welches Volk ist so groß, daß es so gerechte Satzungen und Gebote hätte, wie dieses ganze Gesetz, daß Ich heute euch vorlege. — Römer 7,14: Wohl wissen wir, daß das Gesetz geistig ist; allein ich bin fleischlich ein Sklave der Sünde.

(d) Jakob 1,14-15: Jeder wird versucht, indem er von seiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird; dann wenn die empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollbracht ist, gebiert den Tod (der Seele).

6.     Mein Gebot gebietet über das zu sammeln an Eigentum, was man überflüssig hat, und also auch zu verfertigen, weil damit dem Nächsten das Nutzungsrecht sowie der Absatz vermindert, oder derart verkürzt wird, daß der Nächste nicht bestehen kann. Ebenso verbietet es dem Faulen träge in den Tag hinein zu leben und sich an dem Eigentum und Erwerb des Nächsten mühelos und rechtlos zu vergreifen oder es zu fordern. Das Gebet schließt in sich die Achtung mit Liebe vereint, für das naturgerechte Bedürfnis des Nebenmenschen.

7.     Daher stehen diejenigen, welche durch Geldspekulationen, Gewinn und Profit, geschäftliche Erwerbungen usw. sich ein großes Geld erworben und dieses durch Verzinsung mehren oder Geldgeschäfte aller Art machen ohne davon die Wohltätigkeitszinsen an die Nebenmenschen zu verabreichen, vor Mir Gott, im selben widerrechtlichen Überflusse, weil sie diesen Erwerb und Gewinn auf Unkosten der dadurch Benachteiligten, meist arbeitenden Alltagsmenschen an sich gezogen und auf Haufen gelegt haben, während andere dafür darben und leiden müssen, weil es bei ihnen soviel zu wenig ist, als bei den Reichen zu viel. Darum werden in der geistigen Sonne solche Großbesitzer mit Verbrechernamen als widerrechtliche Besitzer bezeichnet. (ChtS. 3, Kap. 265)

8.     Als Ich der Herr dem reichen Jüngling, wie es im Evangelium steht, sagte: Verteile dein ganzes Vermögen an Arme und folge Mir nach, verließ der Jüngling den Herrn und ging lieber zu seinen Gütern heim; darum sagte Ich: Es ist leichter, daß ein Schiffstau (Kamel bedeutet hebr. Schiffstau) durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher in den Himmel komme. Also bleiben heutzutage auch die reichen Besitzer lieber selbst bei ihrem Vermögen, als daß sie von ihrem Überflusse auch den wahrhaft Bedürftigen helfen möchten. Freilich gibt es auch Ausnahmen, aber solche sind selten, die still und verborgen wirken, sondern sie lassen sich von der Welt durch die Öffentlichkeit loben und verlieren dadurch jede Belohnung im Jenseits! — weil sie auf öffentliche Ehre der Welt mehr Gewicht und Wert legen, als auf Jesu Worte: Die Linke (oder die Verstandesweisheit) soll nicht wissen, was die Rechte (oder die Liebe zu Gott und dem Nächsten) tut".

9.     Also ging der Reiche Prasser in die Hölle; der arme Lazarus aber in den Himmel. Weil der Reichtum meist die Grundlage zu allen Untugenden und Lastern ist, darum ist der Reichtum (wenn er schlecht verwaltet wird) in den Augen Gottes ein Gräuel. Und deshalb erwählte auch Gott in der Person Christi das arme Leben, weil als Beispiel die Armut vor der Sünde mehr schützt, als der Reichtum; und um die Größe Seiner Demut zu zeigen.

10.   Die evangelischen Begebnisse zeigen, daß Ich, der Herr des Himmels und der Erde, von den Begierden nach Geld ein abgesagter Feind bin. Bei jedem anderem spricht Meine göttliche Liebe von Geduld, Nachsicht und Erbarmen; aber über das Laster der Reichtumssucht spricht Mein Zorn und Grimm (d.h. Gegeneifer und Abscheu! Denn hier verrammte Ich den Zutritt zu Mir durch das bekannte Nadelöhr, eröffnete ersichtlich den Abgrund der Hölle und zeigte in demselben einen wirklichen Verdammten; also entsetzlich sprach Ich gegenüber den herrsch- und habsüchtigen Pharisäern Mich aus, daß Ich ihnen deutlich zu erkennen gab, wie da Hurer, Ehebrecher, Diebe und noch andere Sünder eher in das Reich Gottes eingehen werden, als sie.

11.   Ja, im Eifer für die Reinheit des Tempels als Bethaus, ergriff Ich daselbst sogar eine züchtigende Waffe, und trieb schonungslos alle die wie immer gearteten Spekulanten hinaus und bezeichnete sie als Mörder des göttlichen Reiches, indem sie den Tempel, der eben das göttliche Reich vorstellt, schon sogar selbst zu einer Mördergrube der Geldspekulation gemacht haben. (Geistig ist unter Tempel der Menschenleib verstanden.)

12.   Wer nur einigermaßen zu denken vermag, wird daraus ersehen, daß Ich Jesus eben bei keinem anderen menschlichen Verhältnisse, bei keiner anderen selbst verbotenen Gelegenheit und Tätigkeit sogar das Verlangen beschränkt habe, wie eben in dieser Mir aller mißfälligsten wucherischen Gelegenheit. — Überall verbat Ich ausdrücklich die Tätigkeit; hier aber schon das Verlangen nach Reichtum, weil die Gefahr, welche daraus für den Geist erwächst, zu groß ist, indem es den Geist völlig von Gott abzieht und gänzlich zur Hölle kehrt, was ihr auch daraus ersehen könnet, daß sicher ein jeder andere Sünder nach einer sündhaften Tat eine Reue empfindet, während der reiche Spekulant über eine glücklich gelungene Spekulation hocherfreut aufjubelt und triumphiert! — Und das ist der rechte Triumph der Hölle; und der Fürst derselben sucht daher die Menschen auch vorzugsweise auf jede mögliche Art mit Liebe für den Weltreichtum zu erfüllen. Sie verfallen dadurch der eitlen Sucht und entfernen sich von Mir am leichtesten, und der Rückweg ist ihnen nur durch Armut und Entbehrung zu Mir gezeigt, vor dem sie schrecken und fliehen. — Wohl jedem, der diese Worte tief beherzigen wird; denn sie sind die ewige unumstößliche göttliche Wahrheit!

13.   Das Gebot war ursprünglich nur geistig, allein mit der Zeit entwickelten sich besitzrechtliche und darauf auch sklavische Zustände in der Welt, wodurch das Gebot nur materiell verstanden und das Volk grundherrschaftlich besitzend, untergeordnet wurde, bis es in die Zustände der Gesetzesparagraphen gelangt ist, und von nun an das Begehren des Nächsten Gutes unter dem gerichtlichen Wort "Pfänden" oder mit Gewalt wegnehmen, wenn man nicht zahlen kann, — verstanden wird.

 

125. Der geistige Sinn

1.     Der geistige Sinn des neunten Gebotes ist nach Meiner göttlichen Angabe folgender:

·         Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, daß heißt die Liebe, in welcher er wohnt und die ihn erhebt, Gott und den Nächsten uneigennützig zu lieben;

·         ferner ist es dir verboten, zu begehren deines Nächsten Acker, das heißt, seine erlernten Kenntnisse, durch welche er sich sein Brot verdient;

·         dann des Nächsten Knecht, welcher des Nächsten Dienstleistung zugunsten des Bruders ist;

·         also auch nicht seine Magd, welche ist die friedliche Untertänigkeit des Nächsten gegen seinen Bruder, um in Frieden und Ruhe mit ihm zu leben;

·         sowie seinen Ochs, welcher die Willenlosigkeit gegen das Verlangen vorstellt;

·         endlich auch seinen Esel oder die Gutmütigkeit, welch' Alles, samt Allem, was man vom Nächsten ohne dringende Not begehrt, eine betrügerische Ausbeutung der uneigennützigen Nächstenliebe des Bruders ist.

2.     Ferner hat dieses Gebot noch folgende Erklärung in sich: "Achtet euch untereinander aus gegenseitiger wahrhafter Bruderliebe, und Keiner beneide den Anderen, so er von Mir, dem Schöpfer aus, seiner größeren Liebe wegen, mehr begnadigt wurde; der Begnadigtere aber lasse seine daraus hervorgehenden Vorteile all' seinen Brüdern als Bruder soviel als möglich zu Gunsten kommen; so werdet ihr dadurch unter euch einen ewigen Lebensverband gründen, den keine Macht auf ewig je zu zerstören wird im Stande sein."

 

126. Zehntes Gebot Gottes:

"Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib." (2. Mos. 20, 17; - 5. Mos. 5, 21)

1.     Dieses Gebot ist reingeistig und daher bis jetzt ganz falsch verstanden worden; denn es ist bereits im sechsten Gebote die Andeutung auf die allgemeine Unzucht gegeben, daher ist es hier nur eine Wiederholung des sechsten Gebotes, wenn das geistige Wort "Weib" ein Fleischweib bezeichnen würde; allein dem ist hier nicht eigentlich so, man kann zwar auch das materielle Weib darunter verstehen, wie es in der geistigen Sonne einmal geschieht, allein Ich gab ein anderes Mal die Erklärung, daß darunter hauptsächlich die Liebe des Nächsten zu verstehen sei, die man nicht mißbrauchen soll.

2.     Die Liebe des Nächsten ist sein Wohlwollen, seine Barmherzigkeit, sein Mitleid, seine Dienstbeflissenheit für dich, sein Glaube und Vertrauen auf deine Worte; diese Tugenden sind es, die du nicht begehren, oder in gewinn- oder genußsüchtiger Absicht mißbrauchen sollst und darfst, wenn es dir nicht wahrhaft Not und Elend ist, welches dich zwingt den Anlauf zu deinem mildtätigen Bruder zu nehmen. Denn tust du das, und du hast nicht Not es tun zu müssen, so mißbrauchst du seine Liebe zu dir und begehst eine Sünde, die nach unten zieht, da du in die Sündergattung dich begibst, die man Lügner, Schwindler und Betrüger, und auch gemeine Ausbeuter des Nächsten bezeichnet, und für solche gibt es weder Paradies noch Himmel.

3.     Man lasse die Liebe des Nächsten freitätig wirken, und das mitleidige Wohlwollen soll in keiner Weise gefordert und mißbraucht werden; daher darf dies auch nicht durch Schmeicheleien, Lobrederei über die Person oder in einer anderen unlauteren Weise beeinflußt und erschlichen werden.

4.     Daß hier unter Weib tatsächlich nicht das Weib des Nächsten verstanden wird, ersehet ihr aus der Tatsache, weil dieses Gebot mit dem neunten Gebot zusammen gegeben wurde und daher hier von der Unzucht nicht die Rede sein kann, weil Haus, Weib, Acker, Knecht, Esel, Magd und Ochs zusammen geschrieben stehen, die im neunten Gebote nach ihrem geistigen Sinne erklärt sind; die Unzucht ist aber schon im sechsten Gebot allseitig verboten, also kann es hier nicht wiederholt sein.

5.     Die Absonderung dieses Gebotes aus dem neunten Gebote und dessen Aufstellung in ein zehntes Gebot kommt daher, weil diese Gebote die zehn Worte oder Dekalogus heißen. (2. Mos. 34, 28; 5. Mos. 4, 13; - 10, 4)

6.     Die Gebote sieben, neun und zehn untersagen das Verlangen nach fremdem Gut und liebtätigem Geist und verbieten das eigenmächtige, weil unberechtigte Nehmen von allem dem, was des Nächsten ist.

 

Die zwei Gebote der Liebe

127. Erstes Gebot der Liebe.

Jahr 32, am 9. September, Jerusalem. Ich Jesus erklärte das größte und vornehmste Gebot im Gesetze Mosis, indem Ich sagte:

"Du sollst den Herrn deinen Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit deinem ganzen Gemüte lieben." (Matth. 22, 37-38)

1.     1902, 24. Januar, Graz. Vaterwort durch Franz Schumi: Gott ist in Sich die reinste Liebe und diese Liebe ist der Rückstrahl Seiner Göttlichkeit. Die ganze Schöpfung ist der Widerschein Seiner Liebe; denn aus Liebe ging sie hervor und durch die Liebe wird sie gepflegt.

2.     Der Mensch als Kind Gottes ist ein Wesen Seiner Liebe und ist aus Ihm hervorgegangen wie eine Krone der Schöpfung und ist in Ihm als ein Edelstein Seiner Liebe an Sein väterliches Herz gewachsen.

3.     Daher soll der Mensch Mich, seinen Gott und Vater, aus seiner ganzen Kraft und über Alles lieben. Er soll Mich überall sehen, er soll Mich überall vor seinen Augen haben, er soll nie vergessen, daß Ich sein wahrer, ihn liebender Vater bin. Daher soll er alles geringer schätzen als Mich und mag es das Liebste sein, was er besitzt, Weib und Kind nicht ausgenommen.

4.     Wenn der Mensch Mich so lieben wird, dann wird er trachten nur das zu tun, was er billigermaßen als Mir wohlgefällig betrachten wird; und Meine Liebe wird bei ihm weilen und ihn führen über alle Klüfte und Hindernisse des irdischen Lebens an Mein ihn liebendes Herz.

5.     Liebet daher Mich über Alles, damit ihr durch diese Liebe gekräftigt, allen Versuchungen des Lebens Stand halten werdet, und daher euch nichts von dem Wege der Liebe ablenken wird. Die Liebe aber wird euch leiten in alle Geheimnisse des Lebens und ihr werdet stets gerüstet gegen alle Sünden stehen, die in Meinen Augen die gerechte Mißbilligung erfahren.

6.     Wenn ihr gerüstet stehet gegen Alles, was Mir nicht gefällt, so ist Meine Liebe stets mit euch und ihr fühlet Meine Nähe, Mein Wohlwollen und Meinen Segen, der fort und fort euch im Guten stärkt und zu Besserem aneifert. Haltet euch würdig stets diesen heiligen Segen über euch strömend, wirken zu lassen, damit ihr bald aus der Welt der Sünde, des Todes und der Hölle zu Mir, dem Vater der Liebe, der Heiligkeit des Himmels gelanget und an Meinem Herzen den Sitz einnehmet, den Ich euch aus Meiner Liebe als Kinder Meines Herzens seit undenklichen Zeiten schon vorbereitet habe.

7.     Ihr sollet daher nichts tun, was der Liebe zu Mir und dem Nächsten nicht entspricht oder was Ich verbiete zu begehen, da es zu leiblichen und geistigen Schaden des Menschen ist. Und der Mensch, als Mein Kind, hat Mir, da Ich sein Schöpfer und Vater bin, zu folgen und nicht gegen Meinen Willen zu handeln, weil es gegen seinen zeitlichen und geistigen Nutzen ist! (Lies: Geistige Sonne, ChtS. III. Kap. 276)

8.     Alle die im Gebetbuche angeführten Sünden in der Prophezeiung Daniels, sind auch gegen Mich gerichtet.

 

128. Zweites Gebot der Liebe.

Jahr 32, am 9. September, Jerusalem. An diesem Tage erklärte Ich Jesus das zweite höchste Gebot im Gesetze Mosis, indem Ich sagte: Dem ersten Gebote ist das zweite gleich: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." und bemerkte dazu: "In diesen zweien Geboten ist das ganze Gesetz und die Propheten enthalten." (Matth. 22, 39-40)

1902, 24. Januar, Graz. Des Vaters Jesus Wort durch Franz Schumi:

Glaube, Mein Kind, daß die Liebe, die du deinem nächsten Bruder aus dem Volke entgegenbringst, sowohl ihm, als auch Mir, Der Ich als Geist Gottes in ihm wohne, gilt; denn wenn du dem Nächsten nicht dein Herz eröffnest, so hältst du es auch gegen Mich zu.

2.     Du magst Mich persönlich lieben, aber wenn du deinen Bruder oder deine Schwester nicht liebst, so liebst du auch Mich nicht; denn dein Bruder verdeckt Mich, aber Ich bin in ihm und bin sein geistiges Liebes-Ich, welches du stets berücksichtigen sollst, wenn auch das materielle Kleid, in dem Ich verhüllt bin, nicht deinen Ansichten entspricht.

3.     Siehe, dein Bruder ist noch ein Wildling, und Ich bin sein Gärtner, Der Ich ihn langsam leite und pfropfe, um einst eine edle Frucht aus ihm zu haben. Und wie du einen jungen wilden Apfelbaum nicht verwirfst, wenn er auch wild und noch unfruchtbar ist, also verwerfe auch deinen noch nicht mit Meiner Lehre und Liebe gepfropften und edle Früchte der Nächstenliebe tragenden Bruder! —

4.     Denke, daß dein Bruder dasselbe von dir wünscht, wenn er in der Not ist, was du von ihm wünschen würdest, wenn du in der Not wärest, daher komme ihm liebreich entgegen und tue deine christliche Pflicht, denn Ich Christus, als Gottes Geist in jedem Menschen — bin der gleichzeitige Empfänger deiner barmherzigen Nächstenliebe.

5.     Wenn du die Liebe deinem Bruder entgegen bringst, so hast du ihm wohlgetan, er dankt dir und Mir; du fühlst eine Zufriedenheit in dir, welche dich weit über das Alltagsleben erhebt. Warum aber das? Siehe, Mein Kind, dies kommt von Meiner Liebe in dir, welche Sich glücklich fühlt, von dir ein Zeichen kindlicher Einsicht gegen Mein Kind zu sehen, daß er dein Bruder ist und daher deine Liebe und Berücksichtigung im vollen Maße verdient.

6.     Wenn du mich lieb hast, so kannst du Mich in der Wahrheit nur dann lieben, wenn du Werke der Nächstenliebe übst; denn du sollst Mich im Geiste aus deiner ganzen Kraft lieben, aber du sollst nicht vergessen, daß jeder Mensch ein Kind Gottes ist und daß alles, was du dir entziehst aus Liebe und Barmherzigkeit und es deinem bedürftigen Bruder gibst, daß auch Ich da anwesend bin und wohlwollend die geistige Liebe und Barmherzigkeit, die mit der materiellen Gabe dargereicht wird, freudevoll in Empfang nehme.

7.     Daher seid gegenseitig liebevoll und bedenket immer, bevor ihr etwas gegen euren Bruder unternehmet, ob es auch in Meinen Augen, als dem Vater dieses eures Bruders angenehm und wohlgefällig sei.

8.     Die Nächstenliebe wird durch das Gebot: "Tue deinem Nächsten dasselbe, was du willst, daß er dir täte" vollkommen entsprechend gekennzeichnet; denn, wenn ein jeder Mensch nur das seinem Nächsten täte, was er wünscht, daß ihm der Nächste gegenüber ins Werk setze, dann wäre der Himmel auf Erden, weil sich jeder nur Gutes, niemand aber Schlechtes wünscht.

9.     Erfüllet Alle die Gebote Gottes, dann wird es nicht nötig sein zu sagen: Die Belohnung erfolgt nach dem Tode im Geisterreich, sondern dann wird das Reich Gottes von selbst sich machen und kein Mensch wird euch mehr bedrücken, knechten, ausbeuten und beherrschen können, weil nach dem Gebote Gottes lebend, der Mensch als Kind Gottes sich selbst zu einem Kinde Gottes unter der Herrschaft Seines Vaters erhebt.

10.   Paulus schreibt an die Römer (Röm. 13, 8-10), indem er die zehn Gebote zitiert und sagt am Schluß: Wer seinen Nächsten liebt, der tut ihm nichts Böses, denn die Liebe ist des Gesetzes Erfüllung.

11.   Also sind auch die im Gebetbuch angeführten Sünden, welche nicht direkt gegen Gott, oder sich selbst gerichtet sind, eben die Sünden gegen den Nächsten. — (Vergleiche "Die 7 Werke der Nächstenliebe" im Gebetbuche, III. Auflage, Kap.17.)  

 

129. Das Karma.

Das Wort Karma* ist indischen Ursprungs und bedeutet zu Deutsch "Handlung, Tätigkeit oder Werk". Es ist das die Handlung oder das Wirken des Menschen in seinem irdischen Leben.

*) Kar oder Kri bedeutet im Sanskrit 'machen, tun, schaffen'. Von dieser Sanskritsprachwurzel findet man in anderen Sprachen folgende Wörter: slowenisch mojškra [mois-karâ] ir.= str. "Mode-Macherin" und das bedeutet Näherin; — der Beiname Mojškarc [mois-kart] "Mode-Macher" bedeutete einst Schneider. — kri findet man im lateinischen cre-are "schaffen, erschaffen". — ma in Karma vergleiche mit griechischem Poëma und slovenisch pesma "Lied" von peti singen; — also auch crema "Obers" "Sahne" von kri-ma, "das Geschaffene", "das (Selbst-) Gemachte". — Vergleiche: carl altenglisch Bauer, rusticus, weil kar und [bhu] im Sankskrit "tun, machen, bauen, wirken, schaffen" bedeutet, daher ist urdeutsch karlus oder bhûrius [bhû-uri] woraus neuhochdeutsch Bauer lautet, ein und dasselbe Wort, _ ahd. charl, karl altisländisch karl bedeutet Bauer, Landbauer, wie auch karl schwedisch einen Mann (d.h. Macher, Bauer) bedeutet.

2.     Vom Karma hängt des Menschen Zukunft ab; denn was der Mensch säet, das wird er ernten. (Paulus an Gal. 6, 7.8. Irret nicht! Gott läßt Seiner nicht spotten; denn was der Mensch säet, das wird er ernten. - 8. Wer für sein Fleisch säet, wird vom Fleische Verderben ernten; wer aber für den Geist säet, wird vom Geiste ewiges Leben ernten.)Das Säen ist auf dieser Welt; das Ernten im Geisterreich. Daher ist von höchster Wichtigkeit, daß der Mensch einen guten Samen und in einen guten Acker säet, damit er eine gute Ernte haben wird.

3.     Das Wort Karma wird in der indischen Theosophie gebraucht, daher habe Ich es beibehalten; denn an dem Worte ist nichts gelegen, sondern bloß an der Wahrheit. Weil aber die indische Theosophie das Karma nicht der Wahrheit nach beleuchtet, so erachte Ich es für nötig, auch dieses Selber zu erklären, damit alle dasselbe wissen und glauben, und daher müssen alle irreführenden Bücher von der Welt verschwinden, und so auch die buddhistischen, weil zuviel Unwahres und Irrtümliches darin steckt.

4.     Die Inder kamen zur Kenntnis des Karma mit einer Ursache und Wirkung auf der Erde durch die jüdischen Kaufleute Ende des neunzehnten Jahrhunderts nach Erschaffung Adams und zwar von Persien und Afghanistan aus, welches zur Zeit der Sündflut nur in den Tälern überflutet war, und daher an den Hochflächen von Menschen bevölkert — von der Wasserflut nicht vernichtet wurde.

 

 

130. Was ist eigentlich Karma?

1901, 8. Juni, Graz. Vater Jesus erklärt, daß Karma die Handlungsweise ist, welche der Mensch durch sein ganzes Leben geübt hat.

1.     Wenn wir die Grundbedeutung von Karma betrachten, so erscheint es als die ganze Kette des menschlichen Lebens von seiner Geburt an bis zu seinem Tode; denn der Mensch wirkt sein ganzes Leben lang an seinem geistigen Schicksal, sowohl für dies- als auch für jenseits des Grabes.

2.     Sind die Werke oder Handlungen des Menschen gut, so hat er seine Freude daran und sie erfreuen auch denjenigen, für welche sie gewirkt wurden. Sind sie aber schlecht oder gar böse, dann erfreuen sie weder den Täter, noch denjenigen, gegen den sie gerichtet waren. Aber sowohl die guten, als auch die bösen Handlungen des Menschen gehen mit ihm ins Jenseits beim Verlassen der Erde und bilden dort seine geistige Welt, sein Museum, in dessen Mitte er sich stets bewegt und seine Vergangenheit betrachtet. Denn es geht gar nichts verloren, wie euch das Gebet um die "Vergeistigung" lehrt: Was der Mensch in seinem ganzen Leben gedacht, gesehen, gehört, gesprochen, gesungen, gerochen, genossen oder in einer oder anderen Weise durchgekostet hatte, ist alles geistig erhalten. Daraus könnet ihr entnehmen, wie ungewöhnlich reichhaltig eine solche Vorratskammer (Indisch „Akascha“, slovenisch „Kaschta“) oder Vorratshaus ist!

 

131. Wie wirkt der Mensch ein gutes Karma?

1901, 9. Juni, Graz. Vater Jesus erklärt, daß der Mensch sich nur dadurch ein gutes Karma wirkt, wenn er all die Gebote und Lehren Gottes erfüllt.

1.     Des Menschen Erziehung ist oft und meistenteils die Ursache seiner Lebensschicksale, denn grobe Erziehung zeitigt meist rohe Handlung; — feine oder edle Erziehung aber edle Handlung. Allein man muß dies im christlichen Sinne erfassen; denn Ich spreche nicht von salonmäßiger Erziehung des bisherigen Erziehungs-Systems, welches die Menschen für Meinen Widersacher, der in der Hölle haust, vorbereitet, sondern bloß von einer Erziehung, deren Kulminationspunkt die Liebe zu Gott und den Menschen ist.

2.     Der Mensch ist von Mir bloß deshalb auf die Erde gestellt, damit er seine Fleischprüfung glücklich bestände, um nach diesem Leben in ein glücklicheres Geisterreich, wo seine wahre Heimat ist, zu übersiedeln.

3.     Wenn wir nun an das Thema herantreten und fragen: "Wie wirkt der Mensch sein Karma?" so will Ich nicht das wiederholen, was Ich weitläufig im Gebetbuche, in diesem Buche und im christlichen Adept sage, welche die reine Lehre Gottes zu einem tugendhaften Leben, Lehre und Mittel zur Ausübung der Nächstenliebe und die nötigen Gebete zu Gott als das dreifaltige Ineinanderwirken enthalten, wodurch ihr euch zu höchsten Geistmenschen emporarbeiten könnet, sondern neue Gesichtspunkte eures Lebens beleuchten. Ergreifet nun diese besagten geistigen Mittel und benützet sie, jeder nach seinem besten Verstehen, Wissen und Können.

4.     Niemand kann sich entschuldigen, daß er nicht wußte, was er zu tun hatte, niemand kann sich beklagen, daß ihm die Mittel fehlen, die Werke der Nächstenliebe zu üben; — jedermann ersieht aus den Lehren, was er tun und was er unterlassen soll, und jedermann weiß, daß Ich von euch das Beten sehen möchte, denn sonst hätte Ich euch das Gebetbuch nicht schreiben lassen. Lasset nur zuhause von nun an eure Klugheit und Weisheit und Besserwissen als Ich, damit ihr euch damit nicht selber recht viel Schaden zufügen werdet. Was Ich euch gab, geschah aus Meiner Liebe und gilt für die ganze Welt. Werdet ihr anders handeln, als euch Meine Bücher lehren, dann habet ihr euch selber zuzuschreiben, wenn es trotz Wollens — keinen Fortschritt geben wird! — Denn nur derjenige, der Meinen Willen tun wird, der kann auf Meine Liebe und Erbarmung hoffen, nicht aber derjenige, der sich seine "besseren" Wissensregeln aufstellen und darnach handeln wird.

5.     Aus dieser Aufklärung erseht ihr, daß Ich euch die besten Mittel an die Hand gab, um recht schnell sich im Geistigen zu erziehen und empor zu bilden, um bald an Mein liebendes Vaterherz durch die Wiedergeburt des Geistes zu gelangen und so als Mein Kind ein angehender Gott in Mir zu werden.

6.     Die bisherigen Religionen haben euch wohl gelehrt, daß man gut sein soll, allein, eine solche praktische und entscheidende Lehre samt den Mitteln, um gut werden zu können, habet ihr in keiner gehabt; denn alle bisherigen Religionen kranken an dem Übel der Unreinheit, vielseitiger Unwahrheit, Selbstsucht der Priester und dergleichen mehr, darum konnte niemand zu Mir kommen, bis er nicht seine bisherigen Ansichten aufgegeben und die angenommenen, welche ihm Meine Boten als echte Lehre erklärt haben.

 

132. Wie wirkt der Mensch sein schlechtes Karma?

1901, 9. Juni, Graz. Vater Jesus erklärt, daß der Mensch ein schlechtes Karma dadurch wirkt, wenn er gegen die zehn Gebote und Lehren Gottes lebt und handelt.

1.     In den vorangehenden Kapiteln wurden die Lehren und Mitteln angeführt, durch welche der Mensch ein gutes Karma wirken kann und soll. Hier werden die Sünden besprochen, durch welche der Mensch sich seine Hölle hier für das Jenseits baut. Man soll daher ein besonderes Aufmerken für die Anführung der Tatsachen haben, die einem Glück oder Unglück schaffen. Denn vom richtigen Verstehen der Lehren hängt das Darnachleben und –Handeln ab, um glücklich das Ziel zu erreichen, welches den Menschen am Ende des Lebens erwartet.

2.     Wie das schlechte Karma entsteht, ersehet ihr aus den zehn Geboten und den übrigen Lehren, wenn ihr darnach lebet und handelt. Alles was gegen Meine Gebote und Lehren verstößt, bildet das schlechte Karma.

3.     Es ist da nicht nötig zu studieren, wie man gutes oder schlechtes Karma wirkt, denn gutes wird gewirkt durch Erfüllung Meiner Liebesgebote und Lehren; schlechtes durch Unterlassen oder gar Dagegenhandeln gegen diese. Sie sind alle hier zusammen und klar aufgestellt und jeder findet seine Fehler oder Sünden, die er auszumerzen trachten soll.

 

133. Die Definition von Karma.

1901, 9. Juni, Graz. Vater Jesus erläutert durch das Beispiel aus dem Leben des Menschen, wie die Ursache und Wirkung mit Karma zusammenhängen und ein Ganzes bilden.

Karma ist die handelnde Verbindungskette zwischen Ursache als Anfang und Wirkung als Ende. — Um dieses im wahren Sinne des Wortes und seiner Bedeutung zu erfassen, soll hier ein Beispiel dies erklärlich machen:

2.     Zwei Menschen verbinden sich durch die Liebe zu einem Lebenszweck. Zufolge dieser Verbindung entspringen die Kinder, somit ist die eheliche Verbindung die Ursache zur Herkunft der Kinder.

Sobald das Kind ins Leben tritt, fängt sein Fremdkarma an. Zuerst ist die Sorge und Arbeit durch die Eltern, um es großzuziehen und nach allen Seiten zu entwickeln, dann tritt auch die Schule, die Kirche und der Staat dazu und gibt dem entwickelnden Leben die Grundlage zur geistigen und weltlichen Weiterentwicklung des Menschen für die Zukunft. Also wirken die Eltern, die Kirche und der Staat in der Jugendzeit an der Entwicklung der Vernunft und des Verstandes und das ist Fremdkarma weil fremdes Wirken am Menschen, um ihm für das Leben auf der Welt die nötigen Kenntnisse beizubringen, wovon dann oft seine Zukunft abhängt.

3.     Von da an, beginnt das selbständige Wirken und Handeln oder eigenes Karma und geht durch das ganze Leben hindurch und zwar gut oder schlecht, wie der Mensch es verstanden hat, durch die erworbenen Kenntnisse, die sich darbietenden Verhältnisse für sein Ich zu verwerten. Von der Zeit des selbständigen Lebens beginnt das Eigenkarma in der großen Ursache, warum der Mensch auf die Welt kam. Diese Ursache erheischt das Wirken durch das ganze Leben, um den Menschen zu veredeln und zu vergeistigen. Auf einer Seite steht die Welt der Materie, auf der anderen die Welt des Geistes. Hier kommt es darauf an, wie er diese zwei für sein irdisches und künftiges Leben verwertet hat.

4.     Am Schluß des Lebenskarmas oder des menschlichen Lebens und Handelns, tritt beim Tode, wo der Lohn für die Arbeit folgt, die Wirkung in sichtbarer Gestalt auf, was der Mensch aus sich erarbeitet hat und nämlich: entweder einen seligen Geist, dem als Lohn das Paradies oder Himmel, oder einen Teufel, dem die Hölle als künftige Wohnung angewiesen ist.

5.     Der Eintritt des Menschen in die Welt ist somit der Ursprung der Ursache der Liebe zwischen zwei Menschen; — von da an beginnt das sich entwickelnde geistige und materielle Lebenskarma und läuft durch das ganze Leben hindurch bis zum Lebensschluß; — Die Schlußwirkung des großen Dramas des menschlichen Lebens ist aber der glückliche oder unglückliche Eingang in die ewige Heimat der Geister.

 

134. Beispiele, was Karma ist.

1902, 18. Juni, Graz. Vater Jesus erläutert durch Beispiele aus dem Leben der Völker und einzelner Personen den Grundsinn des Karma, dessen Ursache und Wirkung, wie dies alles zu fassen ist.

1.     Um das Wort Karma noch besser zu verstehen, sollen hier einige geschichtliche Beispiele folgen, wie Ich die Menschen strafe, die gegen Meinen Willen handeln. Denn Karma bedeutet wie gesagt "Werk" oder "Handlung", in der Handlung liegt aber immer der Grund als Ursache und die Wirkung als Folge; das "Warum" und das "Darum" des Karma. Alles hat einen Anfang und ein Ende, das Bestreben und das Ziel des Zweckes. In diesem Sinne lauten folgende Beispiele.

2.     Erstes Beispiel: Jemand geht auf eine Reise; er ist aber gewöhnt nur 2 Stunden täglich zu gehen, nun geht er ununterbrochen ohne auszurasten 10 Stunden weit, ohne auf die Ermüdung zu achten.

3.     Nach Hause gekommen legt er sich ermüdet nieder und wacht nach 8 stündigem Schlafe auf. Allein, er bemerkt, daß seine Beine noch müde sind, und daß er nicht im Stande wäre, sogleich wieder eine längere Reise zu machen, weil ihm die Schenkel wehe tun und die Fußsohlen wehleidig sind, oder ihn brennen. — Resultat:

4.     Die große ungewohnte und überanstrengende Reise als Karma, ist die Ursache zur Wirkung und letztere ist die noch fortdauernde Ermüdung trotz des Rastens und Ausschlafens.

5.     Zweites Beispiel: Wenn jemand ein unordentliches Leben führt, so ist gewöhnlich eine Krankheit daraus die Folge. — Also ist das unordentliche Leben die Ursache, die Krankheit aber die Wirkung des Karma.

6.     Drittes Beispiel: Wenn man zu jemandem spricht, so hat man eine Ursache, daß die Person das Gesprochene hört, das Gehörte ist dann die Wirkung des Gesprochenen, das zum eigenen Vorteil oder zum Vorteil des Zuhörers oder der zunächst beteiligten Person gereicht.

7.     Viertes Beispiel: Wenn man atmet, so liegt eine Ursache in diesem Karma, und was ist die Wirkung des Karmas: Atmen? — Die Erhaltung des Lebens.

8.     Fünftes Beispiel: Wenn der Mensch schläfrig ist, so geht er schlafen: Das Schläfrigsein ist die Ursache im Karma; — das Schlafengehen und Schlafen ist das Karma oder die Handlung selbst; — das ausgerastete frische Erwachen ist die Wirkung des Karmas.

9.     Sechstes Beispiel: Ein liederlicher Bauer borgt sich Geld aus, verputzt es und wird deshalb enthaust: Das Liederlichsein ist die Ursache; — das Geldborgen und Verputzen ist das Karma selbst; - die Abhausung und zum Bettler werden ist aber die Wirkung des Karmas.

10.   Siebentes Beispiel: Ein Wüstling des Fleisches kommt ins Jenseits und wildert weiter und ist kein Heil mit ihm, daher wird er von Gott ergriffen und muß als Zwitter wieder ins Fleisch, womit ihm ein gewisser Damm gesetzt wird, um sich doch zu bessern. — Das Wüsten ist Karma; — das Muß zurück auf die Welt, ist Ursache; — das Zwittertum die Wirkung der karmischen Ursache, um ihn zu bessern.

11.   Achtes Beispiel: Der gläubige Christ bekennt im dritten Artikel des apostolischen Glaubens — "Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches". Aber Paulus lehrt im 1. Sendschreiben an die Korinther (15,50) ausdrücklich, daß das materielle Fleisch und materielle Blut, welche im Grabe verfaulen, das Reich Gottes nicht ererben werden; sondern es sind vielmehr die im Fleischleibe gewirkten guten Werke, welche dort den Auferstehungsleib der Seele bilden werden, darum sagt Paulus (1. Kor.15, 42) ebendaselbst:

12.   So verhält es sich mit der Auferstehung der Toten: Verwesliches wird gesäet, Unverwesliches wird auferstehen; — das sage ich aber: Wer kärglich säet, wird auch kärglich ernten, wer aber reichlich säet, wird auch reichlich (2.Kor. 9,6) ernten; — und die Offenbarung lehrt: Daß die Werke des Menschen ihm ins Jenseits folgen.(Offenb. 14, 13) Und diese sind dann der Auferstehungsleib der Seele im Jenseits.

13.   Sind die Werke reichlich und gut, so bilden sie ein himmlisches Brautkleid der Seele; — sind sie aber böse, dann ein garstiges Höllenkleid, das ist somit die Auferstehung des Fleisches der Wahrheit nach; denn es heißt, daß sie werden nach ihren Werken gerichtet. (Offenb. 20, 12. 13) Darum ist das Karma hier die Ursache der Wirkung:

14.   Neuntes Beispiel: (2088 nach Adam — 2063 vor Christo, am 7. Oktober). Sodoma, Gomorra, Adama, Zeboim und die übrigen dort umliegenden Städte lebten tierischer als die Tiere und dazu gottlos. Ich aber habe den Menschen nicht deshalb auf die Welt gegeben, um aus ihm hier ein Tier werden zu lassen und jenseits als Teufel die Hölle zu bewohnen, sondern, daß er sich aller schlechten Eigenschaften entledigen und ein Geistmensch werde, um in glückliche Zustände zu gelangen.

15.   Die Sodomiten waren so entartet, daß Ich jede Warnung als unangebracht ansah und daher über 2 Millionen Menschen mit Schwefelregen vertilgte.

16.   Das vertierte Leben war daher die Ursache ihres Karmas, die Vertilgung aber die Wirkung wegen diesem Karma oder dieser Handlungsweise.

17.   Zehntes Beispiel: (2666 nach Adam — 1485 vor Christo, am 9. Dezember). Als die Rotte Korah mit Dathan und Abiram an der Spitze gegen den göttlichen Propheten Moses murrte und sich widersetzte, strafte Gott 250 opfernde Männer damit, daß sich die Erde spaltete und das Feuer sie verschlang.

18.   Aber nächsten Tages rotteten sich die Söhne Israels wegen dieser Vertilgung der Rotte Korah gegen Aaron und Moses und nun verschlang die Erde 14700 Israeliten, weil sie gegen die Männer Gottes mit Rebellion vorgingen.

19.   Hier war die Empörung die Ursache in dem Karma, und die Vertilgung der Israeliten die Wirkung des Karmas, denn sie haben durch ihre Handlungen oder Karma die Ursache zum wirkenden Karma selbst heraufbeschworen.

20.   Elftes Beispiel: (2700 nach Adam — 1451 vor Christo, am 25. Juni). Als Ich beschlossen hatte die feste Stadt Jericho den Söhnen Israels unter ihrem Anführer Josua zu übergeben, weil Ich ihnen das Land Kanani (Kanaan) als Eigentum versprochen hatte zu geben. Am siebenten Tage fielen die Mauern Jerichos auf Trompetenschall und die Israeliten drangen in die Stadt und eroberten sie. —

21.   Hier war die Ursache die Verheißung Jehovahs, daß die Israeliten Kanani ins Eigentum bekommen und die Wirkung war der Trompetenstoß auf welchen Jehova die Mauern Jerichos umfallen ließ.

22.   Zwölftes Beispiel: Im Jahre 4150 nach Adam, brachte der Erzengel Gabriel dem Zacharja Barachias Sohne die Nachricht, daß seine Frau, obwohl sie schon über die Weiberzeit war, noch einen Sohn gebären wird, Zacharja aber zweifelte und da er zweifelte, wurde er mit der Blindheit gestraft, bis ihm sein Sohn Johannes, der spätere Täufer am Jordan, geboren wurde.

23.   Karma: Weissagung ist die Handlung, zufolge der Weissagung entstand der Zweifel als Ursache in der Handlung, da dem Zacharja die Nachricht zu unwahrscheinlich erschien, nun folgte die Blindheit als Wirkung aus der kausalen Handlung. Karma oder Handlung ist alles von Anfang bis Ende, aber in der Handlung entwickelt sich Ursache oder Grund zur Wirkung.

24.   Dreizehntes Beispiel: Pompeji, Herkulanum und Stabiae waren drei Städte bei Neapel und diese lebten in einem so tierischen und wilden Leben, wie einst die Sodomiten und die Folge war, daß Ich sie im Jahre 79 nach Christo von der Lava des Vesuvs ganz vernichten ließ.

25.   Das tierische Leben war die Ursache, die Vertilgung die Wirkung des Karmas.

 

135. Karmalehre im alten Testament.

1902, 20. September, Graz. Vater Jesus Aufklärung über den Glauben an das Karma bei den Juden des alten Testaments, und Beispiele dieses Glaubens aus den Schriften der Seher.

1.     Die Wissenschaft vom Karma als Kausallehre der Bibel und ihre effektuirenden Wirkung ist bei den Juden uralt; denn nicht die Juden haben von anderen Völkern, sondern die heidnische Völker haben von den Juden ihre Lehren erhalten, die mit dem Juden- und Christentum einigermaßen harmonieren, aber doch weniger richtig sind, wie die jüdischen Lehren, und zwar so herab bis zu den unkenntlichen Zerrbildern mancher Völker.

2.     Dieses muß einem jeden logisch denkenden Menschen einleuchtend sein, weil bei den Juden Ich, ihr Gott Selber, der Lehrer war und ihre Lehren, soweit sie von Mir und nicht von Ägypten herstammen, — richtig sein müssen, während andere Völker meist religiöse Philosophen hatten, welche das Gute und Richtige erkennend, dieses nach ihrer Ansicht als Weisheitslehre Gottes dem Volke predigten. Allein es ging damit auch der Unkrautsamen mit unter das Volk und daher das Ungereimte anderer Religionen.

3.     Die Nachrichten von Ursache und Wirkung im Karma sind bei den Israeliten aus der Urzeit des Menschengeschlechtes und so aufwärts gehend, bekannt. Denn Ich habe immer im Voraus die Strafe angesagt, wodurch dann, wenn die Menschen Meine Warnung nicht befolgt haben, die Wirkung kam.

4.     Also war die Wirkung zufolge der Übertretung Meines Gebotes, und im Gebote war die Strafe im Voraus angekündigt gegen die Übertretung. Somit liegen in alttestamentlichen geschichtlichen Prophezeiungen und deren Erfüllungen die Nachrichten von Ursache und Wirkung des Karmas des die Gebote übertretenden Volkes.

5.     Durch diese geschichtlichen Nachrichten von geweissagter Strafe gegen die Übertretung, dann die darauf folgende Übertretung des Gebotes und der nachher wirklich eingetretenen Strafe, bildete sich seit den Tagen Adams her die Lehre vom Karma mit seiner Ursache und Wirkung von selbst, wie ihr unter Hiob, Moses, Hosea, Jesajas, Jeremias, Hesekiel und Sprüche ersehet.

6.     Nach dieser Aufklärung über das Karma, daß darüber die älteste Nachricht in der heiligen Schrift vorkommt, treten wir zu den geschichtlichen Tatsachen:

7.     Vierzehntes Beispiel: (Jahr 30 nach Erschaffung Adams — 4121 vor Christo, am Jabokflusse in Palästina);

8.     Das größte Beispiel der causa et effectus oder der Ursache und Wirkung im Karma bildet die Versündigung Adams gegen das Gebot der Enthaltsamkeit und die darauf gefolgte Enterbung Adams und seines Geschlechtes von geistigen Gaben, weil Adam vor der Versündigung als Kind Gottes mit göttlichen Gaben begnadet war, daß er bis in den letzten Stern der Schöpfung mit seinen geistigen Augen schauen konnte und daß der größte Engelsgeist ihm bereitwillig jede Auskunft gab.

9.     Er konnte als Kind des Schöpfers mit der ganzen Schöpfung sprechen, da ihm jeder Geist der Steine, Mineralien, Pflanzen und Tiere seinen Namen und seine Nutzbarkeit bekannt gab. So göttlich war Adam bevor er gesündigt hat; als ihm dann die Gnaden genommen wurden, war er ein Mensch, wie die heutigen Menschen sind.

10.   Seine Versündigung und Ungehorsam war so groß, daß damals bald die Schöpfung ob des Unwillens Gottes vernichtet worden wäre; und dieser Ungehorsam war die Ursache, daß die Weisheit Gottes in Christus das schreckliche Leiden und Kreuzestod durchkosten und vollenden mußte. Hier in diesem Karma des Ungehorsams lag die allergrößte Ursache und auch die allergrößte Wirkung eingelegt, die auf dieser Erde zustande kam.

11.   Adam wurde im Voraus gewarnt, daß er von dem Baum der Erkenntnis (oder Eva) nicht essen darf, aber Adam (der Apfelbaum oder der Lebensbaum) aß doch und darauf folgte zuerst der Tod des Geistes und mit ihm der Tod des Fleischleibes. Dadurch wußte ein jeder Nachkomme Adams, daß der Tod die Folge der Erbsünde ist, vor der Adam gewarnt und ihm der Tod im Voraus angesagt wurde. Daraus ist es erwiesen, daß die Juden die älteste und ursprünglichste Lehre von Karma hatten.

12.   Fünfzehntes Beispiel: Jahr 1656 nach Adam — 2495 vor Christo — In der großen Urstadt Hanoch lebte das kainitische Volk sehr weltlich und gottlos. Ich ließ es 120 Jahre warnen, Boten wurden geschickt, welche den Willen Gottes verkündeten, und daß Ich die Stadt vertilgen werde, wenn es nicht zurück zur Ordnung kehren wird.

13.   Allein die Hanochiten verlachten die Gesandten Gottes und man drohte zuletzt mittels Pulver, welches die Hanochiten bereits erfunden hatten, den hohen Berg, worauf Noa mit dem nach göttlichen Geboten lebenden Stamme Adams wohnte, zu sprengen und dadurch Noa und alles zu vernichten. Nun schauen wir uns dieses Karma an:

14.   Die gottlose Lebensweise als Karma war die Ursache zur warnenden und die Strafe androhenden Weissagung, allein das Nichtbeachten der Warnung und das Fortfahren in der Unbußfertigkeit erheischte die Vollstreckung der geweissagten Strafe und daher war die Strafe die Wirkung aus der Ursache. Somit: Weissagung, als Warnung, Gesetz, Übertretung als Karma, Strafe als Wirkung.

15.   Sechszehntes Beispiel: Hiob 4,8. (Jahr 1682 v. Chr. --Hiob lebte 138 Jahre: von 1770-1632 vor Christo. Seine Krankheit fiel in seinem 88. Jahre vor. ): "Wie ich wohl gesehen habe, die da Leiden pflügten und Unglück säten, die ernteten sie auch."

16.   Damit wollte Eliphas, der Freund Hiobs sagen: Was du Böses gestiftet hast, wird dir mit Bösem vergolten: Karma — Ursache — Wirkung.

17.   Siebzehntes Beispiel: Hiob 19,25: Aber ich weiß, daß mein Erlöser lebt und wird in späterer Zeit auf der Erde sein; und nachdem diese meine Haut zerstört ist, werde ich Gott schauen außer (Die Bibelübersetzung von Luther selbst hat unrichtig: „und werde in meinem Fleische Gott sehen“. Wenn es bib´sari stünde, so hieße es in meinem Fleische, aber es steht mib´sari und das heißt: „ohne mein Fleisch“. Die Vulgata und die neue protestantische Bibel haben die richtige Übersetzung) meinem Fleische.

18.   Die Ursache war somit der Tod des Fleischleibes, die Wirkung aber die Eröffnung der geistigen Sehe, mit der allein man Gott sehen kann.

19.   Achtzehntes Beispiel: 2. Moses 20,5 + 34,7. (J. 1490 v.Chr.): Erkenntnis Mosis von der Gerechtigkeit Jehovas indem er sagt: Jehova, bewahret Gnade bis in das tausendste Glied dem Gerechten und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde und vor welchem niemand unschuldig ist; — der die Missetat der Väter heimsuchet auf Kinder und Kindeskinder bis ins dritte und vierte Glied. (Vergl. Auch 4. Mos. 14, 18; 5. Mos. 5, 9)

20.   Hier ist das Karma durch Ursache und Wirkung beleuchtet und es ist nur ein schwaches Bild von der Wirklichkeit der Liebe und Gerechtigkeit in Gott gekennzeichnet, wie es in der Weltgeschichte der Völker und Länder der Nachwelt erhalten ist.

21.   Allbekannt ist die Vererbung der geschlechtlichen und anderen Krankheiten und Gebrechen durch 3, 4 bis 5 Generationen und deren Wiederauftritt, ohne daß man eine Lösung dieser dunklen Frage wüßte.

22.   Sehet, hier ist die Strafe der Sünde sehr markant und wissenschaftlich erwiesen, denn, wer sich selbst verseucht, der verseucht auch seine Nachkommen, weil die Verseuchung im Blute liegt und so geht die Krankheit weiter, immer weiter, wie gesagt, bis ins tausendste Glied, weil einer den anderen verseucht.

23.   Die Strafe der Missetat der Väter an den Kindern zeigt euch die Geschichte von Ägypten, Palästina usw. in den Kundgaben. Unbekannt war es aber euch bisher, warum unschuldige Nachkommen die Missetaten ihrer Vorfahren büßen müssen. — Das geschieht deshalb, weil diese anscheinend unschuldigen Nachkommen die reinkarnierten Missetäter selbst sind, die Ich deshalb wieder in ihrem Lande und ihrem Blute reinkarnieren lasse, damit sie das selber durchbüßen müssen, was sie einst an armen Sklaven getan haben, — daher hat Mich die Welt der Philosophen ungerecht der Ungerechtigkeit beschuldigt! denn es leiden die Schuldigen und nicht die Unschuldigen die Strafe bis in das tausendste Glied. — Denn diese Kinder und Kindeskinder sind lauter reinkarnierte einstige Verbrecher, daher keine Unschuldige. — Ihre Seelen sind sich dessen bewußt.

24.   Das Wiederholen Buckliger in einer Familie stammt daher, wenn der Bucklige trotz dieser Reinkarnationsstrafe von seinen Sünden, welche das Buckligsein verschuldeten, nicht nachläßt. Zuweilen bleibt eine Generation verschont, es taucht aber in der Dritten oder vierten Generation wieder ein Buckliger auf, welcher meist eine Reinkarnation des Familienangehörigen (Vater, Mutter, usw.) ist. Es sind geheime Anzeichen, daß da nicht alles in der Ordnung war.

25.   Das Wiederholen von Selbstmorden in einer Familie in mehreren Generationen unterliegt auch den geistigen Strafen, die Ich gut kenne. — Also sind auch Verbrecher in einer Familie eine Strafe und so auch Irrsinnige, lauter Tatsachen, auf die Ich nicht näher eingehen will, — aber sie sind Strafen, da könnet ihr leicht herausfolgern, weil jede Wirkung eine Ursache hat. —

26.   Neunzehntes Beispiel (2666 nach Adam — 1485 vor Christo, 22. Mai): Aaron war erster Hohepriester Gottes der Israeliten in der Wüste, aber seine Söhne Nahab und Abihu erdreisteten sich ein fremdes, das heiß ungeweihtes Feuer zur Opferung vor Jehova zu bringen und sie starben plötzlich beide.

27.   Die unterlassene Ehrerbietung vor Jehova zog die plötzliche Strafe Gottes nach sich und das war die Wirkung aus der Ursache des Karmas.

28.   Zwanzigstes Beispiel (3626 nach Adam — 525 vor Christo, 19. März, Babylon): Belschazar, der König von Babylon lebte hochmütig und gottlos wie sein Vater Nebukadnezar, aber die Geisterhand die 'Mene, Mene, Tekel, Upharsin' schrieb, erschien, als dieser König samt seinen Gästen bei einem großen Gastmahle frevlerisch aus den Gefäßen trank, die sein Vater aus dem Tempel zu Jerusalem geraubt hatte und verkündigte ihm nach der Aufklärung Daniels (Dan. 5, 1-30) seines Reiches und seinen Untergang und noch in derselben Nacht wurde der König getötet und Darius, der König der Meder, bekam das Reich.

29.   So war das Karma das gottlose Leben zur Ursache der ankündigenden Geisterhand, die ihm den Untergang verkündete; — die Erfüllung der Weissagung durch die schreibende Geisterhand war aber die Wirkung des Karmas.

30.   Hosea 8,7. (J. 760 v.Chr.): "Sie, die Wind säen, werden Ungewitter ernten" (d.h. Wer auf Erden Böses tut, wird jenseits die Hölle als Lohn seiner Handlungen erhalten).

31.   Jesaja 3,10. (J. 755 v.Chr.): Saget dem Frommen, daß er (einst) glücklich werde und (dort im Jenseits) die Frucht seiner (irdischen guten) Handlungen genießen werde.

32. Jesaja 26,19. (J. 743 v.Chr.): "Aber Deine Toten werden leben und mit dem Körper auferstehen."

33.   Anscheinend ist da die Reinkarnationslehre vertreten, allein der Prophet hat nicht auf die Reinkarnation, sondern auf die Auferstehung des geistigen Seelenfleisches, welches die im irdischen Fleischleben gewirkten Werke der Nächstenliebe bedeutet, in diesen Worten gemeint, also ganz dasselbe wie Hiob vorn 135,16.

34.   Jeremias 32,18. (J. 607 v.Chr.): (Herr, Herr) der Du wohltust vielen Tausenden, und die Missetat der Väter in den Busen ihrer Kinder nach ihnen vergiltst, Du großer und starker Gott; Herr Zebaot ist Dein Name.

35.   Diese Wiederholung göttlicher Liebe und Gerechtigkeit ist das Karma der Menschen auf Erden, welches die Ursache zur Wirkung in den Angehörigen und Kindern und Kindeskindern wird, da die Väter als Wohl- oder Missetäter ihr Karma an ihren lieben Kindern zum Ausdruck kommend sehen müssen, was ihre Freuden oder Leiden im Geisterreich erhöht.

36.   Hesekiel 37,5-6. (J. 579 v.Chr.): So spricht der Herr von diesen Gebeinen (der Toten im Geiste): "Siehe, Ich will einen (geistigen) Odem in euch bringen, daß ihr sollt lebendig (im Geiste) werden. — Ich will euch Adern (des geistigen Sinnes) geben und (durch Werke der Nächstenliebe, geistiges Seelen-) Fleisch lassen über euch wachsen und mit (geistiger) Haut (der Liebe) überziehen, und will euch (Meinen Liebes-) Odem geben, daß ihr (Toten im Geiste) wieder lebendig werdet (durch die Liebe zu Gott und den Nächsten)".

37.   Hier in diesen Versen des Hesekiels ist die Anspielung auf die Bekehrung der Juden zum Christentum zur Zeit der Wiederkunft Christi und ist identisch mit Kapitel 7 der Offenbarung Johannes. Es ist somit Karma und Reinkarnation inbegriffen.

38.   Sprüche 22,8. (J. 337 v.Chr.): Wer Unrecht säet (auf Erden) wird Leiden ernten (im Jenseits), denn er wird für seine Bosheit gezüchtigt werden.

 

136. Das Kausalgesetz im Neuen Testament. Die Rückwirkung des bösen Karmas bei der Reinkarnation.

1902, 15. Juni, Graz. Die Lehre vom Karma bei Juden und Urchristen durch Christus und Apostel erwiesen. Bewiesene Rückwirkungen des bösen Karmas bei der Reinkarnation als Strafe Gottes. 

1.     Jede böse Tat, Handlung oder Untugend, die nicht anders geahndet und gebessert werden kann, wird durch die Reinkarnation geahndet. Man soll daher nicht immer glauben, daß dieses oder jenes ein zufälliges Unglück ist, sondern, es ist meist die Folge der Sünden und Untugenden, deren sich die Eltern in ihrem Leben und die Kinder in ihrem Vorleben zu Schulden haben kommen lassen; denn Ich strafe niemanden, der unschuldig ist. Freilich vergessen die Eltern meistenteils ihre begangenen Sünden, die sie an Tieren oder Menschen in ihrem Leben einst begangen haben, aber Ich vergesse sie nicht und ahnde sie, wann die Zeit dazu passend ist.

2.     Einen besonders wichtigen Beweis, daß das Karma und die Reinkarnation bei den Juden allgemein bekannt waren, ersehet ihr aus dem 19. Kapitel des Evangelisten Johannes Vers 1-3. Da heißt es: Als Ich bei der Szene, da sie Mich steinigen wollten, weil Ich sagte, daß Ich früher da war, als Abraham, plötzlich vor den Mich steinigen wollenden Pharisäern Mich verbarg, indem Ich plötzlich ihren fleischlichen Augen verschwand, und nur den Jüngern sichtbar, denen in diesem Augenblick die geistigen Augen geöffnet wurden hinaus aus dem Tempel ging, sahen wir außerhalb des Tempelhofes beim Vorbeigehen einen Blindgeborenen, und als wir in die Nähe kamen, fragten Mich die Jünger: Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er ist blindgeboren?

3.     Die Frage, ob der Blindgeborene selber sündigte, oder ob seine Eltern gesündigt haben, offenbart euch die genaue Kenntnis dieses Kausalgesetzes bei den Juden und daß sie daran fest glaubten. Daß dieser Glaube auf Wahrheit beruht, geht aus der Bestätigung durch Meine Antwort hervor, indem Ich sagte: Es hat weder dieser gesündigt, noch seine Eltern, sondern das geschah, damit die Wunder Gottes offenbar würden an ihm, das heißt, damit durch Mich als Wunderheiler verherrlichet werde.

4.     Andererseits ist damit dargetan, daß wegen des Vergehens im Vorleben, weil das Kind im Mutterleibe doch keine Sünde begehen kann — das neugeborene Kind blind zur Welt kam.

5.     Doch müssen auch die Eltern ein Vergehen gegen Tiere oder Menschen begangen haben, indem sie ihnen boshafterweise die Augen beschädigten; denn unverdienterweise wird weder das Kind, noch die Eltern bestraft.

6.     Daß Johannes bloß das niederschrieb, daß Ich Mich verbarg und beim Tempel hinausging, ist der Grund, weil er Mich immer sah und nicht wußte, daß Ich den Fleischaugen der Pharisäer verschwunden war.

7.     Die Beweise, daß das Karma des Vorlebens bei der Reinkarnation vielfache Ahndung findet, ist in der auf diese Abhandlung folgenden Reinkarnationslehre zu ersehen. Da seht ihr, daß das Blindgeborensein eine Strafe für die Grausamkeit ist; die Zwergfigur ist die Strafe für den Stolz körperlicher Vorzüge; Krüppel, Strafe für den Mißbrauch des Talents der Weisheit und des Unglaubens vereint: — Bucklige, Strafe für den Mißbrauch ihrer Schönheit der Gestalt, die sie als Aushängeschild für ihre ungeistigen Handlungen benutzten; — Kretinen, Strafe für hochausgebildete Menschen, welche ihre Kenntnisse zur Verschlechterung der Mitmenschen benutzten; — Taubgeborene, Strafe für den hochmütigen Neid gegen gebildete Menschen; — Stumme, Strafe fürs Unterdrücken der gerechten und der Wahrheit entsprechenden Meinungen beim öffentlichen Reden; — Taubstumme, Strafe für Verspottung und Unterdrückung der armen Tauben und Stummen; — Zwitter, als Strafe und Vorbeugung gegen das skandalöse Geschlechtsleben in ihrem Vorleben.

8.     Matthäus 7,12: Alles, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tuet ihnen auch ihr. (Denn dieses ist das Gesetz und die Propheten. Matth. 22,39-40.)

9.     Matthäus 12,35-37: Der gute Mensch bringt aus dem guten Vorrate Gutes, der böse Mensch aus dem bösen Vorrate Böses hervor.

10.   Aber Ich sage euch: Die Menschen werden am Gerichtstage von jedem unnützen Worte, das sie reden, Rechenschaft geben müssen.

11.   Nach deinen Worten (und Taten) wirst du gerechtfertigt, und nach deinen Worten (und Taten) wirst du verurteilt werden.

12.   "Richtet nicht (hier ungerecht), daß ihr nicht (im Jenseits ob eurer Ungerechtigkeit) gerichtet werdet.

13.   Mit demselben Maße ihr (hier Gutes oder Böses) ausmesset, wird euch (im Jenseits) als Belohnung zurück gemessen werden,(Matth. 7, 1-2) da es doch eine Gerechtigkeit geben muß.

14.   In der Bergpredigt sagte Ich in der Fortsetzung der Lehre: "Wahrlich, es wird niemand aus dem Kerker herauskommen, bis er auch den letzten Heller bezahlt hat. (Matth. 5, 26)

15.   Dieser Satz ist geistig zu verstehen, daß kein Mensch früher aus dem geistigen Kerker seiner Sünden herauskommen wird, bis er sich deren ganz entledigt hat, denn die Sünden sind die Ursache zur Wirkung seines geistigen Todes, der ein Kerker der Seele ist.

16.   Als Vervollständigung durch die Reue und Buße zur obigen Aufklärung entnehme ich nach Vater Jesus Angabe folgendes aus einem Diktat von Ida K. in F. vom 11. Mai 1904, wo es unter anderem heißt:

17.   Ich sage dir wahrlich: "Du wirst von dannen nicht herauskommen, bis du den letzten Heller bezahlest," will sagen, daß nicht Gott richtet (weder persönlich, noch speziell) die Sünder, so sie ohne Vergebung erlangt zu haben im Jenseits anlangen, sie bringen ihren eigenen Richter mit sich, das ist ihr ungebrochener Wille und ihr hartes Herz, und das wird sie also richten, wie sie ehedem ihren Nächsten richteten, mit derselben Härte und Unbeugsamkeit tritt ihnen dann ihr selbstsüchtiger Richter entgegen, sie mit ihren eigenen Waffen schlagend.

18.   Der Kerker ist die Nacht, in welcher sich die (unreife) Seele so lange befinden wird, bis sie zur vollen Erkenntnis ihrer Sünden, und dadurch zu wahrer Reue und Buße gelangt ist, was unter dem Bezahlen des letzten Hellers verstanden ist.

19.   Alsdann erst wird sie aus ihrer Nacht erlöst, und der Güte und Barmherzigkeit Gottes übergeben; denn Ich als Vater kann Mich keines Menschen früher erbarmen, als bis er sich zu Mir kehrt, und seine Hilfe allein bei Mir sucht. Sehet so lautet der Sinn dieser Worte, und ist auch schon geistig erklärt in dem Worte:

20.   "Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet!" und "Mit welcherlei Maß ihr messet, also wird euch wieder gemessen werden."

21.   Es liegt sonach ganz an euch selbst, und ist euch völlig freigestellt, zu erwählen des Schwertes Schärfe, also das Gesetz, nach welchem ihr euch selbst richtet, oder zu erwählen die Liebe, die frei von des Gesetzes Macht, und frei von ihrem Tun und Lassen ist.

22.   Liebet daher eure Feinde, denn die Liebe ist das Göttliche in euch; — tuet Gutes denen, die euch Böses tun, weil ihr dann vollkommen werdet, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist; — und betet für eure Verfolger und Verleumder, (Matth. 5, 44) weil ihr sie dadurch gut stimmen und bekehren werdet, da sie für Böses nur Liebe rückempfangen werden.

23.   Wenn ihr auf diese Art des Feindes böses Karma durch göttliche Handlungsweise in Gutes umkehret, wird die Wirkung dieses Karmas für euren Feind Erlösung von der Hölle; für euch aber die Gewinnung des Himmels werden.

24.   Johannes 5,28-29: Es kommt die Zeit, wo Alle, die in den Gräbern (d.h. Sünden) sind, die Stimme des Sohnes Gottes hören werden (d.h. daß sie über das Gesetz der göttlichen Lehre Christi unterrichtet werden) — und die Gutes getan (hier oder dort) werden hervorgehen zur Auferstehung des Lebens; die aber Böses getan, zur Auferstehung des Gerichtes.

25.   Johannes 6,39-40: Doch ist der Wille des Vaters (oder die Liebe Gottes), der Mich gesandt hat, dieser: Daß Ich keinen von Allen, die der Vater Mir übergeben, verliere, sondern ihn am letzten Tage (oder am Sterbenstage, wenn er ins Geisterreich tritt), erwecke. — Ja, das ist der Wille Meines Vaters, Der Mich gesandt, daß jeder, der den Sohn sieht (d.h. die Lehre Christi hört) und an Ihn glaubt, das ewige Leben habe (wenn er Seine Lehren und Gebote erfüllt) und Ich werde ihn (dafür) am letzten Tage erwecken.

26.   Paulus faßt im Galater Brief (Gal. 6, 7-8) das ganze Kausalgesetz des Karma zusammen, indem er sagt: 7. (Liebe Brüder!) Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch säet, das wird er ernten. — 8. Wer an sein Fleisch säet, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten. Wer aber auf den Geist säet, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten.

27.   An den Galaterbrief reihen sich folgende Stellen Pauli an die Korinther an (2. Kor. 9,6): (Brüder!) Wer da kärglich säet, der wird (dort im Jenseits) kärglich ernten, und wer (hier) im Segen säet, der wird auch (dort) im Segen ernten. Und desselben an die Römer:(Röm. 8, 13) Wenn ihr nach den Begierden des Fleisches lebet, so werdet ihr (geistig) sterben; wenn ihr aber durch den Geist die (begierlichen) Triebe des Fleisches überwindet, so werdet ihr (geistig) leben.

28.   Betrachten wir noch einen Spruch Pauli. Er schrieb an die Römer (Röm. 6, 23): Der Tod ist der Sünde Sold.

29.   Dieser Spruch beleuchtet die Tatsache, daß Adam und Eva durch die Erbsünde den Tod des Fleischleibes heraufbeschworen haben, denn früher waren beide unsterblich, weil sündefrei, und mehr Geister als Menschen.

30.   Der Spruch, auf jetzige Zustände der Menschen angewendet, bedeutet aber bloß das, daß der Mensch durch die Sünde tot im Geiste wird, weil er durch das Sündigen ungehorsam gegen seinen göttlichen Geist geworden ist und sich von Ihm zur todbringenden Materie des Fleischlebens gekehrt hat, somit tot im Geiste geworden ist. Das Totsein im Geiste aber bedeutet soviel, als daß der Mensch in diesem Zustande ins Jenseits getreten, ein Höllenbewohner wird. Das Totsein im Geiste ist die Ursache zur Wirkung, um ein Höllenbewohner zu werden.

31.   Als Ausgangsbeispiel zum Letzten diene folgende Stelle aus der Offenbarung Johannes (Offenb. 3, 12): Wer überwindet, den will Ich zum Pfeiler in dem Tempel Meines Gottes machen, und der soll nicht mehr hinausgehen.

32.   Dieser Vers besagt: Wer einmal sich aller Sünden entledigt hat durch fortwährenden bußfertigen Vorsatz, sie nicht mehr zu begehen, der wird ein würdiger Träger und Tempel des Geistes Gottes, der in seiner Brust wohnt und wird daher durch die wahre Erkenntnis Gottes nicht mehr sündigen. — In diesem Karma ist der bußfertige und fortwährende Vorsatz nicht mehr zu sündigen die Ursache zur Wirkung, daß so ein Mensch ein Held der Tugenden und ein reiner Tempel Gottes wird.

33.   Johannes 4,36-37: "Wer erntet (im Geiste), der bekommt seinen Lohn (für das in Liebe Getane) und sammelt Früchte zum ewigen Leben, sodaß sowohl der Säende (im Fleische) als (nachher) der Erntende (im Geiste) sich freuen; denn hier ist das Sprichwort wahr: Einer säet (als er noch auf der Welt lebt) und der Andere erntet (als Geist, wenn er heimgekehrt ist).

34.   Sobald du ins Jenseits trittst, empfängst du als Schnitter deiner eigenen Aussaat auf Erden den geistigen Lohn dafür und sammelst die Frucht zum ewigen Leben, damit der, welcher da säet und der, welcher dort erntet, sich gemeinsam freuen in einer Person. — Denn hier ist der Spruch wahr, daß ein anderer ist, der da säet, und ein anderer, der da erntet, (Joh. 4, 36-7) weil der Mensch als verwesliche Person, auf Erden säet, und als unverwesliche aber dieselbe Individualität, im Jenseits erntet.(1. Kor. 15, 52-54)

35.   Die Lehre vom Karma, obwohl nicht unter diesem Namen, wurde in christlicher Religion immer gelehrt, denn man lehrte doch, daß die Frommen ins Paradies oder Himmel, die Bösen aber in die Hölle kommen werden, und sehet, das ist ja die Lehre vom Karma oder Ursache und Wirkung. 

 

137. Wie das Karma weiter wirkt.

1902, 10. Juni, Graz. Vater Jesus erklärt, daß alles, was der Mensch tut, seinen Widerhall im Geisterreich hat und solche Geister zur Mitwirkung herbeilockt, wie die Gedanken und Taten der Menschen beschaffen sind. Aufklärung, durch welche Zeichen die Geister die Kunde vom menschlichen Tun erhalten. 

1.     Wenn der Mensch Werke der Nächstenliebe wirkt, so lockt er Liebesgeister zu sich, da alles, was der Mensch aus Liebe tut, den Widerhall im Liebeshimmel, wo Ich throne, findet, er lockt die Liebesgeister aus dem obersten Himmel zu sich, daher das Wonnegefühl nach einer Liebestat, wenn sie in Meinem Namen gewirkt wurde, da Ich Selber Mich darüber freue und auch die Geister nur darin ihre Befriedigung finden, wenn sie sehen, daß es aus Liebe zu Mir gewirkt oder gegeben wurde.

2.     Wenn aber der Mensch die Werke übt, welche mit denen gleich sind, wie sie die Höllengeister geübt haben und noch üben, dann lockt er Höllengeister in seine Umgebung und daher auch die entgegengesetzten Gefühle des Menschen beim Wirken böser sündhafter Taten.

3.     Man soll nicht glauben, daß manche Sünden kleinlich, nichtssagend sind. Ich sage euch: Wahrlich! wahrlich! es gibt keine Sünde, die nicht ihren Widerhall in der Hölle finden würde. Gute Taten wirken Gutes fort und fort durch Jahrhunderte, Jahrtausende und ewige Zeiten; denn sie bleiben ewig als Muster edler Gesinnung und edler Taten. Ebenso wirken böse und sündhafte Taten fort und fort Böses und Sündhaftes; denn wie die Handlungen, so die Früchte davon, weil die sündhaften Taten von bösen Geistern mitbegangen und weiter im Geisterreich verpflanzt werden und daher gebären sie sehr viel Sündhaftes, das aus einer einzigen Sünde hervorgegangen ist.

4.     Nun will Ich euch aufklären, auf welche Art die Geister die Kunde von eurem Guten und sündhaften Karma erhalten. Dieses geschieht durch verschiedene Lichter, nämlich:

Die Liebe zeigt ein gelbfeuriges Licht; — der Haß ein dunkles nur geistig sichtbares Licht.

Demut zeigt ein gelbweißes Licht; — Hochmut dunkelrotes Licht.

Geduld zeigt veilchenblaues Licht; — Zorn rotes Licht.

Barmherzigkeit orangenfarbiges Licht; — Unbarmherzigkeit zeigt gleich dem Haß ein dunkles nur geistig sichtbares Licht.

Keuschheit schneeweißes Licht; — Unkeuschheit, unkeusche Gedanken und Taten haben gelbdunkles Licht.

Friedfertigkeit besteht hauptsächlich aus Liebe, Demut und Geduld und ihre Farbe ist lichtveilchenblaues Licht; — Streitsucht dunkelrotes Licht wie Hochmut.

Selbstlosigkeit zeigt lichtorangenfarbiges Licht. — Selbstsucht dunkelorangenfarbiges Licht.

Weisheit zeigt bläulichweißes Licht.

5.     An die Farben der Untugenden reihen sich verwandte Eigenschaften. So zum Beispiel ist Selbstsucht der Mittelpunkt für Geiz, Wucher, Diebstahl, Raub und also ist es auch mit anderen verwandten Sünden oder Untugenden, was dann die Geister anzieht, welche dieser oder jener Gattung von Untugend huldigen.

6.     Also werden die Geister angezogen und sie kommen mit Gedankenschnelligkeit von den weitesten Fernen her, daher das schnelle Steigen des Zornes, Hochmuts, unkeuscher Gedanken und anderer Untugenden, wenn man an sie zu denken beginnt, weil die Geister als Anreizer mit ihrer geistigen Kraft eingreifen und ihren Willen durchzusetzen sich bemühen. Darum wird der Mensch oft ganz außer sich, daß er in seiner Wut zur Begehung der niederen Leidenschaften nicht mehr Herr seiner Sinne und seiner Vernunft ist, um an die Folgen der Tat denken zu können.

7.     Also ist schon hier auf Erden der Gedanke die Ursache zur Wirkung der Tat, und so sind die bösen Gedanken des Menschen die Ursache zur Anlockung der mit gleichen Gedanken behafteten Geister, die daher zur Begehung der Sünden herangelockt werden, die sowohl dem Menschen, als auch den Geistern die bösen Folgen nachtragen: Erstens hat der Mensch sich am Nächsten versündigt, dann an sich, da er sich tiefer in Sünden begraben, ferner lockte er Geister her, daß auch diese sich versündigten und so hat er immer ein dreifaches Vergehen begangen, da er auch für die Begehung der Sünden durch die Geister verantwortlich ist, weil er ihnen die Gelegenheit gegeben und eingeräumt hat, die Sünden zu begehen und somit Kuppler und Mitsünder in einem war.

8.     Es ist daher die größte Aufgabe, alle unreinen und lieblosen Gedanken sogleich im Keime zu ersticken, damit nicht aus Ursachen Wirkungen und Folgen entstehen, die schwer wieder gut zu machen sind. Pflege darum dein Herzensgärtlein mit aller Vorsicht und lasse ja keine wilden und reißenden Tiere der leidenschaftlichen Verstandesweisheit hinein kommen, damit der gute und edle Same keimen, wachsen und sich zur Blüte entfalten kann; denn sonst wirst du keine Früchte ernten, mit denen du das Reich Gottes erkaufen könntest.

 

138. Der irdischen Ursachen Wirkung im Jenseits.

1902, 19. August, Graz. Vater Jesus erklärt: Wie die Werke diesseits, so der Lohn jenseits des Grabes, da der Lohn oder die Strafe im Erfüllen oder Unterlassen des Gebotenen liegt. Höllenstrafen der Geister; ihr Inneres an Irrsinnigen, Tobsüchtigen, Epileptischen und an ihrem Handeln in spiritistischen Zirkeln ersichtlich. Die heutigen Menschen als Teufel.

1.     Paulus schrieb an die Galater: Was der Mensch auf Erden säet, das wird er im Jenseits ernten. Und dieses ist tatsächlich wahr, wenn der Mensch sich nicht die Mühe gibt, schon im irdischen Leben die Wirkungen und Folgen, die sich aus den Ursachen der begangenen Sünden entwickeln und im Geisterreich als Lohn auftreten, dadurch zu vernichten, daß er alles am Nächsten begangene Böse zu rechter Zeit durch Bitten um Verzeihung, durch Gutmachen des Schadens und durch Abbitte bei Gott tilgt, welches aber nur dadurch die Wirkung hat, wenn es durch vollwahren Vorsatz, die Sünde nicht mehr zu begehen, und durch die entsprechende Buße geschieht.

2.     Wenn man aber die vorgeschriebene Abbitte, Entschädigung und Buße nicht tut, dann bleibt das Geschehene als Ursache zu Wirkungen und deren Folgen aufrecht, bis es seine Erledigung im Geisterreiche findet. Und tatsächlich geschieht die Erledigung dort, denn es muß doch eine Gerechtigkeit und somit auch die Strafe für begangene Verbrechen und Sünden geben.

3.     Wäre im Gesetze nicht zugleich der Lohn für gutes und Strafe für böses Wirken, so könnte man mit vollem Rechte behaupten: Entweder gibt es keinen Gott, oder Er ist nicht allweise und gerecht. Daher liegt es eben in der Ausübung des Guten oder Schlechten, Lohn oder Strafe.

4.     Ich, als Gesetzgeber und das Leben im Menschen, weiß genau, wie jede Tat in Geisterreich belohnt oder bestraft werden soll. Freilich gibt es kein öffentliches Gericht wie vor einem Richter auf Erden, aber die Zustände, in welche der Mensch nach seinem Fleischtode versetzt wird, sind eben das (jüngste) Gericht des Lohnes oder Strafe für begangene Sünden und Taten.

5.     Äußerlich sieht man freilich nicht stark die Wirkungen des Gerichtes, aber desto mehr sind sie innerlich vertreten. Und je mehr die Wirkung um sich greift, desto mehr leidet der Geist innerliche Schmerzen, desto finsterer und wilder und daher desto gefährlicher ist er, wenn er sich einem lebenden Menschen anschließt, das heißt, ihn besessen macht. Schauet die Wirkungen eines solchen Höllengeistes an Irrsinnigen, Tobsüchtigen und Epileptischen, denn diese sind nahe alle besessen von Geistern, die in ihrem irdischen Leben ein grobsinniges oder sündhaftes und verbrecherisches Leben geführt haben. Betrachtet ferner die höllischen Szenen, die sich in manchen spiritistischen Zirkeln abspielen, wenn grobsinnige, lasterhafte, unzüchtige, verbrecherische, hochmütige, selbstsüchtige und dergleichen Personen an der Sitzung teilnehmen.

6.     Solche irdische Teufel locken durch ihr fluidales Licht gleichgesinnte Höllengeister herbei und dann gibt es beim Schreiben Esel- und Ochsentitel; — in der Kette aber Ohrfeigen, Stöße, Zerschlagen von Möbeln und Geräte, Herumwerfen mit gefährlichen Gegenständen, das Herumwälzen des Mediums auf der Erde, die fratzenhaften Verziehungen des Gesichtes des Mediums, da es von solchen Geistern zuweilen ganz besessen wird, und andere dergleichen auf Schaden zufügen hinzielende Wirkungen der herbeigelockten Geister. Solche Tatsachen sind bekannt in spiritistischen Kreisen. Man wird aber doch nicht behaupten wollen, daß so etwas von guten Geistern herstammt? —

7.     Gute, fortgeschrittene Geister lügen nicht. Was sind Lügengeister dann anderes, als böse oder Höllengeister, da sie euch Verschiedenes vorlügen? Ja, es ist so weit gekommen mit der Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts, daß beinahe alle Menschen etwas besessen sind von gleichgesinnten Geistern, wenn sie auch nicht die Symptome der Besessenheit oder Verrücktheit zeigen.

8.     Schauet die Taten der Kultur der Gegenwart an und ihr werdet erkennen, daß nur böse Teufel in Menschengestalt solche Zustände der Unterdrückung, Ausbeutung und Knebelung des Volkes, sowie der gottvergessenen Lehren und Zustände auf der Welt geschaffen haben, und das sollen nicht Teufel sein, wenn sie ins Geistreich getreten sind? Ganz gewiß sind sie nichts anderes als böse Teufel, die, wenn sie Menschen besessen machen, sie dieselben verdoppeln in der Bosheit die Lieblosigkeit zu üben.

 

139. Wohnort im Geisterreich eines dahingeschiedenen Menschen.

1902, 8. Juni, Graz. Vater Jesus erklärt, daß der Geist des Menschen, solange er böse an sich ist, in die Hölle und dann erst, wenn er gut geworden ist, in bessere Zustände kommt. Was sind die von den indischen Mahatmas gesehenen Leichen der Geister? Über das wieder Gutwerden der höllischen Geister, und daß der Mensch nach seinen Taten im irdischen Leben den Lohn im Jenseits erhält. 

1.     Ein Mensch, der hier als Sünder oder Verbrecher gelebt hat, kann inzwischen auch Werke der Nächstenliebe geübt haben, allein im Geisterreich angekommen, kann das Gute an ihm nicht vom Bösen getrennt werden, sondern es bleibt mit ihm verbunden, bis er sich des Bösen durch Buße und Werke der Nächstenliebe entledigt hat. Es kann also das Gute so lange nicht zur Belohnung kommen, bis der ganze Mensch rein und veredelt wird.

2.     Hellsehende sehen den Leichen ähnliche Körper und meinen, daß das Leichen von Geistern sind, deren guter Teil im Devachan oder "Gottesreich" lebt. Diese Ansicht ist ganz falsch, denn diese toten Leichen sind die bösen Geister selbst, welche in einem Zustande wie Blödsinnige ruhig daliegen, und nämlich das sind die Geister in der zweiten Hölle. Wenn diese belebt werden durch Anlockung an sich, so kann einer irrsinnig, epileptisch, überhaupt nicht ganz normal, sondern übergeschnappt werden. — Aber es gibt Ausnahmen auch in der zweiten Hölle, daher ist dort nur ein kleiner Teil von solchen Teufeln, während die übrigen nur erzböse sind.

3.     Kein Geist ist geteilt, sondern jeder Geist ist vollständig dort, wo er überhaupt ist. Wie kann überhaupt ein Teil des Menschen, wie es nach der buddhistischen Lehre heißt, im Himmel oder sogenannten Devachan und der andere im Avitchi oder Hölle sein? Probieret einen Menschen zu teilen, ob er dann leben kann? Der Mensch hat geistig nur einen Leib und nicht zwei, wie kann dieser Leib dann in zwei ganz verschiedenen Gegenden wohnen?

4.     Wohl ist der Geist des Menschen, der im Herzen der Seele wohnt, der Geist Gottes Selbst, aber dieser bleibt in alle Ewigkeit mit der Seele vereint, mag sie in der Hölle, im Paradiese oder im Himmel wohnen, weil Er das Leben der Seele bildet, da er aus der Grundliebe Gottes stammt, welche der Vater in Gott ist.

5.     Dieser Gott ist für Sich Selbst immer im gottgleichen Zustande, mag er sein, wo immer, nicht so die Seele, denn diese ist ganz und vollkommen dort, wo sie ist, entweder in Leiden oder Freuden.

6.     Wenn man sich das Wesen eines Geistes klar vorstellen will, so muß der Maßstab nach euch bekannten Tatsachen auf der Erde genommen und vergegenwärtigt werden und dieser ist:

7.     Wenn ein Diener eines reichen Herrn durch dreißig oder vierzig Jahre unermüdet ihm treu und fleißig dient, so wird zuletzt der reiche Herr, wenn er sieht, daß der Diener sein ganzes Leben für ihn geopfert hat, ihn am Ende damit belohnen, daß er ihn frei von allen Lebenssorgen macht, daß er ruhig sein Leben genießen und sich an der Gottes Natur nach Lust und Freude ergötzen kann.

8.     Dieses kleine Beispiel zeigt auf einer Seite, wie Ich, der Herr einen treuen und fleißigen Diener Mir gleich in Liebe und Freude zu leben, belohne, während auf der anderen Seite, wenn ein Diener untreu, faul und schalkhaft ist, gewiß sein Herr ihn nicht am Ende der Dienstzeit mit Schenkung eines Hauses oder dergleichen belohnen, sondern in sein Schicksal gehen, entlassen wird. Wenn nun der Diener alt und arbeitsunfähig ist, so geht er in Not, Elend, Hunger, Kälte und alle möglichen Mißzustände über und muß fort und fort leiden.

9.     Also muß auch eine ungeistig auf der Welt durchlebte Seele im Jenseits in die Strafe übergehen und so lange darin verbleiben, bis sie nach langen Leiden und Entbehrungen wieder reif wird gut zu tun und das Leben nach Meinen Geboten einzurichten.

10.   Ist sie (die Seele) soweit gereift, was oft viele Jahrhunderte des Elends und tatsächlichen Hungerns, des Dürstens, Leidens der verschiedensten Unannehmlichkeiten, des verzweiflungsvollen Tobens im Zorn und Ärger über den nicht enden wollenden peinvollen Zustand der Finsternis und der verschiedenen höllischen Ereignisse dauert, die sich da unter rabiaten Höllengeistern wiederholen, dann kommt ihr erst eine Hilfe durch Belehrung, was sie tun soll, um sich aus ihren traurigen Zuständen zu erlösen.

11.   Jede andere Aufklärung über das Jenseits ist nicht der Wahrheit entsprechend. Die Wahrheit kann nur Ich, da Ich in jeder Seele lebe, geben, nicht aber die Beobachter von der Ferne, oder von Auswärts.

12.   Aus vorliegenden Aufklärungen geht hervor, daß wie der Baum fällt, so bleibt er liegen, (ein Spruch des Apostels Paul) oder wie der Mensch gelebt hat, so stirbt er, und daß seine Taten ihm nachfolgen ins Jenseits. Sind sie gut, so erntet er Gutes, sind sie schlecht, so erwartet ihn nur Schlechtes. Wie seine Sünden beschaffen sind, in solche Gesellschaft gerät er.

13.   Unter den Teufeln ein Engel zu sein, ist wohl schwer, daher auch das langsame Vorwärtsschreiten der Seelen im Geisterreich. — Darum trachte ein jeder gut zu sein, damit er nie seine Lebensweise bereuen muß.

14.   Wie es den Geistern im Jenseits geht, bis sie ihr geistiges Ziel erreichen, lehren euch Meine diesbezüglichen Bücher, welche euch über die Führungen der Geister im Jenseits Auskunft geben, also leset das Nähere darüber in diesen nach.

 

140. Das Karma des Glaubens.

1902, 18. Mai, Graz. Aufklärung des Vaters Jesus, daß der Glaube und Nichtglaube an Christus als Gottvater, die Menschen von Menschen im Geisterreich so scheidet, wie Kinder und Dienstboten im Hause geschieden sind. Die Kinder haben Hausrechte und sind Erben des väterlichen Vermögens; die Dienstboten aber sind bloß das Hausgesinde ohne irgendwelche Hausrechte. 

1.     Wenn der Mensch vollen Glaubens ist, daß dies oder jenes richtig ist und er nicht darnach forscht, ob sein Glaube auch auf dem Boden der Wahrheit beruht, so bildet sich im Menschen ein Glaubenskörper, welcher ihm zu einer Fessel wird und dadurch zum Richter seines Glaubens. Hier bestätigt sich Paulus Spruch: Was du auf Erden säest, wirst du im Jenseits ernten.

2.     Alle diejenigen Völker und Menschen, welche Meine Lehre kennen, aber nicht glauben, verfallen dem Gerichte ihres eigenen Glaubens, speziell aber diejenigen, welche Mich Jesus nicht als Gottvater anerkennen.

3.     Es ist bekannt, daß jeder gute Vater seine Kinder liebt und daß es ihm die größte Freude ist, wenn er im Kreise seiner Kinder sitzt, sich mit ihnen unterhält und ihre Worte und Liebkosungen entgegennimmt. Und also haben auch die Kinder ihre größte Freude, wenn sie sich mit ihrem Vater unterhalten, sich an ihn schmiegen, ihm auf den Schoß sitzen, ihn umarmen und liebkosen können.

4.     Solche Liebhabereien haben bloß der Vater mit seinen Kindern und die Kinder mit ihrem Vater; Dienstboten und Fremde haben kein Anrecht zu dieser großen Freude, wenn sie auch im Hause wohnen und gewisse Hausrechte haben.

5.     Im alten Testamente hieß es: Gott kann niemand sehen und leben, weil Er ein verzehrendes Feuer ist, nämlich der Liebe; denn Gott ist in Sich die reinste Liebe, welche ein geistiges Feuer ist, das im absoluten Zustande zerstörend für den materiellen Fleischleib wirkt, weil niemand die Seligkeiten des Genusses unbegrenzter göttlichen Liebe, wenn sie nicht entsprechend gedämpft ist, ohne Gefahr der tötenden Ohnmacht vertragen kann.

6.     Nach dieser Tatsache wäre es dem Menschen unmöglich je Gott im Fleische zu sehen; allein Gott ist alles möglich, daher war Ich fünfmal im alten Bunde den Menschen in Person eines Engels erschienen, durch den Ich sprach und den Menschen Meinen Willen kundgab.

7.     Durch die Menschwerdung in Person Jesu schuf Ich Mir einen eigenen Leib, durch den Ich Selbst als Mensch lebte und wirkte. Diesen Fleischleib verwandelte Ich bei der Auferstehung in den geistigen Leib und bin seit dieser Zeit ein vollkommener, vergeistigter Gottmensch, gleich den Gestalten Meiner bei Mir wohnenden Kinder.

8.     Darum nannte Ich alle diejenigen, welche den Willen des Geistes Gottes der Liebe, den Ich Vater nannte, erfüllen, Meine Brüder und Schwestern.

9.     Ich Jesus war ebenso gestaltet, wie ein jeder Mensch, jedoch mit dem Unterschied, daß Ich geistig ein vollendeter Gottmensch war und daher mit Gott Eins, wozu die Menschen Millionen und Millionen Jahre brauchen werden, um mit Mir in Allem Eins zu werden. Die Weisheit und Allmacht sind das spezielle Eigentum Meiner Gottvaterschaft, die unerreichbar sind, aber im Bedarfsfalle mit Mir vereint auch durch ein Kind in Erscheinlichkeit treten können, weil in Mir die Gottheit persönlich verkörpert ist so, daß Ich Gott Selber bin, aber im Menschenleibe wohne.

10.   Ich bin daher der Träger der Gottheit Selber und dadurch die heilige Dreieinigkeit Gottes namens Liebe, Weisheit und Allmacht, die in geistiger Entsprechung Vater, Sohn und heiliger Geist genannt wird. Und da Ich nun als Träger Gottes, Gottvater, als das Grundwesen in Gott, Selber bin, und als Geist, wie jeder andere Mensch im Himmel aussehe, obwohl unvergleichbar höher in göttlichen Vorzügen, so ist es evident, daß dadurch Gott durch Mich ein schaubarer Gott geworden ist, da Ich, als dessen Träger, ein Repräsentant Gottes und Gott Selber bin.

11.   Daraus folgt und ist in Mir begründet, daß wer an Mich Jesus als Gottvater glaubt, Mich als Solchen mit aller Kraft liebt und Meinen Willen tut, als Geist die Gnade hat, Mich zu sehen und als Mein Kind, wenn die Tugenden soweit fortgeschritten sind, bei Mir im obersten Himmel zu wohnen, weil dies der Kinderhimmel ist, wo Ich als Vater unter Meinen Kindern wohne und weile.

12.   Die Gnade, in dem Kinderhimmel zu wohnen und Mich von Angesicht zu Angesicht zu schauen, ist undenkbar höher an Genüssen, Glückseligkeiten und Wonnefreuden, als in dem ersten und zweiten Himmel, weil hoch erhaben über die zwei Weisheitshimmel, wohin diejenigen Völker und Menschen kommen, die Mich nicht kennen, oder die nicht glauben können, daß in Christus Gott Selber ein Mensch geworden, unter Menschen gewohnt, sie die Lehre der Liebe gelehrt und zuletzt Sein Blut und Leben am Kreuze für sie dahingegeben hat, um sie von der Strafe des Leidens und vom Kreuzestode zu befreien, welche die Heiligkeit oder Weisheit in Gott bei der Versündigung Adams über das ganze Menschengeschlecht verhängt hatte.

13.   Also sind die Gläubigen an Christus als Gott, berufen, Kinder Gottes und Erben der himmlischen Reiche zu werden, welche ihr am Sternenhimmel bei der Nacht sehet. Der Glaube macht sie zu Göttern und Königen der Riesenwelten und zugleich zu Schöpfern neuer Welten und desto glücklicherer Zustände, je mehr sie sich durch die Liebe mit Mir einigen.

14.   Diejenigen Völker und Menschen, welche Mich nicht kennen, oder an Mich nicht glauben wollen, daß Ich Gott bin, die sind im Verhältnisse der Glückseligkeiten, wie die Diener eines hohen Herrn, den sie aber nie persönlich sehen. Sie haben keine solchen Rechte wie die Kinder. Im Himmel sind solche solange die Enterbten des Erbes ihres hohen Herrn, bis sie an diesen Herrn in Jesus Christus als ihren Gott und Vater glauben und Ihn lieben. Das sollen alle diejenigen, welche Mich Jesus Christus bloß für einen Religionslehrer und Weisen des Morgenlandes betrachten, gut überlegen wie sie daran sind!

15.   Sie werden wohl zu gewissen Zeiten darüber belehrt, aber sie kehren sich nicht gerne an die ihnen dargebotene Wahrheit, und daher verbleiben sie im Verhältnisse wie Knechte und Mägde und haben die Vorteile nicht, die den Kindern des himmlischen Vaters zuteil werden.

16.   Hier ist der Glaube das große Karma mit seiner Ursache und Wirkung, wo der Eine sich selbst zum Dienstboten degradiert, während der Andere zum überglücklichen Kinde wird. Der Glaube des Einen wie des Anderen ist ihm zum Orakel entscheidendster Wirkung, daher wird ein jeder dadurch gewarnt, sich nicht durch verkehrten Glauben den Weg selber zu verrammeln, um ein Kind Gottes zu werden; denn wie oben gesagt, die Dienstboten haben keine solchen Rechte, wie sie die Kinder haben, und daher sind sie auch so lange von der Erbschaft ausgeschlossen, bis sie durch den Glauben an Mich, Jesus, als Gottvater die Kindschaft erlangt haben.

17.   Ich als Gottvater teile nur denjenigen Meine väterlichen Gaben und Gnaden aus, die Mich als ihren Vater betrachten und innig lieben; — denjenigen aber, die Mich nicht als ihren geistigen Vater oder Schöpfer anerkennen, kann Ich keine Kindschaft geben, da es außer Mir keinen anderen Gottvater gibt, sie Mich aber als solchen nicht anerkennen, daher auch nicht als Vater betrachten und somit auch nicht lieben und daher gibt es für sie auch keine Kindschaft Gottes.

18.   Das also ist das große Orakel vom Karma des Glaubens, wodurch die Ursache die Riesenwirkung zeugt, welche wie ein unerbittlicher Richter die Menschen von Menschen scheidet, wobei die Einen im Range der Genüsse und Rechte auf Erbschaft wie die Kinder des Hausvaters, die Anderen aber soviel niedriger an Genüssen und Rechten stehen, wie die Dienstboten gegenüber den Kindern sind.

19.   Liebe Kinder! Beherziget diese euch so ungewöhnlich hohe Offenbarung, damit ihr in Zukunft wisset, euer Schicksal darnach selbst zu bestimmen und zu gestalten; denn was ihr hier säet, werdet ihr dort ernten,  Amen. 

 

141. Die Reinkarnation. Die indische Reinkarnationslehre.

Aufklärung, warum die indische Reinkarnationslehre sehr stark von der Wahrheit der Tatsachen abweicht. 

1.     Die Inder erfuhren die Lehre von der Reinkarnation im 22. Jahrhundert nach der Erschaffung Adams und zwar durch Noas Nachkommen, die sich nach Indien hin ausbreiteten.

2.     Die indischen Meister sind durch die Askese emporgebildete Diener des Geistes ihres Ichs, indem sie durch die Askese oder Fleischlusttötung ihren Körper für alles Irdische abtöten und dem Geist willig machen. Sie sind unermüdlich in dieser Abtötung, es ist ihre Lebensaufgabe. Dadurch wird die Seele lebendig gemacht und kann sich über das gewöhnliche Leben hinausdehnen und so werden sie hellsehend, hellhörend, hellfühlend, eine natürliche Folge einer langandauernden Fleischabtötung zu Gunsten der Belebung der Seele.

3.     Hat die Seele vollkommen die Oberhand über das Fleisch erlangt, dann tritt ihre absolute geistige Tätigkeit und Eigentümlichkeit zum Vorschein. Denn die Seele ist im absoluten Zustande schöpferisch und es geschieht, was sie unabänderlich will. Außerdem werden solche Adepten der geistigen Ausbildung von den bereits in alle Geheimnisse Eingeweihten unterrichtet und so kommen sie auf alle erdenklichen Kniffe der Geisterwelt. Aber nicht alle sind gleich fortgeschritten, sondern es gibt manche Unterschiede unter ihnen.

4.     Ihre durch Askese erzwungene geistige Fortgeschrittenheit entbehrt der Reinheit des Einblickes in alle geistigen Geheimnisse; da ist viel besser ein christlich Wiedergeborener daran, weil er hier Meine spezielle Gnade für die durchgeführte Vergeistigung besitzt, welche man ohne Askese, daher bei viel größerer Anstrengung erworben hat, während in Indien der Selbstzwang besteht, den Ich nicht billige.

5.     Die indischen Mahatmas haben auch das innere Wort, wie die christlichen Vatermedien, aber nicht so wirkend, weil ihre Lebensweise mehr der Weisheit, die der Vatermedien aber der Liebe huldigt, und die Liebe ist der Vater in Gott.

6.     Da sie zu wenig die Liebe pflegen, daher sind sie mehr auf eigene Beobachtungen angewiesen, die aber vielseitig sehr trügerischer Natur sind. Sie wissen, was sie selbst sehen und hören, aber sie fragen sehr wenig um Meine Aufklärung, daher die Unwahrheiten in der indischen Lehre. Es mischen sich Wahrheit und Lüge und darum die Ungereimtheit mancher Lehre und Aufstellung.

7.     Die indischen Religionslehrer lehren, daß der Mensch so oft ins Fleisch treten muß, bis er sein Ziel erreicht hat. Jede Inkarnation ist nach ihrer Lehre die Folge der Handlung, in indischer Sprache Karma genannt, wie er in seiner letzten Inkarnation gelebt hat.

8.     Das Karma soll daher die Ursache sein, daß der Mensch wieder auf die Welt kommt, um sein Leben von der letzten Inkarnation in eine besser-geistige Gestaltung zu bringen und sich somit höher zu schwingen.

9.     War z.B. der Mensch in letzter Inkarnation ein Herrscher und somit ein hochmütiger Mensch, der seine Untertanen als seine Sklaven ansah, so trachtet er infolge dieses Karmas gerade das Gegenteil zu werden und somit reinkarniert er sich als Arbeiter, um seinen Hochmut, sein Rechthabertum, seine Herrschsucht durch Untertänigsein zu unterdrücken. Und so geht er in immer schlechtere Zustände als die früheren waren.

10.   War er aber ein Künstler, Gelehrter, Arzt usw., so möchte er sich wieder diesem Stande widmen, aber — ob er die rechten Eltern dafür antrifft, das ist die Frage, daher eine gewagte Sache.

11.   Nun denke man sich die Reinkarnation dazu, welche alle 1000 bis 1500 Jahre sich wiederholen soll, um endlich glücklich zu werden, dann kann man lange Jahrtausende zählen, bis einer sein Glück erreicht hat! —

12.   Daß der christliche Gott derselbe ist wie der indische, das wird wohl niemand bezweifeln; aber das ist eine Tatsache: die indischbuddhistische Religion hat ein sündhafter Mensch gestiftet; die christliche aber Gott Selber, und in dieser ist die Liebe das Hauptgebot und wer die Satzungen der Liebe erfüllt, kann in wenigen Jahren dorthin gelangen, wozu die Buddhisten viele Tausende von Jahren gebrauchen.

13.   Im Geisterreich ist die Fortsetzung des Lebens auf Erden, aber ohne Fleisch. Dieselben Untugenden, Fleischbegierden und Leidenschaften, die der Verstorbene im Fleische pflegte, hat er mitgenommen und lebt darin weiter.

14.   Diese muß man unterdrücken und in Liebe, Demut, Geduld, Selbstlosigkeit, Barmherzigkeit und Keuschheit übergehen und der Himmel wird erobert; der einzige Umstand ist dabei, daß es viel, viel schwerer und langsamer vor sich geht, weil es vielmehr geistige Hindernisse gibt, als auf Erden.

 

142. Reinkarnationslehre im Alten Testament.

1902, 20. Mai, Graz. Vater Jesus gibt eine Übersicht der Begriffe über die Wiederverkörperungen der Menschen bei den Juden im Alten Testament durch einige Stellen aus den Propheten, Kabbalisten und aus Flavius Josephus nachgewiesen. 

1.     Die ältesten biblischen Beweise sind, wie ihr unter der Besprechung über die Lehre der jüdischen Kabbala ersehet, eines sehr späten Datums, obwohl die Juden uralte Nachrichten davon hatten, daß die Menschen sterben und wieder geboren werden.   Diese Stellen sind:

2.     Psalm 90, 2-3 (Jahr. 1026 vor Chr.): Herr Gott, Du bist unsere Zuflucht für und für! Der Du die Menschen lassest sterben und sprichst: Kehret wieder, Menschenkinder. — Hier wies David hin auf die Reinkarnation seiner Selbst, siehe Hesekiel!

3.     Hesekiel 34,23 (J. 587 v.Chr.): Dann will Ich (Jehova) ihnen einen einzigen Hirten erwecken, der sie weiden soll, nämlich Meinen Knecht David; der wird sie weiden und soll ihr Hirte Sein.

4.     Diese Nachricht über die Reinkarnation Davids ist nur sinnbildlich auf den Samen Davids in Jesus, als geistigen Repräsentanten und Hirten der Seelen aller Menschen gegeben worden.

5.     Maleachi 4,5 (J. 440 v.Chr.): Siehe, Ich will euch senden den Propheten Elia, ehe dann da komme der große und schreckliche Tag des Herrn. — Diese Stelle zeigt auf die Ankunft des Messias, worüber die diesbezüglichen Stellen in Matthäus, Markus, Lukas und Johannes das Nähere angeben.

6.     Makkabäer 7,23+29 (J. 184 v.Chr.): Es wird Der, Der die Welt und alle Menschen erschaffen hat, euch den Odem und das Leben gnädiglich wiedergeben. — So redete die Mutter zu ihren sieben Söhnen, die Antiochus hingemartert hat. Als die Reihe an den Jüngsten kam sprach sie:

7.     Darum fürchte dich nicht vor dem Henker, sondern stirb gern, wie deine Brüder, daß dich der gnädige Gott samt deinen Brüdern wieder lebendig mache und mir wieder gebe.

8.     In diesen wenigen Worten ersieht man, daß die jüdische Reinkarnationslehre nicht indischer Abkunft ist, denn die Inder stellen 1000 bis 1500 Jahre Zwischenraum von einer zur anderen Reinkarnation; die makkabäische Mutter hoffte ihre Söhne noch selbst gleich wieder in ihrem Leben zurückzuerhalten, und diese Lehre ist richtiger als die indische, denn es ist für mich, Der Ich die Seele wieder ins Fleisch treten lasse, keine zeit maßgebend, sondern es geschieht alles nach Umständen, somit kann jemand sterben und gleich wieder geboren werden, oder erst nach vielen Jahren, oder auch nie mehr. — Ich lasse Mir keine Vorschriften von Menschen machen — und ohne Meinen Willen und Zulassung kann niemand wieder ins Fleisch treten. Das ist die wahre Lehre vom Karma und Reinkarnation und keine andere.

9.     Da die Juden die Reinkarnationslehre öffentlich anerkannten, so war sie selbstverständlich von dem Tempel, von den Priestern gelehrt und dadurch unter dem Volke allbekannt. Daher findet ihr in ihrer Geheimlehre "Kabbala" genannt, zwei sehr markante Lehren in einem Satz vereint, nämlich:

10.   Daß der Mensch schon zuvor vors Gericht Gottes gezogen wird, bevor er in die Welt tritt. Diese Lehre enthält das Karma wie bei den Indern, denn es liegt in diesen Worten offen ausgesprochen, daß der Mensch ein Sünder, ein Verbrecher sei, da er vor der Geburt vor das Gericht Gottes gezogen wird, und darin liegt der Beweis, daß er schon zuvor als Mensch gelebt und sich versündigt haben muß; denn als ein aus einer Vogelseele in eine Menschenseele verwandeltes Wesen hätte der ins Fleisch Tretende keine Sünden, um vor das Gericht gezogen zu werden. Dieser Satz in der Kabbala als esoterische Schule der Juden enthält in sich den Sinn einer vormaligen Handlung oder Karma, die eben die Ursache zur Wirkung ist, daß der Sünder vors Gericht gezogen wird.

11.   Mit der Lehre des Karma verband man als selbstverständlich die Reinkarnation, denn dies deutet die Kabbala an in einem Satz indem sie weiter lehrt:

12.   "Alle Seelen sind der Wanderung unterworfen, und die Menschen kennen nicht die Wege des Heiligen (Jehova Zebaot); sie wissen nicht, daß sie vors Gericht gezogen werden, ehe sie in diese Welt eintreten, wie auch nachdem sie diese verlassen haben; sie kennen nicht die vielen Umwandlungen und geheimen Proben, die sie zu bestehen haben". (Sohar II, 99b und 199 b)

13.   Obwohl die Pharisäer und die jüdischen Geheimlehrer "Kabbalisten" genannt, an Karma und Reinkarnation glaubten, so war ihre Lehre doch nicht so klar, wie Ich sie in christlich-theosophischen Diktaten den Menschen durch Jakob Lorber kundgab.

14.   Dieses ersehet ihr aus der Schrift des jüdischen Geschichtsschreibers Flavius Josephus, die er nach der Zerstörung Jerusalems schrieb und "Jüdische Altertümer" betitelte.

15.   In dieser Schrift (18. 1,3) steht geschrieben: "Die Seelen sind nach der Lehre der Pharisäer unsterblich, und es wartet ihrer ein Zustand der Vergeltung nach dem Tode: Belohnung für die Tugend und Strafe für das Laster. Für die Tugendhaften ist die Wiederkehr zum Leben leicht, … sie allein gehen in einen anderen Leib über; die Seelen der Lasterhaften dagegen werden mit ewiger Qual gepeinigt".

16.   An diese Lehre glaubte auch Flavius Josephus, der selbst ein Jude war und der diese seine Überzeugung in seiner Schrift über den Krieg, den die Römer gegen die Juden führten, (de bello Jud. III. 5) der Nachwelt überlieferte.

17.   Die Angabe, daß die Lasterhaften in ewigen Qualen gepeinigt werden, ist unrichtig verstanden:

18.   Sobald der böse Geist seine Gesinnung ändert und vollernstlich Reue und Buße tut, wird er aus den ewigen Qualen durch sich selbst erlöst, da Ich ihm dann die helfende Hand durch Meine Engel biete, die ihn belehren und aufwärts in immer höhere und bessere Zustände leiten.

19.   Es gibt ewige Qualen, aber nicht Ewiggequälte, weil das der ewigen Liebe und Barmherzigkeit in Gott widerspricht und aus Gott einen ewigen unbarmherzigen Tyrann macht. Ewige Liebe und Barmherzigkeit und ewiger unbarmherziger Tyrannismus sind zwei entschieden unvereinbare Begriffe in Gott, daher existiert Letzteres nicht.

20.   Die Lehre der karmischen Reinkarnation datiert bei den Juden seit dem 12. Jahrhundert nach Erschaffung des Adams, weil damals die Reinkarnationen begannen. Da die Adamiten: Lamech, Noas Vater, seine Frau Ghemela und Andere, wie einst Henoch, das innere Wort hatten, bei Noa ist das sogar biblisch erwiesen, so erkundigten sie sich über den Aufenthalt ihrer Verstorbenen und da kam es vor, daß sie auch um solche frugen, die bereits wieder unter ihnen lebten, wenn auch mit einer anderen Gesichtsbildung, da der Mensch meist das frühere Gesicht mit dem seiner Eltern vermischt und so sich unkenntlich macht. Das stammt von den Eindrücken der Eltern auf die Seele, welche den Fleischleib im Menschen bildet. Die Seele erhält vom Geiste Gottes die Intelligenz, daß sie die andere Gestalt und das Gesicht meist nach den Eltern nachbildet und zwar die Buben manchmal nach der Mutter, die Mädchen aber nach dem Vater, dadurch entstehen die Verschiedenheiten der Gesichtsbildungen; aber nicht jedesmal, weil dies eben von dem Willen Gottes abhängt. — Auch der gegenseitige Gemütszustand der Eltern spielt da oft eine entscheidende Rolle auf die Bildung des Gesichtes. — Die Seele aber behält immer ihre ursprüngliche Gesichtsbildung, mag sie noch so viele Reinkarnationen durchgemacht haben.

 

143. Die christliche Reinkarnationslehre.

1902, 17. September, Graz. Vater Jesus erklärt und beleuchtet die verschiedenen Ansichten über die mehrmaligen Wiederverkörperungen der Menschen auf Erden, und die Widersprüche der christlichen und anderen Lehren darüber. Die Reinkarnation ist eine erwiesene Lehre im Juden- und Christentum. 

Seit der Ausbreitung der spiritistischen Mitteilungen und der buddhistisch-theosophischen Bewegung ist die Kenntnis von der Wiederverkörperung oder Reinkarnation in die breiten Schichten des Volkes gedrungen — aber auch Meine Vaterworte lehren euch, daß Wiederverkörperungen der Verstorbenen stattfinden. Also ist das eine allseitig bestätigte Tatsache, die geglaubt werden soll, da Ich sie euch Selber lehre und bestätige.

 

144. Reinkarnationslehre im Neuen Testament.

1902, 22. Mai, Graz. Vater Jesus gibt eine Übersicht der Reinkarnationslehre im Urchristentum, als einer aus dem Alten Testament überkommenen und von Ihm bestätigten Glaubenssatzung. 

1.     Die Reinkarnationslehre der Juden war eine so bekannte Sache unter dem Volke, daß ein spezielles Lehren derselben überflüssig war, jeder wußte davon.

2.     Auch im Christentum war sie nicht speziell gelehrt, darum hat sich deren Kenntnis im Laufe der stürmischen Zeiten der Christenverfolgung immer mehr verloren, bis sie als ketzerisch aus der Lehre verbannt wurde, deshalb blieb sie bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts unter den Christen ganz unbekannt; aber sie wurde doch gelehrt unter anderer, obwohl falscher Form, nämlich durch den Glauben an die Auferstehung des Fleisches am jüngsten Tage vor dem Weltgerichte.

3.     Jahr 30, 25. Mai. — Als Ich in der Wüste Bethabara war, schickten die Juden in Jerusalem ihre Priester und Leviten zum Johannes dem Täufer und fragten ihn:

4.     Wer bist du? Und er sprach offen und frei: "Ich bin nicht Christus."

5.     Nun fragten sie ihn: Bist du der große Prophet? (von dem Moses weissagte – 1457 v. Chr., 17. Mai, in der Wüste. Jehova weissagte durch Moses: Einen Propheten will Ich ihnen erwecken aus der Mitte ihrer Brüder wie dich, und ich will Meine Worte in Seinen Mund legen, und Er soll zu euch reden alles, was Ich ihm gebiete – 5. Mos. 18, 15. 18), aber Johannes verneinte diese Frage; denn der große Prophet war Ich Selber bezüglich der Zerstörung Jerusalems und Vernichtung des jüdischen Reiches.

6.     Nun fragten sie ihn: Bist du Elias? Da er nicht im Sinne des Propheten Elias reinkarniert wurde, verneinte er ihnen auch diese Frage.(Elias schied 805 Jahre vor Chr. am 5. Januar von der Erde)

7.     In Gedränge geraten, da Johannes jede Frage verneinte, sprachen sie zu ihm: Was bist du denn?, daß wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagest du von dir selbst? Und er antwortete ihnen: Ich bin die Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg dem Herrn! wie der Prophet Jesajas (Jahr 723 v. Chr., 17. Mai: Jes. 40, 3; - Joh. 1, 19- 23; - Matth. 33, 3; - Marc. 1, 3; - Luc. 3, 4) gesagt hat.

8.     Aus der Frage, ob er Elias sei, der 805 Jahre zuvor von der Erde schied, bestätigt sich der feste Glaube der Pharisäer, daß die Abgeschiedenen nach einiger Zeit wieder ins Fleisch treten und als Menschen leben.

9.     Jahr 31, 5. Februar. — Zur Zeit, als Johannes im Kerker war, lehrte Ich das Volk, heilte die Kranken und tat verschiedene Wunder. Da sandte Johannes am 5. Februar im Jahre 31 zwei seiner Jünger zu Mir und ließ Mich fragen, ob Ich der verheißene Messias sei, oder ob man soll auf einen Anderen warten. Darauf gab Ich den Jüngern folgende Antwort: Gehet zum Johannes und saget ihm, was ihr sehet und höret:

10.   Die Blinden sehen und die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein und die Tauben hören, die Toten stehen auf und den Armen wird das Evangelium gepredigt (Matth. 11, 2-14)  (wie es Jesaja (Jes. 35, 5.6; - 61, 1 – Jahr 725 v. Chr) von Mir prophezeite), darauf sagte Ich zu Meinen Jüngern:

11.   Johannes ist mehr denn ein Prophet, denn dieser ist es, von dem geschrieben steht: "Siehe, Ich Jehova sende Meinen Engel vor Mir her, der den Weg vor Mir bereiten soll. (Jahr 440, 17. Mai: Maleachi 3, 1) — Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis auf Johannes (von Mir). — Und so ihrs wollt annehmen, er ist Elias, der da kommen soll vor dem Tage des Herrn (Jehova Zebaot als Messias.) (Maleachi 3, 23; - Ps. 24, 7-10; - Ps. 45, 7-8)

12.   Als Zeuge für die allbekannte Reinkarnationslehre unter dem Volke Israels steht besonders hervorragend der Blindgeborene vor dem Tempel, denn Meine Jünger fragten Mich: Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, (Joh. 9, 1-2) daß er ist blind geboren? — In dieser Frage aber liegt eben der Beweis, daß er schon einmal gelebt haben müßte, wenn er vor der Geburt gesündigt hatte.

13.   Als Ich in die Gegend von Cäsarea Philippi (Matth. 16, 13-14; - Marc. 8, 27-28) kam, fragte Ich Meine Jünger, um ihren Glauben zu prüfen: Wer sagen die Menschen, daß der Sohn des Menschen ist? — Sie antworteten Mir: Einige sagen: Johannes der Täufer, den Herodes zuvor enthaupten ließ; Einige: Elias; Andere: Jeremias, oder sonst Einer der Propheten.

14.   Daraus ersehet ihr, daß die Reinkarnation, wie in den angeführten Stellen zu ersehen ist, bei den Juden allgemein bekannt und geglaubt wurde, und Ich widersprach diesem Glauben nicht, sondern Ich bestätigte ihn wegen der Reinkarnation des Elias als Johannes der Täufer.

15.   Inzwischen kamen allerlei Gerüchte von Mir unter das Volk und zum König Herodes, und da äußerte er sich am 24. März: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; darum tut er solche Taten. — Etliche aber sagten: Elias ist erschienen; Etliche aber: Es ist der alten Propheten Einer auferstanden.(Marc. 6, 14-16; - Luc. 9, 7-9)

16.   Dieses Gerede beweißt euch deutlich, daß man an die Reinkarnation fest glaubte.

17.   Nach der Verklärung am Berge Tabor (Matth. 11, 14; - 17, 1-13; - Marc. 9, 10.11) ging Ich mit Meinen Jüngern vom Berge herab und diese fragten Mich: Was sagen denn die Schriftgelehrten, Elias müsse zuvor kommen (vor dem Messias, und wir sahen ihn heute, dachten sie im Stillen.) — Und Ich antwortete ihnen: Ja Elias soll zuvor kommen und alles zurecht bringen. — Doch Ich sage euch: Es ist Elias schon gekommen, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben an ihm getan, was sie wollten. Also wird auch des Menschen Sohn leiden müssen von ihnen. (Jes. 53) — Da verstanden die Jünger, daß Ich von Johannes dem Täufer zu ihnen geredet habe.

 

 

145. Reinkarnationslehre aus den Apostelbriefen.

1.     Das Paulus tatsächlich auf die Reinkarnation anspielte, beweist sein im Jahre 57 vom 22. Oktober bis 5. November verfasster Römerbrief, worin es nach der in Klammern gegebenen Aufklärung der mystischen Worte im Lutherbuch S. 198 heißt: Ihn (Jesum Christum) hat Gott- (-es Liebe) zum Sühnopfer (für die Erbsünde – 1. Mos. 3, 15) bestimmt, vermittelst des Glaubens, (den Jehova durch die Weissagungen von dem ankommenden Retter im Messias als) an Sein Blut, (welches die Liebe Gottes zu Seinen Kindern bedeutet, in ihnen erwecke), um einen Beweis Seiner Gerechtigkeit (gegen die Nachkommen Adams, welche in späteren Inkarnationen von der einstigen Sünde, die sie selber mitbegangen haben, nichts wußten) bei der Nachlassung vormaliger Vergehungen (durch das Sühnopfer am Kreuze zur Rechtfertigung von der Erbsünde) zu geben (Röm. 3, 25 in ChtS. 64; S. 198; - ChtS. 71, 206)

2.     Daß unter vormalige Vergehungen nicht die neutestamentlichen Sünden gemeint sind, beweist euch Petrus im Hebräerbrief (9,15) worin er sich ganz klar ausdrückt: "Jesus ist deswegen Mittler des neuen Bundes, auf daß durch den Tod (Christi), so geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen, die unter dem ersten (oder Alten) Testament geschehen sind, die, so berufen sind, das verheißene ewige Erbe zu empfangen.

3.     Hier ist bloß von denen gesprochen, die im Alten Testamente gesündigt haben, allein im 10. Kapitel und 10. Vers erscheint es, als hätte Petrus ausdrücklich gesagt: Nach dem göttlichen Willen sind wir durch die Aufopferung des Leibes Jesu Christi, ein für allemal gereinigt. Allein dies widerspreche dem, was Petrus im 9. Kapitel und 15. Vers sagte:

4.     Daß Petrus den Sinn "ein für allemal", nicht auf die Sünden, die im Neuen Testamente begangen werden, ausdehnte, beweist die Tatsache, daß Petrus im 10. Kapitel und 26. Vers sagt, daß man nicht mehr vorsätzlich oder absichtlich, nachdem man zur Erkenntnis der Wahrheit gelangt ist, sündigen darf, da für solche Sünden kein Opfer Gottes mehr besteht.

5.     Nach der Äußerung des himmlischen Vaters zu mir, (Schumi) hat Petrus an die Erbsünde und alle daraus entstandene Sünden des alten Testaments gedacht, aber auch die Reinkarnation im Sinne gehabt; denn diesen Sinn hat seine Äußerung, das ist auch deshalb glaubwürdig, weil in der Apostelzeit die Reinkarnationslehre allgemein bekannt war und geglaubt wurde.

6.     Ein treffliches Wort hat Paulus bezüglich des Karma und der Reinkarnation im ersten Sendschreiben an die Korinther geschrieben, welches auf Kretine und Schwachköpfe zeigt: Paulus sagt:

7.     Korinter I. 3,18-19: "Keiner täusche sich selbst! Wenn jemand unter euch sich einbildet, vor dieser Welt ein Weiser zu sein, der werde zum Toren, damit er ein Weiser werde. — Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott.

8.     Da die Weisen bis zu ihrem Tode die Weisen bleiben, so weist diese Bemerkung nur auf die Reinkarnation hin, wo sie als Kretin und Schwachköpfe auf die Welt kommen, um geistig gedemütigt zu werden, da sie sonst ihre falsche Weisheit nicht aufgeben.

9.     Daß es Reinkarnationen gibt, und daß die christliche Theosophie seit Lorber die Reinkarnationslehre besitzt, ersieht man aus den Aufklärungen Jesu im großen Evangelium (Ev. J. Ch.) Bd. I. Kap. 213 — Bd. IV. Kap. 11 — Bd. V. Kap. 136, 232, 235, 237 — Bd. VI. Kap. 61, 65 — Bd. X. Kap. 24 — Bd. X. II. 30.



 

146. Gottes Geist vor und nach der Menschwerdung.

1902, 2. November, Graz. Vater Jesus beweist durch die Tatsachen Seines eigenen Vorlebens und Wirkens vor der Menschwerdung, daß auch der Geist der Menschenseele schon lange zuvor vorhanden sein und verschiedenes durchgelebt und durchgemacht haben konnte, bevor er als Mensch auf die Welt kam.

1.     Dafür, daß der Mensch bei der Verkörperung ins Fleisch, geistig schon vor der Einzeugung da sein muß, liefert euch den Beweis auch Meine eigene Menschwerdung in Christo, denn das wird euch doch selbstverständlich sein, daß Ich als Geist Gottes von Ewigkeit da war, und also trat derselbe Geist Gottes, dessen Tage nach dem Propheten Micha (ChtS. 71) von Ewigkeit her sind, ins Fleisch und wurde ein Mensch, wie alle Menschen es sind.

2.     Diese Tatsache spricht doch so klar, daß ein lichter Geist im Menschen keine logischen Einsprüche erheben kann, denn wenn der Fleischkörper Jesu dieselbe menschliche Emporbildung durchmachte, wie der eines jeden anderen Menschen, so wird es doch verständlich, daß auch für die Menschen der Geist der Seele früher da sein muß, als der Körper, den er dann bewohnt, sowie immer früher der Baumeister da ist, als das gebaute Haus, die Seele ist aber eben der Baumeister ihrer Wohnung, wo sie Zeit ihres Lebens wohnt und wirkt.

3.     Daß die Seele aber schon lange zuvor da sein konnte, bevor sie ins Fleisch trat, zeigt euch wieder Meine eigene Menschwerdung, da Ich nicht bloß von Ewigkeit schon da war, sondern wo Ich das ganze unermessliche Firmament mit Riesenwelten besetzte, die Ich aus dem Seelenleib der Satana erschuf, somit Riesenarbeiten zuvor vollendete, bevor Ich als Mensch in Christo geboren wurde.

4.     Damit ist aber auch der Beweis geliefert, daß der Mensch als Mein Kind und somit als ein Mir nachgebildetes Wesen, auch vieles und verschiedenes früher durchgemacht haben konnte, bevor er ins Fleisch trat, denn wie der Sohn eines irdischen Vaters mit denselben Sinnen und Fähigkeiten in seiner Vollreife ausgestattet ist, die sein Vater hat, so ist auch der geistige Mensch als Kind Gottes mit Allem ausgestattet, um einst in der Vollreife das zu werden, was Ich, sein geistiger Vater bin. Einstweilen reift er aber langsam dahin, um das zu werden, für was er bestimmt ist.

5.     Diese Tatsache Meiner eigenen Menschwerdung als Gott in Christo spricht klar, daß der Menschengeist schon lange früher vorhanden sein muß, bevor er eingezeugt wird; der Unterschied zwischen der einen und der anderen Seele ist wohl vorhanden, aber vorhanden mußte sie als fertiger Menschengeist gewesen sein, denn wo keine Baumeister, dort wird ein Bau mit Millionen Geheimkünsten nicht aufgeführt und der Menschenleib ist ein solcher Bau, der als Wunder bezeichnet werden muß, da er Sachen an sich aufweist, an welchen die gewöhnliche Gelehrtenvernunft nur die Tatsache konstatieren kann, daß sie vorhanden sind, aber nicht nachzumachen, daher habet ihr eine größere Ahnung von der Fähigkeit eurer Seele im Kindesleibe, als das Unvernünftige, was ihr am Leben des Kindes bemerkt. Denn Intelligenz und Wirkung in ihr sind Gaben des heiligen Geistes Gottes, der in ihrem Seelenherz wohnt.

 

147. Menschen als Tiere in Wahrträumen.

1902, 2. November, Graz. Vater Jesus erklärt die Tatsache, daß die bösen Tiere in Wahrträumen, in Tiere verwandelte Verstorbene sind, die zum Beweis der Wahrheit in Zukunft in derselben Tiergestalt sich den Menschen zeigen werden, wie sie geistig aussehen, — wenn sie zur Erforschung der religiösen Wahrheit nach der von Ihm gegebenen Vorschrift (in Kundgaben I. Bd.) zu erscheinen angerufen werden. 

1.     Es gibt wenige Menschen, die keine Träume gehabt hätten, in welchen sie nicht von bösen Hunden, Pferden oder sonstigen bösen Tieren verfolgt und geängstigt worden wären. Diese sind aber keine natürlichen Tiere, sondern lauter Menschen in die Gestalt derjenigen Tiere verwandelt, deren Untugenden sie als Mensch gefrönt haben.

2.     Da solche Wahrträume in jedem Hause vorkommen, daher sind sie eine allbekannte Tatsache, die hier nur die nötige Aufklärung verlangt, um sie zu verstehen.

3.     Im Buche über die Geisterwelt sind verschiedene Tiere angeführt und beschrieben, welche Gattung Menschen die geistige Menagerie im Geisterreich vorstellt, daher will Ich hier bloß die Tatsache kund tun, daß die zweite Hölle sehr stark mit Menschen in Tiergestalten bevölkert ist, und das lauter in Tiere verwandelte Menschen sind, die einst auf der Welt wie die Kretinen, Trottel, angrinsenden Lacher und noch mehrere andere —  den tierischen Eigenschaften huldigten, sei es zum Beispiel als grobe Anbeller ihrer Untergeordneten, sowie als hinterlistige, diebische, mörderische, beißende, unzüchtige, undankbare, faule, gefräßige und wilde Naturen, usw.

4.     Daß solche Tiermenschen früher auf der Erde gelebt haben, ist eben der Beweis, daß sie in Tiere verwandelt wurden, also haben sie sich gewiß soweit und derart versündigt, um in solche Tiergestalten verwandelt zu werden.

5.     Diese Tatsache wird von nun an überall bekannt werden, weil die Verstorbenen in jener Gestalt sich euch zeigen werden, welche sie sich mit ihrem Leben auf der Erde verdient haben, daher wird dies der letzte Beweis der tatsächlichen Wahrheit und daher ist es nicht nötig, die Tatsache mit Worten zu begründen, sondern Ich will euch untrügliche Beweise der Wahrheit liefern und das wird euch als Beispiel dienen, wie ihr leben und handeln sollt, daß euch nicht das gleiche Los trifft.

 

148. Von Hellsehern bemerkte Tiergestalten.

1902, 2. November, Graz. Vater Jesus klärt auf, daß dasselbe was man in Hellträumen bemerkt, auch der Hellseher sieht, daher auch allerlei Tiere, wodurch der Wahrtraum und das Hellsehen sich als identisch erweisen; und daß solche Tiermenschen mit der Zeit wieder reinkarniert werden. 

1.     Neben den Wahrträumen sehen auch Menschen, die mit dem Hellsehen begabt sind, hin und wieder böse Haus- und Wildtiere, welche ihnen Angst machen. Sehet, auch diese Tiere sind dasselbe, was man in Träumen sieht, in Tiere verwandelte Verstorbene, welche tierische Untugenden auf der Welt hatten.

2.     Da jeder Mensch seine guten und schlechten Eigenschaften mit in die andere Welt nimmt, daher lebt er auch im Jenseits in denselben Verhältnissen seiner Tugenden oder Untugenden, wie auf der Welt, aber mit dem Unterschied, daß er, ins Jenseits getreten, in die Sphäre kommt, wohin er mit seinen Eigenschaften gehört, und so sieht ihn dann der Hellseher in der Gestalt seiner Tugenden als Wirkung der Ursache, wie ihr aus dem Leben der Seherin von Prevorst wisset und kennet.

3.     Bessert er sich, so ist es gut für ihn, bessert er sich nicht, wenn er schlechten Tugenden huldigt, so muß er mit der Zeit wieder ein Fleischprüfungsleben durchmachen und so sich in höhere Regionen emporschwingen, wie Ich darüber erklärt habe.

4.     Der Glaube an die Reinkarnation war, wie oben bemerkt, auch im Urchristentum geglaubt, verlor sich aber später im siebenten Jahrhunderte ganz unter dem Volke.

5.     Wie euch Hieronymus († 420) bestätigt, wurde sie = in seiner Zeit nur als esoterische Lehre der Auserwählten, den ersten Christengemeinden, überliefert.

6.     Einige der hervorragendsten, sogenannten Kirchenväter, trugen sie ganz offen vor, so Basilides († 235), Karpokrates († 317), Ephifanes († 403), Tatian († 330), Athenagoras († 430), Klemens von Alexandria († 320), Origenes, Bischof von Alexandria geb. 185 († 254). Auch Tertullian († 240) kam in seinen Ausführungen dieser Lehre sehr nahe und wenigstens die Annahme der Präexistenz wird selbst noch von den jüngeren Kirchenlehrern nicht verworfen, so von Synesius von Kyrene († 317), Hilarius von Poitiers († 367), Nemesius von Emesa († 430), und Anderen, sogar von Augustinus († 437). — Erst unter Justinian auf dem fünften ökumenischen Konzile zu Konstantinopel 553 ward diese esoterische Erkenntnis verketzert; und dennoch blieb ihr Verständnis durch das ganze Mittelalter vielen häretischen Sekten und einzelnen Mystikern erhalten.

7.     Aus Hübbe-Schleiden, die Lehre der Wiederverkörperung im Christentum:

8.     Die Wiederverkörperungslehre wurde verflucht mit den Worten: "Wer eine fabulöse Präexistenz der Seele mit allen Konsequenzen und eine monströse Restoration (die Wiederverkörperung) lehrt, der sei verflucht." (1. Canon gegen Origenes auf dem 5. Ecumanischen Konzil, dem 2. zu Konstantinopel im Jahre 553. Übersetzt aus Denzinger Euchindion, pg. 73, Wieseburghi 1865.)

 

149. Wozu sind die Reinkarnationen?

1902, 23. Mai, Graz. Vater Jesus erklärt, daß die Reinkarnation der Seelen außer der dritten Hölle, aus allen Sphären des Geisterreiches und aus verschiedenen angeführten Ursachen geschehen. Die Zeit aber, wann eine Reinkarnation stattfindet, ist unbestimmt. Irrtümliches in der indischen Reinkarnationslehre. 

1.     Die indische Theosophie, rechte religiöse Philosophie, lehrt Vieles, da sie irrtümlicherweise den ganzen geistigen Fortschritt des Menschen auf Karma und Reinkarnation verlegt, was der Wahrheit nicht entspricht, daher will Ich euch Selber die Sache beleuchten, so weit ihr davon zu wissen nötig habet.

2.     Reinkarnationen gesehen von Seelen aus der ersten und zweiten Hölle, die dritte ist davon ausgeschlossen, weil es da zu bösartige Seelen gibt. Die Ursachen, warum sie reinkarniert werden, sind: Stoische Gleichgültigkeit für alles, daher gibt es weder Fortschritt noch Rückwärtsbewegung im Geistigen, und so muß Ich sie wieder auf die Erde schicken, daß sie ein neues Leben beginnen. — Manche bitten selbst um die Reinkarnation, weil sie sich zu schwach fühlen, um vorwärts zu schreiten. — Manche leben immer fort so, wie sie auf der Erde gelebt haben, zwar böse und unverbesserlich, aber auch nicht nach rückwärts — in die dritte oder unterste Hölle sich bewegend. Wenn Ich sehe, daß nach Hunderten von Jahren nichts gewonnen und nichts verloren wird, so entschließe Ich Mich Selber und lasse sie reinkarnieren.

3.     Viele haben eine solche Sehnsucht wieder auf der Erde zu leben, daß Ich das erhöre, ohne daß sie etwas davon wissen. Es wird ein neuer Gang der Lebensfleischprüfung angetreten. Manchmal gelingt es einen besseren Weg einzuschlagen, manchmal nicht. — Endlich ist es eine Erbarmung Meinerseits, daß Ich solche Seelen, die sich für ewig verflucht und verdammt nach den kirchlichen Irrlehren betrachten, plötzlich wieder reinkarnieren lasse.

4.     Wenn das Kind reinkarniert wird, so wird ihm das Gedächtnis über sein Vorleben genommen, es tritt wie sündenfrei auf die Erde und muß ganz von Neuem sein Karma beginnen. Doch wird kein Sünder früher reinkarniert, bevor er nicht eine entsprechende Zeit in der Qualsphäre verlebt hat; denn es muß doch eine Strafe für die verübten Sünden sein! — die gewöhnlich mehrere hundert von Jahren dauert, manchmal auch 1000 bis 2000 Jahre.

5.     Lebt der reinkarnierte Geist ein tugendhaftes Leben, so ist alles Frühere vergessen, denn er wandelt nach Meinen Geboten und damit merzt er sich die früheren Untugenden aus; lebt er dagegen wieder ein sündhaftes Leben, so ist seine Reinkarnation eine erneute Fortsetzung der Sünden und eine Verschlimmerung der alten wieder erwachten Untugenden, daher die Erarbeitung eines größeren Leidens für das Jenseits, wenn er stirbt.

6.     Es geschehen aber die Reinkarnationen auch aus dem Paradiese und aus den Himmeln. Solche Seelen sind dann freilich mehr für das Geistige eingenommen, als die aus der Hölle hergekommenen. Denn Manche von den Letzteren wiederholen die Reinkarnationsprobe mehrmals; nie aber findet die Reinkarnation mehr als zwanzigmal statt. Denn es verfließen zwischen einer und der anderen Reinkarnation mehrere hundert, manchmal tausend und mehr Jahre.

7.     Nun entsteht die Frage: Warum reinkarnieren sich die Geister aus dem Paradiese, da es ihnen doch viel besser geht, als auf der Erde? — Seht, diese Frage ist wichtig und daher aller Beachtung wert. Die paradiesischen Geister bitten selber um die Reinkarnation, weil sie der guten Ansicht sind, daß sie durch die Einsicht, die sie nun haben und die sie wieder zu entwickeln wünschen um schneller vorwärts zu kommen, tatsächlich vorwärts kommen werden. Sie bitten um solche Eltern, die sie gut erziehen und sie auch durch die Schule ausbilden lassen werden. Und diese Bitte wird ihnen gewährt. Allein da kommt die Kirche mit ihrer Verdummung, der Staat mit seinen höllischen Institutionen und verdirbt den Menschen durch und durch, und so kam es oft vor, daß Geister aus dem Paradiese auf die Erde stiegen, um schneller vorwärts zu kommen — und das Resultat war die Hölle. —

8.     Nun kommen wir noch auf die Reinkarnationen aus den drei Himmeln zu sprechen. In allen drei Himmeln leben die Geister in nie geahnter Seligkeit, im dritten, als dem obersten, weil Kinderhimmel, sind sie bereits Götter; denn sie sind im Stande alles zuwege zu bringen, also auch Welten zu erschaffen und sie mit Geistern aus ihrer Sphäre zu bevölkern, aber selbstverständlich immer im Einverständnisse und durch Mitwirkung Meines Willens, und sehet auch diese steigen zur Erde und lassen sich reinkarnieren, aber meistenteils in recht arme Familien, damit sie durch lebenslängliche Mühe, Plage, Entbehrungen und Leiden sich dadurch geistig neue Erwerbungen schaffen, welche unvergleichlich an Schönheit und Glanz sind.

9.     Freilich gibt es Manche, die auch da den Weg verfehlen und unglücklich enden; allein Ich helfe soviel als es geht, daß sie auf bessere Wege geraten, allein wenn sie stumpf ihre falsch eingeschlagenen Wege fort wandeln und sich durch nichts erwecken und aus den verkehrten Ansichten und Lebenswegen nicht abbringen lassen, so werden sie nach dem Tode gewahr durch Meine Erbarmung, aus welcher Absicht sie auf die Erde gingen, wie sie gelebt und falsche Wege gewandelt und statt gewonnen, nur verloren haben.

10.   Manche klagen sich fürchterlich an, Manche ergreifen die dargebotene Hand der geistigen Freunde und trachten das Mißgeratene bald gut zu machen, Manche aber verfluchen sich selber und gehen in ihr eigen gemachtes Schicksal. —

11.   Also sehet ihr, wie es mit den Reinkarnationen beschaffen ist; denn sie sind aus verschiedenen Ursachen herstammend, dem Einen gelingt es vorwärts zu kommen, dem Anderen aber nicht, da es sich darum handelt, ob der Mensch die dargebotene Beihilfe ergreift oder nicht.

12.   Wenn ein hoch fortgeschrittener Geist reinkarniert, werden seine bisher innegehabten Verdienste einstweilen aufgehoben und bekommt er sie erst dann wieder, wenn er sich wieder von Neuem auf dieselbe Stufe emporgearbeitet hat, damit verdoppeln sich seine Verdienste und daher auch seine geistigen Hochgenüsse.

13.   Die Zeiträume zwischen einer und der anderen Reinkarnation sind verschieden, Manche haben die Gnade sogleich wieder reinkarniert zu werden; denn das hängt von Umständen ab, dann von unnachgiebigen Bitten, ferner von Zufällen, die sie nicht selbst verschuldet haben. Sonst kann die Zeit zwischen sogleich bis 2000 und mehr Jahren angenommen werden, da immer die Umstände maßgebend sind, wann sie stattfinden sollen und können. Will ein fortgeschrittener Geist nicht mehr auf die Erde, so zwingt ihn niemand dazu.

14.   Daß der Fortschritt der Geister nur durch die Reinkarnation gefördert wird, ist eine ganz irrige Ansicht: denn es wäre ein trauriges Zeugnis Meiner göttlichen Allmacht, wenn Ich die Geister nicht auf andere Art vorwärts zu bringen wüßte! — Ich sage euch: Was ein solcher verhängnisvoller Glaube, der nicht aus Mir, der ewigen Wahrheit, sondern aus der Weisheit der indischen Meister (Mahatmas) kam, sich in Ewigkeiten, das heißt in unzähligen Millionen Jahren zu erreichen vorbestimmt, das bringt ein Kind, das an Mich Christus glaubt, durch die Liebe in wenigen Jahren im irdischen Leben zuwege.

15.   Selbstmörder, die durch Ereignisse geradezu gezwungen zum Selbstmord greifen, haben nach Umständen früher oder später die Gnade wieder ins Fleisch zu treten und das Verfehlte gut zu machen.

16.   Die Ansicht, daß man nur durch oftmaliges Wiederverkörpern auf der Erde geistig vorwärts kommen kann, ist ein großer Irrtum. Zwar wird es zugelassen, aber es ist keine Bedingung, daß die Reinkarnation zur Veredelung des sündigen Ich und zum Fortschritt im Geistigen geschehen muß, da man auch ohne Reinkarnation auf der Erde, im Geisterreich vorwärts kommen kann. Somit ist das Karma keine Ursache zur Reinkarnation.

17.   Wenn die Reinkarnation eine Bedingung wäre, ohne welche man im Geisterreich nicht vorwärts käme, so würden die Reinkarnierten in Europa im neunzehnten und Anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts meist die Hölle als ihren Fortschritt sich erworben haben! — da in dieser Zeitperiode Europa die Kulturstätte des höllischen Teufeltums oder Teufelmacherei war und ist.

18.   Daß die indische Religion, welche das ganze Fortschreiten des Menschen im Geistigen nur von der oftmaligen Reinkarnation abhängig macht, sehr verhängnisvoll für den Gläubigen ist, erseht ihr daraus, daß er sein Fortschreiten von einer auf die andere Reinkarnation erhofft und sonst hoffnungslos dahinlebt, daher auch der geringe Fortschritt der Inder im Geisterreich, da man die ganze Ewigkeit als langsames Fortschreiten im Geistigen erblickt.

19.   Bezüglich der Stufenleiter bei der Reinkarnation, was Jemand früher war und als was er nun auf der Erde sein will, ist eine bestimmte Antwort nicht zu geben. Manche leben ihren Passionen nach und kehren mit diesen auf die Erde, um sie wieder so zu haben, Manche, die geistig fortschreiten wollen, erwählen einen niedrigen Stand, als ihr früherer war, um sich mehr zu demütigen, Könige werden Bauern und Handwerker; — Gelehrte, die ihren Gelehrtenhochmut demütigen wollen, bitten um Einzeugung in eine Familie, die sie nicht studieren lassen kann; — Priester, die zuvor Irrlehren predigten, bitten als Bekehrte auch um recht armselige Zustände, um ihre Hab-, Ehr- und Herrschsucht zu unterdrücken und nicht in Umstände zu kommen, um wieder Irrlehren zu verbreiten; — Erzväter, Propheten und solche hochgeistige Menschen erwählen gewöhnlich Armut, um nicht in die geistige Finsternis zu geraten, — aber immer gelingt es ihnen nicht; denn was sie selbst nicht wollen, das wollen ihre Eltern oder Gönner, manchmal auch der Drang nach höherer Ausbildung, und da geraten sie oft in die Wolfsherde, wo sie geistig verfallen.

20.   Unverbesserliche Sünder werden gewöhnlich in kümmerliche Lebenslage gebracht, damit sie nicht so leicht die Gelegenheit finden, die schlummernden Untugenden und Laster wieder zu beleben und sich eine neue Hölle, größer als die erste war, zu bauen.

21.   Die Reinkarnationen geschehen unter allen Völkern und Religionen, und nicht bloß bei einigen, aber nicht so stark, wie bei den Christen und Buddhisten. Dafür, daß die Reinkarnationen auch bei Heiden und wilden Nationen stattfinden, ist der Grund die lebhafte Sehnsucht, wieder als Mensch unter seinen Nachkommen zu leben. — Sonst aber werden sie meist in bessere Religionszustände reinkarniert, um einen Fortschritt damit zu erzielen.

 

150. In der Reinkarnation geahndete Vorlebenssünden.

1900-1902, Graz. Vater Jesus gibt die verschiedenen körperlich sichtbaren Abnormitäten als geistige Fehler und Gebrechen der Menschen kund, welche als Sünden aus dem Vorleben, in der Reinkarnation geahndet werden.

1901, 26. April, Graz. Die Versündigung der Eltern und davon die sichtbaren Folgen an ihren neugeborenen Kindern als Strafe Gottes. 

1.     Jeder Mensch ist ein Produkt seiner eigenen Handlung aus seinem Vorleben, die Inder nennen dies Karma, d.h. "Handlung".

2.     Diese Handlung aber braucht nicht immer von einer vorhergehenden Tatsache auszugehen, daß man immer in elendere Zustände sich reinkarniert, sondern es ist bedingt von verschiedenen Umständen, die selbst den indischen Mahatmas nicht bekannt sind, weil sie den obersten Himmel, ohne an Jesus zu glauben, nicht erklimmen können. Die Reinkarnationen sind von verschiedenen Standpunkten ausgehend, welche nur Der weiß, Der sie leitet, denn die Seelen können nicht selbst ins Fleisch treten, sondern dies ist eine Zulassung Gottes. Könnten die Seelen sich selbst reinkarnieren, dann hätte ein neugeborenes Kind dieselbe Vernunft, dieselben Kenntnisse und Fähigkeiten, wie ein Geist, der schöpferisch im Geistreich ist.

3.     Wenn eines oder beide des Elternpaares sich in der einen oder anderen Weise gegen Gott, Menschen und Tiere versündigen, welches eine empfindliche Züchtigung des Hochmuts, Bosheit oder Lieblosigkeit bedingt, dann kommt es vor, daß ihnen solche Unglücksgeschöpfe als Kinder gegeben werden, daß sie ihr Leben lang daran die Folgen sehen und tragen, und das ist dann tatsächlich eine Strafe Gottes.

4.     Was die Kinder betrifft, die als Blinde, Taubstumme oder mit einem anderen Übel Behaftete auf die Welt kommen oder bald nach der Geburt werden, sind keine Unschuldigen Opfer der damit bestraften Eltern, sondern solche Kinder sind Sträflinge für ihr Vorleben im Fleische und im Geiste, und somit leiden sie für die Sünden ihres Vorlebens und werden dadurch gebessert und gereinigt für ein höheres geistiges Leben der Zukunft.

5.     Aus dieser, Meiner vollwahren Aufklärung, wie Ich die Eltern und Kinder für ihre Sünden strafe, sollet ihr lernen, wie man leben soll, um in Meinen Augen gerecht zu erscheinen, und vor Übeln der Strafen geschützt zu sein.

 

151. Die Gezeichneten.

1902, 30. Oktober, Graz. Vater Jesus erklärt, warum die Gezeichneten vorkommen und warnt vor der Verhöhnung derselben, um nicht dafür gestraft zu werden. 

Der Volksausdruck die "Gezeichneten" bezeichnet diejenigen Personen, welche irgend ein Zeichen oder Gebrechen am Leibe haben. Ich würde euch diese Unglücklichen nicht vor die Augen führen, aber es geschieht als warnende Beispiele für euch Alle, ob gezeichnet oder ungezeichnet, damit die einen erkennen, daß sie in der Reinkarnationsstrafe leben, die anderen aber sich ein Beispiel nehmen, daß man sich vor den Sünden, die im Gebetbuch und hier in der Christlichen Theosophie stehen, hüten soll, um nicht in nächster Reinkarnation als "Gezeichneter", als sichtbarer Sträfling aus dem Vorleben wieder aufzutreten. — Gleichzeitig warne Ich euch ernst, solchen Gezeichneten ihre Leibesgebrechen spöttisch oder boshafterweise vorzuwerfen oder in dieser Art über sie herum zu reden, denn damit könnt ihr gleich dazu setzen: In meiner nächsten Reinkarnation komme ich selber für meine jetzt begangene Sünden als solcher "Gezeichneter" auf die Welt. —

 

152. Das Spotten und Verhöhnen der Gezeichneten.

1902, 30. Oktober, Graz. Vater Jesus erklärt, daß die spottende Versündigung der Eltern die Ursache ist, daß sie eben solche Kinder bekommen, wie der Verspottete war. 

Manche Eltern wissen nicht, woher es stammt, daß sie mit gezeichneten Kindern beschenkt werden, indem sie meinen, daß sie sich nie versündigt haben. Solche Eltern sollen genau ihr ganzes Leben durchforschen und es wird sich schon die Sünde finden lassen, wann und wie sie selbe begangen haben. Wenn sie aber gar nicht drauf kommen, so ist eben der Beweis, daß sie es vergessen haben, nicht aber Ich, Der Ich in einem solchen armen Wesen verspottet worden bin! — Denn was ihr Meinen Kindern tut, das tut ihr Mir, Der Ich das Leben im Kinde bin! — Daher überlegt euch gut, Mich als euren unnahbaren Gott und Richter zu spotten und zu verhöhnen in den Ärmsten! Ich finde euch sicher zu rechter Zeit. —

 

153. An den Früchten erkennt man den Baum.

1902, 30. Oktober, Graz. Vater Jesus erklärt: das Antlitz ist der Spiegel der Seele; die Augen sind ihr Licht, denn das Gesicht und die Augen sind die Kennzeichen, ob eine gute oder böse Seele im Menschen wohnt. 

1.     Das menschliche Leben ist der Kampf zwischen Gutem und Bösem und welchem sich der Mensch zuneigt, dessen Kennzeichen überkommt er geistig und sichtbar.

2.     Ein Mensch, der sich dem Guten neigt, dessen Antlitz wird ein Spiegel der wohlwollenden Seele und aus seinen Augen strahlt das göttliche Licht der Güte und Freundlichkeit. Darnach sind auch seine Tugenden, denn es wird nur Gutes und Wohlwollen aus allem heraussprechen.

3.     Dem entgegen ist das Gesicht eines bösen Menschen wie dessen Augen das äußere Kennzeichen seines inneren Unwertes, seiner schlechten Tugenden und es ist nicht schwer zu erraten, wessen Geistes Kind er ist. Darum adelt eure Seele! Damit das göttliche Licht der Liebe aus euren Augen und das Wohlwollen aus eurem Antlitze allen Menschen entgegen strahle und sie in Liebe in euren Kreis aufnehme und mit eurer Güte beglücke, Amen.

 

154. Blindgeborene.

1902, 23. Juni, Graz. Aufklärung des Vaters Jesus, daß blindgeborene Kinder wegen ihrer eigenen und ihrer Eltern Grausamkeit, die sie an Tieren oder Menschen begangen haben, bei der Reinkarnation damit gestraft werden, immer aber sind beide Teile schuld daran.

Das Blindgeborenwerden ist eine Strafe Gottes an Menschen, welche entweder selbst eine Grausamkeit des Blindmachens an Tieren oder Menschen begangen haben und diese ihnen als göttliche Entgeltung bei der Wiederverkörperung zuteil wird, oder werden solche Menschen, wenn sie als Eltern Kinder bekommen, Letztere blindgeboren; selbstverständlich ist ein solches blindgeborenes Kind nicht von der besten Qualität in seinem Vorleben gewesen, weshalb es eine Strafe durchkosten muß, welche die Grausamkeit seiner Vergangenheit ahndet.

 

155. Einäugigkeit; Schielen; böser Blick.

1902, 30. Oktober, Graz. Vater Jesus erklärt, daß die Einäugigkeit die Strafe für boshaftes Blindmachen; — das Schielen für sündhaftes Anreizen durch die Augen; — und böser Blick das Kennzeichen einer bösen Seele ist. 

1.     Einäugigkeit. Sie ist nicht Geburtsfehler, sondern gewöhnlich später durch ein Unglück erworben, trotzdem ist sie eine Reinkarnationsstrafe für ein Vergehen im Vorleben an einem Menschen, der dadurch ein Auge verlor, oder auch an Tieren, durch boshaftes Blindmachen desselben! —

2.     Die Schielenden. Das Schielen ist die Strafe für die Benützung der Augen zu sündhaften Anreizungen.

3.     Böser Blick stammt her von der Boshaftigkeit der Seele eines aus der zweiten Hölle reinkarnierten Geistes, der im Vorleben herz- und gefühllos gegen den Nächsten war.

 

156. Zwerge.

1901, 13. März, Graz. Vater Jesus erklärt, daß zwerghafte Gestalt die Strafe für Stolz und Hochmut auf ihre herrliche Gestalt in letzter Inkarnation ist. 

1.     Zwerge sind Menschen, deren Vorleben ein herrliches war. Sie waren stattliche Figuren, groß und in allen Teilen wohlgebildet. Daher wurden sie stolz auf diese ihre körperlichen Vorzüge und zugleich hochmütig darauf.

2.     Im Geisterreich trugen sie die Gestalt von Schlange und Löwe und als sie wieder eingezeugt wurden, mußten sie die Gegengestalt des früheren Lebens annehmen, damit sie sich demütigen.

3.     Die Riesengestalt eines Menschen ist aber keine Strafe, sondern ein natürliches Vorkommen; auch ungleiche Größe der Kinder ist keine Strafe.

 

157. Die Krüppel.

1901, 13. März, Graz. Vater Jesus klärt auf, daß die Krüppelgestalt eines Menschen, das äußere Kennzeichen ist, wie er geistig innerlich aussieht. 

1.     Menschen mit ausgezeichneten Talenten, viel Weisheit, wenig oder gar keinen Glauben, kommen, wenn sie gestorben sind, in die zweite Hölle. Dort nehmen sie diejenige Tiergestalt an, welchen Leidenschaften sie am meisten huldigen und leben lange Jahrhunderte in diesem armen Höllenleben.

2.     Solche Menschen sind geistige Krüppel und trotz ihrer Weisheit und Talentschärfe sehr widerwärtige Wesen, von denen sich andere Geister entfernen, weil sie boshaft, falsch und widerwärtigen Benehmens sind. Sie übertrumpfen mit ihren Weisheitsbrocken andere und sind in allen ihren Reden sehr weise und scharfsinnig.

3.     Sie bessern sich nicht, sondern verharren in ihrem Wesen. Daher lasse Ich sie wieder einzeugen, um eine neue Lebensprobe mit ihnen durchzumachen. Manche bessern sich, Manche nicht. Ihre scharfkantige Weisheit, oft von Atheismus begleitet, ist das Merkmal ihres inneren Geistes.

4.     Dieser Geist ist aber weder Gottes- noch Seelengeist, sondern ein Weisheitsfluid aus dem Vorleben, welches der Seele anhaftet und sie beherrscht. Man wird fragen: Wie so? Verfault nicht alle Weltweisheit mit dem Fleischgehirn, da in ihr nichts Liebegeistiges steckt? Da habe Ich euch ein Geheimnis zu offenbaren, damit ihr die Weisheit fliehet.

5.     Die Weisheit ohne Liebe im Menschen ist eine dunkle geistige Luft und repräsentiert den Satan, der ihr Vater ist. Dieser Satan mit seiner Weisheit ist ein Gegenpol in euch gegen Mich und bleibt, weil geistiges Wesen, als Bewohner des Kopfteiles der Seele. Sobald das Kind sich geistig zu entwickeln anfängt, so erwacht auch die Weisheit in ihm und beginnt ihn schnell zu regenerieren nach der Weisheit und weil doch die alten Laster und Leidenschaften der Verstandesweisheit in diesem Weisheitsnebel noch schlummert, so braucht es nicht viel und der Mensch wird wieder ungemein scharfsinnig, beißend in Worten und atheistisch gesinnt, so daß man ihm nicht leicht beikommen kann.

6.     Solche Menschen lasse Ich als geistige Krüppel in der Liebe, — auch körperlich unschön aufwachsen: Entweder kleine Füße und langen Leib, oder lange Füße und kurzen Leib; unförmiges Gesicht; großen Kopf usw., also körperliche Krüppel-zeichen, als Zeichen wie sie innerlich geistig aussehen vor Mir.

7.     Ich hätte noch mehreres kundzugeben — aber wozu? Denket nach, daß geistige Krüppel euch als körperliche Krüppel vorkommen und werdet weise im Geiste der Liebe, damit ihr geistige Ebenbilder Gottes werdet.

 

158. Lahmheit; Verdrehte Glieder.

1902, 30. Oktober, Graz. Vater Jesus klärt auf, daß Lahmheit die Strafe für boshaftes Lahmmachen; — verdrehte Füße oder Hände für Spotten und Verstümmelung eines anderen Wesens ist. 

1.     Lahmheit. Diese Reinkarnationsstrafe trifft solche, welche im Vorleben bei ihrem Nächsten aus Bosheit oder aus irgend einem Grunde schuld waren, daß er lahm wurde.

2.     Verdrehte Füße oder Hände. Diese Fehler und Gebrechen treten nicht als Geburtsfehler auf, denn die Kinder kommen fehlerfrei auf die Welt, sondern sie entstehen später durch eine oder andere Ursache, aber sie sind immer Strafen für begangene Sünden in der letzten Inkarnation.

3.     Solche körperliche Fehler sind Verschuldungen durch boshaftes Spötteln, durch boshafte Verstümmelung einer Person, eines Kindes oder Erwachsenen ist Nebensache, also auch Grausamkeit an Tieren in dieser Richtung; daher seid barmherzig und mitleidig als Menschen, damit euch nicht solche Reinkarnationsstrafen ereilen! Lehret eure Kinder, daß sie zartfühlend, barmherzig und mitleidig mit jedem Tiere und Tierchen umgehen, und seid selbst das Muster der Liebe und Barmherzigkeit euren Kindern, damit sie sich nach eurem Leben richten und glücklich werden auf der Welt.

 

159. Buckelige.

1901, 26. April, Graz. Vater Jesus klärt auf, daß das Buckeligsein die Strafe für ungeistige Handlungen ihrer Eitelkeit und hochmütiger Einbildung auf die Körperschönheit im Vorleben ist. 

1.     Heutzutage sieht man sehr viel buckelige Menschen; einst war dies nicht der Fall, weil die Ursachen dazu nicht so stark vorhanden waren, wie es jetzt der Fall ist.

2.     Vom ärztlichen Standpunkte aus gibt es verschiedene Ursachen, denen man das Buckligwerden zuschreibt; von Meinem Standpunkte sind es aber geistige Ursachen, auf deren Grunde dann die materiellen entstehen. Ich weiß genau alles, was den Menschen im Fleischleibe erwartet und daher gebe Ich solche Seelen dazu, welche durch körperliche Schäden die Sünden des Vorlebens abbüßen müssen.

3.     Die Eltern, welche bucklige Kinder haben, sollen sich nicht darüber kränken; denn entweder sind sie selber schuld daran, oder sind solche Kinder für sie eine Gnade in einer oder anderen Beziehung. Zwar kommt kein buckliges Kind auf die Welt, weil die Seelen nicht bucklig sind, aber es gibt keine Wirkung ohne Ursache und so auch hier, und diese weiß nur Ich, Der Ich die Wirkung in Erscheinlichkeit treten lasse.

4.     Es gibt Seelen, welche im Fleischleibe ihre Schönheit der Gestalt als Aushängeschild für ihre ungeistigen Handlungen benutzten und dadurch vollbeladen mit Sünden und dazu sich noch etwas darauf einbildend — ins Geisterreich kommen. Solche Seelen sind dann nicht zu heilen mit vernünftigen Worten, weil sie voll eitler Einbildung auf ihre Körperschönheit sind. Was kann man mit ihnen anderes machen, als sie wieder ins Fleisch treten zu lassen, aber unter solchen Verhältnissen, daß sie gerade das Gegenteil des Vorlebens durchkosten? Mit verunstaltetem Körper sind sie ein Gespött für Andere, und ein Hindernis für sich selbst, etwas Besonderes vorzustellen; dadurch aber lernen sie meistenteils die Demut und um das hat es sich gehandelt bei der Reinkarnation.

5.     Werden solche gestraften Seelen dennoch nicht demütig, sondern hochmütig — so müssen sie nach ihrem Tode wieder zurück, aber in noch viel ärmere Zustände treten; denn nun haben sie die Sünden für zwei Inkarnationen zu büßen. So strafe Ich die Seelen, ohne ihnen mit Gewalt des Wortes des Gesetzes vorzutreten und das Gericht zu verkündigen. Sie müssen so oft das Gericht, — die Strafe, und so lange abbüßen, bis sie sich gedemütigt haben. Hütet euch daher vor der Eitelkeit auf eure körperlichen Vorzüge, damit ihr nicht zu Sträflingen eurer Eitelkeit, und hochmütiger Einbildung werdet!

 

160. Kretinen.

1900, 23. Oktober, Graz. Vater Jesus klärt auf, daß Kretinen sich aus solchen Sündern des Vorlebens rekrutieren, welche gottlos und Massenverschlechterer der Mitmenschen waren. 

1.     Es ist dem Menschen die Freiheit im Leben gegeben, daß er gut oder böse werden kann. Daher ist jeder Mensch nach göttlichem Ratschlusse freigegeben, daß er sich ganz nach seinem Belieben zu einer Gottheit oder zu einem Teufel empor- und ausarbeiten kann.

2.     Viele Menschen kommen auf die Erde, um hier Mich, ihren Vater und Schöpfer, zu finden, und so Mancher findet Mich wirklich; Manche aber verfallen in die Materie, sie glauben nichts, werden gottlos und dadurch tierisch durch die Lieblosigkeit und Leidenschaften, die sie ärger als zu Tieren degradieren. Es gibt zweierlei Wege, durch welche ein Mensch zum geistigen Tiere wird. Einige rekrutieren sich aus den Menschen, die vordem als große edle Geister in anderen Sternenwelten, oder die schon vordem ein- oder zweimal auf der Erde gelebt haben, die Zweiten sind aus Menschen, die das erste Mal auf der Erde sich durch das Mineral-, Pflanzen- und Tierreich durchgearbeitet und zur Würde des Menschen gelangt sind.

3.     Wenn solche Menschen auf der Erde allen Glauben abgeworfen haben und dazu noch tierische und ungeistige Eigenschaften angenommen, z.B. im Geschlechtsleben, als Prasser, Säufer usw. oder gar ein öffentlich skandalöses Leben zum Ärgernis für Andere geführt haben, sei es als Tänzerinnen oder Ballett-Tänzerinnen, Coupletjäger mit zur Sünde verführerischem Inhalt, Schreiber von sittenverderblichen Büchern, oder solche Maler, Künstler usw. und solche Menschen sterben, so werden sie im Geisterreich Tiere, oft mit bösem Gemüte. Nach längerer Zeit lasse Ich sie wieder einzeugen und da kommen solche Kretinen zur Welt, die halb Tier, halb Mensch sind, weil zu wenig oder gar kein Geist Gottes in ihnen wohnt. Ist letzteres der Fall, so sind sie auf niedrigerer Stufe als Tiere und können keinen verständigen Laut von sich geben, weil Gott als Wortgeber in ihnen fehlt. Sie sind allen zum Gespött, sich selbst zur Last und den Menschen oft gefährlich.

4.     Eltern, die solche Kretinen bekommen, sind sehr unglücklich, aber sie sind selbst schuld daran: entweder durch Verspottung solcher armen Wesen, oder durch ein anderes Verfehlen gegen Gott oder Menschen oder solche unglückliche Wesen. Eltern, die sich nie gegen solche versündigt haben, werden nicht gestraft damit.

5.     Ein Kretin muß nach seinem Tode nach einem gewissen Zeitlauf wieder eingezeugt werden, um ein Mensch mit Verstand und Bildung zu werden; denn die Reinkarnation als Kretin, war eine Strafe für die Seele, daß er zum Gespött der Menschen ist; die nachträgliche Reinkarnation bringt ihm wieder die Würde eines Menschen. In Steiermark, dem Vaterland der Kretinen, nennt man sie Todel, in Kärnten Tocker.

 

161. Die Trottel und Gangtrottler.

1902, 30. Oktober, Graz. Vater Jesus klärt auf, daß diese Gattung Menschen die Strafe durchmachen müssen, für ihr ungeistiges, viele Menschen in Sitten verschlechterndes Vorleben. 

Von diesen angeführten, armen Geschöpfen, die oft Einen lachend angrinsen, gibt es in den deutschen Ostalpen viele. Ihre Abkunft ist eine sehr traurige. — Hättet ihr das Bild eines solchen halbtierischen Trottels aus seiner letzten Inkarnation vor euch, so würdet ihr einen feinen, hochgebildeten Menschen vor euch sehen, der einst der Welt mit seinem Talent, seinen Geistesblitzen und geistigen Leistungen imponierte. Da deren geistiges Vorleben den Kretinen ähnlich oder ziemlich dasselbe war, so findet ihr dort die nähere Auskunft darüber. Einst hüpfte er zierlichen Fußes auf der Theaterbühne oder in Tanzsalonen, jetzt trottelt er armselig und mit schweren Füßen herum — stottert oft kaum verständige Worte: tierisch gelebt, tierisch gestorben, Tiergeist geworden und als Tiermensch reinkarniert wieder auf die Welt gekommen.

 

162. Die lachend angrinsenden Trottler.

1902, 30. Oktober, Graz. Vater Jesus klärt auf, daß diese Menschen die Strafe für ihr massenhaftes Sittenverschlechtern der Mitmenschen in ihrem Vorleben abbüssen. 

Angrinsende Lacher findet man meist unter den Kretinen und Trottlern und sie repräsentieren die einstigen dummen Auguste der Zirkusse und Witzeschneider der Theater, welche einst die Lachmuskeln der Zuschauer kitzeln und aufregten, nun aber dafür grinsend lachen, wo sich jeder vernünftige Mensch schnell von ihnen abwendet, daß sie ihm nicht nahe mit ihrer grinsenden Blödheit kommen. — Daraus könnet ihr entnehmen, wie Ich mit euch zufrieden bin, wenn ihr solchen Witzmachern im Theater, Zirkus oder öffentlichen Couplet-Singen euren Beifall klatschet und ihnen helfet ein größeres Höllentier nach ihrem Leibestode zu werden, denn solche Späße, Witze und Scherzgesänge sind die hohe Schule der Sittenverschlechterung.

 

163. Idioten, Genies und Blödsinnige.

1902, 30. Oktober, Graz. Vater Jesus klärt auf, daß Idioten die Strafe für die Versündigung der Eltern; — Genies oft Wiedereinzeugung eines Künstlers in dieselbe blutverwandtschaftliche Familie; — und Blödsinn Strafe für witzige Spöttelung der Nebenmenschen ist.

Idioten und Genies in einer Familie. Diese Ausnahme kommt daher: Der Idiot ist eine Versündigung der Eltern, somit Strafe, sei es aus dem Vorleben oder der Gegenwart; — das Genie ist aber ein geistig Fortgeschrittener aus der Vorzeit, der wieder in derselben Familie eingezeugt wurde, was oft auf Bitte des Geistes geschieht. Auch im Rausch erzeugte Kinder werden zur Strafe Idioten, — denn die Zeugung eines Kindes ist die Zeugung eines Kindes Gottes, daher ein heiliger Akt; ihr aber übet das oft tierischer, als das allergemeinste Tier aus, und daher die Strafe!

Blödsinnigkeit ist Strafe für zu kecke und geringschätzige weisheitliche Behandlung der Nebenpersonen, die sogenannte lange, spitzige und den Nächsten mit der feinen Weisheit behandelnde Zunge! — womit er gehänselt, gespottet und als geringeres Wesen malträtiert wird durch die witzige Weisheit, welche dann in der nächsten Inkarnation in Blödsinn verwandelt wird.

 

164. Die Großschädel und Kröpfige.

1902, 30. Oktober, Graz. Vater Jesus klärt auf, daß solche Menschen die Strafe für begangene Verspottung durch Eltern, oder selbe im Vorleben begangen, abbüssen. 

Großschädel. Menschen mit proportionell zu großem Kopfe sind gewöhnlich Sündensträflinge aus dem Vorleben in der jetzigen Reinkarnation. Das Spotten und Verhöhnen von einst kommt jetzt zur Ahndung. — Dicker Hals ist keine Strafe.

Kröpfige. Der Kropf wird wissenschaftlich als Ursache des mineralischen Wassers betrachtet. Diese Ansicht ist zwar richtig, aber es steckt auch eine geistige Strafe für begangene Sünden darin und zwar fürs Spotten und Verhöhnen entweder durch Eltern oder durch sich selbst begangen. Aber auch die Vorlebenssünde kommt als Strafe in der Reinkarnation geahndet vor, wenn sie nicht zur Zeit des Lebens abgebüßt wurde.

 

165. Taube.

1901, 27. Mai, Graz. Vater Jesus klärt auf, daß das Taubsein die Strafe ist, weil solche Menschen in ihrem Vorleben Anderen für ihre erworbenen Kenntnisse und Vorzüge neidig und übelgesinnt waren. 

1.     Menschen, welche Anderen ihre Kenntnisse und erworbenen geistigen Vorzüge durch Schule und Erziehung oder durch selbsttätige Erwerbung derselben mißgönnen, sind neidige hochmütige und schadenfreudige Menschen, die das einem Anderen nicht gönnen, was sie nicht haben, oder haben können.

2.     Da aber die Kenntnisse nur durch Schulunterricht oder Erziehung erworben werden, welche man sprechen hört und wieder sprechend Anderen vorträgt, daher das Karma, daß so ein neidiger Mensch des Organs entbehren muß, welches ihn befähigt, den Kenntnissen Anderer zuzuhören, oder eigene Anderen vorzutragen.

 

 

166. Stumme.

1901, 27. Mai, Graz. Vater Jesus klärt auf, daß die Stummheit die Strafe für solche ist, welche in ihrem Vorleben ihre rednerische Überlegenheit dazu benutzten, Andere durch brutale Beherrschung und Unterdrückung nicht reden, oder ihre richtige Ansicht nicht vor- und durchbringen ließen. 

Viele Menschen haben eine große Unart, daß sie niemanden ein Recht einräumen beim Sprechen oder Ansichtgeben seiner Meinung und wollen überall tonangebend und die Meinung beherrschend sein, ob diese der Wahrheit entspricht oder die Wahrheit grausam unterdrückt, ist ihnen Nebensache, während ihre persönliche Ansicht überall durch rednerische Überlegenheit zur Hauptsache erhoben wird. Solche Wort- und Sprachhelden werden mit der Stummheit bei der Wiederverkörperung gestraft, damit ihr Hochmutskitzel, überall das erste und tonangebende und Menschen Beherrschende Wesen zu sein, dann als Letzter, als Stummer da zu stehen. Solche Stumme haben wohl eine große Lust drein zu reden, allein sie sind gezwungen, ihre Verstandesweisheit, die einst hochmütig über die Nebenmenschen triumphierte, durch die erniedrigende Demut der Stummheit zu büßen und sich alles gefallen zu lassen. Dadurch werden sie von ihrem, die Menschenmeinung beherrschenden Hochmut kuriert und für das geistige Fortschreiten tauglich gemacht.

 

167. Taubstumme.

1901, 27. Mai, Graz. Vater Jesus klärt auf, daß die Taub-Stummheit die Strafe für spöttelnde Verhöhnung armer tauber oder stummer Mitmenschen aus dem gegenwärtigen oder aus dem früheren Leben ist. 

1.     Nie soll der Mensch Arme, die taub oder stumm sind, in seinen Wirkungskreis der Geringschätzung einbeziehen, indem er sich Scherze, Witze und allerlei Dummheiten mit solchen in göttlicher Strafe lebenden Menschen zu machen, oder sie sonst wie immer zu unterdrücken erlaubt.

2.     Meine strafende Hand ist gegen solche lieblose Frevler zwar langmütig, aber sie bleibt nicht aus. Entweder werden sie schon in diesem Leben oder bei der Wiederverkörperung bestraft, daß sie selbst ihr Leben lang an denselben Fehlern leiden müssen, wegen welchen sie Andere geringschätzten, verspotteten und unterdrückten aus irgend einem Grunde, mag dies aus Scherz oder persönlicher Vorteile wegen sein.

3.     Daher soll sich ein jeder gut überlegen, was er tut, daß er nicht als Vergeltung dasselbe ernten wird, was er gesäet hat.

 

168. Das Verschauen (oder Versehen) der Mutter.

1902, 30. Oktober, Graz. Vater Jesus erklärt, daß hauptsächlich von dem Verhalten der Mutter während der Schwangerschaft die Gesichtsbildung des Kindes abhängt, zum Teil aber auch vom Vater. 

1.     Eine wichtige Rolle spielt das Betragen der Mutter in der ersten Zeit der Schwangerschaft, da das Kind noch in der Bildung ist. Die Seele des Kindes ist mit der Seele der Mutter wie ein Wesen in der geistigen Fühlung, daher muß die Mutter in der Zeit der Schwangerschaft die größte Aufmerksamkeit auf sich selbst haben, damit sie nicht Fehler begeht, welche dann dem Kinde äußerlich materiell sichtbar oder geistig-seelisch wirkend angeboren werden.

2.     Die Eigenschaften und Leidenschaften der Mutter bekommt das Kind durch das Blut, woraus es aufgebaut ist; Vaters Eigen- und Leidenschaften meist durch den Geist der Ausströmung aus dem Vater bei der Annäherung der Mutter, denn die Seele des Kindes nimmt alles auf und verwertet es zum Aufbau des Kindesleibes und sich selber! —

3.     Wenn aber die Mutter sich recht sinnig in eine Person verschaut und lange ihre Augen darauf haften läßt, dann wird die Seele des Kindes wie hypnotisiert von den Gedanken und Sinnen der Mutter, und weil die Gedanken und Sinne geistige Körper im Gehirn der Mutter bilden, so überkommt die Seele des Kindes mehr oder weniger den geistigen Eindruck diese so scharf verschaute Gestalt nachzubilden, die sie als Muttervorbild betrachtet, und so bekommen die Kinder die Gesichter bekannter Personen, Hasenscharten, den Tieren ähnliche Gesichter und verschiedene Mißbildungen, die leicht vermieden werden können; aber auch die herrlichsten Kopf- und Gesichtsbildungen, wenn das Verschauobjekt ein solches Kind oder auch gemaltes Bild ist.

4.     Die Körperbildungen sind oft eine Schuld der Mutter. Daher Mütter! Nehmet euch in Acht, daß ihr in solchen Zuständen nach Meinen Vorschriften lebet und nur in Herrlichem, Erhabenen eure Augen weiden lasset! Die äußerst traurige "Maria sieben Schmerzen" hat schon manchem Kinde ihre Physiognomie gegeben. — Daher Obacht! Denn Kopf, Augen, Ohren, Nase, Gesicht usw. kann durch Verschauen schön oder garstig werden, je nachdem in was sich die Mutter sehr vertieft hat: Die Mutter ist der Bauzeichner, die Kindesseele der Baumeister nach der Zeichnung.

5.     Aber auch für die Gehirnbildung, und die Intelligenz des Kindes sind die Eltern das Vorbild der Kinderseele. — Wie es im Gebetbuch erzählt wird, überkommt das Kind ein Teil des Vater- und ein Teil des Muttergeistes, mit diesen zweien ist die Kindesseele in steter elektrischer Fühlung mit der Mutter und mit dem Vater, und mit was sich die Mutter und der Vater geistig beschäftigen, das überkommt die Seele durch diese elektrische Verbindung, darum kommt es vor, daß von Eltern, wo zum Beispiel der Vater sich besonders seinen Kopf in einer Wissenschaft anstrengt, das Kind die geistige Strömung der Intelligenz davon bekommt, daher meist intelligente Kinder von intelligenten Eltern, wenn nicht dazwischen auch Mißgriffe oder Fehler der Eltern das Gute in irgend einer Art beeinträchtigen oder gar zerstören. Besonders wirksam ist die Intelligenz des Vaters auf das Kind, wenn der Vater in der Nähe der Mutter weilt, weil dadurch die Kindesseele elektrisch und beschauend die Intelligenzbildung des Vaters an sich zieht und assimilierend sich einverleibt.

6.     Begehen aber die Eltern zur Zeit der Schwangerschaft Lebensfehler, dann ist von einer eingeborenen Intelligenz der Kinder keine Rede, sie sind gewöhnliche Produkte, in die bereits der Keim zum Schlechten gelegt ist.

7.     Es gibt Ausnahmen, aber diese sind wieder geistiger Natur, durch einen der Eltern, oder durch intelligente Umgebung wo die Kindesseele nur Edles, Erhabenes sieht, oder durch spätere unbewußt fortgesetzte Weckung des Kindesverstandes, wodurch doch ein intelligentes Kind daraus wird, weil der Mensch fortwährend das in sich aufnimmt, was ihm vom ersten Tag der Empfängnis bis zu seinem Lebensende für seinen Seelengeist geboten wird.

8.     Daher, wollt ihr bildschöne und intelligente Kinder haben, so müsset ihr selber so vorgehen, wie die geistige Bildung des Kindes dies verlangt. Denn es hängt alles von den Eltern ab, wie ihre Kinder werden. Wenn die Eltern nach Meiner göttlichen Vorschrift leben und diese Vorschrift richtig zu benützen verstehen, so werden sie solche Kinder haben, wie sie sich selber wünschen, weil die Sinne der Eltern der Kindesseele das Muster zu ihrer eigenen Ausbildung sind; und sind die Eltern nicht schöner Gestalt und Gesichtsbildung, so kann die Mutter durch ein schönes Bild, durch ihre stete fortdauernde Sehnsucht und Vertiefung oder Einbildung dieses Bild geistig in sich aufnehmen und im festen Glauben, daß sie so ein Kind bekommt wie das Bild ist, zu einer fertigen Tatsache bringen, denn auf diese Art vorgegangen, können garstige Eltern ein bildschönes Kind bekommen, natürlich soll die Mutter in ihrer Sehnsucht und Vertiefung sich nicht auf sich selbst verlassen, sondern auch Mich um Erfüllung ihres Wunsches bitten, und es wird geschehen. — 

 

169. Stehlsucht.

1. Die Menschen sagen: Wenn die Mutter während der Schwangerschaft etwas stiehlt, dann wird ihr Kind ein Dieb.

2.     Diese Ansicht ist eine irrige; daß diebische Eltern ihre Kinder zu Dieben erziehen, ist etwas selbstverständliches, und daß Eltern, die selbst gern stehlen, ihre Kinder nicht bestrafen, wenn diese etwas Fremdes sich aneignen, liegt in der Natur der Sache; Klein gewohnt, Alt getan, ist indes schon im Sprichworte begründet und allbekannt, allein die sogenannte

3.     Kleptomanie liegt auf einem anderen Grunde und dieser ist: Manche diebische Personen können ihre Gewohnheit weder als Person noch als Geister ablegen, daher werden sie hin und wieder in reiche Familien reinkarniert, wo sie von Allem in Überfluß haben, wodurch sie die Lust zum Stehlen nicht reizt, da sie ja kaufen und mit Geld alles haben können. Wenn es dann doch noch geschieht, so ist eine so große Manie zum Stehlen vorhanden, daß selbst der Überfluß dies nicht ganz zu verhindern im Stande ist, aber gemindert wird die garstige Leidenschaft jedenfalls. 

 

170. Warum bekommen Diebe, Räuber, Mörder und andere Verbrecher auch Kinder, da sie selbe voraussichtlich verderben?

1903, 23. April, Graz. Vater Jesus erklärt, daß Geister der Verbrecher deshalb wieder durch Verbrecher in die Welt kommen, weil sie das ausdrücklich haben wollen, wobei manchmal doch ein Fortschritt durch Lebenszufälle erzielt wird, die dem jungen Spross eine andere Beschäftigung zuführen. 

Es gibt Geister, welche einen solchen intensiven Drang nach der Reinkarnation in eine Familie haben, die ihren ungestümen Begierden und Gelüsten entspricht, daß sie für keine anderen Ansichten und Ziele einen Wunsch hegen noch haben. Da mit solchen Geistern nichts zu machen ist, daher wird ihrem Drange entsprochen und sie treten wieder ins Fleisch. Manchmal wird bei solchen Wildlingen das alte einst geführte Leben fortgesetzt, Manche aber finden durch eingetretene Umstände eine andere Richtung, welche sie bessere Wege führt, und dadurch wird ein Fortschritt durch die Reinkarnation erzielt. Daher soll niemand die Sache falsch beurteilen; denn es kommt nicht auf Mich, sondern auf den ausdrücklichen und anhaltenden Wunsch und Drang des Geistes an, was aus ihm werden soll, besser oder schlechter, da Ich die Freiheit des Geistes nach Möglichkeit berücksichtige. 

 

171. Das dritte Geschlecht. Die hellenische Liebe.

1901, 13. März, Graz. Vater Jesus klärt auf, daß die Menschen mit hellenischer Liebe eine frühe Vermählung benötigen, um von der unnatürlichen Liebe abzulassen. 

1.     Die Menschen mit heißem Blute und widernatürlicher Geschlechtsliebe kommen in heißen Ländern vor, kalte Gegenden haben selten einen solchen Menschen, weil das das Klima beeinflußt.

2.     Menschen, wo Mann wider Mann verlangt und heißverliebt in ihn ist, sind Ausgeburten geistiger Verrücktheit. Äußerlich sieht man nichts Besonderes an ihnen, anders ist es innerlich. Sie sind wild-wollüstig und eines ekelhaften Dranges nach menschlicher Vereinigung und zwar in verkehrter Richtung, weil das Natürliche für sie keinen Reiz hat, auch fürchten sich Manche vor den Folgen.

3.     Solche Menschen zu heilen ist kaum möglich, weil sie zu wild-heiß dafür eingenommen sind. Sie benötigen eine Reinkarnation unter Bedingungen, daß sie bald nach Mannbar-Werdung eine natürliche Liebe führen können, dadurch entwöhnen sie sich ganz des unnatürlichen Lebens und sind Menschen gewöhnlichen Schlages.

 

172. Warum kommen Zwitter auf die Welt?

1901, 13. März, Graz. Vater Jesus klärt auf, daß Zwitter große Unzüchter aus dem Vorleben sind, die durch Verstümmelung etwas gebändigt werden. 

1.     Jeder Mensch soll seine lüsternen Begierden nach Möglichkeit zähmen und nicht ihnen freien Lauf lassen, damit sie nicht verwildern.

2.     Die Zwitter sind Menschen, welche in ihrem Vorleben ein skandalöses Geschlechtsleben geführt haben und sich in diesem Leben zu menschlichen Schweinen degradierten. Ins Geisterreich angekommen, setzen sie dieses Leben mit Gleichgesinnten fort und zwar in der scheußlichsten Art und Weise. Ihre Körpergestalt war halb Affe, halb Schlange infolge der Repräsentanz der ausgearteten Erbsünde der Unzucht: Affe als unzüchtiges Tier; Schlange als Entsprechung paradiesischer Schlange der wollüstigen Selbstsucht.

3.     Da die Seele eines unzüchtigen Menschen nicht so leicht zu bändigen ist, mußte bei der Wiedereinzeugung das Geschlecht verstümmelt werden, um dem ungestümen Drange nach Lüsternheit einen großen Damm zu setzen.

4.     Das ist also die Ursache der Zwittergeburten und es wäre angezeigt, solche Menschen zu belehren, wie sie daran sind, um nicht wieder unglücklich ins Jenseits zu gelangen. Am besten ist es, man gibt ihnen diese Aufklärung zu lesen.

5.     Daß sie so ungleich vorkommen in Bezug auf männlichen und weiblichen Reiz ist wieder die Ursache, ob sie männlicher oder weiblicher Abstammung waren. Die Neigung gibt den Ausschlag, da die Verstümmelung nicht über die Grenze des Geschlechtes reicht.

6.     Was künstliche (hypnotische) Verhinderung betrifft, diese ist vor Mir nicht erlaubt; denn mit Gewalt kann Ich sie Selbst umändern und brauche keine Helfer; allein Ich will, daß sich jeder seinen Himmel verdienen muß, sonst kommt er nicht hinein, daher raubet ihnen den Himmel nicht!!! — Die Belehrung muß frei im wachen Zustande geschehen. 

 

173. Neigung Mann zu Mann und Weib.

Diese sind hellenische Wüstlinge. 

 

174. Neigung Weib zu Weib und Mann.

Diese sind hellenische Wüstlinge. 

 

175. Neigung Weib zu Weib.

1.     Ein solches Weib ist seelisch Mann und nur fleischkörperlich Weib, um die Lust dadurch zu bändigen. —

2.     Alle solche Wüstlinge sind besessen von Unzuchtgeistern. Ihre Besserung ist meist nur auf der Welt möglich, weil sie da der Anstand und Sittengesetz im Zaume halten; im Geisterreich, wo es vollständige Freiheit gibt, ist es mit der Besserung solcher Seelen schlecht bestellt. Darum soll man solche auf der Erde auf das Gefährliche ihres Treibens aufmerksam machen und sie in allem belehren, damit sie nicht unglücklich ins Jenseits gelangen. 

 

176. Ein triftiger Beweis vom Dies- und Jenseits.

Daß die fleischsinnlichen Menschen auch im Geisterreich dieselben Untugenden haben und sich von Tierseelen wenig unterscheiden, bezeugt euch die Geschichte, als Ich Jesus die argen Geister aus den Besessenen in der Gegend der Gerasener austreiben wollte. Sie baten Mich, Ich möge sie in eine Herde Schweine fahren lassen, damit sie ihren sinnlichen Neigungen und Begierden gemäß weiter leben könnten; allein die Schweine waren reiner als diese Geister, wurden daher wild, als die Geister in sie fuhren, liefen direkt ins Meer und ertranken darin, wodurch die bösen Geister wieder frei und heimlos waren und weiter irgendwo ihre Unterkunft suchen mußten, weil sie durch das Ertrinken der Schweine keine Erlösung von ihren Untugenden fanden. 

 

177. Die Seelen-Umwandlung in der Reinkarnation.

Die Reinkarnationen der Seele eines Mannes als Weib oder umgekehrt der Seele eines Weibes als Mann kommen in gewöhnlichem Zustande nicht vor, eine Ausnahme bildet nur das dritte Geschlecht, wie vorne erklärt wurde. 

 

178. Die Reinkarnierten. Über reinkarnierte Teilgeister.

1904, 23. August, Zürich. Vater Jesus klärt auf, daß es weder reinkarnierte, noch als Schutzgeister beigesellte Teilgeister von hohen himmlischen Geistern in Menschen gibt, und daß somit dies eine von Geistern, oder Satana eingetragene Irrlehre ist. 

1.     Meine lieben Kinder, es gibt manche von Meinen Kindern, welche die Lehre der Reinkarnation nicht richtig erfassen und meinen, daß es auch Teil-Reinkarnationen gibt, das heißt, daß hohe Geister im Haupteile im Himmel verbleiben und nur einen Teil ihres Ichs reinkarnieren und auf die Erde treten, ja daß solche hohe Geister ihre Seele in mehrere Menschen als Teilgeister reinkarnieren, oder daß so ein Teilgeist als Leiter irgend eines Menschen sich in ihn reinkarniert.

2.     Diese Lehre ist durchaus falsch, weil eine Irrlehre, die durch die Geister, oder Satana erflossen ist, was euch folgende Aufklärung belehren wird.

3.     Jeder Mensch ist für sich selbst ein vollständiges Ich und es können zwei Menschen in einen Körper nicht vereint werden, weil ein jeder andere Anlagen hat, die mit den Anlagen des zweiten nicht übereinstimmen, darum können nie zwei Menschen in einen Leib recte (richtiger gesagt) in eine Seele vereint werden.

4.     Andererseits ist es die Regel, daß ein jeder Mensch aus sich selbst das werden muß, was er werden will, und daß jeder selber für Tun und Lassen vor Mir verantwortlich ist. Wie käme dann ein Teilgeist eines hohen himmlischen Geistes dazu, wenn die Seele eines Reinkarnierten auf Irrwege geriete, daß auch der Teilgeist eines Erzengels verdorben und in die Hölle mitgezogen würde!?

5.     Würde nicht der Teilgeist eines Erzengels einen großen Schaden erleiden, der oft auf hunderte von Jahren nicht gut zu machen wäre? Ja, er würde entschieden im großen Nachteile sein, weil der Teilgeist erst nach geraumer Zeit, nach Tausenden von Jahren wieder das Verlorene sich zurück erwerben müßte und das schlecht Gewordene wieder gut machen!

6.     Wenn aber im anderen Falle, die Seele des Reinkarnierten gut vorwärts ginge und somit zu ihrer Vollendung gelänge, endlich aber Teilgeist von ihr getrennt und dem Eigentümer wieder einverleibt würde, so hätte der Reinkarnierte ein Kukuksei ausgebrütet, weil er sich geplagt hätte, auch den Teilgeist, der ohne sein Wissen ihm einverleibt worden wäre, hochgeistig auszubilden, aber nicht als eigenes Ich, sondern als Sklave eines Anderen, — denn jeder Inkarnierte oder Reinkarnierte fängt von ganz frischem an, sich zu entwickeln und auszubilden, weil das Frühere bedeckt und aufbewahrt ist, somit wäre der Reinkarnierte ein Frohnarbeiter eines Anderen.

7.     Daß solche Begriffe von Reinkarnation ganz falsch sind, könnet ihr leicht begreifen, weil es sich um eine Betrugsgeschichte handeln würde, erstens von Meiner Seite, der Ich so etwas zuließe, andererseits von dem Engelsgeiste, der einen solchen Betrugsschmuggel mit seinem Teilgeist unternommen hätte.

8.     Ihr wisset, daß heutzutage viele Erzengel reinkarniert sind, und doch sehet ihr, daß man sie äußerlich gar nicht unterscheidet von anderen Menschen, ja, daß gar kein Unterschied zu bemerken ist, wo ein Höllengeist und wo ein Engelsgeist in einem Kinde steckt. Viele Engelsgeister und hohe Geister aus anderen Welten werden sogar so stark verfinstert durch die heutige Erziehungsmethode, gottleugnende Bücher und alles Höhere, Geistige in den Kot ziehende Literatur, daß sie selbst verderben und Gott und das Fortleben der Seele leugnen.

9.     Es fragt sich: Was für einen Vorteil hätte dann so ein Engels-Teilgeist bei zu einem Teufel gewordenen Menschen? Verlust, und nichts als Verlust und Einbuße an seiner Qualität, weil niemand der Reinkarnierten etwas von seinem Vorleben weiß, sondern jeder von der Wurzel auf sich neu entwickeln muß.

10.   Also sehet ihr, daß nur zwei Wege offen stehen, wenn es reinkarnierende Teilgeister als Einverleibung zu einer reinkarnierten Seele gäbe: Entweder Betrug an dem Reinkarnierten, der die Frondienste für einen Anderen leisten würde, oder Verluste an geistiger Beschaffenheit des Teilgeistes.

11.   Es gibt auch solche, die da meinen, daß ein hoher Geist nicht vom Himmel herabsteige, sondern nur aus einem Teilgeist seine Seele auf der Erde reinkarnieren läßt.

12.   Diese Ansicht ist auch ganz falsch, weil das Zentrum der Seele der leitende Teil der Teilseelen ist, weil sie nur die Gedankenkörper der Seele sind und ganz von dieser abhängig, so wie eure Gedanken, die ihr auf irgend einen bekannten Ort der Erde sendet. So lange ihr dort verweilet, seid ihr auch mit eurem Doppelgänger als Gedankenkörper dort, sobald ihr aber eure Gedanken anderswohin leitet, ist auch der Doppelgängerkörper, der nichts anderes als seelischer Gedankenkörper ist, blitzschnell verschwunden, wie das Spiegelbild, wenn ihr vom Spiegel weg geht.

13.   Also verhält es sich mit den Teilgeistern in der Reinkarnation: Entweder ist die Seele des Betreffenden ganz in- oder reinkarniert, oder sie ist gar nicht inkarniert. Das merket euch als Aufklärung von eurem Vater Jesus. Amen. 

 

179. Auf irdische Inkarnation folgt irdische Reinkarnation.

1902, 3. November, Graz. Vater Jesus gibt kund, daß diejenigen Geister, welche einmal auf der Erde inkarniert wurden, nicht mehr in andere Sonnen-, Planeten- und Sternenwelten inkarniert werden, außer in den Mond, als einer Strafanstalt der Erde für zu große Liebhaber der Erdengüter und Weiber. 

1.     Die Wiederverkörperung einer Seele, die schon einmal auf dieser Welt inkarniert war, findet immer wieder auf dieser Erde statt. Ausnahme bildet der Mond als Strafanstalt für die zu weltlich gesinnten Seelen, die sich ganz in die Materie der Erde verliebt und nur ihre Güter, Ihre Häuser, ihr bewegliches und unbewegliches Eigentum im Kopfe haben, diese kommen nicht auf die Erde reinkarniert, sondern in den Mond, wo es sehr armselige Vermögenszustände gibt, wodurch die Liebhaberei mit den Erdengütern ein Ende nimmt, indem ihnen klar wird, daß sie gerade wegen ihrer Vorliebe zu sichtbaren Erdengütern in die Strafschule des Lebens auf dem Monde reinkarniert wurden.

2.     Diese Maßregel bringt sie zur Vernunft und dadurch fangen sie an die Materie zu hassen, welche sie unglücklich gemacht hat.

3.     Gleichzeitig kommen dahin diejenigen, welche neben den Erdengütern auch ihren Frauen eine besondere Vorliebe gezeigt und an Gott nicht viel gedacht haben. Sie müssen nun zur Strafe seit ihrer Vermählung fort und fort ihre Weiber auf den Schultern tragen, wozu sie schon als Kinder dazu angelernt werden. (siehe Mond §. 2)

4.     Bewohner aus anderen Sternen, Sonnen und Planeten werden auf der Erde inkarniert, von der Erde aber nicht anderswohin als in den Mond, da er ein planetarer Teil der Erde und ihre Strafanstalt für verweltlichte Seelen ist. 

 

180. Die Erde als die letzte Inkarnationswelt der Seelen.

1854-1904. Vater Jesus erklärt, daß, wer einmal auf der Erde inkarniert wurde, nicht mehr in anderen Sternen inkarniert wird. 

1.     Es gibt eine durch spiritistische Zirkel eingetragene Lehre, daß die Geister, die einmal auf der Erde inkarniert waren, nach dem Tode auch in andere Weltkörper versetzt inkarniert werden.

2.     Diese Lehre ist unwahr; denn die Erde ist der letzte Himmelskörper, was die geistige Bedeutung für die Seele betrifft. Ich Jesus habe durch Meine Inkarnation die Erde zur Auserwählten aller Sternenwelten gemacht und daher: Wer einmal auf der Erde inkarniert wird, der wird bei normalem Vorwärtsschreiten der Seele in keinem anderen Stern mehr auf die Welt kommen, denn die Erde bildet die letzte und Hauptstufe in der Seelenwanderung, weil nur von hier aus die Kindschaft Gottes durch des Kreuzes Leiden und Tod erworben und bestimmt wurde:

3.     Wer diese Erde noch nicht betreten, der kommt nicht zur Kindschaft Gottes, weil hier die größten und schwierigsten Aufgaben der Fleischprüfung durchzukämpfen sind, nach welchen die Wiedergeburt des Geistes zu erlangen ist.

 

181. Unterbrochene Rückerinnerung bei den Inkarnationen.

1902, 3. November, Graz. Vater Jesus klärt auf, warum der Mensch bei jeder Inkarnation die Rückerinnerung an das Vorleben einbüßt und vergleicht dies mit dem Ähnlichen beim Erwachen aus dem magnetischen Schlafe. 

1.     Daß der Mensch sich nicht an sein Vorleben auf der Welt und im Geisterreich erinnert, hängt davon ab, weil dem Menschen bei der Inkarnation und Reinkarnation alle seine frühere Erinnerung benommen wird und so ist er aller Ereignisse verlustig, die er zuvor durchgelebt hatte.

2.     Diese Maßregel geschieht deshalb, weil der Mensch jedesmal, wenn er wieder ins Fleisch tritt, von Neuem die ganze Lebensentwicklung durchmachen muß, damit er in allem neue Verdienste sich sammelt, da bei jedesmaliger Reinkarnierung, wenn sie glücklich durchgelebt wurde, neue Lebenserwerbungen aus dem Bitteren und Saueren zu dem bereits Erworbenen aus dem Vorleben, hinzukommen.

3.     Dem Vergessen oder Nichtwissen aus dem Vorleben beim Eintreten in eine neue Reinkarnation gleicht der Zustand des Erwachens aus dem hypnotisierten oder magnetisierten Schlafzustande, wo der Erwachte gar keine Ahnung und keine Erinnerung davon hat, was er im Schlafzustande gesprochen, oder getan hat und was mit ihm vorgegangen war. Bei der Reinkarnation ist die Erinnerung an das Vorleben ihm von Mir entrückt — bei dem hypnotischen Schlaf entrückt die Vergewaltigung der Seele die Verbindung zwischen ihr und ihrem Gehirn; beim magnetischen Schlaf aber der Magnetismus, der zwischen die Seele und den Nervengeist als der Vermittler zum Gehirn tritt. 

 

182. Ein Wort der Wahrheit über die Reinkarnation.

1874, 16. Juni, Triest. Vater Jesus klärt durch Gottfried Mayerhofer auf, daß die Reinkarnationen von verstorbenen Menschen keine Bedingung, sondern bloß eine Ausnahmezulassung für sie bilden. 

1.     Schon öfters hast du Mich gefragt, was denn eigentlich an dieser von Geistern aufgestellten Lehre Wahres ist, (besonders in der spiritistischen Richtung der romantischen Schule gegründet von Allan Cardec in Frankreich- Paris) da selbst in Meiner Haushaltung und in Meinem großen Evangelium Beispiele vorkommen, welche eine Wieder-Einverleibung der Seele eines verstorbenen Menschen in einem Körper auf eurer Erde anführen. Nie habe Ich dir eine Aufklärung über diesen Punkt gegeben, stumm blieb Alles in deinem Herzen; heute aber will Ich dir nun unaufgefordert über dieses Wort einige Winke geben, da Ich eben am besten weiß, wann es Zeit ist, daß ihr, oder überhaupt alle Suchenden etwas Gewisses, Deutliches vernehmen sollet, damit nicht Irrlehren weiter um sich greifen.

2.     Nun, was im Allgemeinen eine Reinkarnation betrifft, wie manche Geister in spiritistischen Versammlungen davon Kunde gegeben, und gleichsam eine Notwendigkeit daraus gemacht haben, als könne man ohne selbe nicht vorwärts schreiten, so muß Ich, Der es doch besser als alle Geister weiß, euch sagen, daß diese Idee eine sehr schwache menschliche ist, welche die verstorbenen oder "hinübergegangenen" Geister von hier nach dort mitgenommen haben.

3.     Denn es hieße wohl sehr geringe Kenntnisse von Gottes Weisheit und Allmacht zu besitzen, wenn man Gott keine anderen Mittel zutrauen wollte, Seine in die Welt gesetzten Geister-Partikel zu verbessern, als durch eine neue Einverleibung in irdische Körper, und noch dazu ohne alles Bewußtsein eines vorher gelebten Lebens.

4.     Welchen Unsinn haben diese kurzsichtigen Geister ausgehegt, der, wenn er wahr wäre, zu gar keinem Zwecke führen würde; denn wenn die Reinkarnation eine Strafe sein soll, so müßte doch derjenige, welcher gestraft wird, etwas davon wissen, ansonst es für ihn keine Strafe ist. Was weiß denn der Bauer, warum er als Bauer geboren und erzogen worden ist, daß er vielleicht einmal ein König oder ein Menschenfresser gewesen ist; er wird als Bauer in seinem Stande, in seinen Verhältnissen leben und sterben, und da die Seele dort auch nicht gleich allwissend und allsehend wird, dort noch lange als "Bauernseele" fortleben, bis seine beschränkten Begriffe von "Welt", "Mensch" und "Geist" durch andere Geister geläutert worden sind. —

5.     Sehet, Meine Kinder, so ist diese Idee eine ganz kindische, die ein Mensch in seiner beschränkten irdischen Lage, wo stets ja sogar in euren Religionslehren Ich Selbst als strafender Richter dargestellt werde, die Rache, die Strafe eine bedeutende Rolle spielt; denn der kurzsichtige Mensch und der kurzsichtige Geist von drüben glauben: "Wart' nur, königliche Tyrannenseele, jetzt mußt du Bauer werden, um alle die Leiden durchzumachen, die du, Herrschsüchtiger, den Bauern einst bereitet hast!" Wie verträgt sich doch solch eine Idee mit einem Gott der Liebe, der Sanftmut und der unendlichen Gnade?

6.     Wenn die Menschen doch nur ein wenig über diese Kundgebungen von Geistern nachdenken möchten, müßten sie sich ja schämen, solch einen "Rache-Gott" als höchstes Wesen vor sich zu haben, vor dem sie sich wohl fürchten müßten; aber nie eine Liebe, und die eines Kindes zu seinem Vater schon gar nicht fühlen würden.

7.     Außerdem zeigt sich im Ganzen noch, welch beschränkte und kleinliche Idee die Menschen von Mir als Schöpfer haben, wenn sie annehmen, daß Ich, der dieses Universum mit all seinen Wundern schuf, keinen anderen Weg wüßte, verirrte Seelen zu strafen oder zu bessern, als die irdische Reinkarnation.

8.     Seht ja doch eine Milbe, ein Infusions-Tierchen an, welche Millionen von Gesetzen mußten bei einem solch kleinen Organismus zusammenwirken, um diese Tierchen so zu erschaffen, daß mit dem Ersten auf Millionen Jahre ihr ganzer Kreislauf, ihre Fortpflanzung und ihr weiteres Entwickeln zu höheren Stufen bedingt ward.

9.     Ich schuf die materielle Welt nur einmal; nur einmal sprach Ich das Wort: "Es werde!" Mit diesem Worte setzte Ich Gesetze ein, welche stets fortwirkend die Welt erhalten, die Geschlechter fortpflanzen und Alle von einer Stufe zur anderen führen werden, bis das Materielle vergeistigt, in der Geisterwelt dieselben Gesetze wiederholend, aber nur in geistigem Sinne, den fortschreitenden Läuterungsprozeß fortsetzen kann, welcher alles Geschaffene, von der Materie angefangen, im Geistigen vollenden soll.

10.   Sehet in der sichtbaren Natur könnet ihr wahrnehmen, wie vom totscheinenden Gesteine an bis zum Menschen eine gewisse Gradation herrscht, wie Eins sich aus dem Anderen entwickelt, wie stufenweise die Organismen sich vervollkommnen.

11.   Alle diese in Materie gebundenen Seelen drängen nach höherer Entwicklung, und eben, weil oft von einer Stufe bis zur anderen die Intelligenz-Partikel eines einzelnen Tierchens nicht genügen, um die Seele des nächstfolgenden auszufüllen, so ist es eben gerade die schnelle Produktion der untersten Tiere, welche nötig ist, um stets das Material für höher stehende physische Elemente zu haben. —

12.   So bildet sich, von der Erdseele angefangen, welche als Impuls, im Kleinsten wie im Größten, nach den gleichen Gesetzen arbeitet, um das in der Materie Gefangene zu befreien, zu entwickeln und höher zu führen, die große Stufenleiter, welche wenigstens auf eurer Erde als sichtbarer Schlußstein mit dem Menschen schließt.

13.   Diese Menschen also aus Millionen von untergeordneten Seelen-Spezifika's gebildet, sind in ihrer Wanderung nach "Vorwärts" begriffen, und kehren nach geordneten Lebensregeln fortschreitend nie wieder zurück, um einen niederen Grad einzunehmen; denn wie sie als Geist in die andere Welt kommen, so finden sie in ihrem Inneren ihr eigenes Gesetz, ihren eigenen Richter, der sie dort hinstellt, wohin sie sich selbst gestellt haben durch Erfüllung oder Unterlassung der göttlichen Vorschriften.

14.   Dort müssen sie weiter "arbeiten", und zwar mit vollem Bewußtsein ihres eigenen Ichs, ob schlecht oder gut, bis sie die Läuterungs-Wanderung vollendet haben wie selbe ihre Seelen-Spezifika's einst von dem untersten Tiere bis zum Menschen machen mußten, d.h. geistig den Weg des Dunklen und Unklaren ihrer eigenen Stellung bis zum reinsten, höchsten Bewußtsein göttlicher Abstammung und ewiger Fortdauer.

15. So wie die Gesetze im Materiellen, so sind auch die Gesetze im Geistigen stets die gleichen, stets sich wiederholend, nur den Verhältnissen und Umständen angemessen und der Individualität nach verschieden.

16.   Wenn, wie Ich im Anfange sagte, "Wieder-Einverleibungen" von Geistern und verstorbenen (Seelen der) Menschen vorkamen und noch vorkommen, so hat dieses einen anderen Grund und Zweck, welches wohl innerhalb Meiner Gesetze besteht, jedoch nicht als Norm angenommen werden darf, daß dies immer wieder sich wiederholen muß! — Ich habe euch an anderen Orten schon darüber Mitteilungen gemacht, und will es hier nicht weiter erörtern.

17.   Mein Zweck mit diesem Worte ist eigentlich, eben diese sogenannten "Spiritisten", welche so gerne Alles, was ihnen Geister sagen, als "Evangelium" oder reinste Wahrheit hinnehmen möchten, eigentlich aufmerksam zu machen, auf welche falsche Folgerungen und Schlüsse sie gelangen, wenn sie manche Geistermitteilungen als bare Münze annehmen!

18.   Die "Spiritisten" sind ja ebenso gut "Meine Kinder", wie ihr, und Ich möchte, da sie doch eigentlich Mich und Meine Geisterwelt kennen lernen möchten, daß sie nicht lange im Finstern herumtappen, sondern sobald wie möglich den rechten, aber auch den kürzesten Weg erkennen, welcher zu Mir führt.

19.   Ich möchte von allen Menschen erkannt werden; daher hast du endlich auch über diesen fraglichen Punkt "Reinkarnation" einige Worte erhalten, um die Gutdenkenden zum Nachdenken anzuspornen; sonst sind sie leicht durch besonders "gelehrt sein wollende" Geister irre geführt.

20.   Sehet, auf dieser eurer Welt, unter euch Menschen, müsset ihr täglich vorsichtig sein und nicht alles glauben, was Einer oder der Andere euch vorschwatzt; ihr müsset alles wohl erwägen, ob wahr oder unwahr, eben weil ihr wisset, daß die Menschen im Allgemeinen falsch, hinterlistig und lügnerisch zu Werke gehen, um ihre eigenen Interessen zu verbergen. —

21.   Nun, wenn ihr das zugestehet, warum wollet ihr dann nicht denselben Maßstab in der Geisterwelt annehmen, die sich um euch drängt, um ihre Eindrücke und Ideen euch kund zu geben?

22.   Was sind denn die Geister anderes, als "verstorbene Menschen," hinübergegangene Seelen, die wohl ihren materiellen Körper, aber nicht ihre Leidenschaften, ihre Ansichten, zurück gelassen haben, davon sie sich dort weit schwerer entledigen, als es hier auf der Welt leicht gewesen wäre.

23.   Bedenket, was ich euch sage, seid vorsichtig! und wollet nicht als Lehrsätze hinstellen, was keinen vernünftigen Grund hat, sondern nur menschlich schwache "Supposition" ist.

24.   Warum gebe Ich denn euch allen schon seit vielen Jahren "Worte" und "Erklärungen" über so viele irdische und überirdische Gegenstände? — Warum will Ich euch denn aus dem Kleinsten, wie aus dem Größten, aus dem Nächsten, wie aus dem Fernsten, beweisen, was Ich bin, was Meine Welt ist? Weil ihr aus Allem Dem erkennen sollet, daß ein Gott der Liebe ist, Welcher Alles schuf, zu eurer Entwicklung und zu größeren Seligkeiten, wenn ihr fähig seid, einst solche zu begreifen und zu ertragen.

25.   Alles, was Ich euch bis jetzt mitteilte, bildet ein geistiges Ganzes, welches wie bei einer Kette, ein Glied ins andere greifend, einst Meine wahre Lehre, Meine geistige Religion, Mein Glaubensbekenntnis ausmachen wird, mittelst welchem ganze Generationen, ihr Ziel verfolgend, dann bei weitem reifer und geläuterter in Mein Geisterreich kommen werden, als wie jetzt die Ankömmlinge alldort mit so einfältig kindischen Begriffen von Mir, Meiner Welt und sich selbst anlangen.

26.   Einmal sprach Ich dieses Wort aus: "Es werde — Licht!" und Licht muß es werden! Licht in euren Herzen! So wie eure Sonne täglich die Erde und alle um sie kreisenden Planeten erwärmt und sie zur weiteren Entwicklung reizt, so soll und muß Mein geistiges Licht alle menschlichen Herzen einst entflammen, erleuchten und erwärmen mittelst des göttlichen Funkens der Liebe, sei es zu allen Geschöpfen, sei es zum Mit-Menschen oder endlich zu Mir Selbst!

27.   Die Menschen müssen ihren Gott erkennen mit all Seinen Attributen, müssen klar sehen und begreifen lernen, was Sein Wille war, als Er das Weltall schuf, was Sein Zweck war, als Er es mit lebenden Wesen bevölkerte, und sie müssen in und aus Seinen Werken Seine unendliche Gnade, Liebe und Sanftmut herauslesen lernen, damit nicht falsche Ideen und Begriffe die große Leuchte der Wahrheit verdunkeln, die euch zu Ihm führen können, um einst nicht Seine willenlose Geschöpfe, sondern Seine Kinder zu werden, welche Er einst nach Seinem Ebenbilde geschaffen hat, also, daß ihr, soweit es euch geschaffenen Wesen möglich, Ihm ähnlich werden sollet. 

 

183. Wieder-Erhebung aus der toten Materie zur Reinkarnation.

1864, 9. März, Graz. Vater Jesus klärt durch Jakob Lorber auf, daß die ganz in die Welt- und Selbstliebe übergegangenen Menschen im Jenseits wieder in die tote Materie übergehen und zwar durch einen unsäglich schmerzlichen Prozeß der Zerteilung ihrer Seelen, und daß diese zerteilten Seelen sich dann wieder von den kleinsten Lebewesen angefangen aufwärts veredelnd und emporschreitend, im Laufe von ungerechneten Jahrtausenden bis zur Menschenseele erheben müssen. 

1.     Ohne Liebe gibt es kein Leben und ohne Licht keine Wahrheit! Jede Wirkung, die ein aufmerksamer Beobachter in was immer für einer Sphäre des Daseins und in welchem Reiche der Natur entdeckt, stammt von der Liebe und vom Lichte her.

2.     Die wahre Liebe, die man das Leben nennt, ist jene ewige Wärme aus dem göttlichen Zentrum, welches Ich, der Herr, mit dem Ausdruck "Vater" bezeichne. Und aus diesem Vater geht infolge der ewig gleichen Lebenswärme das Licht, welches Ich Selbst (als Sohn) bin, in alle Unendlichkeit aus. Wer demnach von Mir das Licht, das in Meiner Lehre besteht, tätig aufnimmt, der nimmt auch die Liebe oder das Leben des Vaters auf. Hat er diese aufgenommen, so hat er auch den göttlichen Geist zum ewigen Leben in sich erweckt, als Wirkung der wahren Liebe und des wahren Lichtes.

3.     Es gibt aber neben dem allein wahren Lichte, das aus der wahren Liebe entspringt, besonders auf eurer materiellen Erde, eine unzählige Menge von Lieb- und Lichtarten, die zwar auch Produkte bewerkstelligen; aber diese Produkte sind ebenso vergänglich, als wie die Lieb- und Lichtarten und hinterlassen stets mehr oder weniger böse Folgen; besonders äußerst häufig dann, wenn sie in Selbstsucht und Eigenliebe ausarten und ihr vermeintes Licht in geistiger Beziehung zur barsten und dicksten Finsternis wird (vergleiche Joh. 1), indem solche Menschen dann unter das Tierreich herabsinken und nicht selten dahin kommen, daß sie manche Tiere für weiter halten, als sie selbst sind, und sie haben in dieser Hinsicht nicht Unrecht, und es steht mit ihnen wahrlich nicht anders, wenigstens mit dem besseren Teile von ihnen, wie mit dem falschen Propheten Bileam, der sich von seinem Esel mußte belehren lassen, wie es mit den geistigen Dingen stehe.

4.     Also derart Menschen haben gar keine Liebe, somit kein Leben und kein Licht; wissen nicht einmal, daß sie eine Seele haben, und daß diese unsterblich ist. Jene viele Menschen, besonders in dieser Zeit, die es in solcher Welt- und Selbstliebe und somit in der Lebensfinsternis so weit als nur immer möglich gebracht haben, diese werden jenseits auf eben dem Punkte wieder anfangen und werden nach Umständen immer ärger und materieller. Und so wahr Ich der Herr bin, Der dieses sagt, sie werden wieder in die tote Materie übergehen und zwar durch einen unsäglich schmerzlichen Prozeß, und das durch lange Zeiten, bis sie also selbst wieder zur harten starren Materie werden, endlich in viele Teile zerteilt und nach langen Zeiträumen wieder zu Menschen oder zu Geschöpfen entweder auf dieser Erde oder auf andere Weltkörper gestellt werden; denn bei Mir sind tausend Erdjahre wie ein kurzer Tag.

5.     Was sich, vermöge des ihm innewohnenden freien Willens, Meinem, allen geoffenbarten Willen nicht unterordnen will, das geht darum nicht verloren, aber es hat eine große und langwierige Korrektion zu erwarten.

6.     Es leben gegenwärtig Menschen auf Erden, die das erste Mal, andere bereits das zweite, dritte, vierte, fünfte, sechste und siebente Mal reinkarniert sind. Was nicht hier reif wird, kann oft im Geisterreich zu keinem Ziele gelangen, wird daher reinkarniert, bei manchen wiederholt, bis sie ihr Ziel und Zweck erreichen, um in höhere paradiesische Regionen zu gelangen oder aufgenommen zu werden.  

 

184. Inneres Wort. Reinkarnation. Die Liebe als Gottesfunken.

1889, 23. November, Kronstadt (in Siebenbürgen). Vater Jesus bespricht durch Franz Hedwig die große Gnade des inneren Wortes durch die von Ihm eingelegte Liebe, als das mit Zinsen wieder zurückbringende Talent und daß dieses Talent durch die Einsicht, welche große Liebeswerke Jesus für Seine Kinder getan, in die Menschen eingelegt wird. Er gibt ferner kund, daß die jetzt Reinkarnierten bei Seiner Menschwerdung im Geiste Zeugen waren und den Jubelgesang mit den Engeln mitanstimmten, und daß wir, als diese Reinkarnierten, nun die damals selbst erwünschte Aufgabe haben, als Berufene im Weinberge des Herrn tätig zu sein. Die Liebe als ein Funken und Teil aus Gott im Menschen. Bericht über unsere jetzige Lebensleitung auf Erden. 

1.     Siehe Mein Kind, Ich gebe dir schon seit einer Reihe von Jahren das Wort durch eben die in deinem Herzen eingelegte Liebe, an dieser Liebe halte fest, denn das ist ein bleibendes Gut, welches Ich dir Selber übergeben habe. Die Liebe ist das Pfund, welches Ich an die Meinen verteile und zwar in entsprechender Menge. Du mußt Mich nur recht verstehen, wie und in welcher Art Ich dieses euch übergebene Pfund vermehrt sehen wünsche.

2.     Ich verlange von Keinem, daß er Außergewöhnliches leisten muß, sondern Ich wünsche bloß, daß ein jedes das anvertraute Talent gut verwalte und es Mir mit guten Zinsen zurückbringe, wann Ich es fordern werde.

3.     Das Liebepfund, das Ich einem jeden der Meinen übergeben habe, ist aber vor allem in der gleichen Reinheit zu erhalten, wie Ich es Selbst in die Herzen Meiner Kinder eingelegt habe.

4.     Ein jedes von euch könnte hierbei leicht die Frage aufwerfen: Ja, wie und wann hast Du uns dieses Pfund übergeben, und zu welchem Zweck? Nun, Ich sage euch Allen, die ihr einen Begriff vom innersten geistigen Leben in euch habet, denket ein wenig tiefer über den Zweck Meiner Menschwerdung nach, und ein jedes von euch wird darin selber den wahren Sinn der Antwort in sich finden.

5.     Ja, Meine lieben Kinder, mit dem ersten Schritt, den Ich in die materielle Erdenwelt getan habe, um Mich als der wahrhaftige Gott — als Fleischmensch unter Meine Kinder zu stellen, habe Ich von Meiner Liebe ein Teilchen in jedes Menschenherz gelegt, damit es zur Erkenntnis Meiner Liebe zu den Menschen, als Meinen Kindern gelangt.

6.     Ich habe zu derselben Zeit auch alle die schon Dagewesenen mit diesen Meinen Liebesteilchen beschenkt, so daß auch nicht Eines vergessen worden ist.

7.     1904, 16. September, Zürich. Aufklärung des Vaters Jesus darüber durch Franz Schumi: Diese Liebe wurde in euch durch die Einsicht gelegt und erweckt, weil ihr sahet, was Ich für euch getan habe: Daß Ich euch durch Mein Leiden und Kreuzestod von dem gleichen Leiden und Kreuzestod, der über euch verhängt war, erlöst habe, wodurch Ich euch die durch die Erbsünde verlorene Kindschaft Gottes wiedergebracht habe, daß ihr dadurch zur Anschauung Gottes in Meiner Person gelangt seid, womit Ich euch die größte Seligkeit des Himmels eröffnet habe und ihr Mich als den liebenden Vater in Jesus erkannt habt, zu Dem ihr euch zu jeder Zeit vertrauensvoll wenden könnet, und Der für euch mit göttlicher Vaterliebe denkt, sorgt und euch auf dem Wege des Heils zu Sich führt.

8.     Somit ist und bleibt Meine Fleischwerdung der eigentliche Gründungstag von allen zu neuem Leben Erweckten, ja, für die vor und nach Meiner Menschwerdung auf Erden gelebten und noch zu lebenden Menschen.

9.     In diesen Worten findest du den Tag, die Stunde, wo auch du mit dem Lebensteilchen Meiner Liebe beschenkt worden bist, — du selbst kannst dieses auch noch nicht fassen, denn dein Sinnen und Trachten geht noch nicht so weit, daß es dir klar ersichtlich sein könnte, wo du selbst zu dieser Zeit, als Ich die materielle Erde als neugeborenes Kind betreten habe, dein Heim hattest. nur das sage Ich dir, — ihr Alle, die ihr eben jetzt in dieser Zeit das Bestreben in euch habt, um Mich wahrhaft liebend in eurer Herz zu schließen, ihr selbst waret bei Meiner Menschwerdung Zeugen, ihr Alle waret vom Geiste der Liebe ergriffen, daß auch euer innerstes Herzensleben in den Jubelgesang Meiner großen Engelschar mit einstimmte.

10.   Ja, ihr Alle waret Zeugen von Meinem Niedersteigen auf diesen finsteren Erdteil und die großen und mächtigen Gefühle, welche euer ganzes Sein zu eben der Zeit erfüllten, sind euch geblieben; nur mußte jedes Einzelne von euch in der darauf folgenden Zeit warten, bis für einen jeden der Zeitpunkt der Reinkarnation, sowie die entscheidende Zeit herankam, um die geistige Arbeit an sich selbst anzufangen, die ihn dann befähigt in Meinem Weinberg tätig zu sein.

11.   Ja, ein jedes von euch ist ein berufener Arbeiter, der sich durch seine dazumal für Mich hervortretende Liebe den Zeitpunkt selbst gestellt hat, um von der Zeit an still wirkend für Mich und für seinen Nächsten, in der von Mir ihm gegebenen Liebe vorzugehen.

12.   Ein jeder von euch kennt genau Mein an ihn gestelltes Begehren und wird dasselbe immer noch klarer erkennen, wenn er der in sich tragenden Liebe nur nach dem in seiner Herzenstiefe sich erkennbar machenden Verlangen Folge leistet.

13.   Dieses Liebeverlangen ist aber ein stilles, ruhiges Verhalten in allen Lebensverhältnissen und ein festes Vertrauen auf Mich, denn die in euch wohnende Liebe ist ein Teil Meines Ichs. Und diese Liebe, als ein Funken Meines Geistes ist es, die euch zu Mir zieht, darum sollet und müsset ihr euch Alle in dem Begehren nach geistigem Gut nur durch Mich Selbst in euch leiten lassen; selbst dann, wenn es mitunter scheint, was sehr oft geschieht, als ob ihr euch auf Irrwegen befändet, so sollet ihr nicht verzagen. Blicket dann ebenfalls vertrauensvoll zu Mir auf, und in Kurzem soll jeder wahr Suchende klar erkennen, daß er recht geht.

14.   In eines jeden Menschen Herzen sind Neigungen zu finden, die auf verschiedene Wege des Lebens hinleiten, und doch ist es nicht schwer, um im eigentlichen rechten und sichersten Weg erhalten zu bleiben, denn dieser ist der allein wahre Weg, auf dem man sich mehr oder sozusagen nur auf Mich, euren Vater Jesus stützen kann. — Es ist aber sehr leicht, sich im geistigen Bestreben auch geistige Kraft anzueignen; doch nie soll und darf ein Mir wahr gehörendes Kind vergessen, daß alles Mir allein gehört, und Ich in Meiner Liebe nur einzelne Teile von dem Mir gehörenden an die Meinen verteile.

15.   Wer sich dessen bewußt ist, der wird in Liebe zunehmen, das ihm übergebene Pfund wird vermehrt, auch ohne daß er nur eine Ahnung hat, so daß, wenn die Zeit der Ablösung kommt, er selbst nicht weiß, wie dieses vorgegangen ist; denn das in der Liebe leben ist ein stilles, ein so unscheinbares Vorwärtsschreiten, doch dabei ein so weit um sich greifendes Arbeiten, daß kein einziger von euch sich davon auch nur den geringsten Begriff machen kann; bloß dem Ich es offenbare, der hat eine leise Ahnung von dem wie es ist; doch so, wie es ist, ist es für euch alle gut. Glaubet fest und zuversichtlich auf Meine Beihilfe, und ihr gehet sicher den Weg des Lichtes.

16.   Ich euer Vater Jesus sage euch: Seid getrost, für einen jeden von euch ist die Zeit da, wo ihr auf dem Boden steht, den ihr euch bei Meiner Menschwerdung ersehnt habt. — Keiner beklage sich über dieses oder jenes, denn Vieles ist euch allen noch verborgen und soll euch erst noch gegeben werden. Ich sage nochmals, lebet in der stillen, ewig fortschreitenden Liebe, die Ich euch Selbst gegeben, um euch auch noch Größeres geben zu können. Amen. 

 

185. Ostergruß, Reinkarnation, Wiederkunft Christi.

1890, 6. April,, Kronstadt (in Siebenbürgen). Vater Jesus klärt durch Franz Hedwig die große Gnade auf, Menschen als Kinder Gottes genannt zu werden, die Er von dem Fluche des Gerichtes erlöst hat. Bespricht die große Verwunderung der hohen Geister, als sie erfuhren, daß Jehova, der Schöpfer der Welt, ein Mensch und Kind wird und ihr Staunen bei Seiner Geburt, sowie vieler jetzt reinkarnierter Menschen, die im Geiste auch bei der Krippe Jesu waren. Sie versprachen damals als Glaubenskämpfer bei der Wiederkunft Christi zu sein, daher ihre Reinkarnation und Übung im Geistigen. 

1.     Meine lieben Kinder! So begrüße Ich euch denn von neuem an einem Ostertag mit Meinem alten Gruße, als "Meine lieben Kinder", und dennoch fasset ihr nicht, was in diesen wenigen Worten gesagt ist in der Volltiefe.

2.     Die Engelbrüder fassen es wohl, was in diesen Worten verborgen liegt; denn sie erbeben vor Wonne und preisen euch überglücklich, ja selig, daß euch solche unfaßbar große Gnade widerfahren ist, daß Ich, der ewige Gott und Schöpfer des All, Der Ich vielen Hunderttausenden von reineren Geistern, als ihr es seid, noch unnahbar bin auf gar lange Zeiten, Mich euch nahe als Vater, da ihr Mich in Jesu erkannt und nur durch Jesum mit Mir verkehret.

3.     Ihr findet es als ganz selbstverständlich, daß es also ist, weil ihr es nicht anders gewohnt seid, jedoch verstehen könnet ihr es nicht, denn es geht weit über eure irdischen Sinne, nur mit den Sinnen des Geistes könnt ihr es verstehen, (oder wenigstens ahnen).

4.     Weil Ich die Demut bin, erniedrigte Ich Mich Selbst, um zurückzuführen, was durch Hochmut gefallen, und wurde auf eurer winzigen, mit dem Fluche des Gerichtes beladenen Erde ein Mensch wie ihr, was euch so schwer nicht zu fassen ist, aber doch verstehet in der vollen Bedeutung es  gar nicht. Die Engel, die in der Heiligung stehen, da ihr Gewand weiß ist wie der Schnee, die ahnten es einst, als ihnen die Kunde ward: Der Schöpfer der Welten wird Mensch, und ein Kindlein auf eurer armseligen Erde.

5.     Und weil sie ahnten, was es heißt, der Schöpfer wird Mensch und sogar geboren durch ein Weib als ein Kindlein auf Erden, da doch durch das erste Weib, das der Herr geschaffen, die Sünde in die Welt kam, und daher ihre Erstlingsgeburt kein Gotteskind war, sondern ein Brudermörder, und weil sie es ahnten, was es heißt, der heilige Schöpfer, Jehova, der Herr aller himmlischen Heerscharen, der wird Mensch, also ein Kindlein auf Erden, — darum hielten sie für unmöglich, als ihnen die Kunde ward von dem unfaßbaren Ratschlusse Gottes. Darum waren sie auch staunende Zeugen bei Meiner Geburt und ihr waret es auch, wie Meine Gnade euch jüngst kund getan hat.

6.     Erwachet und bedenket, was in diesen Worten liegt. Damals, als es euch zugelassen wurde, im Geiste bei Meiner Krippe zu sein, da vernahmet ihr voll staunender Andacht, voll Dankes und mit Beten die Kunde, daß Ich Mir Selber eine Schule gründen will von Gotteskindern auf Erden, und jetzt, wo ihr durch Meine Gnade, auf eurer brünstigen Liebe Bitten und Flehen, durch die Reinkarnation nun selber eingetreten seid in diese Schule, da wachet ihr nicht auf — und erkennet nicht, woher und wer ihr seid! —

7.     Ihr wolltet einst Gottesstreiter beim letzten entscheidenden Kampf mit der Welt sein. Ich war gerührt von eurer Liebe und kleidete euch nun ein in des Fleischleibes Rüstung, und gab euch die Zeit, euch zu üben darin. Ich Selber lehrte euch führen die Waffen. Ich zeigte euch den Feind in dem eigenen Leibe, Ich half euch tragen die Niederlagen, und erfreute Mich mit euch, wenn ihr einen Sieg errungen habt.

8.     Nun rufe Ich als Feldherr die Kämpfer zusammen, Posaunenrufe sind es für die Welt, wie für euch. "Vereiniget euch als Brüder" habe Ich euch geheißen, und vollzog Selber die Vereinigung im Geiste an euch, doch eure Herzen sind nicht geeint.

9.     Da Ich euch als Kinder begrüßte am Ostertage, so stehet auf als solche geeint und verbunden, und lasset in der Gruft die Linnentücher zurück, die euch bisher getrennt haben. Sie sind nur die Umhüllung des Körpers gewesen, nicht aber die Körper selber, viel weniger aber Seele und Geist.

10.   So feiert dies Osterfest als ein wahres Auferstehungsfest, werfet von euch die Linnentücher des Todes — die euch umhüllen, wie sie einst Meinen Körper umhüllten, solange er im Tode erstarrt da lag, als Ich aber auferstand, da fielen sie von Mir ab.

11.   Stehet auf im Geiste und feiert das Osterfest als euer Auferstehungsfest, damit das Alte sei abgetan und Ich ein neues Geistesleben in euch beginnen kann.

12.   Der große Kampf hat begonnen, wer mit will, der werfe die Linnentücher hinweg, sie hindern im Kampfe, und stehe auf aus dem Grabe oder der Sünde, wie Ich einst, ein neuer geistiger Mensch — um zu wandeln mit Mir neue Pfade. Ich Jehova bin als Jesus euer Vater und Führer im Kampfe; — ihr standet Mir einst nahe im Lichte, und jetzt stehe Ich euch nahe in eurer Schwäche, als Meinen schwachen lieben Kindern. — Der Auferstandene — und euer Führer im Kampfe.  

 

186. Reinkarnation und die Seelen von oben.

1894, 19. September, … Vater Jesus erklärt, daß derjenige, der zur Wiedergeburt des Geistes gelangen will, denselben Weg der Selbstverleugnung, Demütigung und Kreuzigung seines Fleisches wandeln muß, den Jesus einst wandelte. 

1.     Mein liebes Kind, hast du Mich gleich allezeit in deinem Herzen, wo Ich stets gegenwärtig bin, wenn du Meiner bedarfst und Mich anrufest im Gebet täglich, so will Ich dennoch in Meiner Liebe dir erscheinen durch das Wort Meines Mundes, und dir segnen den Tag deiner äußeren Geburt ins Fleisch. —

2.     Siehe, du fragst dich oft im Stillen: Bin ich wohl eine Seele von Unten oder von Oben? und wenn letzteres der Fall? bin ich da nicht ein Sonnenkind? weil Du, o Vater, mich zum Dienen für Deine Kinder erwählt hast. Da sage Ich: Du bist zwar eine Seele von oben, aber kein Sonnenkind, sondern ein aus einem Stern in eine andere Planetenwelt versetzter Geist, welcher es noch nicht zur Kindschaft Gottes gebracht hat, und darum die Erdenprobe einmal bestehen will, und zwar in einer möglichst größter Niedrigkeit, die auch Ich einst Selber Mir erwählte; denn als Ich die Erdenprobe durchmachte, wurde Ich Aller Knecht und Diener. Ich betrat die unterste Stufe, um von ihr aus die höchste zu erreichen. Ich fing da an, wo jeder, der das wahre Ziel erreichen will, anfangen muß, nämlich unten. Sei er nun Herr oder Knecht, ein König oder ein Bettler, so muß er doch die unterste Stufe betreten, d.h. er muß lernen sich selbst überwinden, den eigenen Willen dem Willen eines Höheren, Mächtigeren unterordnen, und dem entsagen, was das eigene Herz, der ungebrochene Wille erstrebt!

3.     Wer den Weg der Selbstverleugnung, der Demütigung, ja der Kreuzigung des eigenen Fleisches zu umgehen sucht, der wird in alle Ewigkeit nicht zur wahren Kindschaft Gottes gelangen, und ob es ihm vergönnt wäre, zum hundertsten Male auf dieser Erde seine Kunst zu versuchen, auf einem anderen Weg, als den Ich euch vorgewandelt bin, sein Ziel zu erreichen, so wird er doch am Ende noch sich zu dem entschließen müssen, was ihm ehedem verhaßt war, um endlich dort anzukommen, von wo ihr einst Alle ausgegangen seid.

4.     Verstehst du nun, Mein Kind, warum du zu dienen erwählt bist? — weil du anders nicht Mein Kind werden könntest! Du bist im Grunde deines Herzens geneigt zu herrschen und zu befehlen, darum sollst du lernen, dein eigenes Herz besiegen, und durchs Dienen gehorchen lernen.

5.     Ich stelle einen jeden, der sich Mir voll und ganz übergibt, und nur den einen Wunsch hegt, als Mein Kind einst selig zu sein, in solche Verhältnisse, daß er zum Ziele gelangt.

6.     Darum freuet euch alle; denn Mir anzugehören ist mehr wert, denn alle Schätze dieser Welt. Ergebet euch mit Freuden in euer manchmal hartes Los, es gilt die Seligkeit zu erwerben, den Himmel einzunehmen, und dieses ist der Mühe und des Schweißes wert. Alles dieses soll euch nur eine gewisse Hoffnung des ewigen Lebens geben; und du, Mein Kind, dir soll es zeigen, daß du mit Mir wandelst den Weg zum Leben, und daß Ich dir Kraft und Stärke verleihe, einzugehen in die Herrlichkeit deines Vaters. Damit segnet dich heute dein treuer Vater. Amen! 

 

187. Vaterwort zum Geburtstag einer Inkarnierten.

1894, 10. Juni, F…ch. Vater Jesus beschreibt durch Ida Kg. zu ihrem Namenstag den Wanderweg der Inkarnation, um einst ein Kind des Vaters zu werden, wenn die Zeit der geistigen Vollendung angebrochen ist.

1.     Mein Kind siehe, der Geist des Herrn ist über dir, darum verharre du in tiefem Schweigen, auf daß du fühlest die Kraft Seines Geistes und vernehmest das Wort Seiner Liebe und Gnade, das in dir erschallet zum Heil und Segen für Alle, die kindlichen Herzens Mich lieben und Mein Wort halten als das Wort des Lebens. In diesen will Ich mächtig Mich erzeigen und sie reichlich segnen immerdar; ja Ich will, daß durch dich sich Ströme des lebendigen Wassers über sie ergießen und will ihren Samen segnen und sie mehren, gleich wie Ich segnete Abraham, Isaak und Jakob und sie mehrete wie den Sand am Meere. Noch bin Ich derselbe Gott, derselbe Vater, der zu den Erzvätern sprach, derselbe Geist spricht nun zu euch und führt euch gleich den Kindern Israels in das gelobte Land, in das Land, da Milch und Honig fließt. Du Mein geliebtes Kind verstehst Mich wohl und weißt warum Ich Mich dir als den Gott des alten Bundes zeige; nämlich weil du Mich überall erkennst und Mein Wort liesest mit dem Herzen, so erschauest du die Tiefen Meines Geistes und dringst hindurch bis auf den Grund.

 

O lese Kind in diesem Sinne fort

Und präg' ins Herz dir ein Mein heilig Wort;

Mein neues Wort steht auf des alten Grund

Und will erneuern nur den alten Liebesbund.

Das Tote soll zum Leben aufersteh'n

Und der Vollendung immer mehr entgegengehn.

Darum auch bringt Mein Wort euch Neues nicht,

Ich will euch führen nur zum ewigen Licht;

Euch leiten zu der reinsten Himmelsquelle,

Wo Lebenswasser fließt rein und helle.

 

Dahin will Ich auch dich heut' leiten

Und mit dir sein am Tag der Freuden,

Wo du aufs Neue Mir dich gibst

Und Mich mit einer Liebe liebst,

Die Mich im Innersten erfreut

Und dich befreit von allem Leid.

O sieh', nichts Neues bring' Ich dir,

Nur Meine Liebe zeig' Ich dir

In immer hellerem Licht,

Bis du erschaust Mein Angesicht.

 

O freue dich Mein Kind, und singe

Dem Herrn ein Lied, dein Herze Ihm bringe

Samt allem, was darinnen ist,

Er nimmt dich an zu jeder Frist.

O komm, Mein Kind, und gib dich Mir,

Denn sieh', Mein Herz verlangt nach dir;

Es kann und will dich nimmer lassen,

Drum laß Mich innig dich umfassen,

Und dich mit neuer Lieb' entzünden,

O Kind, Mein Kind, o laß dich finden!

 

Sieh', also spricht der Herr zu dir

Dieselben Worte, die du Mir

Aus deinem tiefsten Herzensgrund

Zuriefst in mancher stillen Stund'.

Da lauscht' Ich deinen Worten zu

Und ward entzückt, so wie nun du,

Den Meinem lauschest liebetrunken,

Ganz in des Vaters Lieb' versunken,

Neigt liebend sich dein Herz zu Mir

Und spricht: "O Herr Dein Kind ist hier,

Du hast mich aus den Meereswogen

Mit Deiner Liebesmacht gezogen,

Hast mich errettet wunderbar;

Darum will ich jetzt und immerdar

Nur Dir, mein Herr, mein Gott noch leben

und mich der reinen Lieb' bestreben,

Der Liebe, die sich selbst vergißt,

Und nur für Andre tätig ist,

Um Jesu willen alles trägt,

Und nicht nach Welt, noch Himmel fragt".

 

Das sind die wahren Liebeszeichen

Mein Kind, um diese zu erreichen,

Zogst du — vor nicht gar langer Zeit —

An dieser Erde Reisekleid.

Du selbst hast dir den Tag erwählt

Und auch genau die Frist bestellt,

Die zu der Reise du vonnöten;

Eh' in das Fleisch du bist getreten,

Stand vor dir alles sonnenklar,

Was dir nun scheinet wunderbar,

Nur eines war dir noch verhüllt,

Des Vaters Antlitz wundermild.

Den Vaternamen zu erwerben,

Zu Seinem Kind, zu Seinem Erben

Erkoren sein — o welch' ein Los,

Zu herrlich, unaussprechlich groß!

Kein Menschenmund und keine Zunge,

Kein Menschenherz und keine Lunge

Kann dieses heilige Wort erfassen,

Darob die Engel tiefst erblassen,

In Ehrfurcht ihre Kniee beugen

Und sich vor Meinem Thron verneigen,

Mich ihren Gott und Schöpfer preisen

In hohen, reinen Engelsweisen.

So hast auch du Mein Kind gesungen

Nach Engelsart mit Engelszungen,

Als von dem heilig Wort entzündet,

Du deinen Wunsch Mir laut verkündet,

 

Mich batest: Laß auch dort mich sein,

Mich als ein Kindlein werden klein,

Nimm alle Größe Du von mir

Und laß mich wandeln nur mit Dir

Durch dieses finst're Erdental,

Um Dein zu sein mit einemmal.

 

So war es denn dein Liebeswille,

Der dich geführet aus der Stille

In dieses Erdenlebens Streit,

Um einstens in der Ewigkeit

Die höchste Wonne zu genießen,

Wo du in Liebe wirst zerfließen

Und werden völlig einst mit Mir,

Du in Mir bleibst, wie Ich in dir.

 

Nun weißt du, Kind, was jener Tag

Der Freud' für dich bedeuten mag;

Es ist der Tag zum neuen Leben

Zu deinem Heile dir gegeben.

So zieh' denn hin, Ich bleibe dein,

Darum sollst allzeit du dich freu'n

Und loben Meinen heiligen Namen,

Dein Vater spricht nun: Ja und Amen!

 

188. Der Tempel Gottes.

1901, 7. Mai und 10. Oktober, Graz. Vater Jesus klärt auf, daß der Menschenleib die materielle Wohnung der Seele ist, ferner das Werkzeug, durch das sie sich materiell offenbaren und betätigen kann, und zugleich das Ebenbild der Seele; die Seele aber ist die Wohnung des Geistes Gottes, der in ihrem geistigen Herzen wohnt, und daher ist der Fleischleib ein materieller Tempel Gottes, wie ihn Christus Selber bezeichnete. Dieser Leib  ist entnommen aus der in die Materie gefestigten Seele der Satana oder des Luzifers.

 

189. Der Fleischleib ist das Ebenbild der Seele.

Wie aus den Träumen hervorgeht, wo ihr nie den schlafenden Leib, sondern immer die lebendig tätige Seele sehet, so ist der Leib nicht der Mensch selbst, sondern nur die aus der toten Materie, dem Bilde der Seele nachgebildete Gestalt. Darum nannte man urdeutsch den Körper liki-nama, das heißt "Gleich-nahme" oder Kopie, oder photographisch genau nachgebildete Gestalt der Seele. Weil aber diese materielle Kopie der Seele nicht selbst das Leben, sondern ohne die Seele tot ist, bildete sich bis in die gegenwärtige Zeit herein aus der Bezeichnung likinama das Wort und Sinn Leichnam aus, das noch im Mittelalter lichnamo hieß, den Sinn Leib oder Körper vorstellte, nun aber bloß im geistigen Sinne einen Kadaver oder toten Körper bedeutet.

 

190. Der Leib als Wohnung und Werkzeug der Seele.

Der Leib des Menschen ist die materielle Wohnung der Seele, die als der geistig ewig fortlebende Mensch in ihm wohnt und mit ihm nach außen sich manifestiert, oder sich wirkend offenbart, weil der Fleischleib die materielle Hülle und das Werkzeug der Seele ist, welche sich nur durch dieses materiell-sichtbar betätigen kann; die Seele als Geist kann das nicht. 

 

191. Die Herkunft der materiellen Schöpfung.

Die ganze Schöpfung des Weltalls besteht aus der in die Materie verwandelten und gefestigten Seele des einst gefallenen Riesengeistes Luzifer Satana, und daher auch die Erde. (Anfangslehre ChtS. 70)

 

192. De stoffliche Herkunft des Menschen.

1.     Der Mensch ist ein Produkt aus der Erde, nach Meiner Willenskraft aus den Gedanken-Zusammenstellungen und Naturläuterungsprozessen emporgebildet.

2.     Die Seele wird aus dem Feingeistigen, der Leib aber aus dem Grobgeistigen der Materie entnommen. 

 

193. Der Mensch als der verlorene Sohn Satan.

1.     Somit sind die Menschen nach Seele und Leib die durch den Geist Gottes wiederbelebte Seele des Satans. Daher aber durch die Läuterung der Seeleneigenschaften, die in Atomen zu Gott zurückkehrende Seele des Satans.

2.     Der Mensch selber ist nämlich der im Evangelium genannte "Verlorene Sohn" Satana Luzifer; denn durch den Menschen, der seine Seelen-Eigenschaften und Liebes-Begierden veredelt, vergeistigt und vergöttlicht hat, kehrt die Seele Satans in Atomen zu Gott zurück. (Gründliche Aufklärung über den Fall Satanas und über die Weltschöpfung in ChtS. Nr. 23 zu lesen) 

 

194. Der Mensch als ein Tempel Gottes.

1.     Ich, Jesus als göttliche Weisheit, bezeichnete Meinen Körper als einen Tempel Gottes, indem Ich sagte: Zerstöret diesen Tempel, und Ich werde ihn in drei Tagen wieder aufbauen. (Joh. 2, 19) Und wahrlich, die Juden zerstörten ihn durch den Kreuzestod, aber am dritten Tage stieg die Gottheit Christi in den toten Leib, heilte, belebte und verwandelte ihn in Geist, so daß er von da an, bloß dann sichtbar war, wann Ich, Christus die geistigen Seelenaugen der Apostel und Jünger öffnete. (Luk. 24)

2.     So wie Ich, Christus durch Meine Menschwerdung einen Fleischleib trug und diesen als Tempel Gottes bezeichnete, also ist es auch mit eurem Leib der Fall, wie Paulus im 1. Briefe an die Korinter schreibt:

3.     Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid, und der Geist Gottes in euch wohnt.(1. Kor. 3, 16)

4.     So jemand den Tempel Gottes (geistig oder physisch) verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und dieser seid ihr. (1. Kor. 6, 19)— Noch genauer drückt sich Paulus im 6. Kapitel aus, indem er sagt:

5.     Ja, wisset ihr nicht, daß eurer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch wohnt, welchen ihr von Gott habt und daher ihr nicht die Herren über euren Leib (  seid? — Besonders gründlich aber sagt Paulus im 2. Briefe an die Korinter:

6.     Ihr seid ein Tempel des lebendigen (2. Kor. 6, 16) Gottes. — Und im Briefe an die Römer beteuert Paulus:

7.     Daß in euch derselbe Geist Gottes lebt, der Christum von den Toten erweckt hatte.(Röm. 8,11)

8.     Diese angeführten Beweise sind so klar ausgedrückt, daß kein Zweifel über Gottes Existenz in euch mehr obwalten kann:

9.     Der in euren Herzen als Gewissen sich meldende Geist ist gleich dem Odem, den Ich in Adam blies und ihn dadurch belebte, und dieser ist der lebendige heilige Geist der göttlichen Liebe, Weisheit und Allmacht Selber.

10.   Mein göttlicher Geist, der in diesem lebendigen Tempel wohnt, ist kein anderer Geist als der Schöpfer des Weltalls, der lebendige Gott Jesus Christus, wie Mein Paulus (Gal. 2, 20) sagt: Ich lebe — doch nein nicht ich, sondern Christus lebet in mir. Damit sagte Paulus, daß er sein Ich der Weisheit, unter das Ich Gottes der Liebe in Demut untergeordnet hat, wodurch der Mensch nur das denkt, wünscht, spricht und tut, was göttlich ist und der Liebe entspricht.

11.   Denn die Liebe ist des Gesetzes Gottes Erfüllung (Röm. 13, 10) und wer die Liebe hat, ist so reich, daß er erkaufen kann das ganze Himmelreich, weil der oberste Himmel Mein Sitz ist und Ich Gott die pure (1. Joh. 4, 8.16) Liebe bin und daher ist Mein göttlicher Wahrspruch: Wenn du Sünden hättest wie des Sandes im Meere oder des Grases auf der Erde und du hast Liebe zu Gott und zu jedem Menschen, weil er Gottes Kind ist, so werden dir alle Sünden verziehen. (ChtS. 10 , 24; Luc. 7, 47)

12.   Unter Tempel Gottes ist gemeint der materielle Fleischleib, der nach dem Bilde des geistigen Leibes der Seele aufgebaut ist.

13.   Der materielle Tempel Gottes wird durch die Heiligung der Seele mit göttlichen Tugenden gereinigt und zu einem würdigen Tempel Meiner Wohnung der Liebe emporgebildet, indem dieser Leib durch die Heiligung, d.h. Herzensreinigung der Seele selber geheiligt wird, weil ihn die Seele nicht mehr zum sündigenden Werkzeug ihrer Gelüste und Begierden gebraucht. 

 

Die Seele als der opfernde Hohepriester.

195. Die Erschaffung der Seele.

1903, 17. Dezember, Graz. Vater Jesus erklärt, daß die Seele ein Produkt der göttlichen Liebe, Weisheit und Allmacht ist, und aus dem Feingeistigen der irdischen Materie, als der gefestigten Seele der Satana, entnommen wird. 

1.     Woher stammt die Seele, wer bildet sie und gibt ihr die Intelligenz? Die Antwort lautet:

2.     Die Seele des Menschen ist ein Ausfluß göttlicher Lichtstrahlen aus der göttlichen Liebesflamme, welche geistig Vater in Gott genannt wird. Allein diese Lichtstrahlen sind jetzt nicht direkt aus Gott, sondern aus dem Feingeistigen der in der Materie gefestigten Seele der Satana entnommen, daher ist die Menschenseele ursprünglich nicht aus den reingöttlichen Lichtstrahlen, wie die Seele Jesu, welche die reine Weisheit aus Gott war (ChtS. 37, Kap. III), sondern aus unreinen Lichtstrahlen herstammend. Diese Lichtstrahlen sind einst die göttliche Weisheit gewesen, welche im Lichtgeiste (Luzifer) Satana die Unendlichkeit des Weltraumes im höchsten elektrischen Lichte geistig erstrahlend beleuchteten, bei dem Falle Luzifer Satanas aber ziemlich verdunkelt worden sind. Aus diesen schwachleuchtenden Lichtstrahlen des Feingeistigen in der Materie schafft sich der Geist Gottes nach Seinem Willen und Seiner Imagination nach vielen Verwandlungen der Körperform der durch das Stein-, Mineral-, Pflanzen- und Tierreich wandernden Seelen — zuletzt die Körperform der Menschenseele und gibt der Seele die Intelligenz, daß sie den materiellen Leib genau nach ihrer geistigen Gestalt aus dem Blut im Mutterleibe aufbaut, den sie dann als ihre Wohnung und Werkzeug benutzt, um sich damit materiell sichtbar zu betätigen. 

 

196. Der Mensch als Gott und Satan in einer Person.

1902, 5. Oktober, Graz. Aufklärung des Vaters Jesus, wie der Mensch zusammengesetzt ist; beleuchtet ihn in seiner Beschaffenheit; und lehrt ihn, wie er leben soll, um ein Kind Gottes zu werden; Beleuchtung der Widersprüche, welche das Göttliche und Satanische in seinem Leben und Handeln darstellen. 

1.     Liebe Kinder, der Mensch in seinem Leibe vereinigt seinen Gott mit der Seele der Satana.

2.     Es ist wahr, Ich bin als Gott die allumfassende Luft, die hochgeistig gesehen, ein Flammenmeer, hochgeistig genossen ein unbeschreiblicher, alle menschlichen Vorstellung weit überragender Hochgenuß der Liebe ist!

3.     Diesen hochgeistigen Genuß kann niemand im Fleische genießen, außer in der ersten, viel höher in der zweiten Wiedergeburt, jedoch nur seelisch, nicht fleischlich, weil das Fleisch bei solchem hochgeistigen Genuß der tötenden Ohnmacht verfiele. Somit kann ein Widergeborener zeitweise, wann der Körper schläft, zu diesem Hochgenuß gelangen.

4.     Es ist selbstverständlich, daß Ich, als die allumfassende Luft, nicht ganz in einem einzigen Menschen vertreten sein kann; aber das ist auch nicht nötig, denn

erstens ist in der ganzen Luft dieselbe Liebe, Weisheit, Allmacht, Magnetismus, Elektrizität und Göttlichkeit vertreten, als in den kleinen Teilen derselben;

zweitens kann sich der Menschengeist wie eine Gottheit äußern;

drittens ist er verbunden und eins mit der Luft des Weltalls, somit ist er mächtig und vollkräftig wie die ganze Gottheit, weil er nicht abgetrennt, sondern mit der Gottheit des Weltalls verbunden ist.

5.     Die Gottheit im Menschen stellt alles das vor, was geistig im Menschen ist und nicht mit Augen gesehen und Händen ergriffen werden kann, somit der Verstand, die Vernunft, die Gedanken, Wünsche, die Sprache, das Gefühl, das Schmecken, das Riechen, das Hören, der Wille, und alles was mit diesen zusammengesetzt werden kann und wird, somit das ganze Leben und Bewegen, Denken und Handeln.

6.     Der Satan an und in dem Menschen ist der geistige Seelenleib, der materielle Fleischkörper und dessen Fleischgeist; die Seele kann mit ihren geistigen Augen durch Meinen Willen ihren Seelenleib so sehen und mit ihren Seelenhänden so fühlen, wie ihr mit euren fleischlichen Augen euren Fleischleib sehen, und mit euren fleischlichen Händen den Fleischleib ergreifen und fühlen könnet, daher unterscheidet ihr in tiefen Träumen euren Seelenleib nicht, daß er nicht der Fleischleib ist; denn im Traume lebt und handelt nur der Seelenleib, während in dieser Zeit der Fleischleib ruht und seine Eindrücke nur durch den Nervengeist erhält. Der Nervengeist bleibt im Leibe während der Zeit, als die Seele außer dem Leibe sich bewegt und herumwandelt und handelt. Während dieser Zeit träumt der Mensch nicht, daher weiß er nichts davon, wo die Seele ist und was sie tut.

7.     Die Seele kann Mich als ihren Geist ohne Meinen Willen nicht sehen und wenn Ich Mich in ihr sehen lasse, dann sieht sie Mich wie eine feurige Lichtwolke. Ich aber bin Derjenige, Der die Seele und durch sie den Fleischleib belebt und ihr alle geistigen Sinne und Kräfte verleiht, denn ohne Mich ist sie und der Leib ohne Eigenleben und Gefühl.

8.     Ich als göttlicher Menschengeist stelle alles Das vor, was im Menschen geistig-göttlich empfunden wird, denn Ich bin Gott, daher Alles, was Göttliches im Menschen ist, somit die Liebesflamme Gottes.

9.     Mein Gegenpol im Menschen ist die durch die Satana verunreinigte Seele der Satana in ihrer Eigenliebe, aus welcher der Seelen- und der Fleischleib des Menschen besteht.

10.   Alles, was Ich am Menschen erschaffen habe, ist gut und rein, wenn es ganz uneigennützig im Dienste der Gottes- und Nächstenliebe gebraucht wird; gebraucht man die Freiheit des Geistes dagegen in Selbstliebe und Selbstsucht, so kann man alles Geistig-Gute, durch die Weltweisheit und Selbstsucht verkehren, und da wird es zur Sünde, und der Mensch wird zum Satan an sich selbst. Ich ziehe Mich dann zurück und der Mensch wird finster, hochmütig, selbstliebig und selbstsüchtig und kennt nur sich selbst und begeht durch diese Selbstsucht alle erdenklichen Sünden und Verbrechen, weil er dabei gottlos und verwegen wird. Sehet, das ist der Mensch.

11.   Durch Jesu, eures geistigen Vaters Tugenden in uneigennützige Dienste gestellt und alles aus Liebe zu Gott und den Nächsten getan, kann aber der böseste Mensch wieder als Gotteskind erscheinen und alles böse Getane austilgen.

12.   Wie gesagt, der Mensch besteht aus Geist, Seele und Leib. Der Geist ist Gott, bin Ich Jesus Selber; — die Seele und der Leib samt dessen Fleischgeist zusammen sind aber der lebende Satan Selber in Miniatur, weil beide aus der gefestigten Seele der Satana entnommen sind.

13.   Dieser Widerspruch im Menschen ist das Bäumende, ist das Sichauflehnende gegen den Willen Gottes und das stete Andershandeln als Ich will.

14.   Ich bin die pure Liebe, der geistig unkultivierte Mensch der Haß, weil Selbstliebe; — Ich bin die Demut, der Mensch der Hochmut und Stolz; Ich die Geduld oder Langmut, der Mensch die Ungeduld und Zorn; — Ich die Liebtätigkeit und Barmherzigkeit, der Mensch die Lieb- und Herzlosigkeit; — Ich die liebevolle Vergebung, — der Mensch die brütende Rache und Vergeltung; — Ich die kristallreine Züchtigkeit, der Mensch im Schlamme der Wollust sich wohlfühlender Schmutzling; — Ich die Freigiebigkeit, der Mensch die Habsucht; — Ich die Selbstlosigkeit, der Mensch die Selbstsucht; Ich Allen alles Gute Wünschende und Tuende, der Mensch ist neidisch und nur sich selbst liebend, — Ich bin allen Menschen der Dienende und die Wohltaten Erweisende, der Mensch läßt sich bedienen und unterdrückt, beschwindelt, betrügt und beutet den Bruder aus wo und wie er kann. —

15.   So sehet ihr im Menschen, solange er nicht durch Meine göttliche Kultur ins Wahre und Geistige geleitet wird, mag er gebildet oder ungebildet sein, den puren Satan nach seiner Handlungsweise. Ja, er ist der Repräsentant des Satans auf der Welt nach seinen Leidenschaften; allein er ist tatsächlich der wieder belebte und wahre Satan nach der Seele und dem Leibe, da er berufen ist in Atomen die Weltseele des Satans zu erlösen und zur Herrlichkeit Gottes zurückzubringen, um so aus Satan ein Kind Gottes zu werden und endlich ein unter der Waltung des Gottvaters stehender Gott selber.

16.   Da ihr nun aus den Widersprüchen, die in euch gegen das Edle, Erhabene und Göttliche stets bestehen, Unwillen gegen das von der Liebe Geforderte habet, und wo es sich handelt das wahrhaft heilig Göttliche in euch zu entfalten, euch in wilder Selbstsucht, Hochmut und Rachegefühl aufbäumet und auflehnet dagegen und möchtet euerer satanischen Natur die wilden Zügel der Selbstgerechtigkeit, Unterdrückung und Vernichtung gegen den Nächsten loslassen, saget! zeigt sich da nicht der lebendige Satan in eurem wut-schnaubenden Gemüte?! Und was tue Ich als Geist der Liebe gegen euch, ihr Geister des Höllischen Rachegefühls?! — Nichts tue Ich, als die liebevolle Langmut und Toleranz handhaben, welche lieber alles selbst leidet, als euch den wohlverdienten höllischen Lohn heimzuzahlen.

17.   Liebe Kinder, als Träger Meines Geistes der Liebe in eurem Herzen, Der nie mit eurem bösen Tun einverstanden ist und Sich stets durch das Gewissen dagegen meldet und opponiert, wenn ihr Böses zu tun im Schilde führet, erkennet euch, wer ihr seid! Beuget euer Satanisches in euch und verwandelt es durch Meine Tugenden in Göttlich-Geistiges, damit ihr aus Satanskindern die Kinder der göttlichen Liebe werdet!

18.   Ihr sollet eure ganze Seelenkraft zusammennehmen, um aus euch, da ihr Satan in Miniatur selber seid, ein geistiggöttliches Wesen heranzubilden und selbst als Kinder Gottes, Götter zu werden, daher aus der Weisheit die den Satan, in die Liebe die den Gott in euch vorstellt, übergehen. 

 

 

 

197. Der Mensch als ein aus Satan sich emporbildender Gott.

1903, 2. März, Graz. Aufklärung des Vaters Jesus, wonach der Mensch nach Seele und Leib ein aus Satansseele entstandener Geist ist, in welchem Gott wohnt, Der ihn zur Ausbildung der göttlichen Tugenden in sich, leitet. Die Unterschiede zwischen Gott und Menschen und dem Menschen selbst. Mittel zur Emporbildung des Menschen als Satan zu einer Gottheit. 

1.     Das menschliche Leben in seiner Natur ist ein Kampf zwischen Gott und Satan; denn im Herzen des Menschen wohnt der lebendige heilige Geist Gottes in Seiner Dreieinigkeit: Liebe, Weisheit und Allmacht, und dieser Geist Gottes heißt Jesus Christus,  Jehova  Zebaot.

2.     Wenn ihr nun über diesen hochheiligen Namen nachdenket, so werdet ihr darin finden, daß im Menschen der allmächtige Gott, Schöpfer Himmels und der Erde, als Vater, Sohn und heiliger Geist in voller Kraft und Herrlichkeit vertreten ist; denn als Vater habe Ich euch erschaffen, als Sohn von der Erbsünde erlöst und als heiliger Geist bin Ich der Regent der Welt, in dessen Händen die Fäden der Geschicke der ganzen Unendlichkeit liegen; — als Gott aber bin Ich euer Richter und aller Geschöpfe der Welt.

3.     Es wohnt in dir o Mensch das Allerheiligste, das Allmächtigste, das Allerherrlichste, das Allerliebevollste und die unendliche Allweisheit Gottes, darum bist du ein Wunder in der Schöpfung, weil du als unendlich in Gedanken, durch die Gnade Gottes, aus dem Born der göttlichen Weisheit schöpfest und daher fortwährend Neues schaffest und erfindest.

4.     Dein Wirkungskreis ist unerschöpflich, weil Ich, Gott dein Lehrmeister bin, der Ich dir erlaube, von Meiner unendlichen Weisheit dir kleinweise die Gnadenspenden Meiner väterlichen Kinderliebe zu holen.

5.     Währest aber du mit Mir Eins in der Liebe, Demut, Geduld, Reinheit, Selbstlosigkeit und mitleidsvoller Barmherzigkeit, so würdest du, zu dem Ich aus Meiner Liebe als Vater Jesus spreche, Mein majorenes Kind und somit ein Gott in Mir, deinem Vater Jesus und wärst zugleich ein Bewohner der Weltenschöpfung, denn wo dann deine Gedanken weilen würden, dort könntest du geistig-persönlich auch mit deinen Augen, Ohren, Gefühlen und Sinnen sein.

6.     Als Bewohner der Erde aber würdest du dir die Welt so herrlich schaffen, wie du sie brauchst, um in paradiesischen Zuständen zu wohnen und zu leben. — Es würde nie eine andere Witterung sein als die, welche du dir selber schaffen würdest; denn als Kind Gottes bist du im absoluten Zustande Gott und Schöpfer deiner Umstände und Zustände, und keine Gegenmacht könnte dich beengen, begrenzen oder gar gegen dich auftreten und dein gotteiniges Wollen zerstören, weil du in deinem innersten Ich Gott, Schöpfer und Herrscher von Ewigkeit im Geiste Jesus Christus Jehova Zebaot Selber bist.

7.     Aber da deine Seele und dein Fleischleib aus der in die Materie gefestigten Seele des gefallenen Geistes Satan herstammen, daher bist du ein Repräsentant des Satans in Miniatur und daher deine Renitenz (Widerspenstigkeit) gegen den Willen Gottes, welcher dich durch dein Gewissen fort und fort zum Guten aneifert und vor dem Bösen warnt.

8.     Deiner Seele, und dem Fleischleibe nach, weil beide aus dem Fein- und grobgeistigen des gefallenen Satans stammen, bist du der in Atomen wieder belebte Seelenleib Satans selber, aus dessen unermeßlichgroßem Seelenleibe die ganze materiellsichtbare Schöpfung besteht. Aus diesem Leibe bestehen alle Menschen, daher sind alle gleich, solange sie sich nicht beugen dem Willen Gottes.

9.     Weil du ein Teil des Satans selber bist und auf der Welt die Aufgabe hast, dich, als die belebte Seele des Satans zu läutern und zu ihrer ursprünglichen Herrlichkeit und Seligkeit in Gott zurückzubringen, daher steckt in dir ein so großer und renitenter (widerspenstiger) Gegengeist, gegen die Erfüllung des göttlichen Willens, da du eben der Satan als Gegenpol Gottes bist. Darum und daher eben der Hang und die Lust gerade das zu tun, was Gott nicht will und daher der fortwährende Kampf zwischen deinem Weltverstand und deinem Gewissen, weil nur zwei Spannen Entfernung zwischen der Hölle in deinem Weltverstande und dem Himmel in deinem Herzen besteht.

10.   In deinem mit der Weltweisheit vollgefüllten Gehirn steckt der Satan mit allen seinen Widersprüchen gegen das, was Gott in deinem Herzen will und durch das Gewissen spricht. Weil im Herzen Gott wohnt, also ist im menschlichen Herzen der Himmel, allwo die Liebe mit allen ihren weltumfassenden Tugenden der Göttlichkeit thront; und also ist andererseits das Gehirn die Hölle im Menschen, worin die selbstsüchtige Verstandesweisheit haust und dem Menschen, wenn er noch nicht geistig lebt, folgende Gedanken einflößt:

- Selbstessen macht fett;

- Geld ist die Macht der Welt;

- die Gerechtigkeit muß walten, damit meine Ehre triumphiert!

- Ich bin mir selber der Nächste, daher zuerst ich — dann der Nächste.

11.   Diese vier Untugenden sind es nämlich, die den Satan im Menschen bilden, da er durch diese weltweise gemacht, rücksichtslos gegen seine Nebenmenschen, wie über die Leichen zum Throne seines Ichs vorwärtsschreitet — und weder das Elend seiner Mitbürger sieht, noch ein Gefühl für den Nebenmenschen hat, außer, wenn er bei ihm etwas zu verdienen, auszuschröpfen und zu seinem eigenen Verstandes-Ich zu erhalten hofft.

12.   Der Mensch ist ein reißendes Tier, wenn seine Seele nicht durch die geistigwahre Ausbildung im Lichte der göttlichen Veredelung steht, weil er sonst nur sich selbst sieht, hört, fühlt und als Menschen betrachtet, während er seine Nebenmenschen bloß für Erhalter seiner sorglosen Existenz auf der Welt zu sein — ansieht, die man auszubeuten, sei es durch Arbeit, Handel oder auf andere Art berechtigt ist. — Ist aber ein solcher Verstandesheld ein Leugner von Gott und dem Fortleben nach dem Tode, dann billigt er auch die Werke der Geistesfinsternis, wenn sie ihm nur Geld, Ehre und Macht über die durch ihn Unterdrückte einbringen.

13.   Nun kommen wir zur Frage und Antwort: Wie soll denn der Mensch als Kind eines liebevollen himmlischen Vaters aller Menschen beschaffen sein, damit er als solcher den Anforderungen der göttlichen Liebe entspricht?

14.   Der Mensch ist berufen nach dem Vorbilde seines geistigen Vaters Jesus die göttlichen Tugenden in sich auszubilden, durch welche der Gottessohn Jesus ein Träger des ewigen Gottvaters war, wie der Prophet Jesajas im 9. Kapitel und 5. Vers geistig sich darüber ausspricht, indem er sagt: Jesus Christus, als neugeborenes Kind, ist nach dem Geiste der ewige Gottvater Selber, daher ist das neugeborene Kind eine Inkarnation oder die Menschwerdung Gottes; — ferner sagt Jesajas in prophetischen Worten: Dieses Kind ist der Schöpfer der Welt, daher wunderbar in Seinen Schöpfungswerken der göttlichen Liebe und Weisheit, die Ihm niemand nachmachen kann; — dieses Kind Jesus ist der Rat, weil die Weisheit des Gottvaters, nach Seiner Seele, die aus der göttlichen Weisheit gebildet is